Engagement rückläufig: Hintergründe gesucht

Datum: 23. April 2019
Redakteur:
Kategorie: VDCH

Angesichts des zurückgehenden Engagements innerhalb der deutschsprachigen Debattierszene ruft VDCH-Präsident Lennart Lokstein die Debattierszene zum Austausch über die zugrundeliegenden Ursachen auf. Der Aufruf hier im Wortlaut:

Liebe Debattiergemeinde,

mehr und mehr leidet unsere Community unter ausbleibendem Engagement. Clubs finden keine neuen Vorstandsmitglieder, gewählte Vorstände lassen wichtige Arbeiten liegen, vier von acht Campus-Debatten-Turnieren bleiben im ersten Jahr der neuen Serie auf der MV ohne Bewerber und die Zahl der DDL-Turniere beläuft sich diese Saison bislang auf fünf, wo normalerweise eine zweistellige Anzahl an Turnieren zur Verfügung steht. Wo auf der Achten Minute früher wöchentlich jemand ein Mittwochs-Feature an die Community richtete, gibt es heute vielleicht eines im Monat.

Das ist Anlass zur Sorge – und ich würde gerne wissen, was eure individuellen Erfahrungen und Hintergründe zu diesem clubübergreifenden Phänomen sind. Dazu möchte ich von euch, die ihr selbst überlegt habt, ein Amt oder Projekt zu übernehmen, euch dann aber dagegen entschieden habt (oder auch gar nicht groß überlegen musstet), mehr über eure Entscheidung erfahren. Auch wenn ihr im Gespräch mit jemandem wart, der oder sie sich gegen mehr Engagement entschieden hat, würden mich die Hintergründe interessieren.

Dafür würde ich euch bitten, das Gespräch mit mir zu suchen oder andere dazu zu ermutigen. Gerne telefonisch, aber auch schriftlich z.B. per Mail oder Chat! Alle Namen und Daten werden selbstverständlich anonym gehalten – mein Ziel ist nicht, irgendwen von euch zu offenbaren oder umzustimmen. Ich möchte einfach schauen, was in vielen Einzelfällen die Gründe gegen mehr Engagement waren, um daraus dann für den VDCH strukturelle Verbesserungen anzustreben. Ob diese möglich sind, werden wir sehen und es ist geplant, das Gesamtbild (wie gesagt stets anonymisiert) auch in einem Achte Minute-Podcast zu thematisieren.

Ohne eure Mitarbeit geht es nicht: Ich weiß, dass es unangenehm sein kann, darüber zu reden, warum man etwas nicht gemacht hat, gerade, wenn sich viele das gewünscht hätten. Bitte überwindet diese Hürde und kommt trotzdem auf mich zu. So könnt ihr in 5-20 Minuten ebenfalls einen Beitrag leisten, das Debattieren für uns alle ein kleines bisschen besser zu machen!

Liebe Grüße

Lennart

 

Lennart Lokstein/jm.

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36 Kommentare zu “Engagement rückläufig: Hintergründe gesucht”

  1. Martin sagt:

    Guten Morgen Lennart, Alle

    Ohne lange auszuformulieren, werfe ich mal ein paar Punkte rein. Alles schön subjektiv.

    Achte Minute
    * Die Berichte über Turniere sind hilfreich, insbesondere zum Abgrasen der Themen.
    * Die aktuellen/frühen/relevanten Informationen zu Turnieren werden über den Verteiler gejagt. Entsprechend gibt es weniger Gründe, regelmässig auf der Seite vorbeizuschauen und die Mittwochs-Artikel zu entdecken.
    * Einige Mittwochs-Artikel waren ziemlich ausschweifend ausformuiert, zusätzlich mit ganzen Büchern in den Kommentaren. Ein grosser Happen zum lesen und eine hohe Hürde fürs Schreiben.

    Turniere
    * Die Finalreden halten zum Teil nicht dem Publikumstest stand: Exerne hätten andere Gewinner gekührt. Bei BP wird fliegen Debattieranglizismen durch den Raum (macht auf Deutsch noch weniger Sinn, trotz BP) und die Jurierung hat eine szeneninterne Eigendynamik entwickelt.
    * Echokammer, vgl. unten
    * Es gibt tatsächlich Ausrichter: Im Herbst stehen verschiedene Anfängerturniere in Konkurrenz, also ist eine gewisse Grundmotivation vorhanden.
    * Tendenziell immer mehr „N=1“ statt „N-1“ (Erstere Formulierung macht eigentlich keinen Sinn, es müsste, wenn schon, „N“ heissen, wenn N für die Anzahl Gespanne steht. Dann ist das auch mal gesagt.). Das ist wohl eine Reaktion auf einen befürchteten Jurorenmangel, hebt aber auch die Eintrittshürde für kleine Klubs und verstärkt das Problem langfristig.
    * Vorhersehbare Ranglisten, Neue als Kanonenfutter.

    Echokammer
    * Ein kleiner Kreis von Leuten macht sehr viel. Gute Arbeit, es ist aber auch ein Gruppendenken-Risiko und verschärft die Problematik wiederum, wenn mal jemand zurücktritt. Wegen Überdehnung ein Dominoeffekt. (Das steht ja zwar schon im Artikel oben.) Vielleicht braucht es mehr Mut zum Scheitern, unfähigen Personen Aufgaben zutrauen.
    * Das Ganze hat einen Linksdrall. Die Themen drehen sich oft um Gewerkschaften und die Perspektive dieser bizarren SPD-Partei. Der Effekt könnte sein, dass die ‚richtigen‘ Argumente unterbewusst stärker bewertet werden und sich das ganze verstärkt. (Naja, vielleicht sind auch einfach die Argumente schlecht.)
    * Oft werden genaue Mechanismen und Erklärungen gefordert. Entsprechend gewinnt, wer Altbekanntes wasserdicht verpackt, bis hin zur peniblen Detailversessenheit.
    * Leute mit ausgefallenen Argumenten und kreativen Absätzen bleiben spätestens im Halbfinal stecken.
    * Im überhöhten Selbstbild wird Debattieren als Rettung in der dunklen Zeit präsentiert, nicht nur den Sponsoren. Anstatt sich den Weltschmerz aufzuladen, könne man auch einfach den Spass an der Freude anpeilen. Der Rest kommt von selbst.

    Damit ist das Fuder auch ziemlich überladen, es ist wahrlich eine Knacknuss. Andere Zürcher, andere Ansichten, möglicherweise.

    1. Johannes Meiborg sagt:

      Hallo Martin,

      wie in unseren Kommentier-Regeln zu lesen ist, haben wir auf der Achten Minute eine Klarnamen-/Identifizierbarkeitspflicht. Bitte beachte dies bei deinen zukünftigen Beiträgen. 🙂

      Die entsprechende Passage:
      „Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser ihre wirklichen Namen nennen. Kommentierende müssen wenigstens für andere Debattanten identifizierbar sein. Das bedeutet, dass in der Regel mindestens der Vorname, der Anfangsbuchstabe des Nachnamens und der Ort bzw. Der Club angegeben werden muss.“

    2. Martin sagt:

      Johannes, das suggeriert, ich hätte versucht, mich in der Anonymität zu verstecken.
      Es wäre elegant, wenn du die Zeilen lesen würdest, statt das Moralross zu reiten. Schliesslich habe genug schöne Helvetismen eingebaut und auch der Klub ist deutlich angegeben. Zudem bin ich auch schon paar Jahre dabei und kann mir meinerseits auf Namen wie ‚Witthaut‘ einen Reim machen. Das zeigt doch auch wieder den Kern des Problems.

