Warum die Regionalmeisterschaften grundsaniert gehören

Datum: 11. April 2018
Redakteur:
Kategorie: Mittwochs-Feature, VDCH, ZEIT DEBATTE

Mit dem Anstehen der Regionalmeisterschaften möchte Jule Biefeld heute einen Anstoß zur Diskussion geben: Was sind sie, was brauchen wir?

Karte: Stepmap / Jonathan Scholbach

Schon 2013 fuhren Hamburg und Kiel zur WDM. Karte: Stepmap / Jonathan Scholbach

Nächstes Wochenende sind die Regionalmeisterschaften. Ich bin selber in diesen involviert und begeistert wie sehr sich Saarbrücken, Tübingen und Leipzig reinhängen, um ein tolles Turnier zu gestalten. Auch wenn wir alle in den Teams (Orga, Chefjuroren und sicher auch Teilnehmer) unser Bestes geben, um ein tolles Turnier zu garantieren, glaube ich, dass die Regios stark überarbeitet gehören.

Jedes Jahr rufen wir zu drei Regios auf. Der Nordostdeutschen, Westdeutschen und Süddeutschen Debattiermeisterschaft. Dabei werden die Clubs vom VDCH eingeteilt, nicht nur dieses Jahr waren manche Entscheidungen umstritten. Warum? Nehmen wir dieses Jahr. Clubs wie Hamburg müssen 7 Stunden nach Saarbrücken fahren, wo Leipzig doch nur 4 Stunden entfernt ist. Auch wenn es schön ist, mehr von Deutschland zu sehen und Saarbrücken sicher einen Besuch wert ist, bedeutet es, früher anzureisen. Aber am Ende werden Hamburger gezwungen diese lange Fahrt zu machen – welche teuer ist und Zeit raubt, um in einigen Monaten bei der DDM antreten zu dürfen.

 

DDM-Startberechtigung und Verteilung der Regios 

Die DDM-Teilnehmeregeln besagen (unter anderem), dass ein Club an der zugeordneten Regionalmeisterschaft teilnehmen muss, um bei der DDM starten zu dürfen. Ich würde gerne in Frage stellen, ob das der richtige Weg ist, um über einen Startplatz auf der DDM zu entscheiden.

Außerdem gibt es auf der DDM mehr Startplätze für Clubs, die bei der Regio in ein Halbfinale oder Finale gekommen sind. Dies scheint nach der Verteilung der Regios etwas unfair. Oft entscheidet der Ort,  an dem ein Club sich befindet,  oder indirekt der für die Zuteilung verantwortliche VDCH-Vorstand, welche Clubs mehr Startplätze auf der DDM bekommen. Nehmen wir mal das Beispiel von diesem Jahr.

Auf der NODM treten folgende Clubs an: Jena, Magdeburg, Leipzig, Berlin, Kiel, Potsdam, Dresden, Göttingen, Erfurt und Hannover. Alle diese Clubs haben talentierte Redner, dennoch wette ich auf Redner der BDU im Halbfinale und Finale. Die BDU ist unter den teilnehmenden nicht nur der größte Club, sondern auch der mit den meisten Erfolgen. 2017 haben sie die NODM gewonnen, und waren mit 2 von 4 Teams im Halbfinalbreak, 2016 war die BDU im Finale mit 2 von 4 Teams und mit 4 von 8 Teams im Halbfinale, 2015 gewannen sie die NODM erneut. Berlin ist gut, somit hat Berlin verdient zu gewinnen, aber es scheint, als würden die großen Konkurrenten fehlen im Norden und Osten. Göttingen, Jena, Potsdam und alle anderen sind gute Clubs, aber wenn es so läuft, wie die letzten Jahre, können wir gleich den Berlinern mehr Startplätze geben. Anderen Clubs haben es da sehr viel schwerer. Gehen wir da zur WDM dieses Jahr. Auch wenn Münster es geschafft hat, dreimal hintereinander die WDM zu gewinnen, so ist das Feld der Clubs auf der diesjährigen WDM diverser und vielleicht auch kompetitiver. Dieses Jahr treten Mainz, Münster, Marburg, DC Heidelberg, Rederei Heidelberg und Hamburg an. Außerdem noch einige kleinere Club. Alles hoch relevante Teams/Clubs für einen Break. Hingegen (und so dreist bin ich mal) sind die relevantesten Teams für die NODM Berlin, Jena und Göttingen. Bei der Süddeutschen Wien und Tübingen. Wenn man bedenkt, wie wichtig die Regios für die Teamplatzvergabe sind, scheint dies unfair. Dabei möchte ich betonen, dass ich es toll finde, dass auch Teams in ein Finale kommen, die nicht aus diesen Clubs kommen. Außerdem mag ich es, die BDU in Finals zu sehen, aber genau so mag ich die anderen und wünsche eine klügere Verteilung.

