Das Familienturnier – ein Kommentar

Datum: 28. Februar 2018
Redakteur:
Kategorie: Mittwochs-Feature, Turniere

Nach der Ankündigung des Mainzer Familienturniers kamen Lara Tarbuk einige Gedanken – über ihr letztliches Unwohlsein mit dem Turnierkonzept berichtet sie im Mittwochs-Feature.

Jungdebattant mit Geschwister beim Familienturier (Sinnbild) - Quelle: pixabay.com

Eröffnende Opposition: Jungdebattant mit Geschwister beim Familienturier (Sinnbild) – Quelle: pixabay.com

Wie vor einigen Tagen angekündigt, richtet der Debattierclub Mainz am 16.06.2018 ein Familienturnier aus. Damit gemeint ist ein Turnier, auf dem man nur mit Familienmitgliedern, genauer mit „Eltern, Geschwister[n], Großeltern, Tante, Onkel, Cousin oder Cousine“, antreten darf. Im Folgenden möchte ich zunächst die angekündigte Zugangsbeschränkung kritisch diskutieren und eine Öffnung der ausgewählten Kriterien vorschlagen. Daran schließen sich dann auch noch ein paar persönliche Eindrücke und Überlegungen zur Idee eines Familienturniers allgemein an, die ich gerne zur Diskussion stellen möchte.

Dass wir uns für das Debattieren begeistern ist eines der Dinge, die wir als Debattierer*innen gemeinsam haben. Auch studieren die meisten von uns oder haben studiert oder befinden sich in einer vergleichbaren Ausbildungsform. Eines der Dinge, die uns in höherem Maße voneinander unterscheidet, sind die Familienverhältnisse, aus denen wir stammen, auf die wir bekanntlich keinen Einfluss hatten, die jedoch unseren Lebensweg in besonderer Weise prägen. Wir haben nicht alle Mütter und Väter, Geschwister oder Großeltern. Wir wachsen in Verhältnissen außerhalb des klassischen Familienkonzeptes auf. Wir erleben Verluste. Vielleicht haben wir zu unseren Familien keinen Kontakt mehr. Oder sie leben in einem anderen Land. Sprechen eine andere Sprache. Oder es gibt andere Schranken – finanzielle, zeitliche, ideelle, um nur einige zu nennen –, die sie daran hindern, mit uns an einem Familienturnier teilzunehmen oder auch uns, sie auf ein solches einzuladen. Und so verschieden die familiären Verhältnisse auch sind, so ist ihnen gemeinsam, dass sie für viele Menschen ein emotionales und persönliches Thema darstellen.

Schließende Regierung: Verwandte Vollzeitdebattanten (Sinnbild) - Quelle: pixabay.com

Schließende Regierung: Verwandte Vollzeitdebattanten (Sinnbild) – Quelle: pixabay.com

Vor diesem Hintergrund erscheint mir eine Einschränkung auf Familienmitglieder problematisch. Sie ist ausschließend, weil nicht alle ‚geeignete‘ (die Härte des Wortes ist hier intendiert) Familienmitglieder haben, die sie zu einem solchen Turnier mitbringen können. Darüber hinaus verkennt die Einschränkung, dass so etwas wie familiäre Nähe auch in anderen zwischenmenschlichen Beziehungen möglich ist. So kann der Unterschied zwischen der besten Freundin und der Cousine am Ende nur darin bestehen, dass man mit letzterer in einer Blutsverwandtschaft steht. Der Partner oder die Partnerin wird manchmal viel mehr zur eigenen Familie als die Menschen, mit denen man aufgewachsen ist. Familienverhältnisse haben viele Ausprägungen und passen deshalb häufig nur schwer in Anmeldungsformulare mit Kästchen. Und weil sie uns häufig sehr nahegehen, wollen wir den Ausrichter*innen eines solchen Turniers, Freund*innen und Bekannten vielleicht nicht erklären müssen, dass unsere Eltern nicht ausreichend Deutsch sprechen oder für uns der Freund oder die Freundin doch zur Familie zählt, obwohl die Ausschreibung behauptet: „Freunde zählen, so gerne wir sie haben, leider nicht zur Familie.“

Dass manche an dem Familienturnier in dieser Form nicht teilnehmen können, bedeutet natürlich nicht, dass es ein solches Turnier nicht geben darf oder sollte. Insbesondere wenn das Turnier nicht Teil einer Liga ist, kann es legitime Gründe geben, gleiche Teilnahmechancen zugunsten eines anderen Wertes einzuschränken. So bewerben die AusrichterInnen ihr Turnier mit der Idee, Familienmitglieder, die vielleicht schon viel über das Debattieren gehört haben, dieses hautnah erleben zu lassen. Und wenn ich so daran denke, wie häufig ich selbst meinen Freunden vom Debattieren vorschwärme, kann ich diese Idee auch sehr gut nachvollziehen. Ich sehe darin jedoch noch keine Notwendigkeit, das Turnier auf Familienmitglieder zu beschränken, da man es in sehr ähnlicher Form realisieren kann, ohne gesetzliche Familiendefinitionen zu bemühen. Ein ‚+1‘ auf der Gästeliste, bei dem wir einfach (nicht-debattierende) Personen mitbringen können, die uns nahestehen, lässt uns mehr Freiheit und Selbstbestimmung als Anmeldungsformulare mit Kästchen. Und ein prägnanter Name für ein solches Turnier findet sich bestimmt.

Doch auch abseits der einschränkenden Familiendefinition löst die Idee eines Familienturniers ein gewisses Unbehagen in mir aus. Ich bin mir bewusst, dass dieses Unbehagen Resultat meiner eigenen natürlich eingeschränkten Perspektive sein kann, möchte die folgenden Überlegungen daher ohne Anspruch auf allgemeine Gültigkeit vorbringen und zur Diskussion stellen.

Lara Tarbuk - © SSE Riga Debating Society

Lara Tarbuk – © SSE Riga Debating Society

Debattieren ist – wenn es auch nur in Form einer einzelnen Debatte stattfindet – schon kompetitiv, da es dabei immer Sieger und Verlierer gibt. Auf einem Turnier wird dies durch den Umstand verstärkt, dass es einen Break und ein Finale gibt, in dem die besten Teams gegeneinander antreten. Dieses Wettbewerbsmoment bleibt einem Turnier auch dann noch inhärent, wenn den Teilnehmer*innen der Gewinn oder Einzug ins Finale nicht an erster Stelle steht. Der Erfolg im Debattieren hängt von einer Reihe von Faktoren ab, darunter, um nur einige zu nennen, die eigene Erfahrung, die Fähigkeit zum analytischen Denken sowie der Grad der Allgemeinbildung. Ich glaube, es liegt auf der Hand, dass viele dieser Faktoren, etwa die Allgemeinbildung, unter anderem durch ein universitäres Studium oder regelmäßige Zeitungslektüre gefördert werden. Vor diesem Hintergrund fühlt es sich für mich falsch an, wenn Debattierer*innen – um es zugespitzt zu formulieren – mit ihren Familien gegenseitig konkurrieren. Natürlich bedeutet es nicht automatisch, dass die Wahrscheinlichkeit einer Finalteilnahme direkt proportional zum Bildungsgrad der Familienmitglieder ist, jedoch scheint mir diese Annahme auch nicht vollständig aus der Luft gegriffen. Ich möchte an dieser Stelle jedoch nicht darüber mutmaßen, welche Familien am ehesten erfolgreich auf so einem Turnier sind, sondern nur herausstellen, dass ein solches Turnier einen sehr merkwürdigen Wettkampf etablieren kann. Dass ein Wettkampf um das debattiergeeignetste Familienmitglied weder den Motiven der Teilnehmer*innen noch denen der Ausrichter*innen entspricht, ist mir natürlich bewusst.

Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob er bei einem solchen Turnier nicht trotzdem ungewollt mitschwingt. Und ob sich nicht doch der eine oder die andere Debattierer*in fragt, ob es eine gute Idee ist, sich mit dem eigenen Vater oder der eigenen Mutter so einem Wettbewerb auszusetzen. Für mich persönlich – keine schöne Vorstellung.

Lara Tarbuk/lok.

Mittwochs-Feature

Lara Tarbuk debattierte seit 2014 beim Debattierclub Freiburg und ist seit 2017 bei der Berlin Debating Union aktiv. Derzeit studiert sie Neuere Deutsche Literatur an der Freien Universität Berlin und engagiert sich als Sportliche Leitung der Berlin Debating Union. Als Rednerin gewann sie mehrere Turniere, darunter die ZEIT DEBATTE Paderborn 2017, die Nordostdeutsche Meisterschaft 2017 sowie den Schwarzwaldcup 2017. Als Chefjurorin hatte ihr sie Debüt beim Münchhausencup in Berlin.