      Ausserdem wird im Text oben auch die Anonymität thematisiert.
      Martin Reinhard, Debattierclub Zürich, aus Bern stammend.

    3. René G. (Rederei Heidelberg) sagt:

      Sich nicht an die Regeln halten und dann auch noch beschweren, das sind die Besten!

    4. Martin Reinhard (DC Zürich) sagt:

      Solange sich Leute beschweren, besteht auch Hoffnung auf Besserung. Wenn es still wird und es niemanden mehr kümmert, ist das Schiff endgültig gesunken. Diskutiert – mit euren Regeln – fröhlich weiter und schiebt am Schluss die Schuld auf unaufhaltbare, gesellschaftliche Tendenzen! Damit stellt sich bei mir die Gleichgültigkeit ein.

    5. Anton Leicht sagt:

      Deine Sorgen, Martin, sind welche, die ich in Ansätzen häufig schon gehört habe; da du ja das Engagement zu haben scheinst, dich auch zu ihnen zu äußern, würde mich ehrlich interessieren, was deine präferierten Änderungen wären? Sprich, wie kann die Debattierszene als Ganze (und vielleicht auch z.B. CA-Panel im Kleineren) unattraktive Finalreden und starre Ranglisten sowie Jurierechochambers vermeiden? Sind die zugrundeliegenden Regelwerke das Problem? Deren Auslegung? Die Redner*innen? Die Art, zu bewerten? Alles davon? Ich glaube, Probleme exakt mit diesen Umständen sehen viele Debattierende, aber ich tue mich immer sehr schwer, zu sehen, wo die Lösung bei einem so dezentral entstehenden Prozess liegen kann; wenn du oder irgendjemand da Ideen hat, fände ich das wirklich interessant.

  2. Witthaut sagt:

    Auf jeder Debattierveranstaltung auf der ich noch bin oder Veranstaltungen mit Debattierer*innen wird stets lästernd, negativ, degradierend über andere geredet, anstatt dass mit ihnen das Gespräch sucht oder über sich selbst reflektiert. Selbst in Zeiten, in denen es an Engagement mangelt, wird lieber über neue Chefjuror*innen, Vorstände, Preisträger*innen, breakende Menschen oder Finalist*innen gelästert, als irgendjemanden auch nur ansatzweise irgendetwas zu gönnen. Dabei werden Opfer dieser Lästereien – nicht immer, aber meistens – „junge“ (debattieraltertechnisch gesehen) Menschen. Ich will mich davon gar nicht frei sprechen, aber es hat schon irgendwie System… Empowerment wäre vll. auch mal ein Ansatz, den jeder und jede Einzelne ausprobieren könnte. Auch wenn das bedeutet, dass vielleicht andere ein Stück vom Kuchen bekommen. Oder es könnten mehr Leute mal den Mund aufmachen, wenn neben ihnen über andere gelästert wird.

    Eine „In- and Outgroup“ sollte sowieso nicht existieren. Eine instabile Szene kann sie sich aber nicht einmal leisten. Das kann der VDCH natürlich nicht leisten. Könnte man aber beim nächsten Turnier ganz individuell drauf achten.

    1. Felix - Aachen sagt:

      Dass über „neue Chefjuror*innen, Vorstände, Preisträger*innen, breakende Menschen oder Finalist*innen gelästert“ wird ist sicherlich ein Problem, aber ich sehe noch etwas anderes sehr problematisch. Alle die von Willy angesprochenen Leute sind Leute die es zu was gebracht haben. Meine persönliche Erfahrung von Turnieren ist, dass die alteingesessenen Redner und Juroren in sehr unter sich bleiben und diejenigen, die es nie über einen mittleren Platz auf dem Tab oder über Jurierung als Wing hinaus schaffen, praktisch keine Beachtung finden. Werder positive (wünschenswerte) Beachtung, noch negative, „die da oben im Toproom“ würden sich nicht mal dazu herablassen über Leute aus der Mitte des Tabs zu lästern. Damit verbunden ist eine relativ klare Generationentrennung auf Turnieren. Es gibt einige, ohne frage sehr gute, Reder*innen und Juror*innen, die sich nur mit den Leuten unterhalten, mit denen sie sich schon seit Jahren auf Turnieren unterhalten. Und gleichzeitig gibt es Gruppen unerfahrer Leute die so als „der Rest“ irgendwo anderes sitzen und unter sich bleiben. Wenn ich einen Hinweis bekommen möchte, wie ich z.B. meine Notizen für die Jurierung besser struckturieren kann, muss ich schon von mir aus auf meinen Chair zukommen und ihn/sie fragen. Vorallem, wenn sich diese Person aber schon sofort mit anderen Leuten unterhält, ist die Hürde zu fragen realtiv groß.
      OK, lange Rede kurzer Sinn. Was hat das mit Engagement zu tun?
      Zumindest in Aachen gab es schon länger kein Turnier mehr, weil die Leute die früher mal eins ausgerichtet haben irgendwann weg waren und die verbleibenden nicht so super motiviert und nicht so viele waren. Gleichzeitig haben wir aus welchen Gründen auch immer ein paar schlechte Jahre was das Halten von Anfängern angeht gehabt. Mitlerweile haben wir wieder regelmäßig zwei Räume, die Leute sind da, aber es ist relativ schwer sie dazu zu bekommen auf Turniere zu fahren und erst recht sie zum jurieren zu motivieren. Wir sagen unseren Anfängern immer: „Auf Turnieren werdet ihr besser.“ – Aber ich bin mittlerweile nicht mehr so überzeugt davon. Richtiger müsste es heißen „Wenn ihr mit jemandem Erfahrenes auf ein Turnier fahrt, der euch Feedback geben kann oder für euch die Leute fragt die es können, werdet ihr besser“. Insbesondere für unerfahrene Juroren die allein für ihren Club jurieren, die immer Wing in irgendeinem Raum sind, nie wirklich Feedback zu ihren Jurireungen bekommen und im Besten Fall am Ende zwei Zettel mit jeweils einem nichtssagendem Satz drauf in der Hand haben, ist die Turniererfahrung nicht so positiv wie ich mir das wünschen würde. Ich glaube für Teams in denen kein erfahrener Redner ist, verhält es sich ähnlich. Man redet in den untneren Räumen, bekommt wenig Beachtung, die Debatten fühlen sich schlecht an(weil sie es sind) und das Feedback, insbesondere Verbesserungsfeedback, ist bescheiden. Auf diese Weise ist es in meinen Augen sehr schwer Leute zu motivieren sich über den Club hinaus für die Szene zu engagieren oder auch nur mal überhaupt Fuß in der Szene zu fassen und gerne auf Turniere zu fahren. Und wenn im nächster Zeit auch unsere letzten erfahren Deabttanten ihren Abschluss machen und das aktive Clubleben verlassen, werden diese Probleme nur noch größer.
      Nun deabttiere ich ja auch noch nicht ewig, ich kann nicht einschätzen ob das früher anderes war oder ob Marc früher die Aachener einfach soweit hochgezogen hat, dass die Probleme für die früheren Aachener Generationen nicht so groß waren, aber ich glaube wenn die Szene Engagement von Leuten auch aus kleineren Clubs haben will, müssen wir alle daran arbeiten die Szene auch für die Leute die nicht „neue Chefjuror*innen, Vorstände, Preisträger*innen, breakende Menschen oder Finalist*innen“ sind attraktiver zu machen.