 

Chefjuroren – alle für ein Finale 

V.l.n.r.: Alexander Hans, Lara Tarbuk, Tobias Münch, Nicolas Garz - © Lina Henze

2017 war Hamburg dann auf der NODM im Finale gegen Berlin – © Lina Henze

Wenn man bedenkt wie wichtig die Regios sind, dann sollten wir die höchsten Qualitätsansprüche an sie stellen. Aber ich glaube nicht, dass dies immer der Fall ist. Ich liebe das Chefjurieren. Aber bis zu dem Zeitpunkt, wo ich für die WDM überredet wurde, wollte ich nie eine Regio chefjurieren. Einfach weil es teilweise schon schwer ist, sich als 3er-Panel auf Themen zu einigen. Bei dem Regiofinalthema einigen sich aber 9 Chefjuroren. Oft kommt es da zu Kompromissen oder auch einfach Frustration der CAs. Speziell, wenn am Ende die Arbeit an dem Finalthema nur kritisiert wird (wie letztes Jahr). Am Ende ist es aber auch so, dass wir nicht sehr viele CAs haben. Und 9 Menschen ihre mühsam zusammengesuchten Themen alle an einem Wochenende raushauen zu lassen, scheint mir verschwenderisch. Speziell in diesen Zeiten.

 

Jurorenmangel – wie immer nur schlimmer 

Aber nicht nur CAs sind für ein gutes Turnier maßgeblich, sondern auch Juroren. Und jedes Jahr das gleiche. Riesenmangel. Egal zu welcher Regio man schaut. Klar. Alle Clubs wollen viele Teamplätze auf der DDM schicken daher oft erfahrene Redner zuerst und diese sind oft auch die besseren Juroren. Außerdem kommt es dazu, dass wenn Tübingen 10 Teams stellt und damit 10 Juroren, die nicht clashfrei durch das Turnier kommen, oder die Setzung leidet. Das heißt, selbst wenn viele gute Juroren da sind, kann man sie nicht überall einsetzen. Offenbar nicht das beste System um tolle Panels zu bauen. Dieses Jahr baut die WDM zum Beispiel auf Alumnimitglieder, um den Jurorenpool aufzustocken. Meiner Meinung nach ein Armutszeugnis. Dennoch tun wir ja einiges um die Juroren vor Ort auszubilden. Im Westen und Süden wird es Freitagabend ein Jurierseminar geben.

 

Jule Biefeld (links) beim Finale der Deutschsprachigen Debattiermeisterschaft 2017 - © Severin Wünsch

Jule Biefeld (links) beim Finale der Deutschsprachigen Debattiermeisterschaft 2017 – © Severin Wünsch

Ich will euch kein Rezept für die perfekten Regios bieten. Es gibt viele Möglichkeiten. Wir müssen uns als Szene Gedanken machen über die Entwicklung der Regios.

Ich glaube, die Regios haben Vorteile. Es ist regionale Werbung und kann Sponsoren und Publikum ziehen. Es haben auch kleinere Clubs manchmal die Chance, in ein Finale zu rutschen. Aber es scheint mir kein gutes Mittel zu sein, danach Startplätze für die DDM zu vergeben. Vielleicht sollte man dort ein neues Konzept bauen. Außerdem wäre es vielleicht gut, wenn die Regios an verschiedenen Wochenenden stattfinden oder es vielleicht nur zwei gibt. Das wären alles Ideen. Was ich hier mit dem Artikel will, ist nicht, euch die Teamplätze streitig zu machen oder zu sagen, alle Regios der Vergangenheit wären Unsinn gewesen. Aber ich würde euch gerne für das Problem mit den Regios sensibilisieren und diese gerne Schrittweise verändern. Es wäre schön, wenn wir in den Kommentaren Ideen und Brainstorming betreiben können um zu schauen, wo es mit den Regios hingehen kann. Was wünscht ihr euch? Was erwartet ihr von einer Regio?