Das Mittwochs-Feature: Jeden Mittwoch ab 10.00 Uhr stellt das Mittwochs-Feature eine Idee, Debatte, Buch oder Person in den Mittelpunkt. Wenn du selbst eine Debatte anstoßen möchtest, melde dich mit deinem Themen-Vorschlag per Mail an team [at] achteminute [dot] de.

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61 Kommentare zu “Das Familienturnier – ein Kommentar”

  1. Willy (Mainz) sagt:

    Hey Lara,
    nicht falsch verstehen, ich finde viele Dinge, die du sagst richtig. Dennoch wäre meine Antwort: Wenn’s dir nicht gefällt, geh halt nicht hin. Mir geht es so bei Spaßturnieren (und das als Mainzer!), anderen bei Geschichtsturnieren oder Religionsturnieren und einige finden Frauenturniere doof oder solche, die kein Fleisch auf Turnieren anbieten.

    Eine aktive Szene lebt von der Lebendigkeit der Clubs. Dass sie Ideen haben, diese ausprobieren und schlicht und ergreifend AKTIV sind. Wenn sie damit das Debattieren nicht in ihrer Systematik kaputt machen (das passiert dadurch glaube ich nicht durch ein Turnier, das nicht einmal offiziell Teil der DDL ist oder groß gefördert wird vom Verband), lasst sie machen. Die größte Gefahr, die wir das Debattieren hat, ist das Clubs einschlafen. Es lebt – solange nicht professionell ausgeführt – von dem Engagement von ehrenamtlichen Menschen. Dieses Engagement sollten wir nicht zu klein reden, denn ich bin mir sicher, dass die ersten, die diesem Projekt nahe stehen, geschluckt haben und enttäuscht sind nachdem sie den Artikel gelesen haben. Ich habe keine Ahnung von dem Projekt, ich weiß nicht mal ob es offiziell ein DCJG-Projekt ist (daher mache ich gerade keine Lobbyarbeit). Aber irgendwie haben wir die Angewohnheit – und das geht nicht nur an dich, sondern auch an viele andere – Engagement und Enthusiasmus im Keim zu ersticken. Freuen wir uns doch lieber, das Menschen versuchen engagiert zu sein.

  2. Ruben sagt:

    Ich finde, dass die Turnierlandschaft gerade von einer Vielfalt und Lebendigkeit lebt (die ich manchmal etwas vermisse) und finde deswegen das Familienturnier eine sehr tolle Idee!
    Jetzt ist deine Analyse sicherlich zutreffend und ich glaube auch, dass die Zahl der Debattierer, die ihre Verwandten nicht mitbringen können oder wollen nicht klein ist. Bei vielen haben die Verwandten vielleicht auch einfach keine Lust. Trotzdem glaube ich, dass eine Öffnung für Freunde nicht funktioniert und das Format kaputt machen würde: Vermutlich würden die meisten eher ihre besten Freunde, als Familienmitglieder fragen. Der Sinn des Turniers ist aber gerade, dass sich unterschiedliche Altersklassen mischen, man ggf. weiter weglebende Verwandte wiedersieht und sich eine ganz andere Atmosphäre einstellt. Das wird mit besten Freunden meines Erachtens nicht gelingen, ich würde mich jedenfalls sehr unwohl fühlen, wenn ich als einziger meinen Vater mitnehme, während alle anderen mit ihren Freunden scherzen.
    In diesem Sinne vielen Dank an alle, die neue Ideen in die Turnierlandschaft einbringen und z.B. das Familienturnier organisieren!

    PS: Für alle, die gerne mal mit ihren debattierfernen Freunden auf ein Turnier möchten, wäre doch die Organisation eines „beste Freunde-Turniers“ auch eine Gute Idee! 😉

    1. Matthias (Münster) sagt:

      In meinem Kopf schwirrt auch noch das “DebaBIERtunier”, eine noch nicht genau definierte Kombination aus Debatte und Trinkspiel (sowas wie getrunkene Alkoholmenge in Vorbereitungszeit beinflusst die Redezeit die einem zur Verfügung steht, alternative Ideen gerne an mich).

      Vielleicht lässt sich das ja mit dem “beste Freunde Tunier” kombinieren

  3. Lennart Lokstein sagt:

    Meine pessimistische Einschätzung ist ja, dass das Turnier Probleme haben wird, über einen Raum hinauszukommen. Am Ende sind dann die Geschwister Effenberger und Modra am Start. Wenn es aber mit 3 Räumen und vielen Externen klappen würde, wäre es eine coole Aktion.

    1. René G (Rederei Heidelberg) sagt:

      kann mir vorstellen die Geschwister Haffert brauchen auch dringend einen safe space um sich das mal zu trauen.

    2. Lennart Lokstein sagt:

      Guter Punkt, René, sehr guter Punkt!

  4. Sabrina (Rederei) sagt:

    Ich möchte zu Beginn eine Sache klarer machen, um den DCJG vor möglichen Diskussionen zu schützen. Der Mainzer Club hat sich nur bereit erklärt, uns beispielsweise mit Verbindungen zu Uniräumen zu unterstützen. Wir sind eigentlich ein Zusammenschluss aus vier Leuten, die die Idee spannend finden und sie daher umsetzen wollen. Gleichzeitig kommen wir aus vier verschiedenen Clubs: Evren (Mainz), Johanna (Münster), Johannes (Hamburg) und Sabrina (Rederei).
    Ich schreibe hier aber nur als ich persönlich; nicht zwingend für uns alle vier. Tatsächlich bin ich von dem Artikel etwas überrascht. Bisher sind solche Bedenken zumindest mir gegenüber noch nicht geäußert worden. Ich möchte aber gerne die bisherigen Kommentare unterstützen. Wir haben dieses Turnier sehr bewusst weder in die DDL eingegliedert (das wäre auch nicht möglich gewesen) noch setzen wir Anreize, die Leute das Gefühl geben würden, mitmachen zu müssen. Das wäre tatsächlich nicht in Ordnung gegenüber allen, die mit ihrer Familie aus verschiedenen Gründen nicht antreten können. Wir möchten aber all jenen die Chance geben, die daran Spaß haben.
    Und an dieser Stelle stimme ich Ruben zu. Würden wir ein Turnier veranstalten, an dem auch Freunde teilnehmen können, würde ich meinen Vater sicher nicht überreden können. Es wäre einfach nicht spezifisch genug, um sie zu überzeugen, dass genau sie mitkommen müssen. Und er würde sich doch sehr seltsam fühlen, wenn alle anderen mit ihren besten Freunden dort ankommen.
    Du hast mit Sicherheit Recht, dass wir nicht jedem eine Teilnahme ermöglichen. Es ist aber nur ein Angebot, mehr nicht. Und um den Gedanken eines Familienturniers zu erhalten, müssen wir diese Einschränkung hinnehmen.

    Ich hoffe trotzdem, dass wir ganz viele neue Leute vor Ort kennen lernen und völlig neue Sichtweisen auf das Debattieren finden werden!

  5. Nicolas (MZ) sagt:

    Ich persönlich finde es sehr gut und freue mich in letzter Zeit zunehmend darüber, dass die Achteminute endlich als das genutzt wird, was sie sein kann: Ein Medium zur Verbreitung dessen, was das Debattieren ausmacht. In der Essenz handelt es sich auch bei diesem Artikel, wie bei einer Vielzahl weitere Artikel um eine hervorragende Verdeutlichung der Mechanismen, die im sozialen Mikrokosmos der deutschen Debattierlandschaft heute greifen – gleichsam illustriert er auch den Vorgang des Debattierens selbst, wie er sich jedenfalls in einigen Clubs heute darstellen mag.

    Gleich welches Thema man sich besieht, gleich welche Idee jemand vorbringt, gleich welchen Satz ein anderer spricht, gleich welche interessante Idee Einzelne proaktiv vorantreiben wollen: stets wird in mühseliger Detailarbeit das – doch so oft im verborgenen Lauernde – diskriminierende, anstößige, segregatistische, ja gar niedere Element herausgearbeitet und zur Diskussion gestellt. Auf dass sich niemand mehr mit irgendeinem Vorschlag hervortun möge, der – Götter, Göttinen und weitere Wesenheiten oder Nichtwesenheiten, respektive die schiere wissenschaftlich fundierte Grundlage allen Seins, so es sie denn geben sollte und diese Realität wahrlich die wahrhafte Realität (oder überhaupt irgendeine Realität) sein mag, bewahre (!) – irgendjemanden potentiell in welcher subjektiv empfundenen, noch so fernliegenden, gegebenenfalls im Rahmen des allgemeinen Lebensrisikos auch (vielleicht ja aber auch nicht, wer weiß) zu ertragenden, Weise verletzen oder in eine (in auch nur irgendeinem beliebigen Aspekte [sic!]) disparitätische Situation mit was – oder wem – auch immer manövrieren KÖNNTE.