    2. Witthaut sagt:

      Zustimmung! Zumal es allein schon ein strukturelles Problem ist, dass der Pool an Menschen, die meistens angefragt werden Verantwortung zu übernehmen, meist aus dem Pool kommen, den ich angesprochen habe. Daran allein bemerkt man schon die Blockaden im Denken… Wenn die von dir angesprochene Gruppe sich dann aber engagiert und erfahren darf, dass sie nicht Zuspruch sondern Missgunst erlebt, schließt sich wieder der Kreis… Ziemlich bitter =/

      Die Vermischung und das Zusammenkommen von Leuten auf Turnieren ist aber nicht allein eine Generationenfrage. Oftmals gibt es auch starke Clubidentitäten und ähnliche Phänomene. Ich mag das jetzt nicht im Detail aufschreiben, ich glaube, darunter können sich die meisten was vorstellen. Es ist nicht nur ein vertikales, sondern auch ein horizontales Problem 😉

    3. Georg sagt:

      Mmh, das ist kompliziert. Sobald es erstmal starke Gruppen gibt (wie auch immer geartet), festigen sich andere. Je schwerer es wird, Anschluss zu finden, desto weniger fangen Leute an, mit Menschen aus anderen Clubs zu reden, weil das eben ziemlich anstrengend ist. Stattdessen bleiben Clubs auf Turnieren unter sich.

      Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass man sich davon frei machen kann, dass man Gruppen hat. Turniere sind fast immer zu groß, um mit allen Leuten auch überhaupt nur zu reden, geschweige denn relevante Beziehungen aufzubauen. Ich denke daher nicht, dass es Sinn ergibt, sich unmögliche Standards zu setzen („In- und Outgroup sollte es nicht geben“).

      Nein, ich weiß auch nicht genug über Gruppendynamik als das ich wüsste, was man tatsächlich in dieser Situation alternativ tun sollte, sorry.

    4. Sabine (St. Gallen) sagt:

      Eine Anmerkung zu Willys Satz mit „die Leute, die gefragt werden, sind auch immer aus der Gruppe der Bekannten“: Ich glaube, das stimmt für einige Dinge, aber nicht für alle. Für Chefjuror*innen stimmt es definitiv. In begrenztem Maße ist das sinnvoll (jemand, der auf einem Turnier berechtigterweise immer nur Nebenjuror*in war, ist vermutlich kein geeignetes Mitglied einer Chefjury), aber selbstverständlich werden extrem viele geeignete Kandidat*innen übersehen. Das ist unfair und führt zusätzlich zu dem grundsätzlichen Problem, dass wir alle 2 Jahre massive Probleme haben, alle unsere Turniere mit Chefjurys zu versorgen. Aber: Aus genau diesem Grund hat der VDCH vor ein oder zwei Wochen ein Chefjurierseminar ausgerichtet. Die Beteiligung war mäßig. Ich weiß nicht, ob sich niemand traut, zu kommen (dabei war doch 3 Wochen vorher das Jurierseminar für Fortgeschrittene!), ob der Termin nicht passte oder der Ort, oder ob niemand chefjurieren möchte. Wenn letzteres der Fall ist, sind wir wieder bei dem Problem, den der Artikel anspricht. Wenn etwas anderes der Grund war – auch da könnt ihr gerne dem VDCH-Vorstand sagen, was ihr denkt!
      Zu den anderen Arten von Engagement (Turnierorga, Vorstandsarbeit, zumindest auf VDCH-Ebene): Das ist nichts, wofür man angesprochen werden müsste, das kann man einfach machen. Zumindest für die Organisation der Campus-Debatten haben wir auch ein halbes Jahr lang so ziemlich jeden aktiven Club angefleht, das zu machen, da wurde also durchaus angesprochen, und zwar nicht nur die „ganz oben“. Beim VDCH-Vorstand hingegen verstehe ich, dass der Eindruck entsteht – die Vorstände der letzten Jahre haben sich wohl weitestgehend aus diesem Pool rekrutiert (wobei die Dynamik vielleicht auch andersrum geht – wenn man im Vorstand ist, ist man ein bisschen mehr fame). Die Kandidatur hier steht jedem offen, trotzdem muss man immer Leute beknieen, das doch bitte, bitte zu machen. Und da, ja, da fragt man eher die Leute, die man als Altvorstand kennt und einschätzen kann. Aber nur, weil sich niemand von sich aus meldet!
      Ich will gar nicht so tun, als gäbe es diese Gruppen nicht, oder als würde sich nicht eine dieser Gruppen die allermeisten Posten teilen. Aber der Grund ist manchmal auch, dass man nur die erreicht. Und zu der Frage, woran das liegt, hat Felix, denke ich, einen wichtigen Gedanken genannt. nämlich, dass man sich gar nicht kennt.

  3. Anna Rederei sagt:

    Auch von mir ein paar unsortierte Ansatzpunkte:

    Anschließend an das was Willy sagt: Ich glaube, dass es diese Dynamik, jungen Nachwuchsleuten nichts zu gönnen, auch innerhalb von Clubs gibt. Anstatt den Wissenstransfer zu suchen, und sich zu freuen, wenn die eigenen Zöglinge einen überholen, blicken einige Platzhirsche eifersüchtig auf den Nachwuchs und versuchen, sie möglichst klein zu halten und stoßen sie dabei an die Grenzen des Clubs.

    Die zunehmende Professionalisierung der Szene: ich habe das Gefühl, dass viele Menschen sich nicht zutrauen, Posten zu übernehmen, weil die Arbeit in der Szene zunehmend formalisiert ist und mit einigen Hürden verbunden ist. Als Mitausrichterin der DDM kann ich da echt jetzt schon ein Lied von singen. Ohne zu viel anzuteasern zu wollen: Ich bin mir recht sicher, dass wir unsere Erfahrungen und Vorschläge auf der MV zur Diskussion stellen werden.

    Diese hohen Ansprüche schlagen sich nicht nur in der mangelnden Bereitschaft, die großen Turniere auszurichten nieder, sondern auch in Bezug auf Mittwochsfeatures und Posts. Häufig wird in den Kommentarspalten Bezug auf Artikel von vor Jahren oder aus anderen debattierbezogenen Outlets genommen und man fühlt sich fast geshamed, dass man kein umfassendes Wissen hatte. Ich zumindest habe oft Ideen für Features verworfen, weil ich dachte, dass es mir der Zeitaufwand nicht wert ist, einen Text zu schreiben, bei dem ich aus Sorge um die Reaktion der Szene auf Perfektion achten und mich als möglichst allwissend verkaufen muss, nur um dann doch belehrt zu werden und über zwei Ecken mitzubekommen, wie andere meine Gedanken zerreißen, wie ich es schon mit anderen MiFis erlebt habe. Andere haben diese Hemmschwelle vielleicht nicht, aber bei mir ist sie definitiv vorhanden.

    Ein Punkt, der in der Bewertung des rückläufigen Engagements glaube ich allgemein zu beachten ist, ist, dass dies kein debattierspezifisches Phänomen ist. Auch viele politische und soziale Hochschulgruppen bei uns an der Uni haben Probleme, Nachwuchs zu finden. Im Geiste dieses Beitrags habe ich hierzu jetzt nicht recherchiert, ob sich das auch statistisch belegen lässt, sondern es bei meinem Eindruck belassen, was ich sonst wohl getan hätte: Es lebe der Mut zur Imperfektion!

