Vorher informiert: Die MV-Anträge 2018 im Podcast

Datum: 23. August 2018
Redakteur:
Kategorie: Mittwochs-Feature, VDCH, Veranstaltungen

Einmal im Jahr, zum Ende der Saison, treffen sich die Vertreter der verschiedenen Clubs auf der VDCH-Mitgliederversammlung, um über die Geschicke des Dachverbands zu beraten und entscheiden. Meist wird bis spät in die Nacht diskutiert und am Ende manch ein Thema nur wenig besprochen, da die Zeit nicht mehr ausreicht – unter anderem, weil die Teilnehmer gerade erst ins Amt gewählt wurden und wenig Kenntnis über den VDCH haben, aber auch, weil die Anträge in Schriftform meist einer längeren Diskussion bedürfen. Daher gibt es seit 2017 alle Anträge vorab auf der Achten Minute im 1on1-Format mit den Antragstellern im Podcast. In thematischen Blöcken stellen wir im Podcast die kritischen Fragen, die ansonsten oft erst während der MV aufkommen. Unsere Hoffnung: Die Clubvertreter hören sie sich im Voraus an, um dann auf der MV schneller entscheiden zu können.

Block 1: Clubverteilung auf Regionalmeisterschaften, Regeln für Campus-Debatten

 

Block 2: Öffnung des VDCH für Berufstätigenclubs

 

Block 3: Anträge zu Campus-Debatten

 

Gesamte Playlist:

lok.

Mittwochs-Feature

Das Mittwochs-Feature: Jeden Mittwoch ab 10.00 Uhr stellt das Mittwochs-Feature eine Idee, Debatte, Buch oder Person in den Mittelpunkt. Wenn du selbst eine Debatte anstoßen möchtest, melde dich mit deinem Themen-Vorschlag per Mail an team [at] achteminute [dot] de.

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46 Kommentare zu “Vorher informiert: Die MV-Anträge 2018 im Podcast”

  1. Simon V. (Wuppertal) sagt:

    Find ich sehr klasse, dass ihr das Podcast-Format weiterführt ;). Vielleicht kann man das auch mal bzgl. eines anderen Inhalts verwenden.

    Kapitelmarken wären super!

  2. Benedikt R. (HD / VDCH) sagt:

    Stellungnahme des VDCH-Vorstandes

    Wir finden es eine sehr gute Sache, dass es wieder Podcasts gibt und damit ein Anreiz gegeben wird, dass sich Leute vor der MV zu den Anträgen informieren.
    Eigentlich hatten wir angefragt, ob wir dabei direkt ein paar Anmerkungen zu einzelnen Anträgen abgeben können, aber da dies untergegangen scheint, nun eben auf diesem Wege (zu Block 2).

    Kurz zu den Campus-Debatten:

    Dies ist ein Antrag, den wir als Vorstand auch gestellt hätten, wäre uns Tübingen nicht zuvor gekommen. Auch wenn wir uns also wie mehrfach angekündigt über mehr Absprache gefreut hätten (z.B. auch mit Alex, damit so etwas wie die erwähnten Änderungsanträge, die nun aus rechtlichen Gründen gestellt werden müssen, vermieden worden wären), heißt das, dass wir diesen explizit unterstützen möchten, wie Habakuk im Podcast zu Block 1 schon erwähnt.
    Ansonsten noch zwei kleine Klarstellungen:
    Anders als Lennart erwähnt, wird die DDG voraussichtlich keine Blöcke für die nächste Saison bereitstellen. Ziel ist, diese wenn dann in unserem eigenen, neuen Design mit allen Sponsoren drauf zu produzieren.
    Die erwähnten Banner, die hier kurz zur Diskussion gestellt wurden, sind vom Design – wie ebenfalls mit der Ausschreibung mehrfach angekündigt wurde – bereits in Auftrag gegeben worden. Wir halten solche Materialen darüber hinaus auch für extrem wichtig: Bilder wie das von Gregor Gysi direkt vor dem ZD-Rollup sind entscheidend für unsere Presse- und Sponsoringarbeit. Die KSG beispielsweise fragt explizit von jedem einzelnen Turnier immer Fotos an, und die Sieger und TN-Fotos sehen damit deutlich professioneller aus.

  3. Benedikt R. (HD / VDCH) sagt:

    Öffnung für Berufstätige:

    Wie aufmerksame Beobachter bereits im entsprechenden AM-Artikel gemerkt haben, stehen wir im scheidenden Vorstand diesem Antrag – insbesondere in seiner jetztigen Formulierung – kritisch gegenüber. Gleich vorneweg: Dies bedeutet nicht, dass wir uns nicht über die Teilnahme von Berufstätigen an verschiedenen Veranstaltungen freuen!

    Status Quo: In diesem Sinne hatten wir auch Anfang Juni ein sehr schönes Gespräch mit den Vertretern der Schweizer Berufstätigenclubs. Hier haben wir deutlich gemacht, dass wir uns über Austausch freuen und beispielsweise dazu eingeladen, Vertreter zum Kick-Off und zur Campus-Debatte Tübingen zu schicken, was alles bereits ohne Satzungsänderung möglich ist. Dies wurde auch sehr positiv angenommen. Insbesondere ist hier den Vertretern der Schweizer Clubs auch klar geworden, dass ein eigener Verband für sie erstmal keinen Sinn ergibt – das beschriebene Schreckensszenario eines großen Alternativverbandes existiert also (zumindest in den nächsten 1-2 Jahren) so einfach nicht.
    Außerdem haben wir in dem Gespräch erklärt, warum eine schnelle Namens- oder Satzungsänderung insbesondere aus Sponsorengründen für den VDCH momentan eher schädlich wäre. Auch dies wurde mit großem Verständnis aufgenommen, niemand hatte hier das Gefühl, dass es ohne eine umfangreiche Satzungsänderung “nicht inklusiv” wäre.

    Der Antrag: Uns sollte bewusst sein, dass der vorliegende Tübinger Antrag das schärfste Schwert ist, das der Verband hat. Hier wird nicht nur eine Satzungsänderung, sondern sogar eine Änderung des Satzungszweckes beantragt. Auch wenn wir den Namen formal behalten, geben wir damit im Kern unserer Satzung die Hochschulen als zentrales Element auf. Eine Satzung, die wir jedes Mal beim Antrag an das BMBF mitschicken müssen, eine Satzung, nach der unsere Gemeinnützigkeit beurteilt wird etc. Die Auswirkungen auf diese Bereiche sind ungewiss und unserer Meinung ein Risiko, was ohne Not eingegangen wird.

    Weitere Schäden / Probleme:
    – Im Allgemeinen verkaufen wir natürlich, dass es sich bei den ZDs / CDs um eine studentische Turnierserie handelt. Dies müsste zumindest mittelfristig auch erstmal so bleiben, falls wir aktuelle Sponsoren halten möchten. Aus meiner Erfahrung in diesem Jahr kann ich sagen, dass dies auch einen sehr großen Vorteil darstellt. Im ideellen Förderbereich dadurch, dass man für den studentischen Geldbeutel ergänzend zum akademischen Curriculum Debattenkultur fördert. Im privaten Sponsoringbereich deshalb, weil wir als potentielle zukünftige, hochqualifizierte Mitarbeiter eine interessante Zielgruppe sind.
    – Die (studentische) Turnierserie finanziert im SQ die Verbandsarbeit auch als Ganzes. Sponsoren und Förderer möchten vornehmlich diese Serie fördern. Die Verbandsarbeit (Vorstandsaktivitäten, MV, Steuerberatung) legitimiert sich stark durch die Turnierserie und wird daher zum großen Teil auch davon bezahlt. Eine Trennung einer studentische Serie und einen allgemeinen Verband / einer zweiten Serie ist also finanziell schwierig!
    – Außerdem fördert insbesondere das BMBF nur Studenten: Fast alle weiteren VDCH-Veranstaltungen (Kick-Off, Jurierseminare und in diesem Jahr erstmalig die Debate Academy) hängen daran, dass (genügend) Studenten teilnehmen. Jeder nicht-studentische Teilnehmer muss da querfinanziert werden bzw würde zulasten eines höheren TNB gehen (oder man würde zwei Beiträge, einen studentischen und einen höheren einführen). Insgesamt müssen sie auch einen mehrheitlich studentischen Charakter behalten für diese Förderung.

    Alternative: Wie beschrieben, spricht aus unserer Sicht nichts gegen eine schrittweise Einbindung der Berufstätigenclubs. So haben wir auch angeboten, dass der VDCH bei der Erstausrichtung eines Turnieres dieser Vereine gerne behilflich sein kann. Alle kurzfristigen Vorteile, die Lennart erwähnt, können wir auch so haben. Und für die langfristigen Visionen, “in zehn Jahren” , kann man immer noch organisch sich mitentwickeln, falls sie denn überhaupt wahr werden, anstatt jetzt eine so starke Grundsatzänderung ohne Not zu beschließen.
    Im Übrigen läuft der weitere Tübinger Antrag, dass die Campus-Debatten nur noch für studentische Teilnehmer geöffnet sein sollen, der angestrebten Inklusivität deutlicher entgegen. Wenn man an keinem Turnier der großen Serie teilnehmen kann, ist es glaube ich wesentlich abschreckender, als kein Stimmrecht auf der MV zu haben. Dieser Antrag würde ebenfalls erst dann funktionieren, wenn es bereits eine weitere Berufstätigenserie gibt – also vielleicht in 5-10 Jahren mit etwas Glück.

    Als Kompromiss sehen wir – wie auch ebenfalls unter dem AM-Aritkel erwähnt – die Möglichkeit, einen zweiten Mitgliedsstatus eines Beobachters zu beschließen oder vielleicht auch erstmal ein Jahr abzuwarten, die Entwicklung dort zu unterstützen und dann schrittweise in den nächsten Jahren ein komplettes Konzept zu erarbeiten (mit Fragen wie: Wollen und dürfen wir höhere TN-Beiträge für Berufstätige nehmen? Wie sollen Turnierstartplätze verteilt werden etc), welches sich an der tatsächlichen Entwicklung orientieren kann.