    Früher hätte das Panel unisono (in allen mir bekannten Formaten, übrigens) “Impact” gerufen oder eben “Relevanz” oder “Nebenkriegsschauplatz” (Oh ja, ihr Jungen und unschuldigen, damals gab es noch diese Art martialischen Militärjargons im Debattieren, sogar beim Feedback, wo die jungen Rehe ohnehin ihr Innerstes entblößt auf die Worte der Jury waren wie die Massentierhaltungslämmer auf den blutverschmierten Kerl mit der Bolzenschusspistole). Heute dagegen gewinnt man mit sowas auf den EUDC tatsächlich eine Debatte. Schon etwas schade, das Ganze. So Alles in Allem.

  6. Simon V. (Wuppertal) sagt:

    Anscheinend hat die Autorin die Vorstellung, dass sich ansonsten Turnierteams wie per Zufall und von Gottes Hand gewählt bilden. Und dass in dieser Welt alle Chancen gleich verteilt sind.

    Warum analysiert sie nicht mal grundlegende Benachteiligungen und Diskriminierungen, anstatt für genau ein Turnier Zeit, Mühe und Aufmerksamkeit zu bemühen.

    Aber wenigstens muss ein kleines neues Turnierkonzept nicht mit der unnötigen Prise daherkommen. Während der Club der betreffenden Autorin die Tradition eines “Einladungsturniers” hat und sie sich damit anscheinend ziemlich wohl fühlt.

    1. Allison (MZ) sagt:

      Hahaha, stimmt! Das Einladungsturnier! Da hatte ich gar nicht mehr dran gedacht 😀

    2. Lara (Berlin) sagt:

      Lieber Simon,

      sieh doch bitte davon ab, darüber zu mutmaßen womit ich mich ziemlich wohl fühle und mich für die Aktionen der Berlin Debating Union in Sippenhaft zu nehmen. Ich habe mit der Organisation des Einladungsturniers (letztes Jahr gab es übrigens auch keins) nichts zu tun.

    3. Simon V. (Wuppertal) sagt:

      Oh, diese Unterstellung tut mir leid. Wo ist denn dein Pamphlet/Artikel, der deine Ablehnung gegen das Einladungsturnier zum Ausdruck bringt?
      Ich sehe hier nur diesen Artikel gegen ein einmaliges Turnier.
      So sehr Reflexionen über den Begriff Familie schätze (ich dürfte wahrscheinlich nicht mal mit der Hälfte dessen, was ich Familie bezeichne antreten), aber für so eine (wenn ich dich wohlwollend interpretiere) Mikrokritik den Finger der Kritik zu erheben ist für meine Begriffe echt borniert, zumal man echte Geschütze (“geeignet” als intendierte Härte )auffährt.
      Es macht mich traurig, jeden Schritt einer Integration von debattierunkundigen Personen mit solch gewollter Arroganz zu begleiten.

      Das tut mir leid, wenn meine Sätze zu verletzend waren. Ich wollte dir nichts falsches unterstellen, fand aber den Umstand, dass so viel Diskriminierung ungesagt, unkommentiert, unabgeschnitten vor sich geht und dann wertvolle Aufmerksamkeit für ein absolutes Nischenthema draufgeht, den Gipfel der Arroganz (die ich als strukturelles Phänomen wahrnehme).

    4. Kathrin Niederschuh sagt:

      Es wird wenig überraschen, dass Lara bei jeder sich bietenden Gelegenheit vehemente Kritik am Konzept des Einladungsturniers übt. Die Behauptung, Lara „analysier[e] nicht mal grundlegende Benachteiligungen und Diskriminierungen“ ist völlig haltlos; ebenso haltlos ist es, die Berlin Debating Union auf die Tradition des Einladungsturniers zu reduzieren.

      Dann ist das auch der Verein, dessen Vorstand sich im Geschäftsjahr 2017/18 aus vier weiblichen und einem männlichen Vorstandsmitglied zusammensetzt, in dem Lara als eine Hälfte der Sportlichen Leitung für die Einstiegsphase, wöchentliche Workshops, die Startplatzvergabe und die Vorbereitung auf wichtige Turniere verantwortlich ist.

      Der Verein, bei dem in der wöchentlichen Clubdebatte nicht Teams, die eine ähnliche Leistung zeigen und gleich viel Erfahrung haben, aufeinandertreffen, sondern der auch in der Vorbereitung auf die wichtigsten Turniere auf pro-am setzt – eine Politik, die Lara eingebracht und durchgesetzt hat.

      Der Verein, der alljährlich das Berlin PUNK als Pro-Am-Turnier mit einem Teilnehmerbeitrag in Höhe von 8 Euro beim Berlin PUNK 2017 und ein Anfängerturnier mit ebenfalls niedrigem Teilnehmerbetrag ausrichtet. Der Verein, dem für die Förderung im Geschäftsjahr 2017/18 insgesamt 1.500 Euro zur Verfügung steht, in dem jedes Mitglied innerhalb einer Saison Förderung in Höhe von 120 Euro in Anspruch nehmen kann.

      Der Verein, für den Lara mit einer Debattiererin, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, das Berlin PUNK 2017 und Nichtmuttersprachlerinnen den Hohenheimer Schlosscup 2017 gewannen.

      Die Behauptung, Lara „analysier[e] nicht mal grundlegende Benachteiligungen und Diskriminierungen, anstatt für genau ein Turnier Zeit, Mühe und Aufmerksamkeit zu bemühen“ entbehrt also jeder Grundlage und missachtet alle Arbeit, die Lara im Verein und der Debattierszene geleistet hat.

    5. Christian (MZ) sagt:

      Es ist auf jeden Fall toll, dass Lara sich für ihren Verein so engagiert. Ich bin sicher, dass ihr Verein davon massiv profitiert (mittelbar dadurch auch die gesamte Szene). Und ich halte den Vorwurf an sie, dass sie nicht über die Szene und evtl. Probleme nicht nachdenkt ebenfalls für falsch.

      Im übrigen verstehe ich bei manchen Ausführungen den Zusammenhang zur Diskussion nicht. Schön, dass die BDU so viel Geld hat, das sie auch an ihre Mitglieder ausschütten kann. Andere Clubs machen das auch. Und jetzt? Die allermeisten Clubs können das allerdings nicht und viele sind froh, wenn sie überhaupt eine Debatte voll kriegen. Sind diese Clubs jetzt irgendwie weniger wert als die BDU bzw ist das Engagement der dortigen Vorstandsmenschen weniger wert? Oder sind deren Diskussionsbeiträge hier auf der 8M weniger wert? Wirklich, ich verstehe nicht, worauf diese Ausführungen abzielen und frage deshalb ganz ehrlich und naiv nach. Gleiches gilt für den Hinweis auf die Geschlechter Erteilung im Vorstand der BDU. Worauf zielt dieser Hinweis ab? Sind Clubs mit einer anderen Verteilung weniger Wert oder machen sie etwas falsch oder ist ds Engagement männlicher Vorstände weniger wert…oder…oder was? Ich verstehe es wirklich nicht, daher frage ich nach (in Mainz haben wir diese Jahr auch mehr Frauen im Vorstand und letztes Jahr war das auch so. Und jetzt, was folgt jetzt daraus?).

    6. Allison (MZ) sagt:

      Das mit der Selbstbeweihräucherung habt ihr jedenfalls gut drauf. Alena, willst du nicht auch mal toll erzählen, was Mainz alles für seine Mitglieder macht und welche (anderen) tollen Turniere wir ausrichten? (Scherz, mach das nicht!)

      Aber zugegeben, Simons Kritik ist ziemlich haltlos – auch in Ansehung des Artikels. Ich stimme mit diesem schlicht inhaltlich überhaupt nicht überein und finde, dass hier ein Projekt, dass primär Spaß machen soll, viel zu massiv angegangen wird. Zumal es sich völlig losgelöst von jeglichem VDCH oder DDL System bewegt. Es ist daher legitim zu sagen: Wenn euch das Konzept nicht gefällt, richtet doch ein eigenes Turnier mit anderen Kriterien aus…?

    7. Nicolas (MZ) sagt:

      Danke Ally. Herrlich.

    8. Johannes M. sagt:

      @Christian: Ich denke, man kann den letzten Satz von Simon durchaus als Zweifel am Inklusivitätsgedanken der BDU (bezogen auf den Verein) auffassen. Möglich, dass die Punkte darauf abzielen.

    9. René G (Rederei Heidelberg) sagt:

      1500€ Förderung und 120€ Förderung/Mitglied…
      … das bedeutet, die BDU hat 12,5 Mitglieder?!
      das erinnert mich stark an die Textaufgaben in meinem Mathebuch damals.

