„Es hat sich genauso angefühlt wie früher“: Der Alumni-Cup 2017

Datum: 27. Februar 2017
Redakteur:
Kategorie: DDG, Turniere

Nicht immer steht bei Turnieren der kompetitive Aspekt im Vordergrund. Philipp Stiel schildert in seinem Beitrag, warum der Alumni-Cup 2017 bei den ein oder anderen Teilnehmern die Sehnsucht an aktive Debattierzeiten geweckt haben könnte.

„Es hat sich genauso angefühlt wie früher“, sagte einer der Teilnehmer des ersten Alumni-Cups der Deutschen Debattiergesellschaft irgendwann am Abend beim Bier, vielleicht ein bisschen erschöpft von den drei – oder bei genügend Erfolg auch vier – Debatten des Tages. Über 55 Teilnehmer wollten auf dem Alumni-Cup in Duisburg mal wieder Turnierluft schnuppern und mussten feststellen: Es riecht noch genauso wie früher. Der Geruch der Schule, die unbequemen Stühle, die Aufregung vor der Debatte: Echtes Turnierfeeling kam wieder auf, als sich 20 Alumni-Teams zum ersten Mal seit zum Teil vielen Jahren wieder ins Debattieren stürzten.

Alumni-Cup-2017-Anmeldung

Eine Idee, die viele Personen ansprach – der Alumni-Cup

Von den 55 Teilnehmerinnen und Teilnehmern waren etwa 35 „echte“ Alumni mit 2 bis 12 Jahren Abstand zur letzten Debatte, ca. 10 „halbe“ Alumni, die sich noch mit einem Bein im studentischen Debattieren befinden und weitere 10 aktive (und damit auch jüngere) Debattanten. Sie sorgen für die Anbindung an das studentische Debattieren von heute, für die korrekte Jurierung und das professionelle Feedback.

Überhaupt war alles erstaunlich professionell: Die Organisatoren Lukas Haffert (Münster, St. Gallen) und Jörn Hahn (Dortmund) hatten das Turnier mit einfachen Mitteln zu geringen Kosten organisiert, aber was man brauchte, war da: Ein Zeitplan, der penibel eingehalten wurde, Kaffee zum Aufwachen, Wasser zur Versorgung und Äpfel und Süßigkeiten gegen den Stress. Tobias Kube (Marburg) und Marion Seiche (Frankfurt) als Chefjury sorgen für interessante Themen und am Abend gab es einen gemütlichen Ausklang im Duisburger Innenhafen.

Auf der sportlichen Seite qualifizierten sich nach drei Vorrunden Patrick Ehmann/Jonathan Scholbach, Isabelle Fischer/Marcus Ewald, Julian Vaterrodt/Farid Schwuchow und Andrea Gau/Willy Witthaut als die vier besten Teams ins Finale, wo es zu dem Thema „DH hält die Ermordung von Tyrannen für gerechtfertigt“ eine intensive Debatte gab. Es musste dem hohen Alter der Teilnehmer geschuldet sein, dass beim Wechsel von der ersten zur zweiten Debattenhälfte gleich mehrere Teilnehmer des Finales das Klo aufsuchen mussten, was zwei andere Finalteilnehmer spontan zu einer stillen Walzereinlage ermutigte.

Willy Witthaut und Andrea Gau - ©Matthias Carcasona

Willy Witthaut und Andrea Gau – ©Matthias Carcasona

Diese kleine Einlage steht auch sinnbildlich für die lockere Atmosphäre des Turniers. Zwischenrufe, kleine Scharmützel, kurze Gespräche bevor man als Pult ging: Man kannte sich, und man nahm vielleicht nicht alles ganz so ernst. „Es herrscht vielleicht etwas mehr Pöbelstimmung als bei Zwanzigjährigen“, sagte dazu Erik Thierolf, der aus Jena angereist war um „mal in einer Debatte zu reden, auf der mir vier Deutsche Meister auf der Gegenseite gegenüber sitzen“. Dieser Wunsch wurde ihm erfüllt – wie diese Begegnung ausging, bleibt allerdings Turniergeheimnis.

Andrea Gau und Willy Witthaut bekamen am Ende auch einen Wunsch erfüllt, als ihnen Lukas Haffert für ihren Turniersieg kleine Weingummi-Fördertürmchen überreichte und eine Menge echte und gefühlte Mainzer nicht lassen konnten, mitten im Ruhrpott an Karneval „Helau Helau“ zu rufen. Sicherlich auch eine Premiere, genauso wie das ganze Turnier. Dass es nicht bei einer Premiere bleiben sollte, darin waren sich die Teilnehmer am Abend bei Wein und Bier dann auch einig. Nur über den Ort gibt es noch ein Tauziehen: Wer hätte solch eine Gelegenheit des Wiedersehens nicht gerne auch vor der Haustüre?

 

ps./jm.

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