Jule Biefeld/lok.

 

Mittwochs-Feature

Jule Biefeld war unter anderem Chefjurorin der Deutschsprachigen Debattiermeisterschaft in Dresden 2017, der ZEIT DEBATTE Hannover 2016 und der ZEIT DEBATTE Wien 2017. In der Saison 2016/17 und 17/18 ist Jule Beirätin für Jurierqualität im VDCH. Sie gewann den Gutenbergcup 2018 und war von 2014 bis 2015 Vizepräsidentin der BiTS Debating Society in Iserlohn und 2017 bis 2018 Vizepräsidentin im Debattierclub klartext Halle e.V.

Das Mittwochs-Feature: Jeden Mittwoch ab 10.00 Uhr stellt das Mittwochs-Feature eine Idee, Debatte, Buch oder Person in den Mittelpunkt. Wenn du selbst eine Debatte anstoßen möchtest, melde dich mit deinem Themen-Vorschlag per Mail an team [at] achteminute [dot] de.

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34 Kommentare zu “Warum die Regionalmeisterschaften grundsaniert gehören”

  1. Lennart Lokstein sagt:

    Vielen Dank für deinen Artikel, Jule. Ich persönlich sehe die Regios weniger kritisch.

    Für die Chefjuroren und die “Verschwendung” von Themen hätte ich eine einfache Lösung im Angebot: Man könnte pauschal ein Team aus drei Chefjuroren für alle Regios benennen und die Turnierbetreuung vor Ort dann jeweils einem pro Regio mit ein bis zwei Vor-Ort-Chefjuroren oder einem Tabteam etc. durchführen lassen. Ich habe ja vor einer Weile auch schonmal dafür plädiert, die Verknüpfung “stellt Themen” und “macht die Setzung” als weniger zwingend zu betrachten. Damit das klappt muss man natürlich die Zeitpläne synchronisieren. Am Besten, indem auf der MV zentral ein Zeitplan festgelegt wird. Wenn den erfahrene Ausrichter machen kann man dann auch sichergehen, dass genug Zeit für Jurieren, Mittag usw. vorhanden ist. Dann haben die Ausrichter etwas weniger freie Hand beim Einbauen von Stadttouren etc., aber dafür “sparen” wir Themen, Arbeit und Frust und auch unerfahrene Ausrichter haben dann funktionierende Zeitpläne, was ja sonst auch gelegentlich ein Problem ist.

    Zum Zuschnitt: Also ich finde das aktuelle System vor dem Hintergrund, dass es kein perfektes System gibt, in dem man noch den Titel der Regionalmeisterschaft vergeben kann, recht ordentlich. Da sich Meisterschaften medial und auch für Sponsoren meist deutlich besser verkaufen lassen, als irgendwelche Turniere, würde ich dafür auch über mögliche Unterschiede bzgl. erwarteter Stärke des Teilnehmerfelds hinwegsehen – letztere ist im Übrigen ziemlich spekulativ und lässt sich nicht messen. Da aber Teams ab den Halbfinals zusätzliche Teamslots “für sich” sichern ist das glaube ich auch wenn diese Unterschiede bestehen verkraftbar, die wirklich guten Teams auf jeder Region sollten schon alle unter den Top 8 einen Platz finden. Willy hatte hier ja aber auch mal einen Alternativvorschlag gemacht: http://www.achteminute.de/20150715/regio-zuteilung-nach-clubstaerke-ein-vorschlag-von-willy-witthaut/ Den kann man ja mal alternativ diskutieren.

    Schließlich zum Jurorenmangel: Zumindest auf der SDM haben wir dank N-Regel genug Juroren und sogar auch genug nicht-Tübinger Hauptjuroren. Es tritt auf der SDM als Redner auch nur eine Person an, die man als Altvolk einstufen würde. Wenn es da aber ein Problem gibt, kann man ja die Zahl der Regio-Teilnahmen als Redner limitieren, so dass man ab dem x-ten mal nur noch als Juror kommen darf.