  4. Lennart Lokstein sagt:

    Da ich mit dem Podcast dieses Jahr nichts zu tun habe – den hat dankenswerterweise JG übernommen – kann ich zum Äußerungswunsch des VDCH-Vorstands wenig sagen, aber Habakuk hat doch ziemlich offensichtlich bereits in Block 1 geredet und wurde meines Wissens auch von JG angefragt?

    Jetzt zum Inhaltlichen zu Block 2:

    Einerseits zum Herangehen:
    Es ist kein Geheimnis, dass der Vorstand der Öffnung für Berufstätige “kritisch gegenübersteht”. Der Vorstand wollte erstmal überhaupt nichts machen! Ich habe den Kontakt hergestellt, auf die Schweizer aufmerksam gemacht und das erwähnte Treffen vorgeschlagen. Auch dem gegenüber war der Vorstand zunächst zögerlich, auch da hieß es schon “die machen eh nichts, lasst uns mal warten”. Als ich dann eine definitive Aussage hatte, dass die Schweizer bereits DABEI waren, einen eigenen Dachverband zu gründen, sah der Vorstand auf einmal immerhin einen Grund, immerhin mal mit ihnen zu reden!

    Da war dann aber nach wie vor immer die Einstellung “so wenig wie möglich”. Es ist mir ein großes Rätsel, wie wir, als Menschen, die immer damit werben und immer so stolz darauf sind, Demokratie und die Kultur des Debattierens zu fördern und zu verbreiten, wenn sich einmal konkret die Gelegenheit bietet lieber den Kopf in den Sand stecken und alles möglichst wenig und möglichst langsam wollen.

    Zu den genannten Sorgen: Ich finde sie größtenteils unbegründet, beim Bereich “Förderer wollen exklusiv Studierende” sogar widersprüchlich zum SQ.

    Zunächst zur Turnierteilnahme auf Campus-Debatten. Anscheinend hat der Vorstand große Sorgen, dass Sponsoren es schlecht finden, wenn wir das Debattieren in dieser Form ausbauen wollen. Ich glaube, die Verluste liegen gerade in der Nichtöffnung. Dazu eine etwas differenziertere Analyse:

    Gruppe 1: Ideelle Förderer, die das Debattieren an sich gut finden
    Relativ simpel – solche Förderer finden die Aktion eher gut.

    Gruppe 2: Ideelle Förderer, die Studierende fördern wollen
    Hier beginnt die Widersprüchlichkeit. Also einerseits sieht mein Vorschlag vor – und das wird auch im Podcast klar so gesagt – dass man problemlos die Teilnahme für Berufstätige bei Veranstaltungen, die von solchen Förderern unterstützt werden, zum Selbstkostenpreis, also ohne Anteil am Fördergeld teilnehmen lassen könnte. Beim Kick-Off und Jurierseminaren z.B. waren die letzten Jahre die vereinzelten Nichtstudierenden, die aufkreuzten, nie ein Problem!
    Noch absurder wird die Argumentation des Vorstands hier, wenn Benedikt einerseits kritisiert, dass Berufstätige ja heute schon bei CD mitmachen könnten und das so inklusiv sei – aha? Förderer haben kein Problem damit? – und andererseits kritisiert, wenn der Tübinger Antrag vorschlägt, die Breakteilnahme (nicht die Turnierteilnahme!) zu regulieren, eben damit z.B. das geförderte öffentliche Finale und die Preise weiter den Studierenden gehören. Ich stelle es mir deutlich problematischer vor, Berufstätigenclubs nicht in den VDCH aufzunehmen und sie aber eine CD gewinnen zu lassen, mit Siegerfoto und allem, drei Menschen im Alter von 30-60, als sie mit mehr Rechten zu integrieren, auf Selbstkosten teilnehmen zu lassen und die Finals für Studierende zu reservieren!

    Gruppe 3: Sponsoren mit Recruitinginteressen
    Haben wir aktuell keine und frühere Vereinbarungen wurden eingestellt. Das ist also von vornherein erst einmal keine allzu relevante Gruppe, vorallem aber sehe ich kein Problem dabei, denen weiterhin Studierende anbieten zu können, wenn die Zahl der Studierenden im VDCH nicht plötzlich auf magische Weise abnimmt! Auf CD wurden zuletzt immer Räume geschlossen, da nimmt man also niemandem was weg. Auch kann man auf Campus Debatten oder anderen Events im Zweifelsfall, solange die Finanzierung auf Selbstkostenbasis ist, relativ problemlos einen Raum mehr aufmachen/ein JuHe-Zimmer mehr buchen.

    Gruppe 4: Sponsoren, die mediale Reichweite wollen
    Vom Vorstand gerade mysteriöserweise nicht erwähnt: Sponsoren, die einfach PR möchten, d.h. möglichst große und relevante Turniere. Davon haben wir in reiner Form aktuell keinen, der ZEIT z.B. war das früher aber mit wichtig und wenn wir mehr Reichweite schaffen, werden wir hier künftig auch leichter Sponsoren in diesem Bereich finden.

    Gruppe 5: Sponsoren, die das Debattieren persönlich cool finden
    Hier handelt es sich um Unternehmen, die aufgrund persönlichen Kontakts das Debattieren kennen lernen und dann unterstützen wollen (anders als die in 1 genannten Förderer wie Stiftungen, die das ohnehin als Zweck haben). Solche Kontakt kommen vorallem über Leute in Berufen zu stande, im Status Quo z.B. über Alumni und sie sind seit Gründung des VDCH eine wichtige Quelle für Kooperationen und Hinweise. Die Möglichkeiten, hier Kontakte zu finden, wächst nicht bloß mit dem VDCH und der Zeit, sondern eben insbesondere mit Berufstätigen! Warum diese aber das studentische statt ihres eigenen Debattierens unterstützen sollten, ist mir unklar und genau da verliert der VDCH massiv bei Parallelstrukturen.

    Der letzte Einwand, den ich sehe, ist die erwähnte Satzung, die wir mitschicken: Könnten Gruppe 2-Förderer beschließen, uns nicht mehr zu fördern, wenn wir in der Satzung sowas stehen haben wie “Alle dürfen im VDCH mitmachen aber er kann auch dezidiert Angebote für Studierende schaffen”? Ich halte das bei einer Mitgliedschaft von fast nur studentischen Clubs und unterschiedlichen TNB für Studierende/Berufstätige für deutlich unwahrscheinlicher, als es bereits im Status Quo Möglichkeiten der Inklusion gibt. Obendrein ist es jetzt auch nicht so, als würden wir das kommentarlos abschicken. In jedem Antrag stellt man sich auch schriftlich vor und beschreibt, wer man ist, wie man aufgestellt ist, was man macht, mit welchem Geld und für wen. Und gerade mit bestehenden Förderern besteht auch persönlicher Kontakt.

    Alles in allem hätte ich mir gewünscht, der Vorstand hätte sich deutlich offener und früher mit den Chancen durch Berufstätige auseinandergesetzt, statt das schleifen zu lassen. Das ist durch begrenzte Zeitressourcen rechtfertigbar, es heißt aber nicht, dass man sich deshalb der Öffnung verschließen muss. Auch, dass wir bereits – und das ist Faktum – um ein Haar bereits den zweiten Dachverband in Existenz sehen würden, hätte ich den Dialog nicht immer wieder vorangetrieben, sollte man bei der Beurteilung der Dringlichkeit nicht herunterspielen oder vergessen! Ich sehe minimale Risiken durch eine Öffnung, aber viele Chancen für den VDCH, die gerade verspielt werden. Darüber hinaus aber, und das soll das letzte Argument sein, finde ich das Debattieren einfach richtig und fördernswert, für die gesamte Gesellschaft. Es wäre schade, hierfür mehrere nach Nation und nach Lebensabschnitt separierte Verbände zu schaffen.

  5. Benedikt R. (HD / VDCH) sagt:

    Erstmal ein paar Klarstellungen zu den Fakten, inhaltlich dann später mehr:
    – Dass du zuerst von den Schweizern Bescheid wusstest und sie dich als Kontaktperson sahen, lag ja nunmal daran, dass du dort einen Workshop gegeben hast. Davon erfuhren wir über Sarah (!) als Beirätin für die Trainings am 30.10.17
    – Bereits kurz darauf, am 08.11.17, habe ich den Schweizern geschrieben und ihnen u.a. angeboten, die verschiedenen Möglichkeiten zu prüfen und bei Fragen zur Verfügung zu stehen. Es entspann sich ein regelmäßiger Email-Verkehr, bei dem meine Antwortzeiten im Übrigen i.d.R. kürzer waren als die der Schweizer Seite.
    – Das Ganze fiel in eine Zeit, als viele andere Dingen passierten, u.a. auch die Verhandlungen mit der ZEIT-Stiftung und es somit durchaus zeittechnisch Priorisierungsbedarf gab, um es mal vorsichtig auszudrücken.
    – Wir haben es im Vorstand thematisiert, mit der DDG besprochen (die eine ähnliche Meinung hatte wie wir) und sind zu der Einschätzung gekommen, dass man erstmal den Kontakt suchen sollte und herausfinden soll, was sich die Schweizer eigentlich wünschen von einem Dachverband etc.
    Es waren 2-3 frisch gegründete Clubs und ich bleibe dabei, dass das ganze zumindest kein “drängendes” Problem darstellt.
    – Ja, das finale Gesprächsangebot zum Skypetermin wurde durch die Aussage beschleunigt, dass sie eine Überlegung hatten, einen Verband zu gründen. Das Gespräch war aber definitiv schon vorher geplant. Insbesondere war absehbar, – wenn man dies einmal richtig kommuniziert und nicht immer nur über große Szenarien / Versprechungen von einem “VDC” redet – , dass sich das vermutlich schnell wieder verlieren würde. Da sie eben bereits im Status Quo an fast allem teilnehmen können. Da sie eben von einer Vernetzung mit uns deutlich mehr profitieren als dann “um ein Haar” einen eigenen Dachverband von drei Clubs ohne Wissen etc zu haben.
    Genau dies ist dann in dem Skypen auch passiert, bei dem du selbst dabei warst.