    1. Witthaut sagt:

      Es gibt Untersuchungen zu Bindungen zu Vereinen / Parteien / Organisationen etc. Das ist in der Tat rückläufig, müsste ich aber auch erst rauskramen =/

    2. Georg sagt:

      Weil ich das schon von mehreren Leute gehört habe, habe ich mal gerade schnell gegooglet: Laut der Bertelsmann-Stiftung gibt es zwar insgesamt keine „Krise des Ehrenamts“, es könnte allerdings sein, dass sich engagierte Leute auf mehr Vorstände verteilen, da es insgesamt mehr Vereine in Deutschland gibt.

      Quelle: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/menschen-wirtschaft/neuer-rekord-deutschland-hat-so-viele-vereine-wie-nie-zuvor-12288289.html
      (Primärquelle: https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/unsere-projekte/zivilgesellschaft-in-zahlen/projektbeschreibung/ )

    3. Georg sagt:

      IMHO ist an allen möglichen Ecken und Enden der Standard innerhalb der Debattierszene hoch. Was mir so einfällt:
      – Ansprüche an Debattierer: Leute reden wenig mit Leuten, die schlechter im Debattieren sind. Wurde oben schon ausgeführt. Trifft auch auf diese Achte-Minute-Kommentare zu; so wie hier Leute regelmäßig auseinandergenommen werden muss man schon gewissen Mut haben, um überhaupt etwas zu sagen. [1]
      – Ansprüche an (zeitlichen) Aufopferungswillen: Wer nicht bis zum Ende des Finales bleibt, wird geshamed. Wer nicht seinen Freitag aufopfern kann, kann auf viele Turniere gar nicht hin. Wer nachts Schlaf braucht, kann Turniere auch vergessen, denn Break und Tabs gibt es nur auf dem Social.
      – Ansprüche an Organisation: Bei uns organisieren wir kleine, lokale Einsteigerturniere – ein Tag – mit vielleicht 10 Personenstunden für die Orga (abgesehen vom Turniertag selbst). Es werden Räume gebucht, Lebensmittel eingekauft, Leute eingeladen, vielleicht noch was besprochen, zackfeddich, Turnier. Wer Bock hat, bringt noch selbstgebackenen Kuchen mit. Die Chefjury hat da noch deutlich mehr zu tun, je nach Gründlichkeit. Alles was ich aber von Turnierorganisation höre ist, wie endlos viel Arbeit das sei. Vielleicht verschätze ich mich da auch einfach endlos was größere Turniere angeht, aber mir kommt es gar nicht so krass vor.

      Ansonsten sehe ich auch einen allgemeineren Anspruch an ein immerwährendes „mehr“: Es ist nicht genug, einfach nur debattieren und Spaß zu haben, sondern es muss auch die Welt damit gerettet werden. Falls das vorher schon gemacht wurde, reicht auch das nicht mehr aus. Wenn Turniere schon vorher Socials hatten, dann müssen die Socials jetzt auf irgendeine Weise „besonders“ sein, idealerweise auf eine noch nicht dagewesene Weise. Ich glaube, dass man da schnell die „Grenzen des Wachstums“ erreicht: So viel besser kann man Turniere gar nicht machen. [2] Man kann das auch einfach akzeptieren, das Wald-und-Wiesen-Turniere eine ganz wunderbare Sache sind, ohne der krasse neue Shit zu sein. Es ist auch völlig in Ordnung, wenn ein VDCH-Vorstand nicht die Debattierwelt in neue Dimensionen hebt, oder tolle Projekte auf die Beine stellt (Imagefilm, Jurierseminare, … [3]). Wenn zuverlässig die Tagesgeschäfte geführt werden, ist das auch okay.

      Ich möchte damit also auch explizit Anton widersprechen: Ich glaube, dass fehlendes Wachstumspotential nicht der Tod sind. Sondern im Gegenteil, die Szene eher an endlosem Wachstum erstickt. Da kann man vielleicht auch über den Kanal oder sonst nach Ex-Großbritannien gucken, wo das Debattieren deutlich etablierter ist als hierzulande. Dort wird auch nicht ständig die Debattierwelt neu erfunden, sondern sich deutlich mehr auf Tradition berufen. [4]

      [1] Oder ohnehin nicht mehr viel mit der Debattierszene zu tun haben. Oder einen sehr lieben Artikel als Vorlage haben.
      [2] Solange man begrenzte Ressourcen hat, d.h. vor allem Zeit, aber auch Geld.
      [3] Bitte, ich möchte wirklich nicht sagen, dass das schlechte Projekte seien – im Gegenteil. Ich meine nur, dass sich Vorstände nicht verpflichtet fühlen sollten, solche auf die Beine zu stellen.
      [4] Ich hoffe, dass ich mich mit diesen Behauptungen nicht zu weit aus dem Fenster lehne, weil ich eigentlich keine Ahnung von der englischsprachigen Szene habe.

    4. Georg sagt:

      Der oben genannte Kommentar sollte eigentlich eigenständig sein.

    5. Georg sagt:

      Der folgende Kommentar hingegen wurde verschluckt:

      Habe diese „Krise des Ehrenamts“ schon ein paar mal gehört. Kurzes Googlen ergibt, dass wohl in absoluten Zahlen das Engagment nicht abnimmt, aber durch die steigende Zahl der Vereine die personellen Kapazitäten der einzelnen Vereine knapper werden.

      Quelle: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/menschen-wirtschaft/neuer-rekord-deutschland-hat-so-viele-vereine-wie-nie-zuvor-12288289.html
      Primärquelle: https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/unsere-projekte/zivilgesellschaft-in-zahlen/projektbeschreibung/

    6. Anton Leicht sagt:

      Eine ganz kurze Klarstellung, morgen schreibe ich, denke ich, noch zu ein paar anderen Sachen etwas: Ich glaube nicht, dass wir ständiges Wachstum brauchen oder dass eine „stagnierende“ Szene eine schlechte Szene ist. Ich habe Spaß damit, wie das Debattieren momentan ist, und wenn das erhalten bleibt, reicht das für mich vollkommen aus. Ich habe nur die Befürchtung, dass die Motivation, gerade in größeren Clubs, die trotzdem nicht so viel ausrichten, wie sie könnten (ja, so auch wir, und sicher auch einige andere ständige Verdächtige), eben aus dem no-novelty-Grund fehlt. Ich finde nicht, dass dafür die Lösung Wachstum sein muss; wenn wir einen Weg finden, wie Konservierung des Status Quo Menschen motivieren kann, dann bin ich der erste, der in fünf Jahren auf der DDM vorbeischaut und sich freut, dass auch dieses Jahr Erstis wieder das gleiche Gefühl erleben können wie ich auf meiner ersten DDM.

    7. Johannes Meiborg sagt:

      Hallo Georg,

      wie in unseren Kommentier-Regeln zu lesen ist, haben wir auf der Achten Minute eine Klarnamen-/Identifizierbarkeitspflicht. Bitte beachte dies bei deinen zukünftigen Beiträgen. 🙂

      Die entsprechende Passage:
      „Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser ihre wirklichen Namen nennen. Kommentierende müssen wenigstens für andere Debattanten identifizierbar sein. Das bedeutet, dass in der Regel mindestens der Vorname, der Anfangsbuchstabe des Nachnamens und der Ort bzw. Der Club angegeben werden muss.“

  4. Anton Leicht sagt:

    Ich habe das Gefühl, über sehr individuelle und verstreute Mikrobedenken heraus, die sicher einen großen und potenziell signifikant größeren Anteil an geringer Motivation haben können, drängt sich der Szene durchaus auch eine Makrofrage auf, die da lautet: „Welchem Zweck dient das studentische Debattieren tatsächlich?“.

