Transatlantic Debating Championship 2013

Datum: 14. April 2013
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Kategorie: [:de]International[:en]international[:], Turniere

Wenn man in Deutschen Debattierszene am Turniere denkt, kommen einem wahrscheinlich zuerst der klassische Aufbau mit vielen Vorrunden und einigen Finalrunden in den Kopf. Das ganze gewürzt mit ein paar Socials und der klassische Turniercocktail ist fertig. Einige Studenten von der SciencesPo in Paris haben uns diese Woche gezeigt, dass es auch anders gehen kann: Mit der Transatlantic Debating Championship haben sie das wohl prunkvollste Turnier auf die Beine gestellt. Dies zeigt sich schon beim Beginn: Am Dienstagabend waren alle Teilnehmer, Organisatoren und Förderer in das Hôtel du Beauharnais, die Residenz der Deutschen Botschafterin in Frankreich eingeladen.

Transatlantik Debating Championship

(Foto: Matthias Carcasona)

  Nach 2010 wurde das Turnier nun schon zum zweiten Mal durchgeführt. Declan McCavana, Präsident der French Debating Association hat es daher in seiner Eröffnungsrede kurzerhand zur “Tradition” erklärt. Dabei ist die Idee hinter dem Turnier, wie bei jedem anderen Turnier, die Förderung des Austausches von Ideen. John Sabet vom Organisationskommittee führt das wie folgt aus: “Our main aim is to foster the diversity between universities and countries. It is very close to our hearts that the teams debate for an idea, which is contradictory to their countries natural position. This is the soil of our tournament, because it enables the teams to have other viewpoints.”

Wie Sabet hier ausführt, waren die Debatten relativ strikt vorgegeben: Es gab drei Halbfinals, aus denen die zwei punktebesten Gewinner in das “Grande Finale” weiterkamen. Dabei standen sich die Teams wie folgt gegenüber:

HF 1: SciencesPo vs. Cambridge, “Should French millionaires escape to England?”

HF 2: Polytechnique vs. BDU, “Should France be more German?”

HF 3: Assas vs Princeton, “Does America have no culture?”

Gewonnen haben Cambridge, Polytechnique und Princeton. Die Berlin Debating Union hat in ihrem knappen Halbfinale leider verloren. Repräsentiert war sie durch (in Rednerreihenfolge) Calyxx Peucker (BDU), Matthias Carcasona (Münster/BDU), Rebecca Irvine (Monash/BDU), Kai Dittmann (BDU) und Jamie Batchelor (Birmingham/BDU).

Das besondere für das Transatlantic ist für alle nicht-französischen Teams das Format gewesen: Während man bei BP ja bei seiner Rede unter dem Tisch sitzen kann, kann man beim FDA-Format eigentlich fast ohne Argumente, nur mit eloquenten Witzen und viel “je ne sais quoi” gewinnen. Geredet wird in Fünfer-Teams. Trotz dieser Anforderungen waren am Ende doch die Teams Im Finale, die sich den Witz nicht so stark zu Herzen genommen haben und auch mit Argumenten punkten konnten.

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(Foto: Matthias Carcasona)

Schon vor dem Finale waren viele der Anwesenden sehr gespannt und voll des Lobes für das Format und das Debattieren generell. Cayetano Astigueta aus Argentinien, Kollege einer der Sponsoren, sagte dazu bei dem Champangerempfang vor dem Finale: “I learned a lot hearing young people debating serious subjects without mixing that with politics.”

Im Finale trat Princeton (Reg.)  gegen Cambridge (Opp.) an- Das Thema lautete: “Should Germany let Europe die?”. Die hochbesetzte Jury bestand aus Susanne Wasum-Reiner, Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland in Frankreich, Prof. Ghassan Salame, Rektor der Paris School of International Affairs, Antony Martinez, Partner im Pariser Büro der Rechtsanwaltskanzlei McDermott Will & Emery sowie Pablo Stalman, Investmentberater und CEO bei Guggenheim Partners Suisse. Hier hat das Team aus Cambridge gewonnen, eine auch nach den üblichen Maßstäben des Debattierens sehr nachvollziehbare Entscheidung.

Die deutsche Botschafterin hat sich beim Finale auch sehr positiv zum gesamten Event geäußert: “Ich bewundere die Vorbereitung und Souveränität, sowie insbesondere Engagement und Mut der Studenten, die vorbildlich für andere sind.” Die Organisatoren Ian Sielecki, Gaspar Carvajal, Briony Bennett, Julie Timon, Armand Zorn und John Sabet haben vor die gerade ausgerufene “Tradition” weiterleben zu lassen und auch in den nächsten Jahren dieses großartige Turnier zu organisieren.

Text: Matthias Carcasona/ ak

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