    Es ist einfach etwas anderes, Dinge zu priorisieren und/oder zu einer anderen Einschätzung zu kommen. Auch wenn es vielleicht nicht deine Einschätzung ist, finde ich es nicht gerechtfertigt uns vorzuwerfen “wir hätten einfach nichts gemacht”.

    1. Lennart Lokstein sagt:

      Gleich vorab: Ich finde es – wie oben gesagt – völlig in Ordnung und richtig, dass in einer schwierigen Zeit die Prioritäten beim Vorstand auf der Sicherung der nächsten Turnierserie lagen. Daher sage ich die Sachen zum bisherigen Verfahren auch nicht im Sinne von “das hat der Vorstand falsch gemacht” sondern zukunftgerichtet auf “das lief suboptimal, lasst es uns endlich beherzt angehen”. Falls das anders als beabsichtigt rüberkam, möchte ich mich dafür entschuldigen.

      Ich finde es aber auch inakkurat, es so darzustellen, als hätte man bislang die Kooperation aktiv gesucht oder für relevant befunden. Kontakt entstand immer dann, wenn ich nachgehakt habe. Die Schweizer waren auf dem SK-Cup, weil ich explizit darauf hingewiesen habe. Über die Grüdungsbestrebungen erfuhr der Vorstand, weil ich die Initiative ergriffen und nochmal nachgefragt habe. Es lässt sich hier also noch sicherlich einiges mehr holen.

      Zur inhaltlichen Perspektive habe ich meine Einschätzung ja bereits dargelegt.

    2. Benedikt R. (HD) sagt:

      Akzeptiert 😉 Es kam in der Tat – zumindest bei mir – etwas anders rüber.

      Wie gesagt, es gab auch Kontakt, den du vielleicht nicht mitbekommen hast (wie den erwähnten Email-Verkehr) und wir sehen das durchaus als ein relevantes Thema an. Zugegeben, dass wir da womöglich nicht so aktiv waren – das basierte ja letztlich aber eben auch auf der inhaltlichen Einschätzung.

  6. Benedikt R. (HD) sagt:

    Hier wie versprochen noch ein paar weitere Anmerkungen.

    Um es nochmal klarzustellen: Wir möchten uns nicht “verschließen”, was du uns hier in den Mund legst, und haben das – weder gegenüber den Schweizern, noch z.B. bei der Diskussion unter dem Artikel – auch niemals gesagt oder getan.
    Leider bist du auch nicht einmal darauf eingegangen, warum wir jetzt die Satzung so stark ändern müssen: Wir hatten bereits im April zu deinem Aritkel, also BEVOR diese erwähnten Überlegungen eines zweiten Dachverbandes zu uns gedrungen sind, den Vorschlag einer weiteren Mitgliedskategorie gemacht. Dies würde es übrigens auch rechtlich erleichtern, warum man einige seiner Mitglieder z.B. bei Teilnahmepreisen anders behandelt (Vereine haben da i.A. sonst eine Gleichbehandlungspflicht). Auch das ist etwas, was wir gerne vorab – gemeinsam mit unserem Rechtsbeirat – diskutiert hätten.

    Wir waren in dem Gespräch mit dem Schweizern, bei dem du dabei warst, übereingekommen – auch darauf bist du bisher nicht eingegangen – dass es für sie akzeptabel und nachvollziehbar ist, wenn wir diesen Wandel, wenn wir ihn denn machen wollen, erstmal schrittweise vollführen. Deshalb ist das Szenario eines Parallelverbandes nunmal faktisch erstmal unrealistisch, selbst wenn es einmal kurz im Raum herumgegeistert war.

    Zum Punkt der Argumentation mit dem Status Quo, warum die Teilnahme aktuell ok ist und es auch kein Widerspruch zu aktuellen Förderern ist: Es geht – so steht es übrigens sogar in der Beschlusssammlung – bei den ZDs/CDs um den vornehmlich studentischen Charakter. Wir haben nie gesagt, dass es da niemals in Zukunft möglicherweise Handlungsbedarf geben wird. Bis jedoch ein solches Berufsttätigenteam (und damit meine ich jetzt nicht eines von “Dinos” aus anderen Clubs, und auch das hat es ja selten gegeben) in ein solches Finale kommt, dauert es noch einige Zeit.
    Wenn wir das Ganze jetzt ändern, haben wir keinerlei Impact in der Hinsicht mindestens in den nächsten 1-2 Jahren und schließen dafür jetzt im Status Quo eine Menge Leute vom Break einer CD aus – wieder eine Diskussion, wo ohne Not Probleme und Verteilungskämpfe geschaffen werden. Schon jetzt ist es bei jeder Regio immer ein Hin und Her mit dem Studentenstatus.
    Gleichzeitig würdest du im Moment, wo es noch so wenige Berufstätigenclubs gibt und eine eigene Serie keine Alternativ ist, hier Leute ausschließen. Was davon langfristig letztlich die sinnvollere Alternative ist, ob es überhaupt für eine eigene Serie reicht etc, kann man nunmal erst bei gegebener Zeit sinnvoll bewerten. Wir möchten dagegen erstmal die praktischen Probleme vor Ort unterstützen, zusammen mit der DDG Kontakt zu Debattieralumni vor Ort aufbauen, unterstützen, dass ein (womöglich gemeinesames) erstes Turnier der dortigen Clubs stattfindet.

    Zu den verschiedenen Sponsorenszenarien: Auch hier gilt, dass man alle erwähnten Vorteile durch eine Einbindung nach und nach haben kann, ohne die erwähnten Risiken einzugehen. Insbesondere deine Gruppe “2” ist sehr relevant, weil wir nicht nur dem BMBF, das dies als formalem Kriterium hat, sondern eben auch den anderen Stiftungen gegenüber verkaufen, dass wir Studierende sind, die eben nicht den Geldbeutel dazu haben. Dass es um eine Debattenkultur an Hochschulen gibt und wir dafür eben auch der qualifizierte Akteur sind. Und mit der studentischen Serie eben auch der studentische Dachverband wie gesagt insgesamt finanziert wird – auch etwas, was man deutlich schwerer verkaufen kann, wenn unklar ist, ob die MV und der Steuerberater denn jetzt wirklich auch zur studentischen Serie gehören.

    Soviel zur Frage, wann genau und in welchem Umfang hier Maßnahmen nötig sind, wenn man denn dieses Ziel verfolgen mag.
    Ob wirklich ein einziger Verband, der alle Altersklassen beeinhaltet, eine bessere Lösung darstellt, ist dann letztlich auch eine Grundsatzdiskussion, die man führen muss. Ich möchte jetzt nicht komplett meinen anderen Kommentar (http://www.achteminute.de/20180404/wann-kommt-der-verband-der-deutschsprachigen-debattierclubs/#comment-5924) wiederholen, aber es gibt nunmal auch viele Gründe, warum sich – über alle thematischen Gebiete hinweg – eben oft rein / vornehmlich studentische Vereine herausbilden.

    1. Lennart Lokstein sagt:

      Also diese gegenüber-Sponsoren-rechtfertigen-Sache funktioniert ja auf zwei Gleisen:

      Das eine ist “wem nutzt das Geld” und das ist bei Selbstkostenbasis kein Problem mehr – übrigens auch weniger, als es das im SQ ist, wenn z.B. Alumni oder Berufstätige teilnehmen.

      Das andere ist “nach was sieht es aus” – insbesondere bezogen auf Finals – und da sind auch heute schon einzelne Alumni, die die beste Finalrede halten, suboptimal, wenn da aber ganze Teams aus 40-Jährigen mal gewinnen, erst recht. Jetzt sagst du “ist nicht schlimm, die breaken aktuell eh noch nicht”. Das ist erstmal eine Annahme, die vielleicht stimmt, sich aber schnell ändern kann. Wenn es aber erstmal passiert ist, haben wir den Schaden. Ich würde da lieber vorsorgen. Ein weiterer Rattenschwanz, den man da später hat und eben noch nicht jetzt, ist, dass es jetzt noch nicht um konkrete Personen geht, die dann nicht mehr dürfen. Sobald erstmal ein Team aus Berufstätigen genug geübt hat, um da zu breaken, wird es eine persönliche und eine Neiddebatte, die auszuschließen. Wie das abläuft sieht man dann in den MV-Beschlüssen ab 2013, wo quasi jährlich die Regelung abwechselnd geöffnet und geschlossen wurde, welche alten Leute denn nun dürfen und welche nicht weil zu erfahren oder zu alt. Ich kann allen, die nicht dabei waren sagen, dass diese Diskussionen unschön und kräftezehrend waren, über viele Jahre für den ganzen Verband.

      Und unter beiden Modellen – Vollmitgliedschaft mit Selbstkostenbasis oder Beobachterstatus ohne Rechte – wären sie auf Turnieren, die grundsätzliche Teilnahme kann also nicht das Problem der Förderer sein (und ist es auch im SQ nicht).

      Bleibt die Frage “Warum nicht ein Beobachterstatus ohne Stimmrechte?” Ich sehe hier, im Sinne der Debatte gesprochen, die Beweislast andersrum. Warum nur ein Beobachterstatus ohne Stimmrechte? Wenn wir sie wirklich integrieren wollen, scheint mir das doch naheliegender. Ich wüsste jetzt auch nicht, was die bestehenden drei Clubs mit ihren Stimmen an Unheil stiften sollten. Dafür hat man dann aber später wieder alle mögliche Diskussionen der Aufnahme – und eben schon auch mehr Anreize, vielleicht doch separate Wege zu gehen. Ich sehe also schlicht keinen Grund oder Vorteil für eine Zweiklassenmitgliedschaft, solange die Selbstkostenbasis usw. sich auch mit einem Satz im Vereinszweck ohne notwendige zweite Mitgliedskategorie lösen lässt. Im Gegenteil: Es lässt sich rechtlich wohl kaum begründen, warum Alumni oder Berufstätige aus Clubs in Hochschulstädten einen anderen TNB bezahlen müssten, als solche, die zufällig nicht in einer Hochschulstadt leben.

