Griechische Folklore und Stadtbummel in Helsinki: Das Turku Open 2013

Datum: 3. November 2013
Redakteur:
Kategorie: International, Turniere

Turku Open 2013

Wir hatten das große Glück, letztes Wochenende am Turku Open 2013 in Finnland teilnehmen zu dürfen. Angetreten waren 36 Teams aus Schweden, Griechenland und Finnland. Wir waren das einzige Team aus Deutschland. Allerdings traten 3 weitere Deutsche an, die in Schweden studieren. Los ging es Freitag mit einer kleinen Verzögerung mit dem Thema:  R1: THW make welfare payments conditional on recipients engaging in fulltime community service. Der Antrag in unserem Raum war etwas unklar gestellt und wir konnten als Opening Opposition auch nur mäßig glänzen, da es so viel zu kritisieren gab.

R2: THW forcibly remove the children of Roma parents who refuse to integrate. Obwohl wir beide recht wenig über die Situation der Roma wussten, erreichten wir als Opening Government den 2. Platz, indem wir beantragten, den betroffenen Familien das 2. Kind direkt nach der Geburt abzunehmen, falls das 1. Kind keine Schuldbildung genossen hatte. Danach sind wir in unser wunderschönes Hotel eingechecked und haben uns nach einem kurzen Spaziergang durch die Stadt direkt hingelegt, um für den nächsten Tag fit zu sein.

Am nächsten Morgen gab es um 8 Uhr Frühstück im Foyer der rechtswissenschaftlichen Fakultät. Doch leider fehlten 2 Teams und wir konnten erst gegen 10 Uhr mit der 3. Runde beginnen. R3: THBT professional football clubs should be forced to field the majority of players from their local community. Zu unserer großen Überraschung gelang es uns, trotz unserer bescheidenen Sport-Kenntnisse in dem Raum als Closing Opposition u.a. durch einen lustigen Vergleich (wenn wir in den Zoo gehen, wollen wir ja auch nicht nur Elche sehen, sondern auch Tiger), zu siegen.

Turku Stadt

Die Stadt Turku (c) http://www.turkuopen2013.com/

Aufrund des Power-Pairing kamen wir in der 4. Runde in einen sehr anspruchsvollen Raum, indem wir auf zwei der späteren Halbfinal-Teams stießen. R4: THBT Syria would be better off if Assad won the civil war. Als Closing Government versuchten wir über den kleinen Mann zu reden, der z.Z. nicht mehr, als das Ende des Krieges wünscht. Außerdem zeigten wir, dass Assad zu Verhandlungen bereit ist und Konflikte auch erfolgreich ohne Gewalt lösbar sind. (e.g. Civil Rights in United States, Gandhi in India).

Runde 5: THW replace parliamentary elections with a lottery system. Erneut traten wir als Eröffnende Regierung an, wobei wir aufzeigten, dass die Funktionsfähigkeit des Parlaments (Regierungsfindung, Fraktionsbildung) ohne Parteien nicht gegeben sei. Bei den letzten beiden Runden gab es kein Feedback. Wie erwartet hatte es nicht für einen Break unsererseits gereicht.

Das Thema des Halbfinals ,,THBT the Spanish Central Government should allow Catalonia a referendum for independence“ war sehr schön anzusehen und für alle Beteiligten gut debattierbar. Der Schwerpunkt lag wohl in der Frage ob Spaniens Wirtschaft ohne Katalonien nicht sofort zusammenbrechen würde und den daraus resultierenden Folgen für die EU.

Das Finale fand in einer kleinen Steinkirche statt. Das Thema: ,,TH supports the falsification of historical textbooks in order to teach moral outcomes.“ sorgte zunächst für Verwirrung unter den Zuschauern. Allerdings machten die Schweden (Lund D)  aufseiten der Regierung klar, dass es sinnvoll sei, wenn Kinder in frühen Jahren bereits begreifen, dass der Staat sie belügt und dadurch der Antrag zu kritischeren Bürgern führen würde. Die Opposition verwies darauf, dass es eine absolute Wahrheit bei der Betrachtung von historischen Ereignissen überhaupt nicht geben könne und folglich die Gefahr bestehe, der Staat könnte die für ihn günstigste Außendarstellung wählen. Die spannende Frage, ob es sinnvoll wäre, den Kindern zu verheimlichen, dass bspw. die NSDAP gewählt wurde, konnte an diesem Abend jedoch nicht abschließend geklärt werden.

Bei einem feuchtfröhlichen Abend in einem kleinen Holzhaus wurde die beste Rednerin und das beste Team, bestehend aus Aaron Tuckey und Daisy Adaeze Onobogu gekürt. Außerdem wandelte sich die Party gegen 2 Uhr in ein griechisches Folklore-Tanz-Event. Da wir viele Griechen schon vom Patras Open kannten, wussten wir uns ebenfalls zu bewegen. Gefeiert wurde bis 4 Uhr. Gegen 8 konnten die Teilnehmer kostenlos an einer Überfahrt nach Stockholm und zurück teilnehmen. Wir zogen es allerdings vor, uns noch ein wenig die Hauptstadt anzuschauen.

Als wir sonntags durch Helsinki wandelten, trafen wir mehrmals auf verschiedene uns nun bekannte Teilnehmer des Turku Opens, die uns mit einem freundlichen ,,Guten Tag“ oder ,,Auf Wiedersehen“ grüßten…  Das Turku Open ist sehr zu empfehlen und soll im nächsten Jahr wieder stattfinden.

Text: Patrizia Hertlein (Vizepräsidentin Debattiergesellschaft Jena) & Jan-Phillip Niediek (Präsident der Debattiergesellschaft Bielefeld)/ ak

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