  7. Leonardo (HH) sagt:

    (Achtung: Höchst subjektive Meinung und so)
    Zwischen mir und dem Großteil meiner Familie liegt ein Ozean, was von vornherein meine möglichen Teampartner stark beschränkt. Selbst wenn das kein Problem wäre, hätte mein Team einen erheblichen Nachteil, weil es aus Fremdsprachlern bestünde.
    Trotzdem sehe ich hier Potenzial für ein einzigartiges Turnier, auf dem die Stimmung (positiv) anders ist und man die Möglichkeit hat, Familie und Hobby zu verbinden. Diese Erfahrung gönne ich allen interessierten Teilnehmern und es macht mich nicht im Geringsten traurig, dass ich wahrscheinlich nicht als Redner starten können werde. Ich glaube, dass ausgerechnet in der Beschränkung auf Familienmitglieder die Stärke des Turniers liegt, um Nichtdebattierer von der Teilnahme zu überzeugen. Dass der „kompetitive“ Charakter nicht über den eines Sonntags-Fußballspiels hinausgeht, werden die Teilnehmer schon verstehen.
    Wer also nicht teilnehmen wollte, um meine Gefühle zu schonen* darf von mir aus mit reinem Gewissen starten. Für mich gibt es ausreichend „normale“ Turniere.

    * Ein total realistisches Szenario, da bin ich mir sicher

  8. Elena Müller sagt:

    Hier geht es vor allem darum, dass wir uns fragen müssen, wer wir als Debattierszene sein wollen.
    Wenn es uns wichtig ist, dass Personen mit vielfältigen Lebensentwürfen und -situationen respektiert werden und wir niemanden ausgrenzen, dann ist der Maßstab (Existenz und Bereitschaft zur Teilnahme der leiblichen Familie) nicht akzeptabel.
    Es ist also wichtig, dass alle Debattierer*innen die Möglichkeit haben, ihren Bezugspersonen das Debattieren vorzustellen.
    Nur dann sind auch die Personen willkommen, die es bei dem jetztigen Maßstab nicht sind. Ich glaube, dass wir nur mit einem Erneuerten eine wirklich offene und vielfaltsfördernde Szene sind.

    1. Allison (MZ) sagt:

      Äh, nein, das Turnier stellt hier nicht die Systemfrage. Es ist schlicht ein kleines Projekt, auf das ein paar Leute Lust haben, außerhalb jeglicher vorhandener Struktur. Man könnte auch einfach Leute direkt ansprechen und es ein Freundschaftsturnier nennen, schon hätte keiner mehr was dagegen. Weil aber TN aus ganz Deutschland eingeladen wurden, ist es irgendwie problematisch. Das ist wirklich nicht in Ordnung. Für euren Equitykram gibt es die VDCH und DDL Turniere. Was spricht dagegen außerhalb dieses Rahmens andere Ideen auszuprobieren? Wenn du dich damit besser fühlst, dann sieh es eben nicht als Teil “deiner” Szene, aber lass bitte anderen ihre Freude. Wie gesagt, wenn du gerne andere Kriterien möchtest, richte doch so ein Turnier aus!

    2. Christian (MZ) sagt:

      Also wenn man das ernst nimmt, dass alle Lebensentwürfe und Lebenssituationen respektiert werden, sollte man einmal darüber nachdenken, auf englischsprachige Turniere zu verzichten. Diese schließen nämlich auch ziemlich viele Leute aus:

      Viele Leute sagen ja gerne, dass doch jeder Englisch kann oder heutzutage auch ins Ausland gehen kann oder dort schon war und englischsprechende Freunde hat. Aber das trifft eben nicht auf jeden zu. Manche kommen vielleicht aus einem nicht so akademischen Umfeld, wurden zu Hause nicht entsprechend gefördert oder “weltoffen” erzogen und haben Englisch in der Oberstufe abgewählt (da kenne ich sogar einige) und können sich keinen Auslandsaufenthalt leisten. Klar, die können auch ein paar Brocken Englisch, aber englischsprachige Turniere sind natürlich immer auch kompetitiv und wenn ich weiß, dass mein Englisch nicht gut ist, weiß ich, dass ich da keine Chance habe. Noch viel schwerwiegender ist aber, dass solche Leute sogar Angst haben werden, dass man sich über sie lustig macht. Eben weil die allgemeine Einstellung ist, dass doch jeder Englisch kann. Wenn ich das dann nicht kann, ist das für mich unangenehm peinlich und ich werde an solchen Turnieren nicht teilnehmen. Die Einstellung, dass doch jeder Englisch kann, ist aus meiner Sicht durchaus Ausdruck akademischer Arroganz und benachteiligt Leute, deren Englisch eben nicht so gut ist.

      Ich muss gestehen, dass ich noch nie daran gedacht habe, ein Verbot englischsprachiger Turiere zu fordern. Ich persönlich bin z.B. auf solche Turniere einfach nicht hin gefahren (wie viele andere Leute auch). Gibt ja auch genügend deutschsprachige Turniere. Wenn man aber diesen Anspruch ernst meint, dass man verschiedene Lebenssituationen und Lebensentwürfe akzeptieren will, sollte man darüber nachdenken auf die Ausrichtung englischsprachiger Turniere verzichten.

  9. Lara (Berlin) sagt:

    Vielen Dank für eure Kommentare, Einwände und Perspektiven!

    Mehrfach vorgebracht wurde die Frage nach der Relevanz meines Einwandes bzw. die Klarstellung, dass man ja nicht auf dieses Turnier fahren muss, wenn es einem nicht gefällt. Stimmt natürlich. Ich habe jedoch den Eindruck, dass bei diesem speziellen Turnier – auch etwa im Verlgleich zu einem Geschichtsturnier oder einem Spaßturnier – insbesondere in der Form wie es vorgeschlagen wurde, speziellere und andere Ausschlussmechanismen greifen und finde dies schade. Das ist etwas, das ich über ein solches Turnier als Teil der Turnierlandschaft sage, und es ist unabhängig von meiner Teilnahme. Da es jedoch sowohl die Turnierlandschaft als auch das Bild vom Debattieren mitprägt, finde ich persönlich es wichtig, dies auch anzusprechen (und ja, natürlich kann es sein, dass ich den Einfluss, den so ein Turnier letzlich hat, überschätze).

    Was ich definitiv nicht möchte, ist das Engagement der Beteiligten in Abrede zu stellen. Deshalb war es mir wichtig, konstruktive Kritik zu äußern und mit der Öffnung der Zulassungskriterien einen Vorschlag zu machen, der das von mir Kritisierte m.E. abmildert. Etwa im Hinblick auf die Altersdifferenz, die es erschweren würde z.B. Eltern mitzubringen, erscheint mir hier wichtig darauf hinzuweisen, dass das auch mit vielen Geschwistern, Cousin und Cousinen der Fall wäre. Und auch hier verschwimmt für mich wieder die in eurer Ansicht für das Funktionieren des Konzeptes relevante Grenze zwischen Schwester und Freundin.

    1. Lukas Hambüchen (Münster) sagt:

      Desto irrelevanter der Einzelfall, desto weniger Teilhaberechte werden zugestanden. Es treffen sich einmal im Jahr in Deutschland alle Rothaarigen. Ich bin (trotz rotem Bart) bisher nicht eingeladen worden. Streng genommen ist das Selektionskriterium rassistisch. Trotzdem ist es nicht schlimm, weil es für mein Leben keine Bedeutung hat. Genauso wie dieses eine Spaßtunier.

  10. Konrad Tübingen sagt:

    Um ehrlich zu sein, als ich die Ankündigungsmail zu dem Turnier gelesen habe, bin ich davon ausgegangen, dass es kein Problem sein sollte, jemanden als Teampartner anzumelden mit dem man nicht verwandt ist. Ich dachte das nicht aus Equitygründen oder weil es Familyism (oder was auch immer das passende Wort ist) wäre, sondern da es meiner Meinung nach den Sinn des Turniers trifft. Wenn es darum geht Personen die einem selbst Nahe, dem Debattieren aber fern stehen diesen Teil unseres Lebens zu zeigen, ist es relativ egal ob diese Person jetzt zufällig verwandt ist oder nicht. Falls irgendjemand beschließt einen Debattierkumpel zum Bruder im Geiste zu erklären, so what? Dann gewinnen sie das Turnier vielleicht, aber der kompetetive Gedanke sollte sowieso im Hintergrund stehen. Man könnte auch auf ein Ranking der Debatten verzichten. Dann muss niemand seinen Eltern erklären, dass man so viel Zeit in eine Sache steckt und immer noch nicht sonderlich gut darin ist.

    Ein spannender Einwand ist das Problem der einzelnen Eltern in einer Horde Studenten. Meine Eltern würde ich so oder so nicht motiviert kriegen. Bei Leuten bei denen es möglich ist, würde ich vermuten, dass es nicht so wichtig ist wie alt die anderen sind, so lange genug andere Fachfremde da sind.
    Wenn nicht 90% der Debattanten ihre Sprechgeschwindigkeit massiv reduzieren, haben besonders ältere Leute aber eh keinen Spaß 😀
    Da jüngere Leute meiner Erfahrung nach eher bereit sind eine neue anspruchsvolle Tätigkeit zu probieren als ältere, vermute ich, dass ein Großteil der Teilnehmer eher Geschwister und Cousins/Cousinen sind als Eltern oder Großeltern.
    In dem Fall ist die Altersgruppe aber ähnlich zu Freunden.
    Daher würde ich auch für eine Öffnung der Kriterien plädieren, mit der Bitte an potentielle Teilnehmer, die Idee des Turniers im Kopf zu behalten und keine Doppeldebattiererteams zu bauen.

