Mein erstes Turnier – Erfahrungen eines (berufstätigen) Frischlings

Datum: 8. November 2018
Redakteur:
Kategorie: Mein erstes Turnier, Menschen
Auf dem Tübinger Schiebeparkplatz - © Thomas Skipwith

Das Züricher Team auf dem Tübinger Schiebeparkplatz – © Thomas Skipwith

Die erste Fahrt auf ein Turnier kann für neue Debattiererinnen und Debattierer vieles sein: Türöffner in die überregionale Szene, der Beginn neuer  Freundschaften oder auch das Erwachen des Wettkampfgeistes. Häufig steht davor aber auch eine (mentale) Hürde, die es zu überwinden gilt. In unserer neuen Reihe “Mein erstes Turnier” erinnern sich Debattierende an ihre Anfänge. Für Thomas Skipwith liegt diese Erfahrung noch gar nicht so lange zurück.

Noch nicht lange ist es her, dass wir in der Schweiz einen neuen Debattierclub gegründet haben. Im Sommer 2017 waren wir der Meinung, dass es auch einen Debattierclub für Berufstätige braucht. So entstand der DC Aargau. Unterdessen ist der Debattierclub Winterthur dazugekommen. Immerhin wird an Geschäftssitzungen, an Elternabenden und an Gemeindeversammlungen  immer mal wieder debattiert. Deshalb erachteten es  ein paar Mitstreiter und ich für nützlich in die Debattierszene einzusteigen. Freundlicherweise wurden wir mit offenen Armen von den Clubs empfangen, die an Hochschulen und Universitäten bereits seit Jahren Übungsmöglichkeiten für Studenten anbieten.

So war es denn auch höchste Zeit an einem grossen Turnier teilzunehmen. Und zwar an der Campus Debatte in Tübingen vom 2.-4. November 2018. Da ich aus dem DC Aargau leider nicht genügend Mitglieder mobilisieren konnte, habe ich mich als Juror dem Team aus Zürich angeschlossen. In Tübingen angekommen, haben wir sofort eine der touristischen Attraktionen angesteuert: den Schiebe-Parkplatz. Glücklicherweise hatte ich zuvor bereits auf YouTube gesehen wie dieser Parkplatz zu benutzen ist. Mit Leichtigkeit wie Superman haben wir die anderen Autos verschoben.

Sven Jentzsch und sein Team begrüssten uns herzlich im Brecht-Bau der Uni Tübingen. Die ersten Worte seiner Eröffnungsrede waren: „Willkommen in einer der schönsten Städten Deutschlands und einem der hässlichsten Gebäude der Uni“, das natürlich zur Erheiterung der Anwesenden beitrug. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, wie grosszügig die Uni Räumlichkeiten für dieses Turnier zur Verfügung gestellt hat. Fantastisch.

Thomas (links) mit dem amtierenden VDCH-Präsidenten Lennart Lokstein - © Privat

Thomas (links) mit dem amtierenden VDCH-Präsidenten Lennart Lokstein – © Thomas Skipwith

Es standen uns sechs Runden bis zum Finale am Sonntag im grossen Festsaal der Uni bevor. Und ich durfte in den ersten 5 Runden hochkonzentriert die teilnehmenden Redner jurieren. Als blutiger Anfänger war ich ziemlich überfordert. Der Grad meiner Bescheidenheit im Hinblick auf die Juroren hat dramatisch zugenommen. Glücklicherweise waren die Inputs von den Hauptjuroren sehr hilfreich. Ich meine, ich konnte mich im Verlaufe der Runden um vieles verbessern und somit auch bessere Bewertungen abgeben. Auf alle Fälle empfehle ich jedem auch in der Jury mitzumachen, denn so viele Punkte gleichzeitig zu beachten wie es der Jurierbogen verlangt, schärft den Blick und spitzt das Ohr ungemein. Ausserdem waren viele beeindruckende Redner dabei, welche mich nicht nur einmal vergessen liessen, die Zeit anzuzeigen respektive auf den Tisch zu klopfen – nicht zur Freude der Hauptjurorin.

Darüber hinaus will ich den Organisatoren ein Kränzchen winden: Ich war beeindruckt wie wir gut untergebracht wurden; nämlich im Hotel Ibis, ein brandneuer Bau. Zum Frühstück gab es u.a. leckere Korn-Brötchen. Das mag nur einem Schweizer auffallen, aber wer schon im Ausland war, weiss wie gut diese schmecken. Manche Studenten habe ich beobachtet wie sie bis zu fünf Mal zum Buffet gegangen sind – es war so lecker. Ich habe es immerhin auf vier Mal geschafft.

Sightseeing in Tübingen - © Privat

Sightseeing in Tübingen – © Thomas Skipwith

Selber habe ich  auch schon Konferenzen organisiert. Ich weiss wie gross der Aufwand ist und wie wichtig ein gutes Team für das Gelingen des Anlasses ist. Die Mitglieder des Organisationsteams haben m.E. einen tollen Job gemacht. Zusammenfassend werden  mir die schöne Stadt, die tolle Organisation und deren Team, die netten Studenten, die grosszügigen Sponsoren, das Hotel, meine Erfahrungen als Jurymitglied und natürlich die tollen Reden während den Debatten und in den Wandelhallen in Erinnerung bleiben.

Für mich und meine Kollegen aus dem DC Aargau gibt es noch viel zu lernen. Wir freuen uns schon darauf und werden mit Freude bald wieder an einem Turnier teilnehmen. Wer uns in der Schweiz besuchen will, findet uns auf www.debattierclubs.ch. 

Thomas Skipwith/jm.
Thomas Skipwith hat an der Universität St. Gallen HSG studiert. Er hat 1995 mit einem Master der Betriebswirtschaftslehre abgeschlossen. Danach war er als Unternehmensberater und seit 17 Jahren als Rhetorik-Coach tätig. Sein Interesse fürs Debattieren wurde schon früh geweckt, doch als Berufstätiger hatte er zuerst keine Zeit, in einem Club mitzumachen. 2017 gründete er zusammen mit weiteren Mitstreitern den Debattierclub Aargau für Berufstätige (www.debattierclubs.ch) und ist seitdem dessen Präsident. Sein Debüt als Redner hatte er beim Einsteigerturnier des Debattierclubs Zürich im Oktober 2018 und im November 2018 als Juror auf der Campus-Debatte in Tübingen.
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2 Kommentare zu “Mein erstes Turnier – Erfahrungen eines (berufstätigen) Frischlings”

  1. Lennart Lokstein sagt:

    Ich finde es schön, dass auch solche Artikel ihren Weg auf die Achte Minute finden. Und natürlich freue ich mich, dass die erste Turniererfahrung so positiv ausfiel.

  2. Simon V. (Wuppertal) sagt:

    Super Artikel, da wird einem auch mal sehr bewusst, wie wichtig solch eine Wertschätzung ist.

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