OPD-Version 11 veröffentlicht

Datum: 26. Februar 2018
Redakteur:
Kategorie: Jurieren, Themen

OPD-LogoDie Regelkommission der Offenen Parlamentarischen Debatte hat eine neue Version des OPD-Turnierregelwerks herausgegeben. Das neue Regelwerk steht unter www.streitkultur.net/opd-service zum Download zur Verfügung. Nach Angaben der Kommission werden in näherer Zukunft auch die dort angebotenen Turniermaterialien wie der Jurorenbogen oder das Jurorenmerkblatt aktualisiert werden.

Zur Veröffentlichung wurde auch eine Liste der “wichtigsten Änderungen und einige Paragraphen, die mehr Beachtung finden sollen” über den VDCH-Verteiler geschickt:

  • Die geschützte Zeit ist nun zusätzlich auch vor Zwischenrufen geschützt.
  • Während Zwischenreden sind keine Zwischenrufe gestattet.
  • Der Hauptjuror entscheidet über Anträge auf Zwischenreden.
  • Es gibt keinen Abzug mehr für Unterschreitung der Redezeit.
  • „Unterschreitet ein Redner die Redezeit von 6 Minuten (bzw. 3 Minuten bei Fraktionsfreien), so hat der nächste Redner das Recht, erst nach Ablauf der bis zu dieser Marke verbleibenden Zeit zu reden. Der Präsident weist auf dieses Recht hin. Wird es nicht genutzt, verfällt die übrige Zeit und die nächste Rede wird direkt aufgerufen.“
  • „Zwischenfragen sind kurze Statements, oft – aber nicht ausschließlich – in Frageform formuliert, die den Redner implizit oder explizit dazu auffordern, sich mit bestimmten Inhalten der Debatte verstärkt auseinanderzusetzen oder sie weiter zu erklären. Sie müssen in ihrer Form für Publikum und Redner verständlich sein (kurz fassen!).“
  • „Die Eröffnungs-, Ergänzungs- und Schlussredner sollen während ihrer Reden mindestens ein, besser zwei Zwischenfragen beantworten. Auch Fraktionsfreie Redner können davon profitieren, während ihrer Rede Zwischenfragen zu beantworten.
  • Es wird generell erwartet, dass, bei ausreichend angebotenen Fragen der anderen Fraktion und ausreichender Verteilung der angebotenen Fragen auf die Redezeit, mindestens eine Frage der anderen Fraktion pro Fraktionsredner angenommen wird. Dies dient der Sicherstellung ausreichender Interaktionsmöglichkeiten zwischen den Fraktionen.“
  • „Zwischenfragen und Zwischenrufe sind gut, wenn sie die Debatte inhaltlich voranbringen. Dies kann sowohl konstruktiv durch z.B. notwendige Verständnisfragen geschehen als auch destruktiv durch den Hinweis auf Lücken in der gegnerischen Argumentation oder mangelnde Auseinandersetzung der Gegenseite mit wichtigem Material. Für die Bewertung entscheidend ist primär die Qualität der gestellten Fragen. Die Anzahl der angebotenen Fragen ist erst relevant, wenn kaum Fragen eines Teams angenommen wurden.“
  • „Zwischenfragen, die mit einem Zwischenruf (z.B. “Genau dazu!” oder “Verständnisfrage!”) angekündigt werden, dann aber entgegen der Ankündigung etwas anderes thematisieren, sind unsportlich und somit schlechter zu bewerten.“
  • „Strategie bewertet die Wirkung einer Rede in der Retrospektive nach der Debatte. Pro Redner (Eröffnung, Ergänzung, Schluss) können maximal fünfundzwanzig Punkte zugewiesen werden.“
  • „Überzeugungskraft meint die Gesamterscheinung der Fraktion, insbesondere ihre Geschlossenheit als Team und ihr Commitment zur Debatte.
    • Leitfrage zur Bewertung kann sein: ‚Hat das Team als Einheit überzeugt?
    • Teams überzeugen inhaltlich als Team, wenn eine klare Linie erkennbar ist, von Anfang bis Ende konsistent durchgehalten werden kann und am Ende der Debatte auch überzeugen konnte. Material der Gegenseite totzuschweigen und sich gezielt Fragen zu verweigern ist ebensowenig überzeugend wie ständig wechselnde oder widersprüchliche inhaltliche Positionen.
    • Teams überzeugen emotional als Team, indem sie aufmerksam der Debatte folgen, diese geschlossen ernst nehmen und sich eifrig bemühen, das Publikum auch zu überzeugen. Teams, die lethargisch in ihren Stühlen hängen und nur zum Reden ans Pult schlurfen, überzeugen wenig.“

Die fünfköpfige OPD-Regelkommission wird vom Tübinger Debattierclub Streitkultur e.V., der die Rechte am OPD-Format innehat, auf dessen Mitgliederversammlung gewählt und besteht aktuell aus Nikos Bosse, Titian Gohl, Konrad Gütschow, Lennart Lokstein und Julius Steen.

lok.

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3 Kommentare zu “OPD-Version 11 veröffentlicht”

  1. Daniil sagt:

    Guten Morgen! Frage an die OPD-Regelkommission: Wird noch eine Begründung bzw Erläuterung zu den Änderungen veröffentlicht? Das fände ich für das Verständnis sehr hilfreich. Insbesondere wenn es später irgendwann mal um Auslegung gehen sollte.

    1. Lennart Lokstein sagt:

      Hallo Daniil, derlei ist nicht geplant. Die isolierten Änderungen und zum Teil auch nur weiter erklärten oder betonten Paragraphen oben stehen aber im Kontext des kommentierten Turnierregelwerks. Sollten nach dessen Lektüre Unklarheiten bestehen, gibt es immer noch die Möglichkeit, der Regelkommission unter opd [at] streitkultur [dot] net eine Mail mit Fragen zu schicken.

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