    Ich habe ein wenig das Gefühl, dass Debattierevents, spezifisch Turniere, einen komplizierten Spagat zwischen vielen Zielen wagen müssen: Des Bietens einer Plattform für eine eng verbundene und verknüpfte, freundschaftliche Szene, gemeinsam ein Hobby wahrzunehmen; der Realisierung eines kompetitiven sportlichen Wettkampfs, an dessen Ende in beschränktem, aber merkbaren Maße Ruhm und Preise stehen; einem gewissen gesellschaftlichen Engagement und einer Stärkung von Debattenkultur; und dezidiert getrennt von letzterem dem Liefern der Illusion einer gestärkten Debattenkultur (am stärksten manifestiert in den immer wieder aufkommenden Begehren, Finalredner*innen überzeugen zu wollen, eine für das studentische Debattieren nicht repräsentative Debatte zu führen; würden wir wirklich Streitkulturstärkungen per se durchführen wollen und würden wir das übliche Debattierformat dafür für ungenügend befinden, wäre es ja sicherlich sinnvoll, an den Formaten zu schrauben, aber das ist Stoff für ein anderen Mittwochsfeature).

    Alles in allem ist das aus meiner individuellen Perspektive auf Engagementmöglichkeiten, gerade auf nationaler Ebene (also in Turnierorga oder im VDCH), immer eine gewisse Hürde – Letztendlich ist mir nämlich unklar, ob es überhaupt ein gemeinsames und konsistentes Selbstverständnis der Debattierszene gibt. Sicherlich ist eine solche Frage nicht die erste, die zum Erreichen von mehr Engagement zu beantworten ist, aber ich glaube, wenn wir als Debattierszene uns diese Frage nicht irgendwann beantworten, ist zumindest jegliches Wachstumspotenzial (und damit meiner Meinung nach letztendlich auch jedes Überlebenspotenzial) gefährdet davon, dass eine Maximierung einer der potenziellen Wahrnehmung immer auf Kosten der anderen geht und letzten Endes im Sinne des Kompromisses nicht realisiert wird; wie wir aber das Debattieren weiterbringen und entwickeln können, ohne zu wissen, in welche Richtung das überhaupt geschehen wird.

    Ich und sicher auch viele von euch haben da bestimmt starke Meinungen zu; ich glaube, um Engagement zu mobilisieren, müssen Menschen das Gefühl haben, etwas zu tun, was nicht schon hundertmal getan wurden, und dafür ist Klarheit über Richtungen meiner Meinung nach ein sehr wichtiger Faktor.

  5. Christian S. (MZ) sagt:

    Ich glaube, dass viele der hier angesprochenen Faktoren tatsächlich Probleme innerhalb der Debattierszene sind. Allerdings glaube ich nicht, dass diese die Ursache der von Lennart geschilderten Misere sind. Sie spielen da sicher zu einem gewissten Teil mit rein, die Hauptursachen sehe ich aber woanders:

    Klar gibt es Grüppchenbildung, es wird gelästert, der eine gönnt der anderen etwas nicht und mancher, der gerne was tun würde, aber darauf wartet gefragt zu werden, traut sich nicht, von sich aus initiativ zu werden etc.. Und all das ist jeweils für sich genommen natürlich ein Problem! Ich glaube aber nicht, dass das neue Probleme sind sondern bin recht sicher, dass es all das auch vor 5, 10 und 15 Jahren schon in ähnlicher Form gab (früher gab es die 9. Minute, so viel zum Thema lästern und der „Starkult“ um manche Debattierer war glaub ich früher deutlich größer als er heute ist). Nicht falsch verstehen, man kann und sollte daran arbeiten. Denn das sind Faktoren, auf die man zumindest Einfluss nehmen kann. Die großen, deutlich wirkmächtigeren Faktoren sind aus meiner Sicht andere und eben kaum beeinflussbar:

    1. Vor Bachelor/Master haben die Leute viel länger am gleichen Ort studiert, haben nicht oft für den zweiten Abschluss die Uni gewechselt. Die meisten Leute waren von Anfang bis Ende an der gleichen Uni. Längere Auslandsaufenthalte, lange Praktika (im Ausland oder anderen Orten) sind heute sehr viel üblicher als vor zehn Jahren. All das führt dazu, dass man sich an der aktuellen Uni a) seltener langfristig einbringt und eher kurzfristige Hobbys sucht, weil man ja ohnehin bald wieder woanders ist und b) die Leute, die sich einbringen, tun das deutlich kürzer als früher. Noch vor einigen Jahren waren Debattierkarrieren über fünf Jahre (und länger) keine Seltenheit. Heute sind viele Leute nur 2 oder 3 Jahre dabei (würde man die Debattenjahre der DDM-Halbfinalisten addieren käme man heute sicherlich auf ganz anderen Zahlen als früher). Die Verweildauer im Debattieren ist deutlich kürzer geworden (und das merkt man vor allem dort, wo früher vor allem langjährige Mitglieder aktiv waren, also in den Vorständen, Chefjuriers, Turnierorgas etc.) und ich glaube, die Hauptfaktoren dabei sind der deutlich zugenommen studentischen Mobilität geschuldet. Die betrifft nicht jeden Studenten und mancher aktiver debattiert trotz Auslandsaufenthalten und an verschiedenen Unis, keine Frage.
    Aber diese Faktoren halten eben auch viele davon ab, sich überhaupt so ein langfristiges Hobby zu suchen, bei dem man nicht innerhalb von drei Wochen ein Turnier gewinnen kann. Viele Anfänger hören auf, weil ihnen ihre Entwicklung zu langsam geht. Andere Leute haben womöglich nie angefangen, weil zu zeitaufwendig und nicht passend für Studium und Lebenslauf.

    2. Allgemein gibt es die gesellschaftliche Tendenz (insbesondere unter jungen Menschen), situativ und bei einzelnen Bewegungen/aktionen etc. mitzumachen statt sich bei iner INstitution langfristig zu engagieren (politisches Engagement ist z.B. definitiv da, aber langfristiges Engagement in Parteien ist rückläufig). Das gilt ähnlich auch für die Debattierszene. Viele Leute machen gerne mal was für ein Semester, fahren auf ein oder zwei Turniere und dann haken sie das ab und suchen sich was neues. Weil das Angebot (Hochschulgruppen aber auch sonstige Hobbys) nun mal riesig und viel größer ist als früher. Sich langfristig an ein Hobby, eine Institution etc. zu binden, ist nicht mehr so selbstverständlich. Klar kommt es noch vor. Aber die Bereitschaft hat abgenommen und das bekommt das Debattieren eben auch zu spüren.