    2. Sven J. sagt:

      Lieber Bene,

      sollte der Eindruck entstanden sein (so interpretiere ich diesen und deinen ersten Kommentar), dass wir den VDCH mit den Anträgen überrumpeln wollten, tut mir das leid. Wir hätten unsere Anträge gerne auch früher gestellt; es ist für einen neugewählten, jungen 5er-Vorstand allerdings eine Herausforderungen, Anträge zu sammeln, eine gemeinsame Haltung dazu zu entwickeln und sie begründet auszuformulieren. Wir waren und sind am Austausch mit eurem Vorstand sehr interessiert und insbesondere auch Alexander für seine Arbeit und Mithilfe sehr dankbar. Gerade auch mit dem kleinen Antrag für den CD-Rahmen wollten wir euch nicht zuvorkommen, sondern nur zur Sicherheit was stellen bevor es eventuell vergessen würde.

      Jetzt noch inhaltlich: Ich debattiere gerne mit Menschen, die ebenso für dieses Hobby brennen. Und das unabhängig davon, wo sie herkommen, welche politische Meinung sie haben, wie alt sie sind und ob sie schon einen Beruf haben. Berufstätigenclubs mittelfristig auszuschließen oder zu Mitgliedern 2. Klasse zu machen, ist in meinen Augen etwas, was dem Anspruch und dem Selbstverständnis dieses Sports widerspricht. Die Breakberechtigung ist halt das einzige- weil es eben sponsorenrelevant ist.
      Das Problem an Grundsatzentscheidungen ist, dass sie nie gemütlich sind und es selten einen optimalen Zeitpunkt dafür gibt. In 1, 2, 5 oder 10 Jahren wird uns die Entscheidung nicht leichter fallen. Wenn uns die Schweizer Episode aber was gelehrt hat, dann dass sich sehr kurzfristig Dynamiken entwickeln können, auf die wir dann kaum oder gar nicht mehr reagieren können. Wenn sich einmal ein neuer Verband gegründet hat, ist es genauso illusorisch mit ihm zu fusionieren wie im SQ mit “Jugend debattiert”. 3 Debattierverbände mit 3 oder mehr Formaten für 3 Altersstufen wären praktisch, ökonomisch und grundsätzlich fatal.

      Ich weiß natürlich, dass wir hier von einer schwierigen Entscheidung sprechen, weswegen das ja – wie Lennart schon sagt – sorgfältig besprochen werden sollte um es dann hoffentlich ohne Blutvergießen zu klären.

  7. Ruben Herrmann sagt:

    Wir haben bei uns in Hannover selber sehr viele Berufstätige im Club, die unser Clubleben bereichern. Deswegen begrüßen wir natürlich die Öffnung des VDCHs für Berufstätige und glauben, dass es den VDCH auch bereichern und voranbringen kann. Es stellt sich aber in der Tat die Frage, ob das Problem so dringend ist. Zum einen ist die Gefahr, dass sich ein Parallelverband bildet offenbar eher eine potentielle Gefahr. Zum anderen könnte man das nächste Jahr – bei entsprechender Absichtserklärung der MV – nutzen, um rechtliche Probleme auszuräumen, die Berufstätigenclubs in den Prozess einzubinden und nicht zuletzt sich auch mit den Sponsoren abzustimmen.
    Denn wenn die Öffnung wirklich erfolgreich und nachhaltig sein soll, sollte es einen umfassenderen Plan als hektische Satzungsänderungen geben und insbesondere sichergestellt sein, dass wir uns damit keine Probleme schaffen. Zum jetzigen Zeitpunkt scheint es mir doch eher so, dass von allen Seiten nur gemutmaßt wird und eine wirkliche Garantie, wie die Sponsoren sich verhalten und die Rechtslage genau ist, niemand abgeben kann.

  8. Sabine (St. Gallen) sagt:

    Vier Dinge, bei denen ich glaube, dass sie bisher vernachlässigt wurden.
    Erstens: Kosten für die Administration des Vereins. Benedikt hat darauf bereits hingewiesen. Ich möchte das nochmal deutlich sagen: Die (nicht unerheblichen für einen gemeinnützigen Verein, der von Sponsoring und Spenden lebt) administrativen Kosten werden durch die Turnierserie mitfinanziert. Die Steuerberatung, die MV, die Fahrtkosten im Rahmen von Vorstandstätigkeiten, letztlich auch die Tatsache, dass wir die Teilnahmebeiträge für andere VDCH-Veranstaltungen auf Kante nähen können, weil ein Verlust kein Weltuntergang wäre, all das müssen wir bezahlen. Wir können das an sich erst mal nicht. Die MV könnte man natürlich zum Preis von >50€ pP anbieten, dann wäre die finanziert. Die Steuerberatung aber noch nicht. Diese Kosten werden im Status Quo mitfinanziert, weil wir unseren Förderern erklären können, dass sie unerlässlich sind für die Turnierserie, die eigentlich gefördert werden soll. Selbst wenn es praktikabel wäre, zwei Teilnahmekategorien mit unterschiedlichen Teilnahmebeiträgen auf Turnieren einzuführen, müssten wir irgendwie erklären, wieso der Förderer die MV und die Steuerberatung mitbezahlen soll, die ja auch Berufstätigen offenstehen und nützen. Oder wir müssen diese Kosten auf alle umwälzen (teurer bei ohnehin schon teuren Turnieren) oder alleine von Berufstätigen tragen lassen (ziemlich unfair).
    Zweitens: Sponsoren und Förderer. Das BMBF fördert den VDCH, weil er ein studentischer Verband ist. der Maßnahmen durchführt, die Student*innen zugute kommen. Die zwei oder drei nicht-studentischen Teilnehmer*innen, die im Moment dabei sind, sind da nicht das Problem. Wenn wir aber kein studentischer Verband mehr sind, stelle ich es mir sehr schwer vor, zu argumentieren, wieso unsere Vorhaben trotzdem z.B. ausschließlich studentisches, hochschulbezogenes Engagement fördern. Auch andere Förderer und potenzielle Förderer finden speziell studentisches Engagement förderwürdig oder fördern sogar dezidiert nur studentische Verbände. Ich würde das nicht so leicht abtun. Und dass wir den Verlust an Förderern durch Sponsoren wieder wettmachen könnten, halte ich für utopisch. Offenbar sind wir im Status Quo nicht “rentabel”. Das wird sich auch durch gutes Zureden durch Berufstätige nicht ändern. Sponsoren haben ein hartes Marketing- oder Recruitinginteresse. Den Leuten, die über das Geld entscheiden, ist es da auch egal, ob sie immer mit jemandem zu Mittag essen, der oder die debattiert. Zumal ich bezweifle, dass ein*e Berufstätige*r so viel Zeit ins Debattieren steckt, dass er oder sie so massiv für die Finanzierung des Debattierens wirbt. Einerseits haben Berufstätige natürlich in der Regel mehr Geld als Student*innen, sodass die Notwendigkeit nicht so sehr gegeben ist. Andererseits haben Berufstätige meist weniger Zeit, oft eine Familie, die Zeit in Anspruch nimmt. Ich bezweifle, dass es viele Berufstätige geben wird, die jedes zweite Wochenende auf ein Turnier fahren und das so sehr lieben, dass sie auch in ihrer verbleibenden Freizeit noch Finanzierungsmöglichkeiten suchen.
    Drittens: Breakberechtigung auf Campus-Debatten und die Satzungsänderung. Es handelt sich hierbei um zwei unterschiedliche Themen. Wir als Vorstand weisen lediglich darauf hin, dass wir es undurchdacht und inkonsistent finden, dass der Antragsteller die Öffnung des Verbands damit bewirbt, dass man Berufstätige willkommen heißen und integrieren muss, andererseits aber einen Antrag stellt, der sie deutlich stärker ausschließt als im SQ. Wir positionieren uns nicht gegenüber der Breakbeschränkung, lediglich gegen die Öffnung. Die Themen können und sollten unabhängig voneinander auf Sinnhaftigkeit geprüft werden. Wenn aber jemand der Meinung ist, man sollte Berufstätige an den VDCH binden, sollte er oder sie sich gründlich überlegen, ob die Annahme beider Anträge diesem Ziel dienlich ist.
    Viertens: Selbst wenn es weiterhin Bestrebungen gäbe zur Gründung eines eigenen Dachverbands – na und? Ich sehe kein Problem damit. Wie Benedikt bereits sagte, es wäre für die wenigen Berufstätigenclubs im Moment deutlich vorteilhafter, von unserem Wissen zu profitieren, bevor sie sich von uns trennen. Es sind auch nicht viele Clubs. Das Szenario ist also deutlich unwahrscheinlicher, als die Antragsteller uns weismachen möchten. Aber selbst wenn: Dann gibt es in der Schweiz eben einen Verbund von Debattierclubs. Die bestehenden studentischen Clubs dort sind entweder gerade inaktiv, sodass es wunderbar wäre, wenn dieser neue Verband sie zurückholt. Oder sie sind aktiv und einigermaßen eingebunden in den VDCH. Dann werden sie mit Sicherheit nicht aus dem VDCH austreten, sondern einfach in beiden Verbänden Mitglied und hoffentlich aktiv sein. Vielleicht fängt der Schweizer Verband sogar an, eine eigene Schweizer Meisterschaft auszurichten. Wir freuen uns, wenn ein Club eine Baden-Württembergische Meisterschaft ausrichtet; warum also nicht auch eine Schweizer? Wir als VDCH könnten diesen neuen Verband doch trotzdem mit unserer Erfahrung unterstützen. Und für den unwahrscheinlichen, mit ziemlicher Sicherheit nicht eintretenden Fall, dass Zürich und St. Gallen dem VDCH doch den Rücken kehren wollen: Ganz ehrlich, wenn die MV, die Vorstandstreffen, die Turniere weniger als 10 Stunden Fahrt entfernt sind, ist das angenehmer und motiviert deutlich mehr zu Engagement und Involvierung. Es gibt einen Grund dafür, dass man diese Clubs selten antrifft und dass sie selten auf Verbandsebene tätig sind. Letztlich gewinnen wir als Debattieren in diesem Szenario Engagementmöglichkeiten und aktive Debattant*innen. Ich hielte es nicht für klug für diese Clubs, das zu tun, aber es würde definitiv nicht das Ende des Debattierens an Schweizer Hochschulen bedeuten.
    Das einzige Problem, das noch bleibt, sind Bedenken, dass Arbeit unnötig doppelt gemacht wird (weil es plötzlich zwei Vorstände, zwei MVs etc. gibt). Aber, seien wir mal ehrlich: Es gibt einen Grund dafür, dass es jedes Jahr sehr wenige Bewerbungen für den VDCH-Vorstand gibt. Der Arbeitsaufwand ist jetzt schon immens und neben dem Studium für viele nicht machbar. Ein größerer Verband bedeutet noch mehr Arbeit, die man nicht einfach an Beiräte auslagern kann. Eine zweite Turnierserie extra für Berufstätige, wie sie konsequenterweise das Ziel sein muss, ist nicht mehr machbar. Ja, es ist ungünstig, wenn zwei MVs von zwei Vorständen organisiert werden. Aber wenn ich auch nur ein Turnier (z.B. die Berufstätigenmeisterschaft) mehr abrechnen müsste, würde ich nicht nochmal kandidieren. Wenn ich statt nur zahlungsvergessenen Debattant*innen hinterherzulaufen auch noch prüfen und erklären müsste, wer jetzt den studentischen und wer den nicht-studentischen TNB zahlen muss, sowie für z.B. BMBF- oder Sponsoring-Abrechnungen die Kosten auseinanderdröseln müsste, ebenfalls nicht. Ich glaube nicht, dass es den anderen Vorstandsmitgliedern anders geht. Der VDCH lebt vom Engagement seiner Mitglieder, und dieses Engagement kostet Zeit und Energie. Wenn das pro Woche nur eine Stunde wäre, würde ich mein Arbeitspensum sofort verdoppeln, um den Verband zu verdoppeln. Es ist aber eher ein voller Arbeitstag. So traurig es ist, dass zwei Vorstände Jugendherbergen durchtelefonieren, um einen Ort für ihre MV zu finden – immerhin haben beide die Kapazität dazu. Wir wünschen uns vielleicht eine engere Kooperation mit Jugend Debattiert, aber das Letzte, was ich will, ist, deren Veranstaltungen auch noch zu betreuen.
    Im Moment ist es noch nicht realistisch, dass wir plötzlich doppelt so viele Turniere haben. Aber sorgen wir doch lieber dafür, dass es jemanden gibt, der die als Vorstand betreuen, beraten und abrechnen kann, wenn es so weit ist. Und das tun wir am besten, indem wir jemandem beibringen, sich zu organisieren und diese Aufgaben zu erfüllen, indem wir beraten und Erfahrungen austauschen, indem wir Berufstätigen unser Debattieren zeigen (wie das im SQ möglich ist und geschieht), damit sie es so sehr schätzen lernen wie wir.