  11. Christian (MD) sagt:

    Werte Lars,

    du verkennst dabei, dass es für beste Freunde bereits schon Möglichkeiten gibt, dass Hobby des debattierenden Freundes auszuprobieren: Nämlich indem man diesen auf die Übungsdebatte im Club oder auf Turnier begleitet. So manche Debattierkarriere nahm so seinen Anfang.
    Ich habe auf einigen Turnieren erlebt, dass ein Teilnehmer den Club-Slot dazu benutzt hat mit einen Kumpel auf das Turnier zu fahren und Spaß zu haben.
    Der Großteil der Freundschaften von studentischen Debattierern besteht zumeist aus Leuten der selben Alterskohorte und mit einem ähnlichen biographischen Werdegang, dadurch fallen hier keine große Schranken an.
    Dass Besondere an dem Familienturnier ist nun, dass explizit das Teilnehmerfeld auch für Leute jenseits des gängigen Milieus der Menschen in höhere Ausbildungsphase und Berufsanfangsphase geöffnet wird, nämlich für Schüler, Arbeitende und Rentner und zwar in einem geschützten Raum, wo kein Profiteam aus BPS’lern alle weghaut. Ich finde die Idee charmant.

    Zur Benachteiligungsfrage ein Gleichnis: Man kann sich als Debattierer an einer nordostdeutschen Hochschule darüber ärgern, dass es im südwestdeutschen Raum viel mehr aktive Debattierclubs und mehr Turniere gibt, aufgrund verschiedener Faktoren. Man kann nun beim VDCH Terz machen und fordern, dass in allen Regionen nur jeweils eine bestimmte begrenzte Anzahl von Turnieren geben darf, damit niemand benachteiligt wird. Oder man wird aktiver, hilft benachbarten Clubs beim Aufbau, holt Sponsorengelder für Reisekosten heran etc. Ein offenes Turnier für jedermann kann leicht organisiert werden.

    Ich wünsche den Ausrichtern des Familienturniers viel Erfolg und Freude.

    1. Christian (MD) sagt:

      Meine natürlich “werte Lara”, die Autokorrektur hat mir das reingehauen. Sollte nicht despektierlich sein.

  12. Peter G. sagt:

    Vielleicht stelle ich mal einen Antrag auf der MV, dass wir auch noch eine Medaille für die wohl unnötigste Diskussion des Jahres auf der 8M vergeben… Die wird dann gleichsam unter allen Diskussionsteilnehmern aufgeteilt und dient somit als Zeichen für Verständigung und Gemeinschaft.

  13. Peter Münster/Tübingen sagt:

    Ich weiß nicht, wo das Problem ist. Menschen ohne entsprechende Familien können doch einfach heiraten und schon haben sie eine oder (bald) mehrere Personen, mit denen sie auf diesem oder kommenden Familienturnieren antreten können. Inhaltlich dürfte sich das Gebrabbel von Kleinkindern von einigen Reden kaum unterscheiden (ja, ich nehme mich da durchaus nicht aus. Warum sollte ich mich auch mit EU Steuerrecht auskennen?).
    Immer nur die Umstände beweinen und an anderen und der Welt Kritik üben, weil man selbst vielleicht nicht die perfekte Familie hat, führt doch zu keiner Verbesserung!
    Warum nicht mal das Schicksal in die eigene Hand nehmen und selbst eine Familie gründen? Dann hat man auch schon bessere Chancen auf die Teilnahme beim Generationenturnier in 10 Jahren.

    1. Christoph (Graz) sagt:

      Lieber Peter, ich würde neben EU-Recht auch Feminismus als Thema anführen, indem du von meiner kleinen Nichte (2 Jahre), noch etwas lernen könntest.
      Allerdings zum eigentlich Inhalt: ich finde es persönlich schwierig, das du die Ehe für alle als so leichten Ausweg aus diesem Debakel skizzierst.
      Dabei ignorierst du, das viele der Debattierenden eine durchaus diverse Biographie haben. Einige von uns wurden wahlweise durch die Scheidung oder die ausbleibende Scheidung unserer Eltern so intensiv traumatisierst, dass selbst Heiraten für diese Individuen nicht in Frage kommt. Auf diese Art und Weise fällt dein Vorschlag kurz und zudem erinnerst du diese Menschen an diesen traumatischen Bestandteil ihrer Biographie und traumatisierst sie zusätzlich. Letztlich Diskriminierst du nur wieder eine weitere Randgruppe, die eh schon genug gelitten hat.
      Das zweite und viel größere Problem betrifft dich vielleicht sogar selber: wir alle wissen (Spätestens seit dieser Vorrunde in Paderborn): debattieren ist ein hässlicher Sport. Und frei nach Platon: Sowas sieht man den Leuten auch an. Glaubst du ernsthaft, dass die meisten Debattierer jemanden finden werden, der sie wirklich heiratet (so mit: Kindern, passiv-aggressivem Hass, Fremdgehen und Lebenslang)? Ich sehe schon dein Kalkühl, das am Ende Debattierer untereinander heiraten und das Turnier so kompetitiver wird (klassische Tübinger Agenda), aber du unterdrückst so doch die Mehrheit von uns (again: klassischer Tübinger), die besser sind als du. Vielleicht solltest du erstmal deine Privilegien kontrollieren (oder in den Spiegel schauen). Ich jedenfalls vermisse auf deiner Seite den Respekt gegenüber Individuen, die nicht so ein leichtes Leben, wie du weißer CIS-Man haben.

    2. Allison (MZ) sagt:

      Böse, Christoph, böse. 😀

    3. Nicolas (MZ) sagt:

      Aber er hat Recht. Abgesehen davon, wer braucht schon Familie. Eure lächerliches Turnier gewinne ich auch wenn ich alle Positionen selbst rede. Das würde funktionieren, oder? Schließlich bin ich ein Familienmitglied von mir.

  14. Sabine (Tübingen/ St. Gallen) sagt:

    Auf das Familienturnier kann ich vermutlich nicht fahren, weil keiner meiner Verwandten Interesse hat. Auf die ZD Hamburg konnte ich nicht fahren, weil sie extrem weit weg und mitten in meiner Klausurenphase war. Auch die DDM ist direkt vor meiner Klausurenphase. Ja, manche Leute werden durch die Regeln vom Familienturnier ausgeschlossen. Das passiert aber bei allen Turnieren (und das mit der Klausurenphase ist durchaus ein strukturelles Problem, weil ausländische Unis nunmal andere Klausurenzeiten haben als deutsche, und das von deutschen Ausrichterclubs nicht berücksichtigt wird!). Und ich finde, da ist es erstmal wichtiger, auf sowas bei großen und wichtigen Turnieren zu achten als bei Turnieren außerhalb der DDL oder der großen Turnierserie.

  15. Jule (Halle) sagt:

    Ja, aber Twitter ist das Problem bei der der öffentlichen Diskussion… I see no difference. Außer das Leute viel zu viele Worte zur Verfügung haben.

    Das größte Problem an dem Turnier ist das meine Mutter jetzt voll Bock hat mit mir da zu reden. Das ist emotionaler Stress für mich.

    1. Allison (MZ) sagt:

      Arme Jule 🙁
      Was lässt du deine Mutter auch den Verteiler oder die 8Min lesen? O.O

    2. Jule (Halle) sagt:

      Weil meine Mama die Achte Minute liest, aber nie nie Kommentare, die findet sie immer langweilig und verkopft (Zitat). Und gefragt hat was das Familienturnier ist. Man soll schließlich nicht seine Mutter anlügen, das bringt meistens eine Kürzung in Weihnachtsgeschenken mit sich.

  16. Lukas Hambüchen (Münster) sagt:

    Liebe Lara und andere,

    die Diskussion dreht sich im Wesentlichen um die Befindlichkeiten einzelner. Es stellt sich für mich aber die Frage, ob der einzelne überhaupt schutzwürdig ist.
    Es werden über die Saison hinweg viele Tuniere angeboten. Solange die Möglichkeit besteht, dass man an anderen Tunieren teilnehmen kann, ist es überflüssig darüber nachzudenken, ob es singulär zu Diskriminierung kommt. Des Weiteren herrscht weder ein mittelbarer, noch unmittelbarer Zwang teilzunehmen. Es ist also niemand gezwungen sich diesem Wettbewerb auszusetzen.