    3. Wer heute zu Debattieren beginnt, ist jünger als die Leute früher. Früher gab es mal den Zivildienst (zumindest für Männer und das Debattieren wird in VDCH-Land seit jeher überwiegend von Männern betrieben) und es gibt viele (junge) G 8 Jahrgänge. Daran ist per se nichts schlechtes. Allerdings fühlen sich (oder sind) gerade besonders junge Menschen im Schnitt a) noch nicht so weit, sich über die Besuche von Clubabenden und Turnieren hinaus zu engagieren und selbst Verantwortung im jeweiligen Verein oder gar auf Verbandsebene zu übernehmen. Dazu kommt b) die allgemeine Sorge, dass das Studium etwas ziemlich großes und man selbst noch nicht so weit ist. Das trifft einen mit 21 auch, aber ich könnte mir vorstellen, dass Stunden, die mit 18 zu studieren beginnen, erst mal an der Uni ankommen und ihr Leben organisieren wollen, bevor sie sich größeres vornehmen. Und wenn sie da angekommen sind, ist der Bachelor schon halb rum und dann lohn es sich auch nicht mehr, sowas langfristiges anzufangen. Natürlich kommen auch viele junge Menschen zum Debattieren und engagieren sich da. Es geht mir nur drum, dass sie es im Schnitt (!) seltener tun und im Schnitt (!) seltener den Mut haben, „den Laden zu übernehmen“, wenn es sonst keiner tut.

    Das alles könnte man jetzt noch hübscher ausformulieren, mit besseren Beispielen etc., aber dafür hab ich leider nicht die Zeit. Das hier ist ja aber zum Glück keine Turnierdebatte, hier sollte es reichen, dass ihr wisst, was ich meine 😉 Und wie gesagt, an diesen großen gesellschaftlichen Faktoren kann man nicht drehen, dafür aber zumindest ein wenig an den anderen, hier bereits angesprochenen. Selbst das ist aber schwierig und manche menschlichen Verhaltensweisen sind einfach da und werden sich nie ganz ändern lassen bzw. haben teils auch ihre Gründe, wie Sabine dargelegt hat (Anfragen für VDCH-Vorstände).

    1. René G. (Rederei Heidelberg) sagt:

      Thumbs up!
      Das klingt mir unter all den Erklärungsversuchen als die am ehesten zutreffende zu sein. Dummerweise ist das auch relativ frustrierend, weil mir quasi gar nichts einfällt was wir als kleine Debattierszene/Club/Vorstand… dagegen tun könnten… :/

    2. Sabrina E. (Rederei) sagt:

      Volle Zustimmung dazu. Man will (und kann? – streitbare Aussage!) eben keine DDM oder CD ausrichten, wenn man erst seit einem Jahr dabei ist. Dann war man selbst vielleicht gerade auf zwei großen Turnieren, bei manchen waren es vielleicht drei. Gleichzeitig hat man da gesehen, was man alles leisten müsste und sagt sich: in einem Jahr kann ich das. Ein Jahr später setzt dann aber das ein, was Christian anspricht: Uniwechsel, Auslandssemester oder das wichtige Berufspraktikum, was sich zunächst nach wirklich viel Arbeit anhört und was man nicht durch zusätzliche freiwillige Arbeit gefährden möchte.
      An der Stelle ein kleiner weiterführender Gedanke: auch die Ansprüche der Studierenden und der Unternehmen an sich sind gefühlt stark gestiegen. Ich brauche heute einen Einserschnitt, mehrere Praktika, Fremdsprachen und Connections. Nichts davon bietet die Organisation eines größeren Turniers.

    3. Andi (ex ffm) sagt:

      … vielleicht wäre Darstellungen von Alumni (achte minute serie, was das Debattieren im späteren (Berufs)leben an positiven sowie negativen Effekten mit sich brachte eine nette Idee? Ggf werden für Interessierte die Benefits an persönlichen Beispielen greifbar?

  6. Bea (SK) sagt:

    Ich glaube, dass vielen Leuten (soll heißen: eigentlich rede ich über mich und hoffe, dass es auch anderen so geht), nicht ganz klar ist, wie man sich eigentlich engagieren soll.
    Wenn in Tübingen ein Turnier ist und gesagt wird, dass Helfer gebraucht werden, dann weiß ich was zu tun ist, kann morgens früher aufstehen und die Räume aufbauen. Oder als Johannes mich in den ersten Monaten meines Debattierlebens gefragt hat, ob ich den Turnierbericht für das Turnier in Freiburg schreiben möchte und ich fortan wusste, dass man einfach Berichte schreiben kann, um sich in der Szene zu engagieren und ihr etwas zurück zu geben.

    Aber gerade bei den von Lennart angesprochenen Fällen weiß ich gar nicht, wie man zu diesen „Jobs“ kommt. Ich denke mir ja nicht plötzlich „Ich bin jetzt ein Turnierausrichter“ und dann richte ich einfach mal ein Turnier aus. Der Vorstand zum Beispiel hat ja auch etwas zu sagen. In der Realität erlebe ich es also so, dass mir vom Vorstand mitgeteilt wird „Tübingen richtet in ein paar Monaten irgendein Turnier aus und das hier ist die Cheforga“. Also auch wenn ich extrem motiviert bin, aber nicht Teil des Vorstands (der generell über Turniere entscheidet), würde ich gar nicht in die Position der Cheforga kommen, außer, ein Vorstandsmitglied fragt mich im Vorfeld explizit. Gut, Tübingen ist ein großer Club und wir haben sehr viele motivierte Menschen, weshalb die Situation vielleicht auch nicht so gut mit kleineren Clubs vergleichbar ist (was ich aber selbst schlecht beurteilen kann).
    Deshalb noch ein anderes Szneario, bei dem ich auch das Gefühl hatte, dass „Jobs“ unter der Hand vergeben werden und ich eigentlich gar nicht weiß, wie man da dran kommt. Ich würde gerne tabben. Letztes Jahr schien es mir so, als ob es nicht viele mögliche Tabmaster gäbe, weshalb ich dachte, dass ich der Szene so helfen könnte und es klang auch ganz spaßig. Jetzt kann ich warten, bis mich mal jemand fragt, ob ich Lust habe, das bei einem Turnier zu tun. Wie es sich herausstellt hat, macht das niemand (verständlicherweise, niemand weiß ja, dass ich darauf warte). Oder ich warte, bis eine Cheforga auf dem Verteiler eine Mail schickt, in der sie den Posten des Tabmasters „ausschreiben“. Das kommt aber leider auch nicht vor (Wurde das in der Vergangenheit gemacht und hat nicht funktioniert? Ist doch eigentlich praktisch, wenn die Orga nicht einzeln Leute ansprechen muss, sondern sich Leute bei ihnen melden). Also habe ich mal Leute angesprochen, die auf Turnieren chefjurieren und sie gefragt, ob ich auf dem Turnier tabben könnte, aber für diese Saison waren alle Turniere schon versorgt. Das ist natürlich super für die Szene, andererseits sind es doch oft wieder die gleichen Leute, die man da antrifft (wie auch bei den Chefjuroren).
    Ich weiß einfach nicht, wie man in den Pool der potenziellen Kandidaten reinkommt.

    Ich glaube, dass das Chefjurorenseminar geholfen hat, den Pool der Kandidaten in diesem Bereich etwas zu vergrößern. Wenn man selbst Lust hatte, einmal chefzujurieren, konnte man (vorausgesetzt man hatte Zeit), auf das Seminar gehen und so signalisieren, dass man bereit ist, diese Aufgabe zu übernehmen. Erfahrene Chefjuroren können dann aus diesem vergrößerten Pool sich ein Panel zusammensuchen. Bei anderen Posten geht das nicht so leicht (wie eben beim tabben). Was in dieser Situation helfen könnte, wäre eine Stelle, an der man signalisieren kann, dass man an einer Aufgabe Interesse hat und wenn jemand für genau die Position gesucht wird, dann wird gleich jemanden gefunden, ohne, dass man die immergleichen Leute fragen muss, von denen man weiß, dass sie es machen werden.

