Regeländerungen der Kommission für die Offene Parlamentarische Debatte

Datum: 13. April 2015
Redakteur:
Kategorie: Jurieren

In einer Rundmail über den Verteiler des Verbands der Debattierclubs an Hochschulen e.V. verkündete die Regelkommission der Offenen Parlamentarischen Debatte (OPD) einige Veränderungen im Regelwerk und veröffentlichte aktualisierte Materialien und ein kommentiertes Turnierregelwerk.

OPD LogoSchon auf den anstehenden Turnieren, den Regionalmeisterschaften, der ZEIT DEBATTE in Tübingen und der Deutschsprachigen Meisterschaft sowie den Turnieren der Freie Debattierliga sollen die Regeländerungen in Kraft treten.

Regeländerungen betreffen die Stellung der Themen und die Aufgaben des Eröffnungsredners. Dem Oppositionsteam wurde eine Reaktionsmöglichkeit im Falle einer groben oder absichtlichen Verfehlung des Themas eingeräumt. Der Umgang mit Expertenwissen und Zitaten wurde detaillierter beschrieben und die Kategorie Überzeugungskraft geringfügig modifiziert.

Die Regelkommission aktualisierte und ergänzte für das Kommentierte Turnierregelwerk den Bereich des Kommentierten Regelwerks, welcher sich mit geeigneten OPD-Themen auseinandersetzt. Schon im Einstiegssatz wird statt der ursprünglichen Formulierung (“praktische Entscheidungsfrage”) das Kriterium der gesellschaftlichen Relevanz betont. Neu ist ein Unterpunkt (2.a) auf Seite sechs, der es Chefjuroren in “wenigen Ausnahmefällen” erlaubt, nichtpraktische Streitfragen zu stellen, die ohne Antrag debattiert werden können. Dazu wurde auch die Beschreibung der Aufgaben des Eröffnungsredners der Regierung unter 4.2 auf Seite neun angepasst. Die Regelkommission ergänzte außerdem auf Seite sieben unter Punkt (8), welcher die Möglichkeit von sogenannten “First-Person-Motions” diskutiert, den Satz “Umgekehrt ist es natürlich bei Themen, die aus der Perspektive einer wichtigen Person untersucht werden sollen (z.B. “Wir sind Edward Snowden. Sollen wir versuchen, heimlich nach Deutschland zu gelangen um dort Asyl beantragen zu können?”)”. Explizit erlaubt sind nach dem kommentierten Turnierregelwerk Infoslides, von Videomaterial wird jedoch abgeraten.

Neben der Anpassung an die Änderung in der Themenstellung enthält die Aufgabenbeschreibung des Eröffnungsredners einen neuen Unterpunkt (3) auf Seite neun, der konkretisiert, was ein Antrag beinhalten sollte: “Hier muss nicht auf Cent, Sekunde oder konkrete Personenzahl genau alles genannt werden, Größenordnungen und für den Erfolg wichtige Faktoren sollten jedoch gut nachvollziehbar erklärt sein.”

Für den Fall, dass eine Regierung das Thema mit ihrem Antrag grob oder absichtlich verfehlt, hat der Eröffnungsredner der Opposition nun eine Möglichkeit der Reaktion (Punkt 4.3, Unterpunkt (2) auf den Seiten 9-10). Als Beispiel für eine grobe Verfehlung wählte die Kommission den Antrag auf das Verbot von Kirchen bei dem durch die Chefjuroren gesetzten Thema „Sollen religiöse Gruppierungen keine Sonderrechte erhalten?“

Die Aufgaben der Fraktionsfreie Redner wurden etwas umformuliert und aus dem Kommentierten Regelwerk in das Kommentierte Turnierregelwerk übernommen.

Der Umgang mit Expertenwissen und Zitaten in der Bewertung wurde für Juroren erweitert. Auf Seite 21 wurde unter Absatz 1.3.d folgender Passus ergänzt: “Wird in der Debatte Expertenwissen ohne ausreichende Erklärung verwendet, so kann dieses nicht als Wissen gewertet werden. Die Argumentation maßgeblich stützende, jedoch unüberprüfbare bzw. uneinsehbare, auch nicht plausibilisierte oder als allgemein plausibel annehmbare Statistiken etc. sind entsprechend als reine Behauptungen negativ in der Bewertung anzurechnen.”

Die Kategorie Überzeugungskraft, erklärt auf Seite 24 des Turnierregelwerks, wurde hinsichtlich eines Punktes überarbeitet. Während im alten Regelwerk das Verhältnis von Qualität des Antrags zur Schwierigkeit des Themas für die Regierungsseite mitbewertet werden konnte, ist dieses Kriterium nun entfernt.

Erste Rückfragen hinsichtlich der Rolle der Fraktionsfreien Redner und der Bewertung der eingeführten Reaktionsmöglichkeit wurden bereits auf Facebook geäußert.

Neben den inhaltlichen Änderungen veröffentlichte die Kommission einen neuen Jurorenbogenein neues Jurorenmerkblatt und einen überarbeiteten Präsidentenbogen.

Statt der bisherigen Formatierung haben die Juroren nun eine DIN-A4-Seite Platz, um ihre Notizen zu den Einzelrednern zu machen. Im Gegensatz zu früheren Versionen trennt nun keine durchgezogene, sondern nur noch eine gestrichelte Linie die Kategorien “Sachverstand” und “Urteilskraft”.

Das Jurorenmerkblatt, welches bisher auf der Rückseite des Deckblatts und der Einzelrednerbewertungsblätter zu finden war, wird nun als separate Datei zur Verfügung gestellt.

Statt einen Präsidentenbogen für den Turniergebrauch und einen für den Clubabend zu benutzen, wird es künftig nur noch eine Version geben. Zusätzlich vermerkt werden kann nun, wie viele Fragen von der Gegenseite und insgesamt angeboten und wie viele während der Rede angenommen wurden.

Noch nicht aktualisiert wurde das allgemeine Kommentierte Regelwerk, das Kurzregelwerk, die OPD-Regelpräsentation und die OPD-Jurierpräsentation. Bei Fragen zu Format, Materialien und den aktuellen Änderungen kann die Kommission unter opd [at] streitkultur [dot] net erreicht werden.

ama/hug

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