    Die Tatsache, dass mehr oder weniger geeignete Eltern bzw. Verwandte antreten, ist doch gerade das Ziel einer solch integrativen Veranstaltung. Du suggerierst, dass einige sich für ihre Eltern “schämen” müssten. Aber genau durch diese geheuchelte Rücksichtnahme schaffst du ein Klima, in dem einzelne sich unwohl fühlen. Wäre es nicht begrüßenswert, das Individuum nicht aus einer potentiellen Opferperspektive heraus zu denken? Ist es nicht mein persönliches Problem, ob ich voll zu meinen Eltern stehen kann oder nicht? Es sollte gerade keine Rolle spielen, was andere denken.
    Ich plädiere dafür, dass wir erwachsen mit Stärken sowie Schwächen umgehen und wer das nicht kann, tritt nicht an. Das Leben ist nunmal kein Ponyhof.

    Weiterhin scheinst du dich am Begriff der leiblichen Familie zu stören. Mit dieser Beschränkung erreichen wir aber im Zweifel eine abwechslungsreiche Alternative zum Tunieralltag. Wenn wir die Anforderungen aufweichen, kommen im Zweifel alle mit Freunden, weil die leichter zu haben sind als Verwandte. Damit wäre es ein Anfängertunier wie jedes andere auch und damit als besonderes Event zum Vergessen. Wir dürfen nicht aus den Augen verlieren, dass so ein Tunier den Mehrwert nicht nur aus den Interessen des Individuums generiert,sondern an sich ein Mehrwert ist. Gerade die Generationendynamiken bzw. die Vielfalt bringen den Spaß. Um zu sehen, wie Leute mit Freunden reden, kann ich auch zur WDM fahren.

  17. Alexander Osterkorn (Gö) sagt:

    Mich wundert ja ein wenig die teilweise Schärfe der hier vorgetragenen Erwiderungen, gerade weil ich den Artikel eher vorsichtig und abgewogen finde.
    Dass Familie nun ein deutlich persönlicheres Thema ist als Englischkenntnisse oder mangelndes Star-Trek-Wissen fürs Star-Trek-Turnier, etc. liegt doch ziemlich auf der Hand. Und das Familienturnier führt einem eben ggf. viel stärker die Probleme, die möglicherweise in der Beziehung zur eigenen Familie bestehen, vor Augen, gerade wenn das Turnier so einen Subtext hat von „Im Prinzip hat doch jeder irgendeinen Verwandten, der sich da motivieren lassen müsste.“
    Dass solches Unwohlsein bis hin zum Gefühl von Ausgeschlossenheit thematisiert wird, finde ich persönlich gut. Vermutlich wurden im Zeitalter der Debattier-Alphadinosaurier solche Äußerungen einfach gerne mal überhört. 😉
    Ich glaube auch nicht, dass solche Turniere per se nicht stattfinden sollten, aber ggf. dezenter angekündigt oder zu einem generellen Schnupper- und Begegnungsturnier umgewandelt werden könnten.

    1. Allison (MZ) sagt:

      ‘Tschuldigung Alex, aber “dezenter angekündigt”? Wie soll das denn deiner Meinung nach funktionieren? Leute persönlich ansprechen? Dann haben wir wieder einen einladenden oder elitären Charakter, auch nicht toll. Neutral über den Verteiler ist doch da am besten. Und natürlich freuen sich die Organisatoren über ihr eigenes Turnier, das kann man ihnen schwerlich verübeln.

      Bzgl. Schnupper- und/oder Begegnungsturnier bin ich bei Lukas: Dafür haben wir ja schon die Anfänger- und pro/am-Turniere. Das angedachte Turnier geht ja in eine andere Stoßrichtung…

    2. Nicolas (MZ) sagt:

      Soso. Soso.

    3. Christian (MZ) sagt:

      Ich finde die Schärfe ebenfalls übertrieben, aber das ist wohl das typische Phänomen einer Internetdiskussion. Im Übrigen geht es dabei wohl auch um den Punkt, den Willy am Anfang angesprochen hat: Jemand hat eine Idee, möchte neuen Menschen das Debattieren nahe bringen, denkt sich ein Konzept aus für ein kleines Event, das außerhalb aller üblichen Wettbewerbe steht und daher niemandem etwas weg nimmt. Dann ist man bereit, viele Stunden Arbeit da rein zu stecken und freut sich schon auf die Durchführung. Und dann kommt eine Kritik, die zwar sachlich vorgetragen ist, aber implizit den Vorwurf mit sich bringt, dass die Ausrichter Leute ausschließen. Und nein, so ein Vorwurf ist nicht gerade angenehm für Betroffene. Da hätte man auch einmal im Vorhinein einfach direkt mit den Personen sprechen können.

      Was deinen Punkt angeht, dass das mit den Englischkenntnissen nicht so schlimm ist: ich finde, das ist mindestens genauso persönlich. Eben weil schlechte Englischkenntnisse aus den von mir genannten Gründen in bildungsfernen Schichten verbreiteter sind als bei Menschen, die aus Akademikerfamilien kommen. Kinder aller Familiengruppen finden aber hoffentlich den Weg an die Uni und zum Debattieren. Wir haben hier also offensichtlich ebenfalls einen Bezug zur familiären Herkunft der Betroffenen, wenn auch keinen unmittelbaren. Unter Juristen nennt man dies mittelbare Diskriminierung und diese wird regelmäßig genauso behandelt wie unmittelbare Diskriminierung. Daher: wenn man aus dem oben zitierten Satz, dass man auf alle Lebensverhältnisse/Lebensentwürfe Rücksicht nimmt, den Schluss zieht, dass ein Familienturnier Leute aufgrund ihrer Familienverhältnisse ausschließt, dann sollte diese Schlussfolgerung auch für englischsprachige Turniere gelten oder zumidnest ernsthaft diskutiert werden.

    4. Allison (MZ) sagt:

      What Christian said. Vor allem seinen ersten Absatz möchte ich mit Nachdruck unterstreichen!

  18. Lennart Lokstein sagt:

    Als Chefredakteur möchte ich hier noch meine Begeisterung über das Kommentaraufkommen ausdrücken – fast wie bei einem Artikel zu einem vegetarischen Turnier!

    1. Allison (MZ) sagt:

      Sehr schön, dass du dich freust, Lennart! 🙂 Aber antworte lieber mal auf meine Mail von heute Mittag 😉

    2. Leonardo (HH) sagt:

      Hiermit möchte ich ein Turnier ankündigen, auf dem nur Frauen mit ihren weiblichen “Familienangehöriginnen” antreten dürfen. Das Essen wird ausschließlich Vegan und das Finalthema furchtbar verkopft (Vielleicht auch EU). Das Finale findet im Willy-Brandt-Haus oder in der Roten Flora statt, da laufen gerade parallel Anfragen. Wir werden die Chefjury dazu zwingen, ihre Casefiles zu veröffentlichen und jedes Skype-Gespräch zu protokollieren.

    3. Allison (MZ) sagt:

      Vorbildlich, Leo! 💪

  19. Johannes M. sagt:

    Ich schließe mich Alexander an und würde allgemein anmerken, dass es auch im Debattieren wenig überzeugend wirkt, sich über die Argumente der Gegenseite übertrieben lustig zu machen, bzw. die Person persönlich zu attackieren. Ich teile Laras Ansicht nicht, finde es aber gut, dass sie ihre Meinung äußert. Denn dafür ist das Mittwochs-Feature da.

    @Ruben: Ich glaube nicht, dass das Generationenargument realistisch ist. Meiner Meinung nach werden eher wenig Eltern teilnehmen (eventuell aus der näheren Umgebung), da die Aussicht auf Fußbodenübernachtung (oder viel Geld für ein Hotel) für Leute, die sich überwiegend im Ü45-Alter bewegen dürften, wahrscheinlich mäßig attraktiv ist. Aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren. 🙂

    1. Ruben sagt:

      Also ich fürchte ja auch, dass weniger Eltern als Verwandte in Studentenalter kommen werden. Das wird aber sicherlich noch weniger, wenn man es für Freunde öffnet, denn dann sind Eltern zum einen weniger geneigt dorthin zu kommen und zum anderen möchte man nicht als einziger seine Mutter unter lauter Studenten mitnehmen. Darüber hinaus unterstelle ich jetzt einfach mal, dass die meisten auch zu ihren Geschwistern/Cousinen/etc. ein anderes Verhältnis als zu ihren besten Freunden haben, und die Atmosphäre sich dadurch schon deutlicher von einem ProAm-Turnier unterscheidet.
      Bezüglich Übernachtung hast du wahrscheinlich recht, allerdings ist es ja nur ein Ein-Tages Turnier, schwerer wiegt da für mich, dass es ein Samstag ist, was für berufstätige Eltern auch eher ungünstig sein kann…
      Und ansonsten können wir ja einfach gespannt sein, wie es funktioniert 🙂

    2. Christian (MZ) sagt:

      Also ich bin ja selber berufstätig und finde den Samstag für ein Turnier ideal.