    1. Sabine (Tübingen/ St. Gallen) sagt:

      Zwei Anmerkungen:
      1) “Altvolk” auf der SDM: Das liegt vielleicht auch daran, dass die klassischerweise starken Clubs auf der SDM nicht so zahlreich vertreten sind, da ist der Druck für sie nicht so groß, um DDM-Plätze zu konkurrieren.
      2) viel wichtiger: Die Regios sind im Moment auch eine Möglichkeit für unerfahrene Clubs, sich mal an einem Turnier zu versuchen, das finanziell ein bisschen einfacher zu stemmen ist als ein DDL-Turnier und das nicht gleich so riesig ist. Das widerspricht sich damit, dass man erfahrene Ausrichter bräuchte. Und wenn man sagt, dass unerfahrene Clubs eben was anderes machen sollen, stellt sich das Problem, dass wir meistens Probleme haben, Ausrichter zu finden. Wenn dann drei erfahrene, traditionelle und zuverlässige Ausrichter schon für die Regios weg sind – wer macht dann die anderen Turniere?

    2. Witthaut (Mainz) sagt:

      Im Grunde stimme ich dem Artikel und allen Kommentaren zu, bis auf eine Anmerkung:

      Aus meiner Erfahrung vieler Turniere: Drei Turniere mit exakt gleich koordinierten Zeitplänen halte ich für ausgeschlossen. Das ist schon schwierig genug beim Finale. Viele Zeitverschiebungen liegen an Dingen, die man nicht beeinflussen kann. Was tust du wenn in Tübingen der Caterer ne Stunde zu spät zum Mittagessen kommt, Leipzig aber nicht abends warten kann, weil sie feste Verträge mit einem Restaurant haben. Allein den Versuch das so zu organisieren, hielte ich für zu gewagt.

    3. Sabine (Tübingen/ St. Gallen) sagt:

      Stimmt. Eine halbe bis ganze Stunde Verzögerung auf einem Turnier kommt vor und ist nicht so tragisch, aber mit Synchronisierung würde sich das teilweise summieren, sodass dann alle zwei Stunden später fertig sind. Da muss nur mal der Drucker streiken, dann der Beamer und dann das Mittagessen eine Viertelstunde zu spät kommen, schon hat man eine Stunde gesammelt, wo es eigentlich nur jeweils zwanzig Minuten wären.

    4. Christian (MZ) sagt:

      Zustimmung zu Willy und Sabine. Eine solche Koordinierung ist in der Praxis so gut wie unmöglich. Allenfalls dann, wenn man riesige Puffer hat, was allenfalls durch die Streichung der inzwischen obligatorischen vierten Vorrunde möglich wäre. Aber selbst dann halte ich das für sehr schwierig.

    5. Johannes (HH) sagt:

      Danke für den top Artikel Jule! Zustimmung zu Willy, Sabine und Christian.

      Es ist wirklich seltsam, dass ich auf ein internationales Turnier nach London, Maastricht oder Budapest kürzer brauche als zu einer Regio, für die wir gerade sieben Stunden unterwegs sind.

      Lennart, dein Argument zur Clubverteilung finde ich nicht plausibel. Warum ist der mediale/Sponsoreneffekt geringer, wenn wir das Teilnehmerfeld besser balancieren? Im Gegenteil werden bei besserer Verteilung mehr Top-Teams, die momentan trotz guter Leistung rausfliegen, in medien- und sponsorenwirksamen Finals brillieren. Auch die Feststellung der Clubstärke zwecks Zuteilung funktioniert recht genau über Erfolge vergangener Turniere, siehe Witthaut’scher Regioteiler.

    1. Peter G. sagt:

      Sorry, Lennart war schneller…

    2. Lennart Lokstein sagt:

      Der Vorteil, wenn man den Artikel selbst veröffentlicht… :>

  2. Lara (Berlin) sagt:

    Liebe Jule,

    vielen Dank für deinen Artikel, ich stimme dir vollkommen zu, bei allen Schwierigkeiten, die du ansprichst.

    Nur zwei Ergänzungen:

    1. Bei dem Fairnesspunkt ist nicht nur entscheidend, wie viele starke Redner ein Club hat sondern auch, wie viele Teams man am Ende auf das Turnier schicken kann. Das wird natürlich zu einem gewissen Teil durch den Zuschnitt garantiert. Aber dadurch, dass die vorab angemeldete Zahl der Teams nicht immer mit der tatsächlichen Anzahl identisch ist, haben am Ende doch nicht alle Clubs die gleichen Chancen. Wenn ich mich nicht irre, werden in diesem Jahr auf manchen Regios Räume geschlossen, während auf anderen die Wartelisten noch sehr lang sind. Das bedeutet natürlich auch, dass man als Club im Zweifel weniger Chancen auf einen zusätzlichen Startplatz hat. In Berlin ist es schon wirklich schade, wenn von 10 Teams, die alle gerne dabei wären, nur 3 fahren können, gerade weil ja die Regios auch eher ein niedrigschwelligeres Turnier sein sollen und die Anfahrt meistens für viele erschwinglich ist. (Ich kann mir vorstellen, dass sich das Mitleid mit Berlin hier vielleicht eher in Grenzen hält, ist bei vielen anderen Clubs aber vermutlich ähnlich)