    1. Sabine (St. Gallen) sagt:

      Im übrigen handelt es sich bei diesen Dingen natürlich um meine persönliche Meinung und nicht um die des Verbands, außer, ich schreibe das explizit.

    2. Sabine (St. Gallen) sagt:

      *Vorstands, Entschuldigung.

    3. Sabrina E. (Rederei) sagt:

      Da es leider noch keinen Like-Button gibt: hier ein geschriebenes Like zu allem, was Sabine sagt.

    4. Sven J. (Tübingen) sagt:

      Es tut mir leid, dass mir die Zeit fehlt, eine Antwort zu verfassen, die Sabines Post gerecht wird- daher nur ein paar Gedanken:
      – Alles in allem stehen sich in dieser Sache zwei Risiken gegenüber: Die Gefahr eines Parallelverbandes vs. die Gefahr von Sponsoren- und Rechtsproblemen.
      – Mehrere Juristen im Verband haben bekundet, dass die Öffnung legal durchführbar ist. Es gibt Sponsoren, die Studenten fördern wollen- diese Studenten bleiben in gleicher Anzahl erhalten, stellen den Vorstand, stellen die öffentlichen Finals.
      – Der Widerspruch, auf den Sabine hinweist, – Breakbeschränkung trotz Öffnung – ist ja kein böswilliger. Sondern er ist der Tatsache geschuldet, dass den obigen Befürchtungen bezüglich Sponsoren Rechnung getragen wurde. Ich persönlich bin offen auch für Anträge, die den studentischen Charakter der Turnierserie mittelfristig waren, ohne Berufstätige kategorisch auszuschließen.
      – Warum sollten Berufstätige weniger Zeitkapazitäten haben als Studenten? Wenn ich in die Vereine schaue, in die Verbände und in das ganze restliche Ehrenamt in Deutschland- das wird alles mehrheitlich von Nicht-Studenten geleitet. Diese Menschen haben ein sehr genaues Bild davon, wie viele Zeitressourcen sie (auch in den nächsten Jahren) haben werden und bringen zudem ihr berufliches Know-How ein. In dem Maße, in dem die Vorstandsaufgaben wachsen würden, würde auch die Anzahl potenzieller Vorstandsmitglieder wachsen.
      – Ein zweiter Verband ist in meinen Augen kein “Na und?”- selbst in der Schweiz. Der Pool von Geldern, die nicht spezifisch an Studenten ausgeschüttet werden, ist wesentlich größer. Da stellt langfristig jeder andere Verband ein finanzielles Risiko dar, da er uns (auch bei der Ausrichtung lokaler Turniere) im Zweifel Sponsoren abspenstig macht.
      – Wenn eine Arbeitsteilung so viel effektiver wäre- warum haben dann beinahe alle länger existierenden Sportarten (auch die kleineren) in Deutschland einen Dachverband und nicht drei oder vier konkurrierende Verbände?

    5. Sabine (Tübingen/ St. Gallen) sagt:

      Sponsoren, die Student*innen fördern wollen, haben mit der Öffnung die Wahl, einen Verband zu fördern, der ganz offen nicht-studentisch sein will und es nur im Moment noch nicht ist, oder z.B. eine MUN, eine studentische Rechtsberatung, Nachhilfeprojekte für Schüler, …, die definitiv studentisch bleiben müssen aufgrund ihrer Satzung. Es gibt einen Wettbewerb um nur begrenzt vorhandene Fördergelder und wir nehmen uns Chancen. Bei Sponsoren haben wir realistisch ohnehin kaum Chancen, wie die Vergangenheit zeigt. Förderer sind zudem meiner Meinung nach vorzuziehen, weil sie weniger Bedingungen stellen und nicht abspringen, weil wir uns nicht lohnen. Im Kampf um Gelder, die auch Nicht-Srudenten offen stehen, sehe ich nicht, wieso unsere Chancen besser werden, weil wir auch Nicht-Studenten haben. Diese Gelder werden dann ja unabhängig von der Personengruppen alleine aufgrund der Ziele der Stiftung oder des Unternehmens ausgeschüttet. Die mögen uns oder eben nicht. Da ändert sich nichts, das ist deshalb nicht komparativ, wie man so schön sagt.
      Selbst wenn Berufstätige gleich viel Zeit haben (und die meisten Vereine werden nicht von Leuten geführt, die 40h plus Arbeitsweg arbeiten und dann mindestens einen zusätzlichen Tag in den Verein stecken), haben sie nicht mehr. Ich will mal sehen, wie wir vier Leute finden, die 2-3 Tage pro Woche unbezahlt arbeiten wollen.
      Und nur weil (möglicherweise) der Pool von potenziellen Vorstandsmitgliedern größer wird, wird nicht die Arbeit einfacher. Der Vorstand hat bereits viele Aufgaben so weit wie möglich ausgelagert. Was jetzt noch beim Vorstand verbleibt, ist einerseits fast vollständig nicht auslagerbar, andererseits auch nur bedingt aufsplittbar. Ich denke, man könnte die aktuelle Arbeit auf maximal sechs Personen umverteilen. Wenn mehr zu tun ist, haben die dann aber trotzdem einen größeren Aufwand, und je nach Zusatzarbeit kann man eher schlechter aufteilen als im SQ. Außerdem wird es immer schwerer, Entscheidungen zu treffen, je mehr Leute dabei sind. Das fällt ja zu viert oft schon sehr schwer.
      Wir haben uns noch nie um Schweizer Geld beworben. Ich stelle mir das aufgrund von EU und Nicht-EU-Land schwierig vor. Also keine realistische Konkurrenz erstmal. Und selbst wenn doch – das Geld fordert das Debattieren. Wenn es euch wirklich um die Sache geht, habt ihr damit kein Problem. Ich glaube aber nicht, dass der Berufstätigenverband in dem Maße auf externe Gelder angewiesen wäre, weil die Mitglieder zahlungskräftiger sind.
      Andere Vereine haben nur einen Dachverband, weil ihre Vorstände das entweder ehrenamtlich in Vollzeit machen oder es weniger Arbeit ist oder sie es sich gar leisten können, ihre Vorstände zu bezahlen, sodass das faktische Berufe sind. Würde ich bezahlt, würde ich das auch gerne 40h/Woche machen.

    6. Lennart Lokstein sagt:

      Also zu dem Zeitpunkt, an dem wir signifikant mehr Aufwand haben, weil wir inzwischen 200+ Clubs geworden sind, können wir vermutlich auch genug Fördergelder finden, um damit eine Stelle als Sekretär des Verbands oder dergleichen zu finanzieren.

    7. Sabine (St. Gallen) sagt:

      Erstmal müssen wir dann mehr Fördergelder finden, um die größere und die zweite Turnierserie zu finanzieren. Wenn danach noch was übrig ist, ja, dann können wir jemanden bezahlen. Diese Person kann dem Finanzvorstand aber nur sehr wenig Arbeit abnehmen. Der größte Teil meiner Arbeit sind Sachen, für die der Vorstand sich auf der MV verantworten muss und die deshalb nicht an nicht gewählte Kräfte ausgelagert werden sollten. Man könnte einen Teil der Pressearbeit bezahlen, man könnte die Buchhaltung bezahlen, man könnte jemanden Mails vorsortieren und beantworten lassen. Alles andere halte ich für fragwürdig. Das würde meinem Posten maximal eine halbe Stunde pro Woche ersparen, wahrscheinlich deutlich weniger. Ein zusätzliches abzurechnendes Turnier geht eher in Richtung zehn bis zwanzig Stunden. Und auch die zusätzlichen Förderer müssen betreut werden und wollen Berichte, Abrechnungen etc. Das muss auch jemand machen.