      Gibt aber sicher auch einige Eltern, die in der Nähe wohnen und nirgens crashen müssten. Morgens 1-2-3 Stunden hin und abends wieder zurück. Mainz liegt ja recht zentral. Klar, geht nicht von überall, aber ist theoretisch möglich. Dass viele Eltern kommen werden, glaube ich auch nicht. Aber es ging ja um die rein prinzipielle Diskussion/Abwägung, oder?

  20. Christian (MZ) sagt:

    Liebe Leute,
    so ganz allgemein: man kann von der Idee des Familienturniers halten was man will, aber ich stimme Johannes absolut zu, dass die Form der Kritik hier extrem übertrieben ist. Ich teile Laras Analyse nicht und ich habe ja auch schon einigen anderen Kommentaren hier widersprochen. Wie ich hoffe aber rein auf inhaltlicher Ebene. Sofern ich dabei einmal übers Ziel hinaus geschossen sein sollte, tut mir das ehrlich Leid.

    Ich appelliere hiermit an alle Beteiligten, das ganze etwas ruhiger anzugehen und sehe es genau so, dass das Lustigmachen über Leute zu gar nichts führt, außer dass die Diskussion hier völlig ausartet und alle sich persönlich angreifen. Ich verstehe meine Mitmainzer und auch Sabrina, dass sie sich durch den Artikel teils getroffen fühlen und wie gesagt, ich teile auch die Analyse des Artikels nicht. Trotzdem überschreiten einige der hier veröffentlichten Kommentare die Grenzen des respektvollen Zusammenlebens, an die man sich einfach halten sollte. Auch bei Internetdiskussionen.

    1. Allison (MZ) sagt:

      Und da, lieber Christian, muss ich dir leider widersprechen. Abgesehen von einem Kommentar finde ich die Meinungen und Stimmungen hier in legitimer Weise ausgedrückt. Wenn man Diskussion möchte, gehört es zum allgemeinen Lebensrisiko, dass eben auch sarkastisch kommentiert wird. Ich habe jedenfalls nichts geschrieben, was ich Lara, Kathrin & Co. nicht auch ins Gesicht sagen würde. Gerade die 8Min mit ihrer Klarnamenregel ist doch gerade ein Medium, wo Äußerungen direkt zuordnenbar sind & daher die gängigen Verhaltensweisen von Internetdiskussionen nicht unbedingt zum Tragen kommen.

    2. Allison (MZ) sagt:

      Und ehrlich gesagt, bin ich jetzt nicht davon ausgegangen, mit sachlichen Argumenten die BDU-Vertreterinnen umstimmen zu können. Deutliche Gegendarstellungen oder das Infragestellen der Relevanz dieses Artikels sind durchaus Beiträge zur Diskussion, die nicht unbedingt “ruhiger” erfolgen müssen 😉

    3. Barbara (HH) sagt:

      Bei allem Respekt, Allison, aber ich finde es einen ziemlich fragwürdigen Ansatz, Leute mit einer anderen Auffassung hier auf “die BDU-Vertreterinnen” zu reduzieren und damit sogar zu “rechtfertigen” wollen, ihnen einen sachlichen Umgangston zu verweigern. Denn wenn du nicht glaubst, sie mit sachlichen Argumenten umstimmen zu können, dann glaubst du doch sicher auch nicht, dies mit Anfeindungen zu schaffen. Und falls du nur darauf abzielst, andere (neutrale?) Personen zu überzeugen, scheint es mir ziemlich unerheblich, wie du die Empfänglichkeit von Lara und Kathrin (und wer auch immer sonst noch “BDU-Vertreterinnen” sein mögen?) für sachliche Argumente einschätzt. Ich finde daher, dass diese Feststellung einfach nur unnötig verletzend (und provozierend) wirkt und einfach so gar keinen Rechtfertigungsbeitrag für Ton oder Stilmittel leistet.

      Deshalb sag dann doch einfach direkt, wenn du Lust auf etwas Krawall auf der AM hast, der gegebenfalls auch Grenzen verletzt, und steh dann auch dazu, anstatt dies (zumindest implizit) als notwendige Überzeugungsmittel darzustellen.

      Wer Zweifel daran hegt, ob er / sie das im Artikel herausanalysierte Problem wirklich für so relevant hält, wird sich hierüber auch ohne persönliche Anfeindungen in den Kommentaren eine Meinung bilden können. Und wer hier aus der morbiden Faszination am VDCH-Shitstorm mitliest, wird bestimmt auch auf seine Kosten kommen, ohne dass die Diskussion in (persönliche) Anfeindungen abgleitet. Ich bin sicherlich die Letzte, die etwas gegen eine gute Prise Sarkasmus einzuwenden hat. Aber ich würde u.a. dort eine ganz klare Grenze ziehen, wo wir die Angemessenheit von Kritik an einzelnen Personen von Aspekten wie ihrer Clubzugehörigkeit abhängig machen.

    4. Allison (MZ) sagt:

      Barbara, die “BDU-Vertreterinnen” waren nicht abfällig oder reduzierend gemeint, ich habe mich eigentlich auf meine anderen Kommentare bisher bezogen oder auch Nicolas Kommentar beim Thema Sarkasmus gemeint. Den Begriff habe ich gewählt, weil ich alle miteinbeziehen wollte, die hier eben als Vertreterinnen der BDU und pro Laras Artikel auftreten (Lara, Kathrin, Elena? Ich weiß nicht, ob sie in der BDU ist). Das war jetzt nicht herabwürdigend bzgl. ihrer Clubzugehörigkeit gemeint.
      Und das mit den sachlichen Argumenten meine ich ernst: Wir haben offensichtlich alle unser eigenes Verhältnis zur Welt und moralische Ansichten, die gerade bei solchen Themen stark im Vordergrund stehen. Daher glaube ich nicht, dass man eine der beiden Seiten mit Argumenten irgendwie überzeugen kann. Ich habe das eben aus meiner Perspektive (vs. Pro-Rednerinnen für den Artikel) formuliert.

      Noch aus Interesse: Ich weiß, über die Jahre sind hier viele in der Szene wesentlich empfindlicher geworden. Ich wüsste aber trotzdem gerne, wo genau du die “Anfeindungen” siehst. Ich habe ja explizit geschrieben, dass ich deutliche Gegendarstellungen und auch Sarkasmus voll okay finde. Das sind in meinem Buch aber noch keine Anfeindungen.

    5. Allison (MZ) sagt:

      Vielleicht noch als Ergänzung: Die BDU namentlich in meinem Kommentar zu nennen, geht wohl auch auf Kathrins Beitrag oben zurück, der mich diesbezüglich etwas, äh, geprägt hat?
      Aber eigentlich sollte keine Wertung damit verbunden sein, sondern der Begriff nur als Oberbegriff dienen.

    6. Leonardo (HH) sagt:

      Leider habe ich auch Allisons Kommentar als abfällig gegenüber der “BDU-Vertreterinnen” verstanden und mittlerweile geht es auch mir (ja, sogar mir!) zu weit. Des weiteren schließe ich mich Barbara an, die sich bereits besser ausgedrückt hat als ich es könnte.

    7. Barbara (HH) sagt:

      Die drei treten hier aber nicht als Vertreterinnen der BDU auf, Allison, sondern als Individuen mit ihren ganz eigenen persönlichen Meinungen, völlig unabhängig von ihrem Club. Und du hast die BDU gerade wegen dem obigen Scharmützel zum Einladungsturnier jedenfalls nicht gerade positiv konnotiert in dieser Diskussion. Selbst wenn du es daher nicht selbst reduzierend oder “abfällig” gemeint hast, kommt es daher doch schnell so rüber für Leser, was am Ende mindestens genauso wichtig ist.

      “Anfeindungen” habe ich hier mal pauschal als Oberbegriff für “deutliche Gegendarstellungen und Sarkasmus” gewählt, die sich so gar nicht mehr unter sachliche Argumentation fassen lassen würden. Bitte sieh es mir nach, wenn ich jetzt nicht die ganze inzwischen fast 60 Kommentare umfassende Diskussion durchgehe und mit zeilengenauen Zitaten die Entwicklung des zunehmend härteren Umgangstons nachweise. Da sich mittlerweile doch so einige gemeldet haben, die den Umgangston hier inzwischen zu hart finden, setze ich das jetzt einfach mal voraus. Denn auch hier kommt es ja nicht nur darauf an, wie es gemeint war, sondern auch wie es ankommt.

