Geschichtsturnier: Der Break ins Halbfinale

Datum: 21. Februar 2016
Redakteur:
Kategorie: Turniere

In den gestrigen vier Vorrunden konnten sich folgende acht Teams für das Halbfinale qualifizieren:

  1. Filli Borussiae (Willy Witthaut, Tobias Kube), 11 Punkte
  2. Streitkultur Phalanx (Lennart Lokstein, Konrad Gütschow), 9 Punkte
  3. Rubikonüberschreiter (Nicolas Friebe, David Coenen-Stass), 9 Punkte
  4. Streitkultur Jens (Nikos Bosse, Tina Rudolph), 8 Punkte
  5. Magedburg Helau (Philipp Neumann, Peter Teekart), 8 Punkte
  6. BennApart (Christian Zimpelmann, Lukas Beichler), 8 Punkte
  7. Redereichhörnchen (Julius Steen, Jakobus Jaspersen), 7 Punkte
  8. Hamburgs Barbarische Sibyllen (Barbara Schunicht, Sibylla Jenner), 7 Punkte

Als Juroren breaken Jule Biefeld, Tine Heni, Anne Gaa, Anna Markus, Frederick Aly, Nicolas Garz und Logo Marburg BGDMLeonardo Martinez sowie die  Chefjuroren Lukas Haffert, Dessislava Kirova und Alexander Labinsky.

Die 10 besten Redner im Tab

1. Willy Witthaut, 319 Punkte

2. Tobias Kube, 318 Punkte

3. Nicolas Friebe, 315 Punkte

4. Lennart Lokstein, 313 Punkte

5. Konrad Gütschow, 311 Punkte

6. Nikos Bosse, 310 Punkte

6. Barbara Schunicht, 310 Punkte

8. Jakobus Jaspersen, 309 Punkte

9. Christian Zimpelmann, 308 Punkte

10. Julius Steen, 307 Punkte

Anna Markus und Saskia Höfer berichten weiterhin live vom Turnier unter dem Hashtag #2mrt.

Hier die Themen im Überblick:

VR1: Factsheet: Nach dem Kriegsende in Europa am 8. Mai 1945 läuft der 2. Weltkrieg in Ostasien unverändert weiter. Dabei ist Japan fest entschlossen, unter keinen Umständen zu kapitulieren und führt daher bereits seit 1944 einen verlustreichen Abwehrkampf, um die Alliierten zu zermürben und so einem günstigen Friedensangebot zu bewegen. Diese Strategie fordert u.a. jeden Monat mindestens 100.000 zivile Opfer in Ostasien. Gleichzeitig wird die Öffentlichkeit in den USA zunehmend kriegsmüde, woraufhin der Kongress gegen das Kriegsministerium die Demobilisierung von Teilen der Armee durchsetzt. Um dem Krieg unter diesen Umständen eine entscheidende Wendung zu geben, steht ab dem 16. Juli 1945 nach dem erfolgreichen Trinity-Test eine weitere Option zur Verfügung: Die Atombombe. Die Briten haben bereits vorab ihr generelles Okay für den Einsatz der neuen Waffe gegeben, die Militärführung der USA hält einen Einsatz aber für nicht notwendig. Die Sowjets, die bisher nicht in Ostasien am Krieg beteiligt sind, haben über offizielle Kanäle nur vage Andeutungen über eine potente Bombe bekommen. 
Es ist Juli 1945: Dieses Haus als US-Regierung würde die Atombombe gegen Japan einsetzen.

VR2: Factsheet: Die ersten modernen Menschen ziehen in kleinen Gruppen als Nomaden umher und bleiben nur vorübergehend an einem Ort. Die ersten dauerhaften Siedlungen entstehen vor etwa 17.000 Jahren im Nahen Osten und verbreiten sich in den nächsten 7.000 Jahren über die ganze damals bewohnte Erde. Während umherziehende Nomaden nur das transportieren konnten, was sie selbst tragen können, lassen dauerhafte Siedlungen das Anhäufen von Nahrung und Besitztümern zu, erleichtern die Entwicklung der Landwirtschaft und ermöglichen höhere Geburtenraten. Als Folge des dauerhaften Zusammenlebens an einem Ort entwickeln sich komplexere Gesellschaftsordnungen, die über die Sippe hinausgehen, um den Unterhalt der Siedlung zu organisieren, aber auch vermehrt ansteckende Krankheiten, wie z.B. die Grippe oder die Pest. 
Es ist ca. 10.000 Jahre vor unserer Zeit. Dieses Haus glaubt, dass die Menschheit die Sesshaftigkeit wieder aufgeben sollte.