    2. Zum JurorInnenmangel: ich bin mir nicht sicher, ob der für alle Regios gilt. Berlin hat z.B. im Augenblick nur zwei JurorInnenplätze auf der NODM und noch 6 jurierwillige Personen, die nicht teilnehmen können.

    1. Sabine (Tübingen/ St. Gallen) sagt:

      zu 2.: Jule spricht ja eher von qualitativem als quantitativem Mangel. Keine Ahnung, wie es da auf der NODM aussieht, wollte nur anmerken, dass viele Juroren nicht zwingend genug Hauptjuroren sind 🙂

    2. Lennart Lokstein sagt:

      Also wenn Räume geschlossen werden, sollte der VDCH schon Strafmaßnahmen gegen jeden Club einleiten, der zu viel angemeldet hatte, insbesondere aus Fairneß gegenüber den übrigen Regioteilnehmern. Das Anmelden von zu vielen Teams ist die Schwachstelle im System und sie wird nur dann nicht ausgenutzt, wenn strategisches Anmelden geahndet wird.

      Abgesehen davon zahlt der VDCH den Ausrichtern Geld abhängig von der ursprünglich gemeldeten, nicht der am Ende bestehenden Raumzahl. Folglich erschleichen sich die überanmeldenden Clubs dann nicht bloß eine leerere Regio, sondern zusätzlich eine pro Kopf besser finanzierte.

    3. Alena (MZ) sagt:

      Zur Jurorenmangel: Das Qualität/Quantität-Problem gibt es im Westen auch. Wir haben zu unserem Nachrückerteam keinen Jurorenplatz dazu bekommen, weil sie schon genug Alumnijuroren hatten und die Juhe-Betten begrenzt sind, so wie ich es verstanden habe.

      Zum strategischen Anmelden: Ich stimme dir zu, dass es unfair ist. Deshalb ist es auch okay, dass man die Teams bezahlen muss, auch wenn man sie nicht stellen kann. Aber es ist verflucht schwer, in einem Club, der nicht quasi unbegrenzt Rednerinnen und Redner hat (wie Tübingen oder Berlin), Monate vorher abzuschätzen, wie viele Teams man realistisch stellen kann.

    4. Sabine (Tübingen/ St. Gallen) sagt:

      Zustimmung zu Alena. Wir hatten zuerst Probleme, unser Regioteam überhaupt vollzukriegen, und jetzt haben wir plötzlich doch noch mehr Interessenten dafür., für die es aber natürlich jetzt keinen Platz mehr gibt. Für die DDM haben wir jetzt gerade zwei interessierte Teams, aber ob die das in zwei Wochen noch wollen, steht in den Sternen (und in den teils erst nächste Woche bekannten Prüfungsplänen).
      Was man aber natürlich machen kann, wäre eine Regelung, in der man zwar zuerst verbindlich Teams anmeldet und bezahlen muss, aber immer noch welche nachmelden kann, die beim Zuschnitt nicht berücksichtigt werden und die dann hinten auf die Warteliste für das zugeteilte Turnier gestellt werden. Unser zweites Team hätte natürlich gegen die 8 Tübinger Teams auf der Warteliste keine Chance gehabt, aber in normalen Fällen könnte das funktionieren. Alternatividee: Tübingen nach Leipzig und Berlin nach Tübingen schicken, dann wollen die gar nicht mehr so viele Plätze 😛

    5. Johannes M. (Bamberg/Göttingen) sagt:

      @Sabine: Das kannst du im Prinzip auch jetzt schon machen. Haben wir für die NODM zumindest versucht, aber ob du nun 8 Tübinger oder 6 Berliner Teams vor dir hast, ändert recht wenig. 😉