  9. Alex H. (HD) sagt:

    Ich möchte an dieser Stelle ungern ins Detail gehen, sehe mich aber zur Vermeidung von Unklarheiten zu zwei Anmerkungen genötigt:
    Erstens: Dass eine Öffnung des Verbands legal durchführbar ist, sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass Detailfragen des “Wie” (insbesondere die steuerrechtlichen Konsequenzen) meines Wissens nicht abschließend geklärt sind.
    Zweitens: Es freut mich, wenn nunmehr erkannt wird, dass es sich um eine schwierige Entscheidung handelt, die sorgfältig besprochen werden sollte. In Anbetracht dessen, dass es um nicht weniger geht als die Gesamtausrichtung des Verbands und es insofern nicht überraschen kann, dass in diesem Zusammenhang auch rechtliche Fragen zu klären sind, hätte es den Beteiligten gut zu Gesicht gestanden, sich aktiv und frühzeitig um die Klärung dieser Fragen zu bemühen, zumal der Vorstand fast ein halbes Jahr vor der MV bei der Ankündigung des Termins genau darum gebeten hat.

    1. Sven J. (Tübingen) sagt:

      Ich verweise hierzu gerne noch mal auf den obigen Kommentar: Wir sind ein neu gewählter, junger Vorstand aus fünf Studenten in der Klausurenphase. Es dauert unter diesen Bedingungen, sich zu konstituieren, Antragsideen zu sammeln, sie zu diskutieren, eine gemeinsame Haltung dazu zu entwickeln und sie auszuformulieren. Wir haben wirklich versucht, uns unter diesen Bedingungen so früh mit euch in Verbindung zu setzen wie möglich.

    2. Sabine (St. Gallen) sagt:

      Die Idee, diesen Antrag zu stellen, gibt es mit Sicherheit schon länger. Ich bezweifle, dass der junge, neu gewählte Vorstand plötzlich zum Zeitpunkt der Wahl aus eigenem Antrieb auf die Idee kam, diesen Antrag zu stellen, und erinnere an Lennarts AM-Beitrag dazu vor Monaten. Es wäre durchaus möglich gewesen, dass diejenigen, die den Antrag angeregt haben, schon vor der Vorstandswahl mit uns oder dem Rechtsbeirat Kontakt aufgenommen hätten. Was für euch nur ein Diskussionsprozess ist, ob der Antrag nun eingereicht werden soll oder nicht, bedeutet für uns ziemlichen Aufwand in ziemlich kurzer Zeit. Ich bin gerade im Urlaub und außerdem mit dem Haushaltsabschluss und dem Geschäftsbericht beschäftigt, trotzdem muss ich jetzt versuchen, die Steuerberaterin, die ebenfalls im Urlaub ist, zu erreichen und sie dazu zu bringen, in den zwei oder drei Arbeitstagen, die sie vor der MV hat, die Satzungsänderung zu prüfen, statt die anderen Dinge zu tun, die in ihrem Urlaub aufgekommen sind. Alex wird es ähnlich gehen; wir haben die Antragsfrist absichtlich so gelegt, dass er vorher (!) Zeit für Fragen zur Antragstellung hat. Ich bin mir sicher, dass nicht nur ich und die Steuerberaterin, sondern auch er lieber vor drei Monaten einen Antrag geprüft hätten, der vielleicht gar nicht gestellt wird.

    3. Sven J. (Tübingen) sagt:

      Es tut uns wirklich und aufrichtig leid für alle Arbeit, die wir euch verursacht haben. Ich nehme das weder bei dir noch bei Alex auf die leichte Schulter. Bitte bedenkt, dass es andersherum uns verletzt, wenn ihr uns nun gesammelt mit Vorwürfen in der 3. Person überschüttet. Die Anträge muss der Verein einreichen. Es wäre für euch mindestens genauso schlecht gewesen mit viel Aufwand potenzielle Anträge zu prüfen, wenn wir als Vorstand uns am Ende dagegen entscheiden sie überhaupt zu stellen. Wir haben unsere Anträge so schnell wie möglich und vor eurem Fristende eingereicht. Ich nehme persönlich die Schuld auf mich, dass ich die nachfolgenden Ereignisse nicht vorausgeahnt habe. In dem Bezug meine aufrichtige Entschuldigung an euch; lasst uns den Rest auf der MV friedlich behandeln und klären.

    4. Nicolas (MZ) sagt:

      Mich würde – gerne auch ins letzte Detail – wirklich brennend interessieren, was das Problem einer steuerbegünstigten Behandlung sein soll, wenn der VDCH sich nicht mehr (nur) an Studenten richtet? Die in der Satzung aufgeführten steuerlich begünstigten Zwecksetzungen blieben doch vollumfänglich erhalten?

    5. Alex H. (HD) sagt:

      Nicolas, ich glaube nicht, dass dieses das Forum ist, um steuerliche Fragen bis ins letzte Detail zu klären. Gerade für diese Detailfragen haben wir die Steuerberatung, zumal hier auch eventuelle Änderungsanträge zu berücksichtigen sind. Selbst wenn man das Risiko von Problemen als gering einschätzt, wären die Auswirkungen für den Verband derart schwerwiegend, dass eine Absicherung bei der StB selbstverständlich erscheint. Ich bin (wenn sich die Welt nach der MV noch weiterdreht, wovon ich derzeit ausgehe) voraussichtlich Ende September häufiger in FFM, dann können wir gerne mal bei nem Kaffee drüber reden.

      Auch wenn es hier im Kern um alles andere als Petitessen geht, kann ich Dir und Sven darin zustimmen, dass wir uns trotz der etwas unglücklichen Genese des Antrags jetzt konstruktiv auf eine durchdachte mittel- bis langfristige Strategie verständigen sollten.

  10. Sabrina E. (Rederei) sagt:

    Zum Argument, wir würden dann so gute Kontakte in die Berufswelt bekommen und daraus Sponsoren generieren: wir haben schon ziemlich gute Connections in einzelne Unternehmen. Über die DDG. Das sind mehr Leute, als wir über drei Schweizer Clubs in den nächsten Jahren bekommen werden. Das sind Leute, die sich dem Debattieren schon längst sehr verbunden fühlen. Das sind Leute, die diese Idee schon an ihre Mitarbeiter und Vorgesetzen vermitteln können und nicht erst noch motiviert werden müssen. Trotzdem konnte daraus im letzten Jahr nicht ein Unternehmen gewonnen werden. Diese Leute helfen uns, weil sie Mitgliedsbeiträge zahlen, um Studenten ein Hobby zu ermöglichen, das sie selbst erleben konnten. Was ich damit sagen will: bloß weil es mehr Berufstätige gibt, die Debattieren gut finden – und mehr sind in dem Fall drei schweizer Clubs – reicht das doch niemals, um die Unsummen des BMBF aufzufangen.

    1. Lennart Lokstein sagt:

      Das stimmt so nicht. Die größten und wichtigsten Verträge, die der VDCH seit seiner Gründung hatten, entstanden so. Davon fällt aber natürlich ein großer Teil vor deine Zeit, aber z.B. auch die ZEIT DEBATTEN kamen ursprünglich mitunter darüber zustande. Es gibt aber in der Geschichte des Verbands noch viele weitere Beispiele.

    2. Lennart Lokstein sagt:

      Letztlich ist die Frage ja aber vorallem, weshalb diese großen Mengen an Geld des BMBF überhaupt wegfallen sollten. Z.B. Arbeit und Leben, die ja auch nicht nur Studierende fördern, bekommt genauso Geld von denen.

    3. Philipp St. (Tü, B) sagt:

      Aus Gründen der argumentativen Reinheit: Wir haben bis vor zwei Jahren eine große Unternehmensberatung als Sponsor gehabt, die über einen Alumni geworben werden konnte. In diesem Jahr haben wir ebenfalls eine größere Beratung gehabt, die die DDM gefördert hat und über einen Alumni zustande kam. Eine weitere, die auch über eine Alumna geangelt wurde, musste abgesagt werden, da sich die beiden Unternehmen gegenseitig ausschlossen.

    4. Benedikt R. (HD) sagt:

      Fairerweise muss man dann aber auch dazusagen, dass der Flaschenhals im Sponsoringteam in den letzten Monaten nicht (mehr) die Ideen waren, sondern die Manpower, um diese umzusetzen. Womit wir letztlich eben doch wieder bei der Priorisierung – oder nennen wir es eben Abwägung – wären, wo man Ressourcen hineinsteckt.
      Ihr wart ja beide beteiligt und wisst, mit welchen Schwierigkeiten die Sponsorensuche auch trotz Kontakten verbunden ist.

  11. Sabrina E. (Rederei) sagt:

    Ja, das war vor meiner Zeit. Was nichts anderes sagt, als: kann schon passieren, ist es in den letzten fünf Jahren trotz großer und langer Suche im letzten Jahr nicht.
    Weil Arbeit und Leben Gewerkschaften berät, die wiederum ein gutes Argument sind, jemanden zu unterstützen. Das BMBF gibt uns Geld, weil sie findet, dass wir Studierende dieses sinnvolle Hobby ausüben sollten. Es finanziert aber nicht irgendwelchen Erwachsenen, Arbeitenden das Hobby. Die Sache mit Arbeit und Leben ist: das sind in der Gesellschaft verankerte, allgemein anerkannte, als unterstützenswert gesehende Gewerkschaften. Wir sind dann Berufstätige mit einem abgehobenen und elitären Hobby. Das ist kein gutes Verhandlungsargument.

  12. Nicolas (MZ) sagt:

    Liebe Alle,

    ich kann nicht umhin, die hier vorgetragenen Argumente für alle Seiten in leicht unbehaglicher Manier unausgegoren zu finden. Abgesehen davon, dass der plumpe Verweis auf vage rechtliche Probleme mich – es mag dem Berufsstand geschuldet sein – etwas kirre macht, meine ich.