      Im Übrigen will ich mich gar nicht in diese Diskussion inhaltlich hineinziehen lassen. Ich wollte nur anmerken, dass ich es wirklich fragwürdig finde, sich hier so umfangreich an einer Diskussion zu beteiligen, wenn man doch nicht davon ausgeht, mit sachlichen Argumenten etwas erreichen zu können. Auch Sarkasmus kann schließlich sachlich verwendet werden. Verlässt man den Bereich, in dem man mit sachlichen Argumenten und sagen wir “sachlichem Sarkasmus” etwas erreichen will/kann, dann gleitet man eben schnell in den Bereich ab, in dem es zu unnötigen Verletzungen und einem ziemlich unangemessenem Ton kommt. Das kann sich dann sowohl aus einzelnen Beiträgen als auch der schlichten Häufung von Kommentaren in bestimmten Tonlagen ergeben. Ich habe noch herzlich gelacht, als ich Nicolas Kommentar unter 5. gelesen habe, aber inzwischen finde ich den Ton hier ganz ehrlich zu hart.

      Und da es letztlich jede Diskussionskultur abtötet, wenn es toleriert wird, dass der Ton in einen Bereich abgleitet, in dem sich eine nicht unerhebliche Anzahl an Teilnehmern, die zudem noch in verschiedenen Lagern stehen, nachvollziehbar unwohl fühlt, sollten wir das hier wirklich vermeiden.

    8. Allison (MZ) sagt:

      Wow, da zeigen sich tiefliegende Vorurteile, wenn schon die Mitgliedschaft zur BDU automatisch als negativ zu wertendes Merkmal ausgelegt wird. 😉

      ABER: Ich bitte um Entschuldigung, wenn meine Bezeichnung vorher als Beleidigung angesehen wurde.

      a) Wie oben schon geschrieben war das wirklich nicht meine Absicht.
      b) Wie Barbara verdeutlicht hat, sind Lara und Kathrin nicht explizit als Vertreterinnen der BDU aufgetreten.

  21. Andrea G. (Mainz) sagt:

    Zuerst: Als ich von dem Turnier gelesen habe, fand ich die Idee wirklich charmant. Das finde ich jetzt immer noch. Nichtsdestotrotz finde ich gleichzeitig Laras Gedanken dazu sehr nachvollziehbar – insbesondere da sie ja nun nicht fordert, ein solches Turnier zu verbieten, sondern über die Implikationen nachzudenken, die mit seinem Grundgedanken einhergehen. (Anmerkung: Man kann ja alles überdenken, aber sich diesen Vorwurf ausgerechnet unter Debattierern zu machen, grenzt wirklich an Selbst-Parodie). Man kann doch nicht wirklich leugnen, dass Lara Recht hat, wenn sie sagt, dass der Begriff „Familie“ für viele Menschen ein Minenfeld ist – und für die meisten anderen wenigstens die komplizierteste Beziehung unseres Lebens.

    Ich glaube, das eigentliche Problem liegt hier: Ein Turnier für Verwandte wird zwangsläufig immer sowohl einen inkludierenden als auch einen exkludierenden Charakter haben . Schließt man Freunde ein, exkludiert man mittelbar Verwandte anderer Gebrationen. Schließt man Freunde aus, exkludiert man diejenigen, die keine – for a lack of a better word – debattiergeeigneten Verwandten haben. Es ist gar nicht möglich, ein Turnier mit diesem Grundgedanken auszurichten, ohne jemanden auszuschließen.

    Beide Arten von Exklusionen sind letztlich nur mittelbar; niemand verbietet den von ihnen Betroffenen, trotzdem teilzunehmen. Aber ich glaube, in der Reaktion auf Laras Artikel wird übersehen, dass die von ihr angeführten Mechanismen sich in der Realität vermutlich noch stärker auswirken werden als in der Theorie. Oder glaubt denn im Ernst irgendjemand, dass Familienmitglieder an diesem Turnier teilnehmen werden, die keinen universitären Backround haben? Man möchte ja auch seine Verwandten – und damit in gewisser Weise sich selbst – nicht bloßstellen. Wir wissen alle, was Debattierer für eine Erwartungshaltung haben und wie sie teilweise über diejenigen reden, die diese nicht erfüllen. Der Wunsch, seine Verwandten dem nicht aussetzen zu wollen, ist daher völlig nachvollziehbar und hat auch nicht unbedingt was mit „sich schämen“ zu tun. Ich persönlich habe das Glück, viele wundervolle Menschen in meiner Verwandtschaft zu haben – dem Kontext einer Debatte würde ich trotzdem nur einen einzigen davon aussetzen wollen.

    Ich will damit nicht sagen, dass das Turnier nicht stattfinden sollte. Ich denke sogar darüber nach, selber teilzunehmen. Ich kann mir auch vorstellen, dass der Leistungsgedanke dabei sehr in den Hintergrund rückt. Aber er ist mit dem Konzept Debattierturnier halt verbunden. Darum kann ich Laras Bedenken nachvollziehen, auch wenn ich ihre Schlüsse daraus nicht teile.

    Was ich viel ärgerlicher finde, ist der Ton dieser Diskussion. Mein Gott Leute, reißt euch doch mal zusammen. Kein Wunder, dass so wenig Leute Mittwochsfeatures schreiben wollen, wenn man danach dafür immer öffentlich gekreuzigt wird.

  22. Maria S. (Giessen) sagt:

    Liebe Leute,
    vor ein paar Tagen ging eine Mail über den Verteiler, die Zitat “Awareness” bei der Twitter-Nutzung generieren” wollte. Ein Grund dafür war die Überlegung, wie bestimmte Äußerungen auf künftige potentielle Sponsoren und andere externe Gäste wirken könnten.
    Ich möchte hiermit Ähnliches für die Nutzung der Kommentarfunktion auf der Achten Minute anregen und zwar aus nicht nur im Hinblick auf genannte Personengruppen, sondern auch im Hinblick auf das Klima in der Szene und nicht zuletzt im Hinblick auf die Motivation von Studierenden/Menschen überhaupt weiter debattieren zu wollen.
    Dieses gegenseitige verbale Zerfleischen ist weder zielführend noch schön anzusehen noch führt es dazu, dass sich Studierende mit dem Debattieren (weiter) identifizieren möchten. Ich persönlich bin es mittlerweile leid und mich macht es traurig, dass so viele kluge Köpfe nichts Besseres zu tun haben, als sich gegenseitig mit Worten zu verletzten.
    Ich möchte damit nicht sagen, dass Kritik verboten sein sollte, aber sie sollte doch bitte konstruktiv und höflich gehalten sein.
    Dies ist meiner Meinung nach nicht zu viel verlangt.

  23. Lara (Berlin) sagt:

    liebe Leute,

    an dieser Stelle muss ich mich wohl nochmal für die rege Teilnahme an dieser Diskussion bedanken.

    ich muss zugeben, dass mich die Reaktionen auf diesen Beitrag doch etwas verwundert haben, da ich nicht damit gerechnet hatte, dass sich so viele Menschen davon offensichtlich in irgendeiner Weise angegriffen oder mitgenommen fühlen (so lese ich zumindest einige der Kommentare). Ich hatte gehofft, dass, durch den doch ziemlich milden Vorschlag, die Teilnahmeregeln etwas zu öffnen, deutlich wird, dass es nicht in meinem Sinne wäre, hier in irgendeiner Weise vernichtende Kritik an einer Idee zu üben – mehrnoch möchte ich an dieser Stelle nochmal betonen, dass ich die Idee Nahestehenden das Debattieren nahe zu bringen, für eine schöne Idee halte. Das ist wohl nicht ganz durchgekommen, da ich diesen Vorschlag Familie ein bisschen weiter zu definieren, für nicht so unfassbar kontrovers einschätze (ich sage nicht, dass man nicht anderer Meinung sein kann). Ich nehme auch Willys und Christians Einwände sehr Ernst, dass eine zu harsche Kritik den Beteiligten an einem Projekt sehr nahe gehen kann und hinsichtlich ihres Engagements mit fehlender Wertschätzung einhergeht. Wenn mein Beitrag mit einem derartigen Duktus daherkommt, dann war es keine Absicht von mir, und ich möchte mich an dieser Stelle dafür entschuldigen – für mich stand der konkrete Verbesserungsvorschlag im Vordergrund, wenn das nicht deutlich hervorgegangen ist, ist das natürlich ärgerlich und schade.

    Und dennoch bin ich der Meinung, dass es gut ist, wenn wir Kritik öffentlich äußern, solange wir dabei persönliche Grenzen respektieren. Kritik ist nie nur angenehm, weder als Artikel noch als Kommentar, und doch kann es m.E. sinnvoll sein, offene Fragen gemeinsam zu klären.
    Dass dabei persönliche Grenzen strikt zu wahren sind, gilt sowohl für meinen Beitrag als auch für einige Kommentare, bei denen auch ich mir gewünscht hätte, dass sie insbesondere die Grenzen Dritter mehr respektieren.

    P.S. ein Frontenkrieg zwischen Debattierclubs ist noch am allerwenigsten in meinem Sinne, darum versucht die 2-3 Buchstaben hinter den jeweiligen Namen (sie dienen hier nur der eindeutigen Identifikation) doch einfach zu ignorieren.

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