  3. Sabine (Tübingen/ St. Gallen) sagt:

    Bei der Startberechtigung für die DDM stimme ich dir völlig zu. St. Gallen schafft es dieses Jahr gerade so, ein Team auf die Regio zu schicken und dabei auch noch die Jurorenquote zu erfüllen. Das war unter anderem deshalb ein Problem, weil unser St. Galler Standardjuror (<3) die WDM chefjuriert. Ich fahre auf dieses Turnier, obwohl ich an den drei Tagen danach drei Prüfungen habe, das würde ich mir sonst auch nicht geben – aber ich muss halt, wenn ich auf die DDM will. Und ich glaube, so geht es vielen kleinen Clubs.
    Ich würde die Startberechtigung der DDM wahrscheinlich schon weiterhin an Bedingungen knüpfen (alleine schon, damit sich nicht irgendwann spontan drei neue Clubs in einer Stadt gründen, um mehr DDM-Plätze zu bekommen), aber diese Bedingung sollte einfacher zu erfülllen sein, z.B. dass ein Club an einem beliebigen VDCH-Turnier (also Regios, aber eben auch die ZEIT DEBATTEN bzw. Campus-Debatten) der Saison teilgenommen haben muss. Dieses Jahr wäre auch das für St. Gallen problematisch, weil alle großen Turniere im Schnitt so 9 Stunden pro Strecke entfernt sind, aber das ist ja nicht jede Saison und nicht für jeden kleinen Club so.
    Die Startplatzvergabe für die DDM könnte man ja ähnlich regeln. Auch hier finde ich es gut, dass Leistung belohnt wird, aber wenn man die Leistung nicht an ein einzelnes Turnier, sondern wieder an die Saison knüpft, würde das das Jurorenproblem auf den Regios vermutlich bekämpfen. Andererseits würde es vielleicht ein größeres auf den anderen Turnieren schaffen. Außerdem würde die Vergabe eher noch vorhersehbarer – auf Campus-Debatten gewinnen ja erst recht immer dieselben Clubs, weil die Konkurrenz viel größer ist. Und genug Platz für alle Halbfinalisten der CD gibt es auf der DDM natürlich auch nicht.

  4. Simon V. (Wuppertal) sagt:

    Ick kann alle Kritik gut nachvollziehen und teile sie. Ich finde es nur bedenkenswert, mit einem solchen Artikel kurz vor den Regios diese Turniere zu belasten, obwohl man an deren Strukturen kurzfristig nichts ändern kann. Natürlich ist es berechtigt, diesen Umstand für erhöhte Aufmerksamkeit zu nutzen. Könnte man aber auch kurz danach machen. Finde ich unglücklich aber mir liegt es auch am Herzen, was besser zu machen

    1. C.T. (Münster/Graz) sagt:

      Ich finde nicht.
      Jules Artikel trieft vor freundlichen Bemerkungen und präventiven Aussagen, wer diesen Text ließt kann eigentlich nicht auf die Idee kommen, dass das jetzt Kritik an den Ausrichtern ist. Ich glaube, wenn man die notwendige Portion aufmerksamkeit investiert, kann man auch nicht belastet sein. Offensichtlich geht es um das Turnierkonzept und nicht die, die es gerade ausrichten.
      (Wenn es um die Aussagen über anzunehmende Clubstärken geht: Ich glaube, wenn man ehrlich ist, kann man die sogar deutlich prägnanter fassen. Ich denke, auch wenn es isb. in BP immer mal Überraschungen gibt, können die meisten die länger in der Szene sind, für jede Regio die Teams nennen, die wahrscheinlich breaken werden.)
      Zudem Adressiert sie doch Probleme, die den meisten von uns doch auch durch den Kopf schwirren, wenn wir über 3 Turniere im zugegebener Maßen nicht extrem großen deutschsprachigen Debattierzirkel nachdenken.
      Letzlich macht es doch gerade vor einem Turnier Sinn über den Ressourceneinsatz bzw. Verteilung und die Sinnhaftigkeit seiner jetzigen Form nachzudenken. Jetzt gerade haben wir die Regios doch alle im Kopf, in zwei Wochen eher nicht mehr.
      Ich denke, man kann den Artikel positv sehen, im Zweifel haben jetzt alle was, über das sie an Freitagabend reden können, Vielleicht (hoffentlich 😉 ) kommt ja etwas dabei raus, das den SQ verbessert.