    Ein dezentralisiertes „ich biete“ bzw „ich suche“ müsste natürlich auch erst irgendwie umgesetzt werden, was wiederum Aufwand bedeutet. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass man eine Liste beim VDCH-Vorstand/Beirat oder bei den DDL-Koordinaten haben könnte, auf denen Interessenten an verschieden Jobs vermerkt sind und die dann angefragt werden können.

    Natürlich habe ich auch nicht immer Zeit und mein Studium ist relativ zeitintensiv. Vielleicht wissen das Leute und fragen mich deshalb nicht, ob ich eine gewisse Arbeit übernehmen möchte. Aber ich glaube, es ist trotzdem ganz schön, wenn ich die Möglichkeit einer Entscheidung überhaupt habe und mir gezeigt wird, dass man mir die Aufgabe zutraut. Oder wenn es darum geht, dass man sich selbst meldet und Initiative zeigt: ich wüsste einfach gerne, wenn und was überhaupt gesucht wird.

    1. Jannis Limperg sagt:

      Im Internationalen gibt/gab es eine Online-Liste [1], in die man sich eintragen kann, wenn man als CA in Betracht gezogen werden möchte. Das System könnte man einfach kopieren und ggf. auf Tabben u.Ä. erweitern.

      [1] https://docs.google.com/spreadsheets/d/1K6gToEktkvjMG_xPy4zxlT4DGaccPOpOxoXcghHpt2g/edit#gid=35307976

    2. Maya H.alle sagt:

      Mein Kommentar wird jetzt nichts zum Diskurs über das übergeordnete Problem beitragen, aber ich fühle mich angesprochen weil du übers tabben geredet hast.

      Ich war selber letztes Jahr in einer ähnlichen Situation wie von dir beschrieben, habe mich sehr fürs tabben interessiert und wusste nicht wie ich da reinkomme.

      Bei mir hat es funktioniert, indem ich immer wieder bei den verschiedensten Leuten Interesse und Motivation bekundet habe. Klar braucht man vielleicht auch etwas Glück oder einen längeren Atem, aber ich denke Leute immer wieder darauf anzusprechen, also mögliche Turnierausrichter und CAs ist schon ein guter Weg.

      Und dann gibt es ja auch noch die Möglichkeit quasi als Trainee Tabmaster dabei zu sein. Falls dich das interessiert nehme ich dich zum Beispiel gerne mit wenn ich tabbe oder jemand anders wird das sicher auch tun, frag einfach 🙂

    3. Bea (SK) sagt:

      Hey Maya,

      das ist mir tatsächlich auch alles bewusst, ich wollte nur ausführen, dass es schon mehr als nur ein bisschen Initiative erfordert und man mehrmals nachfragen muss um dann tatsächlich etwas machen zu dürfen (trifft natürlich aber auch nicht auf jeden Posten zu).
      Ich habe bereits mit Marius letztes Jahr zweimal getabbt, aber dadurch, dass ich im Ausland war, blieb das alles ein bisschen auf der Strecke. Und naja, jetzt habe ich sowieso nicht viel Zeit. Also um mich brauchst du dir da nicht so viele Gedanken zu machen 🙂 Ich finde es aber fantastisch, dass du aufgeschrieben hast, was du machen würdest oder dass du jemanden mitnehmen würdest, wenn du tabbst. Vielleicht meldet sich ja jemand, die auch Interesse hat, aber bisher nicht wusste, was man tun muss, um da „reinzukommen“.

    4. Sarah (Coburg) sagt:

      Liebe Bea, mit deinen Vorschlag, Posten und Aufgaben größer auszuschreiben, haben wir im DC Coburg sehr gute Erfahrungen gemacht. Wir wollten die Leitung abgeben, aber wir sind ein sehr kleiner Club und hatten eigentlich niemanden, den wir fragen konnten. Also haben wir einfach alle gefragt, in einer Rundmail. Jetzt haben wir vier neue Leute in der Leitung, die super engagiert sind und von denen wir vorher nicht mal wussten, dass sie sich dafür interessieren könnten. Auch bei den Stellenausschreibungen in unserem Erasmus+-Projekt habe ich das so erlebt. Und dann fragen wir die Leute: Was braucht ihr, damit ihr die Aufgabe machen könnt? Und unterstützen sie dabei, wenn sie das wollen. Das bedeutet auch, loszulassen und sie eigene Fehler machen zu lassen. An alle alten Hasen in der Szene kann ich nur appellieren: Traut dem Nachwuchs was zu, gebt ihnen die Chance, ihren eigenen Weg zu gehen! Wenn ihr bis zum letzten Moment wartet, bis ihr Verantwortung abgebt, bleibt keine Zeit mehr für ein Hineinwachsen in die Aufgabe für diejenigen, die nach euch kommen.

  7. Jule Halle/BDS sagt:

    Will nicht viel wiederholen und habe auch keine Lust auf einen mega langen Text. Also hier meine Punkte.

    1. Keiner sagt Danke.
    Egal was man macht. Es ist entweder falsch oder wird nicht gewürdigt. Ich erinnere mich dass ich einmal von einem Vorstand (ich glaube der mit Julian Staudt) eine Dankeskarte zu Weihnachten bekommen. Selten war ich so motiviert etwas für den vdch zu tun. Sonst wird man ja nur kritisiert oder Engagement oft missachtete. Ich muss mir da auch selber an die Nase greifen, aber es bringt uns nicht um auf eine Mail zu antworten, wie cool man x findet oder einfach Danke zu sagen. Meistens sind Ausrichter richtig überrascht wenn man es macht.

    2. In den Clubs herrscht fehlender Wissenstransfer.
    Wenn ich mit neuen Rede wissen die nicht von vielen Initiativen. Wie z.b. dem Wiki. Dann fühlt es sich an als müsste man das Rad neu erfinden. Kick Off ist manchen auch einfach nicht bekannt oder die einzige Möglichkeit Dinge zu lernen.

    3. Zu wenig Zeit zu reden.
    Im Gegensatz zu manchen anderen, fahre ich nicht nur für das debattieren auf Turniere oder vorwiegend. Ich fahre wegen coolen Menschen. Dabei bin ich aber im permanenten Stress. Die Zeitpläne eng und als Juror du nur die Juroren hast mit den du dich Mal 15 Minuten Unterhalten kannst. Bei einer massiven Verspätung freu ich mich fast. Da wir Mal wieder schnacken können.

    4. Etwas shame muss auch sein.
    Jeder der in Mannheim früher angereist ist hat im Grunde Schuld, warum man sich nicht einsetzen will. In Scharen sind alle abgereist. Nicht Mal die Hälfte der Leute war beim Finale. Das sollte Highlights sein. Unterstützung sollten die Rednerinnen und Jurorinnen bekommen. Wenn wir es nicht Mal da schaffen, wie soll es auf der größeren Skala gehen?