    Ich würde sehr gerne ein paar kurze Punkte anmerken:

    1. Man kann zweifelsohne die Satzung des VDCH ändern, ohne Gefahr zu laufen, dass die Steuerbegünstigung wegfällt. Naturgemäß bringt das einen gewissen Verwaltungsaufwand mit sich aber tatsächliche Rechtsprobleme vermag ich nicht zu erkennen.

    2. Man sollte mEn den Aufbau eines Parallelvereines, der dieselben oder sehr ähnliche steuerbegünstigte Zwecke in demselben oder sehr ähnlichem territorialen Zuschnitt verfolgt, tunlichst vermeiden, denn dies schadet ganz notwendigerweise der eigenen Position.

    3. Fördergelder sind in der ganz dramatisch überwiegenden Mehrzahl gar überhaupt nicht an die Studenteneigenschaft gebunden. Im Gegenteil. Die Förderung der politischen Bildung, des politischen Diskurses, sowie alle allgemein formulierten steuerbegünstigten Zwecksetzungen in der Abgabenordnung sind gerade darauf angelegt, dass möglichst eine breite Klientel gefördert werden soll. Entsprechend funktionieren, mWn, auch die Vergabe von Fördergeldern – u.a. anhand des Kriteriums der Reichweite.

    4. Ich hab es dem ein oder anderen bereits nahegelegt. Ich denke, dem VDCH würde es gut tun, eine professionalisiertere Struktur zu schaffen. Die DDG und der VDCH können (mit winzigen Satzungsänderungen verbunden) bspw. eine gGmbH gründen, die seriöser wirkt, besser strukturiert werden kann, deren Führung besser kontrolliert werden kann und die Raum bietet für professionelleres Management und weitere Vorteile. Solche gGmbHs haben idR leichteren Zugang zu bspw. Fördergeldern der EU – hier könnte man ohne weiteres ganz organisch und angemessen umsichtig die Struktur für eine zweite “Turnierserie für Alle” schaffen und sowohl VDCH als auch DDG in der jetzigen Form erhalten sowie als Gesellschafter die Kontrolle über die gGmbH geben.

    5. Macht keinen Sinn, sich anzugiften wegen dieser (hier allseits eher schwach durchdachten) Petitessen. Macht mehr Sinn, zusammen an einem (gut durchdachten) weiteren Aktionsplan zu arbeiten und diesen dann strukturiert und mit Hirn umzusetzen. So wie ihr das handhabt, scheint mir – in aller angemessener Bescheidenheit – etwas zu konfrontativ, so vergrault ihr nur Ideen- und Impulsgeber, die sehr engagiert sind.

    Olé, Kids.

    1. Philipp St. (Tü, B) sagt:

      Vielen Dank, Nicolas, für deinen Punkt 5. Eine gute Debatte ist in die Zukunft gerichtet und verzichtet auf das Rumrühren in der Vergangenheit. Das gilt hier umso mehr, als dass zu hoffen ist, dass nahezu alle hier Beteiligten auch im nächsten VDCH-Jahr noch eine gute Zusammenarbeit pflegen sollten, damit die Vorstandsübergabe und der baldige Start der Campus-Debatten gelingt.

      Ich werde mich – in einem eigenen Beitrag – noch näher mit der Frage beschäftigen, warum sich der VDCH offen gegenüber Clubs außerhalb von Hochschulen zeigen sollte und wie das möglich wäre. Trotzdem halte ich eine sofortige Änderung der Satzung im Bereich Mitgliedschaft und Satzungszweck für übereilt, da mit ihr bisher unkalkulierbare Risiken verbunden sind. Diese wurden oben schon angeführt, ich möchte sie nochmal in zwei Punkten vertiefen:

      1. Die im VDCH entstehenden VERTEILUNGSKONFLIKTE zwischen Studierenden und Berufstätigen sollten VOR einer solchen Maßnahme geklärt werden, nicht nachher. Hier geht es nicht um Breakberechtigungen, sondern es geht um den Umgang mit der knappsten Ressource überhaupt im VDCH: Teamplätzen. Wenn eine durchaus realistische Zahl von 10 bis 15 berufstätigen-Clubs DDM-Plätze beansprucht (jedes VDCH-Mitglied hat laut Regelwerk Anrecht auf mind. einen Platz), dann wäre das auf einer OPD-DDM mit 50 Teamplätzen durchaus ein Verteilungsproblem das “einen leeren Raum” übersteigt. Ähnliches gilt für die zweitknappste Ressource, das Geld, das vor allem für Jurierseminare und den Kick-off durch das BMBF nur für Studierende bewilligt wird. Hier gilt es, sauber zu definieren, wer berufstätig ist, welche Debattierclubs als berufstätigen-Clubs gelten (z.B. die Streitkultur Berlin, ein Mischfall) und welche Teilnehmerbeiträge fair sind. Dies beinhaltet auch die Frage, wie viele Mittel aus der Rücklage der VDCH für die Subventionierung der berufstätigen-Plätze ausgegeben werden sollen. Solche Regelungen lassen sich nicht während einer MV erarbeiten.

      2. Auch die Auswirkungen auf die BESTEHENDEN FÖRDERER sollten vorher geklärt werden, nicht nachher. Hier geht es i.d.R. nicht um Rechtsfragen, sondern um den inhaltlichen Willen der Förderer:
      a) Das BMBF z.B. fördert grundsätzlich nur teilnehmende Studierende, die Maßnahme muss “zweifelsfrei hochschulbezogen sein” (Förderrichtlinie, nicht verhandelbar). Dies hätte in den letzten Jahren für Kick-off, Jurierseminare, Debatte-Academy und DDM gegolten.
      b) Bei den weiteren beiden großen Stiftungen, die den VDCH fördern, wurden explizit Hochschulveranstaltungen beantragt und bewilligt. Hier sollte das Gespräch gesucht werden, bevor der VDCH seine Satzung ändert und damit unwiderruflich Fakten schafft (man kann ja später keine Mitglieder mehr ausschließen). Ich halte es für möglich, dass die Förderer den VDCH unterstützen, das Debattieren auf eine breitere Grundlage zu stellen und in die Gesellschaft zu tragen. Aber man sollte es eben offen besprechen, und vielleicht nicht gerade in dem Moment, in dem die Campus-Debatten erst anlaufen. Zu Bedenken sein sollte aus meiner Erfahrung, dass Stiftung sich häufig an bestimmte Zielgruppen richten. Die Zielgruppe “alle” ist ggf. weniger förderungswürdig als die Zielgruppe “Studierende” oder eigentlich noch besser “benachteiligte Jugendliche” (die die Debattierclubs gemäß der Umfrage aus 2016 unterproportional erreichen.)
      c) Nicht zuletzt die DDG-Mitglieder müssten sich fragen, in welchem Rahmen ihre Fördermittel Berufstätige bzw. das Debattieren in der Gesellschaft fördern sollen. Auch das sollte man vor einem Beschluss besprechen.

      PS, lieber Nicolas: Deinen Punkt 2 kann ich nur bestätigen. Ich habe sehr sehr viel Zeit dafür aufgewendet, die FDL in den VDCH zu integrieren 😉

      PS2: Diese Diskussion sollte aus Gründen der Auffindbarkeit für Sponsoren und Förderer und der namentlichen Nennungen derselben lieber nach der MV gelöscht werden.

  13. Sarah (Coburg) sagt:

    Da immer wieder die Gründung eines Berufstätigen-Debattierverbandes als “Risiko” genannt wurde, möchte ich darauf hinweisen, dass es einen solchen Verband im deutschsprachigen Raum bereits gibt: Das Debating der Wirtschaftsjunioren, inklusive deutschsprachiger Europa-Meisterschaft. Das Debating ist über den Weltverband der Wirtschaftsjunioren (JCI) organisiert und wird seit einigen Jahren bei den Wirtschaftsjunioren in Deutschland stärker gefördert; es findet immer mehr Anhänger. Da es im Internet leider nur wenige Informationen dazu gibt, hat Thore einen Artikel dazu verfasst – wer also mehr Infos sucht: https://debate-consult.de/debating-bei-den-wirtschaftsjunioren-erfahrungsbericht/

    1. Lennart Lokstein sagt:

      Interessant! Vielen Dank, Sarah, für den Hinweis! Ich würde das als weiteres Zeichen sehen, sich lieber nicht ausruhen und zuzusehen, ehe deren Europameisterschaft irgendwann aus mehr als 7 Teams besteht. Der Handlungsbedarf ist eben doch da, und es ist gut, dass wir die Diskussion führen.

    2. Christian (MZ) sagt:

      Ich hatte davon sogar schon mal gehört vor einigen Monaten. Wäre das in Mainz größer (wie zb in Frankfurt), wäre ich vermutlich auch mal vorbei gegangen.

    3. Christian (MZ) sagt:

      Ich hatte davon sogar schon mal gehört vor einigen Monaten, hab es dann aber aus dem. Blick verloren. Wäre das in Mainz größer (wie zb in Frankfurt), wäre ich vermutlich auch mal vorbei gegangen.

  14. Benedikt R. (HD) sagt:

    Da es gerade schon wieder aufkam, möchte ich nochmal mit den Mythos aufräumen, dass wir keinen Handlungsbedarf sehen würden oder gesehen hätten. Ich habe nochmal nachgeschaut: Nachdem wir es im Vorstand diskutiert hatten, hat Habakuk bereits im März, noch vor dem ersten AM-Artikel zu dem Thema, mit Alex einen ersten Vorschlag für einen Antrag mit Beobachterstatus als Diskussionsgrundlage erstellt.
    Auch möchte ich erneut auf den gemeinsam (Verteter der DDG, VDCH und Lennart als Kontaktperson) mit den Schweizern erarbeiteten Vorgehensplan hinweisen, der die aktuelle “Gefahr” ja bereits gebannt hatte.