    2. Simon V. (Wuppertal) sagt:

      Sehe ich nicht so.
      Ich bezweifle, dass wir uns nach Sonntagabend/Nachmittag noch mit diesem relevanten Thema beschäftigen werden, sondern viel lieber darüber schmähen, wie doof doch das Finalthema war o.ä. wo viele mitreden wollen. Aber ich lasse mich natürlich eines Besseren belehren.
      Aber wenn du willst, können ja genau wir beide uns am Freitagabend zu einem Getränk zusammensetzen und eine schöne Grundsanierung der Regios diskutieren!

      PS: Ist wahrscheinlich nicht möglich, da ich leider nicht kommen kann. Aber das Angebot gilt natürlich für alle Freitagabende eines Turniers (DDM ausgeschlossen).

    3. C.T. (Münster/Graz) sagt:

      Ich fürchte, jetzt kann ich dir nicht mehr folgen.
      Entweder interessiert uns das Turnier und seine Struktur danach noch oder nicht (den ersten Punkt nimmst du an, um dich über den Zeitpunkt der Veröffentlichung des Mifi zu beschweren, den zweiten vertritts du, wenn du sagst, das wir uns danach anscheinend nur noch für die Themen und nicht mehr das drum rum interessieren).
      Ich folge deiner neuen Meinung und nehme an, das du es auch gut findest, das es dieses Mifi jetzt gibt. Wie schön.

  5. Alexander Osterkorn (Gö) sagt:

    In der Hoffnung, das jetzt nicht überlesen zu haben: War nicht für die Post-ZEIT-Zeit sowieso mal die Streichung der Regios auf dem Tisch? Wie ist denn da der Stand?
    Und ggf. könnte man ja auch nur zwei Regios ausrichten, eine Süd- und eine Norddeutschsprachige Meisterschaft o. Ä. Denn zumindest Deutschland ist ja mehr lang als breit, wodurch ich vermuten würde, dass das die Gesamtfahrtzeiten jetzt nicht wesentlich verschlechtert und man müsste eine Regio weniger finanzieren.

    1. Florian U. sagt:

      Wie soll man denn vernünftig über Reformen diskutieren, wenn sie gestrichen werden !11!1 Wo ist da der Skandal!

    2. Benedikt R. (HD) sagt:

      Nachdem wir die frohe Nachricht auch auf den VDCH-Foren der Regios bereits verbreitet haben:
      Wir gehen aktuell davon aus, dass im nächsten Jahr eine volle Saison inkl. Regios finanziert ist 😉
      Mehr Infos folgen, wenn wir alles abgeschlossen haben, vorher können wir leider noch nicht mehr sagen.
      Hier an dieser Stelle erstmal vor allem: Neben der Tatsache, dass wir also etwaige Ausrichter suchen, ist die Diskussion damit in der Tat noch relevant.

  6. pe sagt:

    Wie wäre es mit 4 Regios? Je 2 an 2 aufeinander folgenden Wochenenden. Vereinstuordnung ähnlich wie bislang. Es gibt eine 2×(n/2)-Jurierregelung. Auf das Turnier an dem ein Verein antritt muss er n/2 Juror*innen schicken; auf eines der beiden Turniere am anderen Wochenende muss der Verein ebenfalls n/2 Juror*innen schicken.

    1. Christian (MZ) sagt:

      Das ist ja hier schon wie beim DDG Nachwuchspreis!!!11!1!Einseinseins ich habe übrigens gehört, da wird dieses Jahr tatsächlich per Hammelsprung abgestimmt. Endlich ein geordnetes Verfahren!!! 111!!11Einseinsein11eins

    2. Alexander Osterkorn (Gö) sagt:

      Oder einfach nur ein Regio? 😉

    3. Christian (MZ) sagt:

      Oder Lokalmeisterschaften? In jeder vdch Stadt eine. Dann sind auch die Schlafplätze kein Problem mehr und überlange Anreisen gibt es auch nicht mehr. Unter den Gewinnern kann man dann die DDM Startplätze verlosen 🙂

    4. Alena (MZ) sagt:

      Und der Club mit den höchsten Speaks bekommt einen Extrastartplatz auf der DDM!

      Im Übrigen sollten wir unsere Clubabende vielleicht öfter als “Lokalmeisterschaften” bewerben.