    1. Martin sagt:

      Als Mannheim-Abschleicher antworte ich gerne kurz auf Punkt 4.
      In Tübingen und Wien habe ich dem Finale beigewohnt, was neben Zeitmangel die Entscheidung auch wieder beeinflusst hat.
      * Regelmässig muss verwirrten Gästen erklärt werden, warum der gehörte Redeschwall vom Format her nun doch irgendwie Punkte abstaubt. Enttäuschte Erwartungen und Fremdschäm-Potential.
      * Das Finale kann den mitgebrachten Einsteigern kaum noch verkauft werden. Einerseits sind die Chancen klein, dass sie einmal selbst dort stehen könnten, andererseits ist es nichtmehr objektiv erstrebenswert, so zu reden wie einzelne Finalbeiträge. Der Motivationsschub bleibt aus.
      * Bekannte Gesichter und Namen, aber man kennt die Leute nicht wirklich. Darum kümmert es einen wenig, wer denn nun gewinnt. Die gleichen Leute werden beim nächsten Turnier wiederum die Plaketten abstauben, in einer anderen Konstellation. Courant Normal.
      Das wertvolle Engagement der Organisatoren mit spektakulären Lokalitäten und Champagnerempfang verdient schon mehr Anwesenheit. Daran liegt es sicher nicht.

  8. Ruben (Hannover) sagt:

    Aufgrund der hier immer wieder geschilderten Kritik, dass es schwierig bis fast unmöglich ist auf einer durchschnittlichen Campus-Debatte zu breaken, ohne seit Jahren zu debattieren und am Ende immer wieder die selben Leute gewinnen, die auch schon vor Jahren Turniere gewonnen haben, bin ich ja ein großer Fan davon, eine Grenze einzuführen. Das ließe sich jetzt an das Alter, die Anzahl an Breaks etc. knüpfen, aber unabhängig vom konkreten Mechanismus erhielte man so auch nach kürzerer Zeit eine realistischen Chance, echte Erfolge erleben zu können, ohne dass man unendlich viel Zeit investieren muss. Denn seien wir mal ehrlich: Auf Turnieren ist Debattieren hauptsächlich Sport und ich mache keinen Sport, bei dem ich kaum Erfolge erleben kann. Und für einen Sport, den ich bald wieder aufgebe oder eine Szene, die mich ein Stück weit frustriert, engagiere ich mich eben auch nicht

    1. Ruben (Hannover) sagt:

      In Ergänzung ließe sich sagen: Es gibt Turniere für Einsteiger und es gibt Turniere für Profis, aber eben keine, auf denen Leute dazwischen Erfolge erzielen können.

  9. Simon Villa (Wuppertal) sagt:

    Hab wenig Analyse und ein bisschen Vorschlag:

    In den Turnieren und auch bei großen Clubs steckt zuviel Leistungsdenken. Daher geringes Publikum, enge Zeitpläne (müssen es immer 4-5 Vorrunden auf einer CD sein?) und Blasenbildung (es gibt Grüppchen erfolgreicher Debattierer und Grüppchen engagierter Debattierer, solche Veranstaltungen wie das Einladungsturnier tun ihr übriges, wie ich meinen Neulingen erklären soll, dass jeder die typischen Break-Favoriten kennt, aber niemand die typischen Turnier-Organisatoren, weiß ich auch nicht. Klar kriegt man für eine CD-Orga einen extra Teamplatz, aber wieso das ein Anreiz für einen kleineren Club sein soll?
    Ist niemandes Schuld, weil das systemisch bedingt ist und in Deutschland generell Ehrenamt zwar beachtet, aber doch nur durch Lippenbekenntnisse geschätzt.

    Andererseits darf auch ein Blick nach außen nicht fehlen. Ist die Möglichkeit studentischen Engagements nicht auch kleiner geworden? Wenn ich die neuen Semester begrüße, ist da kaum jemand mehr, der sich Zeit nehmen will. Schon ab dem ersten Semester entwickeln die Ersties viele Pläne und denken, dass sie wenig Zeit haben. Da fällt ein Hobby wie Turnierdebattieren gerne unter den Tisch. Und am Ende hängt ein Club an Leuten, die ihre Regelstudienzeit dafür opfern, länger auf jemandes Tasche leben oder nebenher arbeiten. Und das wollen immer weniger Studenten. Warum das erst jetzt so ins Gewicht fällt, kann ich nicht sagen. Wahrscheinlich gab es das schon früher, wurde aber durch die Ungleichzeitigkeit studentischer Realitäten überdeckt. Jetzt haben wir den Salat. Weil gute Studenten nur noch junge und effiziente Studenten sind und das HochschulDebattieren hauptsächlich nur erfolgreiche Debattierer belohnt, fehlt immer mehr die Grundlage, auf der eine solche Community basiert.
    Witzig, dass das wahrscheinlich eher die großen Clubs treffen mag und einige wenige Idealisten, die im Debattieren eine demokratische Bildungsarbeit vermuten (ich bin einer von ihnen).

  10. Simon Villa (Wuppertal) sagt:

    Vorschlag:
    Krasse Umorientierung von Leistung auf Engagement. Förderung des Networkings von Organisatoren, kleineren Clubs und noch-nicht-gebreakten Juroren (im Grunde allen, die wichtige Dinge tun, für die aber selten bzw einmal auf einen Turnier geklatscht wird).

    Diskussion einer verpflichtenden Frauenquote (denke das gehört dazu, wenn man das riesige Ungleichgewicht von Frauen in Debattierclubs/Frauen auf Turnieren nutzen will).

    Debattiercamps, die länger als ein Wochenende gehen.

    Alles nicht perfekt, alles nicht leicht zu haben. Aber das HochschulDebattieren kann natürlich auch einfach zurückschrumpfen.

  11. Nicolas F. (Ex-GÖ) sagt:

    Nach langer Abstinenz ruft ein alter Sack mal was rein:

    1.) Das alles immer schlimmer wird, wurde auch schon vor 5 oder 10 Jahren behauptet. Die Redequalität hat in der Breite in meiner aktiven Zeit aber nur zugenommen… Ist das schlecht? Ich glaube kaum..

    2.) In früheren Zeiten hatten viele Clubs einen langzeitstudierenden Pater familias der für den Wissenstransfer da war… Mein Eindruck ist, dass dies in den letzten Jahren weniger geworden ist. Zumeist suchte sich diese Person 3-4 Zöglinge und bildete sie aus und trieb sie auf Turniere… Durch die persönliche Nähe zwischen Lehrer und Schüler wurden auch soziale Kontakte über Clubgrenzen „vererbt“, was eine Schicht von Personen die sich auskannten, jurieren konnten und Funktionen übernahmen hervorgebracht hat. Klar war das ne irgendwie genannte „Elite“ aber sie hielt die Szene am Laufen.

    3.) BA/MA sind der Tod langfristigen Engagements an der Hochschule. Fragt eure alten Hasen doch mal, wieviele von ihnen ihr Studium in der Regelstudienzeit geschafft haben? Das ist gar nicht despektierlich gemeint, es bezieht sich nur darauf dass Spitzendebattierer sein halt Lebenszeit und Kraft kostet. Ich tippe mal, heute tun sich das weniger junge Leute an.

    4.) Früher gabs 5 ZD´s und das wars… Die Welt ist auch nicht untergegangen. Im Gegenteil: Ich erinnere mich noch an eine VDCH-MV wo erbittert gestritten wurde, ob die FDL (alter Name der DDL) nicht die ZDs kaputt macht.

    Fazit: Bleibt entspannt… Mein alter Teampartner hat mir erst vor einigen Tagen davon erzählt, wie erstaunt er war, dass bei nem Regio so ne gute Finaldebatte rauskommt.. Früher hatte man da öfter Ohrenbluten…

    In diesem Sinne,

    weitermachen!

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