    Nicolas und Philipp haben es richtig schon gesagt: Die natürliche Reihenfolge ist, zuerst an den Dingen zu arbeiten. Schrittweise ein komplettes Konzept zu erarbeiten, war bereits im ersten Kommentar unser Vorschlag und dazu stehe ich weiterhin. Damit dies zusammen funktioniert, muss man eben auch mal kompromissbereit sein und nicht jede Abweichung von der eigenen Maximalforderung als “Kopf in den Sand stecken” abtun. Vielleicht war diese Diskussion ja wenigstens für diese Erkenntnis sinnvoll und hinterlässt nicht nur verbrannte Erde – wie Philipp schon anmerkte, es stehen noch genug Dinge an, die es nicht wert sind über diese Diskussion Kollateralschäden zu nehmen.

    1. Lennart Lokstein sagt:

      Vor dem Hintergrund frage ich dann aber doch, warum der Vorstand in Person von Sabine oben den Tübingern vorwirft, so furchtbar überrascht worden zu sein. Dass das Thema der MV würde, war ja schon absehbar.

    2. Sabine (Tübingen/ St. Gallen) sagt:

      Das Thema unter Umständen ja. Aber nicht ein solcher Antrag mit einer solchen Satzingsänderung. Im übrigen ist auch die Steuerberatung der Meinung, dass man das zuerst länger prüfen muss.

    3. Sabine (Tübingen/ St. Gallen) sagt:

      Meine Erwartung wäre gewesen, dass wir über die grundsätzliche Ausrichtung des VDCH auf der MV sprechen und eventuell dann den Vorstand anweisen, ein oder mehrere Konzepte zu entwickeln, und auf der nächsten MV darüber abzustimmen.
      Im übrigen gilt auch da: ich unterschreibe das extra mit meiner Clubzugehörigkeit und nicht mit meiner Vorstandszugehörigkeit.

  15. Benedikt R. (HD) sagt:

    Es ging dabei, soweit ich da in ihrem Namen sprechen kann, um den konkreten Antrag, nicht das Thema. Diesen haben wir zum ersten Mal gesehen, als er über den Verteiler geschickt wurde. Auf Alex ist auch niemand “so früh wie möglich zugekommen”, er hat euch / Tübingen kontaktiert, soweit ich informiert bin.
    Das Ganze in Anbetracht, dass wir bei dem gemeinsamen Skypen besprochen hatten, dieses Thema als Diskussionspunkt einzubringen und mit Blick auf die oben erwähnten Risiken eben noch nicht direkt große Veränderungen anzustreben.

    Davon abgesehen hatte ich eigentlich gerade das Gefühl / gehofft, dass wir jetzt zur inhaltlichen Diskussion zurückkehren können.

    1. Benedikt R. (HD) sagt:

      Sorry, das sollte eigentlich als Antwort zu 14a) gehen und kein neuer Kommentar werden.

  16. Christian (MZ) sagt:

    Auch noch ein bisschen Senf, wenn schon alle dabei sind, aber ich mache mal eine Erweiterung auf:

    Zum Kreditoren/Debitorenantrag:

    Finde ich super. Erstens, weil das echt ein Problem ist für die Ausrichter. Und Zweitens, weil das einfach eine Sauerei ist, wenn die Leute nicht schneller zahlen. Es ist nicht so schwer, mal schnell eine Überweisung zu machen, weder als Schatzmeister noch als Privatperson. Und wenn ich das Geld gerade nicht habe, kläre ich das mit den Ausrichtern im Voraus bzw. meinem eigenen Club. Zudem sollte ein Club nur eine Anmeldung übernehmen, wenn er das Geld auch überweisen kann. Notfalls soll er sich das Geld halt von seinem Mitglied zurück holen, aber es kann nicht sein, dass der Ausrichter hierauf warten muss, nur weil das irgendwer verpennt. Schließlich ist der Club auch der, der den Startplatz bekommt und der sich beim Ausrichter anmeldet. Wen er dann schickt, ist für den Ausrichter nebensächlich. Hier gilt der alte Juristengrundsatz: Geld hat man zu haben!

    Worüber man höchstens diskutieren sollte, ist, ob zwei Wochen zu wenig sind. Zwar gelten unter Juristen zwei Wochen allgemein als typisch zumutbare Frist für Zahlungsaufforderungen, aber gut, Studentische Clubs könnten evtl. auch drei oder vier Wochen bekommen. Schließlich sind das Ehrenamtlich eund keine Profis und oft ist da ja auch och intern was zu klären etc.

    Im Übrigen sollte man sich überlegen, wie man bereits erfolgten Anmeldungen bei anderen Turnieren umgeht, also wenn man woanders schon einen Startplatz zugewiesen bekommen hat. Verfällt der dann wieder? Und was, wenn man dann zwischenzeitlich bezahlt? Wahrscheinlich sollte das nur für weitere zu vergebende Plätze gelten und Stichtag ist die Meldung des Clubs, dem noch Geld geschuldet wird. Oder so ähnlich. Falls es dazu schon eine Regelung gibt, dann Asche auf mein Haupt, dann hab ich es nicht mehr richtig im Kopf.

    Zur Altersgrenze:

    Und noch ein Antrag zur Altersstartberechtigung: ich finde eine Regelung, die Leuten bis 23 ein Startrecht gibt, egal was sie sonst so tun, und dies beispielsweise Studenten mit 28, 43 oder 64 ebenfalls erlaubt, Nichstudenten mit 24 relativ widersinnig und rechtlich fragwürdig. Klar, wer soll den Ausrichter schon verklagen, aber die Begründung für genau diese Zahl klingt für mich schon recht willkürlich. Die DDG ist schließlich kein parlamentarischer Gesetzgeber, der auch mal irgendwo eine Grenze zeiehn kann. Wenn ihr eine Grenze zieht, dann sucht eine mit einer guten Begründung. Dann hat das rechtlich auch bessere Chancen. Aber starre Altersgrenzen sind grundsätzlich vor allem ziemlich doof, aber das hatten wir in den letzten Jahren schon häufiger.

  17. Christian (MZ) sagt:

    Und nochmal kurz in Sachen VDC:

    Ich finde die Öffnung sehr gut, aus sehr vielen Gründen (teils den hier bereits genannten, teils aus anderen, wie etwa bessere Wissensvermittlung in Clubs durch längere Mitgliederbindung, da Berufstätige, wenn sie erst mal da sind, voraussichtlich länger bleiben und gleichzeitig auch bessere, weil realitätsnähere Debatten durch Ausweitung der Bubble).

    Ob man das jetzt schon machen muss oder erst noch dies und jenes prüft, ist eine andere Frage. Ich glaube nicht, dass das ausgerechnet im steuerrechtlcihen Bereich ein Problem ist, aber ich schließe mich gerne dem Kaffee mit Nicolas und Alex an 😉
    Bei den Sponsren muss man sehen. Das ist sicher eine Umstellung. Aber so lange man genug Sachen zur Wahrung des studentischen Charakters oder Subventionen ausschließlich für Studenten macht und bei Berufstätigen alles auf Selbstkostenbasis, würde man auch das sicher geregelt kriegen. Vielleicht nicht so schnell, aber mittelfristig sicher.

    Die hier viel wichtigere Frage ist aus meiner Sicht, was das Debattieren sein soll und damit auch der VDCH: Geht es hier einfach um ein cooles Hobby, bei dem Studenten in Deutschland, Österreich und Schweiz herum fahren, Leute treffen und kennen lernen und sich intelektuelle Diskurse im Hochschulelfenbeinturm liefern? Bei dem Homogenität wichtig ist, damit sich die bisherige (immer nerdiger werdende) Zielgruppe mit sich wohl fühlt und viel Liebe, Kekse und Einhörner austauschen kann? Das fände ich völlig legitim und soll keineswegs abwertend klingen! Wenn es aber nur darum geht, dann brauchen wir keinen VDC und dann ist der VDCH auch nur dazu da, dieses Hobby finanziell verkraftbar zu halten und der ganze Kram von wegen Förderung der Streitkultur ist halt eher Theorie bzw. Beifang.

    Wenn man dieses Ziel der Förderung der Streitkultur aber ernst nimmt, dann kann das Ziel nur VDC sein und alles andere ist Nebenkriegsschauplatz. Und wenn das Ziel klar ist, dann sucht man sich Wege, dieses zu erreichen. Das kann Zeit in Anspruch nehmen, sicher. Und das wird auch sehr anstrengend. Und das ist keine Frage von zwei, drei Jahren sondern deutlich mehr (nicht die Klärung der rechtlichen Fragen, aber Aufbau und Neustrukturierung brauchen Zeit und Energie).
    Aber nur weil dann alle jetzt noch aktiven dann wohl schon nicht mehr dabei sind, heißt das nicht, dass man nicht jetzt schon Weichen stellen könnte. Und seht es mal so: in 3-5 Jahren seid ihr auch Berufstätige. Wäre es nicht cool, dieses Hobby dann immer noch (wenn auch in Maßen) fortsetzen zu können? Nicht mehr jedes Wochenende auf einem Turnier aber ein paar Mal im Jahr und dazu vielleicht jede Woche oder jede zweite Woche mit gleichgesinnten? Denkt mal drüber nach. Wie gesagt, wenn es einfach ein Hobby aus eurer Studentenzeit sein soll, dann ist das auch in Ordnung. Alle anderen Probleme lassen sich lösen, sowohl die rechtlichen als auch die mit Sponsoren und die sonstigen strukturellen.

    Und bitte, bitte, bitte auf der VDCH-MV keine weitere Diskussion wer wann wem was gesagt und wer wann wie und zu früh oder zu spät auf irgendwas reagiert hat und wer bei welchem Gespräch dabei war. Ich verstehe jeden, der sein Engagement nicht gewürdigt sieht. Daher an alle erst mal ein wirklich absolut ernst gemeintes Danke, dass ihr all das in eurer Freizeit auf euch nimmt! Allen im VDCH-Vorstand, allen Beiräten und allen adneren, die sich engagieren! Und jetzt ist das durch und am Wochenende redet man dann bitte nur noch über die eigentlich relevanten Fragen und lässt das persönliche mal bei Seite.

    1. Simon V. (Wuppertal) sagt:

      Ich finde, Christian hat in allen Punkten absolut recht. Vor allem im letzten Punkt, an den man während der MV gar nicht oft genug erinnern kann: Bitte an alle Menschen denken, dann kriegt man vielleicht den relevantesten Teil vielleicht sogar bis Samstag Mitternacht hin!

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