VR3: Factsheet: Das Osmanische Reich bestand zwischen ca. 1299 und 1922 und war ein Vielvölkerstaat. Die Volkszählung 1906 ergab, dass zwischen 74 und 76 Prozent der Bevölkerung Muslime waren. Nach dem Zusammenbruch des REichs im Ersten Weltkrieg setzt sich eine Nationalregierung unter Generalinspekteur Mustafa Kemal durch. 1923 wird die Republik Türkei in den heutigen Grenzen gegründet. Zu Beginn seiner Herrschaft proklamiert das neue Staatsoberhaupt Mustafa Kemal tiefgreifende Reformen im politischen und gesellschaftlichen System, die die Türkei in einen modernen, säkularen und an Europa orientierten Staat verwandeln sollen. Dazu würden u.a. gehören: Die Abschaffung des Sultanats, des Kalifats, der religiösen Gerichte und Orden und der islamischen Zeitrechnung sowie die Einführung des Gregorianischen Kalenders, des metrischen Systems und der Koedukation. Mustafa Kemal schwebt auch die teilweise Übernahme diverser europäischer Rechtssysteme vor und der Ersatz der arabischen Schrift durch die Lateinische. Einige seiner wichtigsten Mitstreiter drohen Kemal mit politischem Bruch und der Gründung einer Oppositionspartei. Im streng religiösen Ostanatolien ist bitterer Widerstand zu erwarten. 
Es ist 1923. Dieses Haus glaubt, Mustafa Kemal sollte die Türkei konsequent in Richtung Europa orientieren.

VR4: Factsheet: Im 11. Jahrhundert tobt in Europa der Investiturstreit. Im Mittelpunkt steht die Frage, wer das Recht der Investitur, des Einsetzens von Bischöfen und Äbten hat: der Papst oder der Kaiser. Die Inhaber dieser Kirchenämter üben zugleich höchste Funktionen im Staatsapparat des Reiches aus. Papst Gregor VII war 1073 durch Akklamation des römischen Volkes ins Amt gekommen, das heißt unter Missachtung des Papstwahlderektes von 1059, das eine Wahl durch die Kardinäle vorsah. 1076 kündigt der regierende Kaiser des Heiligen Römischen Reichs, Heinrich IV, die Gehorsamkeit der Bischöfe dem Papst gegenüber auf und verlangt vom Papst, den er bewusst mit seinem Taufnamen Hildebrand anredet, die Abdankung. Daraufhin exkommuniziert der Papst Heinrich. Die hohen Geistlichen, Bischöfe und Äbte in Heinrichs Umfeld erkennen dies jedoch nicht an, da sie den Papst als obersten Bischof überwiegend ablehnen. Zugleich löst Gregor alle Treueide, die Heinrichs Untertanen an den König binden, sodass Heinrich als König abgesetzt ist. Den Fürsten in Heinrichs Reichsgebiet komm die Exkommunikation entgegen. Eine Schwächung Heinrichs bedeutet eine weitere Schwächung der Zentralgewalt und nützt ihnen partikularistischen Interessen. Die Fürsten räumen im Oktober 1076 dennoch Heinrich die übliche Frist von einem Jahr ein, um sich um Bannspruch des Papstes zu lösen. Papst Gregor weilt zu diesem Zeitpunkt auf der Burg Canossa in Norditalien. Heinrich hat die Möglichkeit, nach Canossa zu reisen und Buße zu tun, um den Papst zu bewegen die Exkommunikation rückgängig zu machen. 
Es ist 1076. Dieses Haus als König Heinrich IV würde nicht nach Canossa gehen.

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