  7. Lennart Lokstein sagt:

    Allgemein hier noch die freundliche Erinnerung der Chefreadaktion, dass wir eine Klarnamenpolitik für Kommentare haben. Bitte nennt euch zumindest Patrick E. (Berlin) oder C. Tovar (Münster), wenn ihr schon keinen vollen Namen nutzt – nur einzelne Buchstaben dürften den wenigsten Mitdiskutanten etwas sagen. 😉

  8. Johannes (HH) sagt:

    Danke für den top Artikel Jule! Zustimmung zu Willy, Sabine und Christian.

    Es ist wirklich seltsam, dass ich auf ein internationales Turnier nach London, Maastricht oder Budapest kürzer brauche als zu einer Regio, für die wir gerade sieben Stunden unterwegs sind.

    Lennart, dein Argument zur Clubverteilung finde ich nicht plausibel. Warum ist der mediale/Sponsoreneffekt geringer, wenn wir das Teilnehmerfeld besser balancieren? Im Gegenteil werden bei besserer Verteilung mehr Top-Teams, die momentan trotz guter Leistung rausfliegen, in medien- und sponsorenwirksamen Finals brillieren. Auch die Feststellung der Clubstärke zwecks Zuteilung funktioniert recht genau über Erfolge vergangener Turniere, siehe Witthaut’scher Regioteiler.

    1. Sabine (Tübingen/ St. Gallen) sagt:

      Lennarts Argument ist, dass für die Wirkung die Stärke des Teilnehmerfeldes nicht so wichtig ist wie die Bezeichnung “Meisterschaft”. Das halte ich auch für korrekt. Und Externe sind ohnehin meistens begeistert von den Finales, auch wenn wir Internen das anders sehen (außer es ist BP, da ist es genau andersum 😉 ).
      Und mit Willys Vorschlag seid ihr nicht kürzer unterwegs, sondern müsstet eventuell sogar nach Tübingen auf die SDM fahren! Was natürlich nicht gegen Willys Vorschlag als solchen spricht. Möglicher Grund übrigens für die unterschiedliche Reisedauer: Nach London und Budapest fliegst du, nach Saarbrücken offensichtlich nicht, ginge aber bestimmt auch 🙂

  9. Johannes (HH) sagt:

    Das bestimmt richtig Sabine, aber warum können wir die Bezeichnung “Meisterschaft” nicht erhalten?

    Zu Willis Vorschlag: Der Regionalcharakter lässt sich bestimmt mindestens so gut wie im SQ (Hamburg in Saarbrücken usw.) erhalten, indem die Zuteilung nicht 100% Stärke-Balance sucht, 90% reichen. Hamburg in Tübingen ist dann nicht drin. Selbst wenn dauert nach Tübingen selbst per Zug nicht länger als nach Saarbrücken. Wird also nicht schlimmer, aber fairer.

    Natürlich kriegt Tübingen durch diese Zuteilung noch mehr potente Konkurrenz auf der SDM. Wie ich die Tübinger kenne ist die dort aber hochwillkommen!

    1. Sabine (Tübingen/ St. Gallen) sagt:

      Naja, wir könnten die Dinger schon weiter Regionalmeisterschaften nennen, aber spätestens wenn wir ne Pressemitteilung rausgeben, dass Hamburg süddeutsche Meister ist, kauft uns keiner mehr ab, dass es echte Regionalmeisterschaften sind, und mehr deutsche Mini-Meisterschaften sind auch unglaubwürdig. Natürlich wird Tübingen das meistens zu verhindern wissen, aber was wenn mal nicht? :/
      [Reisevorschlag für euch: Nach Paris fliegen und von da mit dem TGV nach Saarbrücken]
      Dass Hamburg auf der WDM ist, ist hingegen schon öfter vorgekommen. Vielleicht würde es Sinn machen, die Bezeichnungen der Regios je nach Zuschnitt ein bisschen zu variieren, sodass die WDM dieses Jahr eben NWDM und die NODM ODM heißen würden. Dieses Jahr liegt die WDM gerade für Hamburg vermutlich ungünstiger als sonst, ja. Aber dazu sage ich als St. Gallerin nur: Berlin Hamburg Münster Hannover Jena.

    2. Witthaut (Mainz) sagt:

      Man könnte die Turniere auch in ihrem Charakter anders benennen: Regionale Qualifikationsturniere zur Deutschsprachigen Meisterschaft, Vormeisterschaft im Hochschuldebattieren, Regional Qualifiers, Frühlingsmeisterschaft, Mid-Term irgendwas, oder oder oder.

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