Eine neue Art OPD-Feedback zu geben: Methodik und Erfahrungsbericht

Datum: 5. Juni 2019
Redakteur:
Kategorie: Jurieren, Mittwochs-Feature

Jan Ehlert hat in den vergangenen Monaten eine neue Methode entwickelt, OPD-Feedback zu geben und sie auf Turnieren bereits erfolgreich ausprobiert. So wurde er sowohl auf der NODM in Magdeburg, auf der CD in Mainz und auf der DDM in Heidelberg für hervorragende Jurierleistung ausgezeichnet. In diesem Mittwochs-Feature stellt er seine Methode vor.

Als Redner habe ich mich vielfach über Feedback von HauptjurorInnen geärgert, weil ich das Gefühl hatte, dass sie zwar Aspekte an meinen Reden finden, die verbesserungswürdig wären, jedoch nicht klar herausgestellt haben, warum diese Mäkel, für meine Rede von besonderer Bedeutung waren. Das hat dazu geführt, dass die Punkte, die am Ende dabei herauskamen, sich nicht gerechtfertigt angefühlt haben. Außerdem muss man in OPD im Gegensatz zu BPS häufig die Erfahrung machen, dass am Ende des Feedbacks – aus einer Vielzahl von Gründen – sehr wenig Zeit bleibt, sinnvolles Feedback zur Gesamtstrategie zu bekommen. Das ist besonders schade, weil man Debatten in OPD, insbesondere in K.O.-Runden, vor allem über strategische Fragen gewinnt (im Gegensatz zur Wahrnehmung vieler BPS-Anhänger). 

Jan Ehlert beim VDCH Kick-Off 2015 – © Elisa Schwarz

Aus diesem Grund habe ich vor einigen Monaten begonnen, mir darüber Gedanken zu machen, wie man diese Probleme am besten lösen könnte. Nachdem ich eine Idee dazu hatte, wie ich dies umsetzen könnte, habe ich mich deswegen entschieden, die Art wie ich Feedback gebe zu verändern und zu schauen, wie es funktioniert. Das erste Turnier, auf dem ich dies ausprobiert habe, war die NODM in Magdeburg. Da die Resonanz überwiegend positiv war, habe ich beschlossen erst einmal auf diese Weise weiterzumachen und habe das System außerdem bei der Campus Debatte in Mainz und der DDM in Heidelberg angewendet. Gerne möchte ich jetzt die Gelegenheit nutzen, diese Methodik vorzustellen, um euch die Gelegenheit zu geben, diese zu kritisieren, auszuprobieren oder weiterzuentwickeln.

Feedback-System

1) Interaktionskategorien

2) Strategie der Teams

3) Einzelrednerfeedback (nur „linke“ Kategorien; Sprachkraft, Auftreten, Kontaktfähigkeit)

Dabei verwende ich etwa 10% der Feedbackzeit für Punkt 1, etwa 40% für Punkt 2 und etwa 50% für Punkt 3. Die Neuheit dabei liegt vor allem darin, dass ich den gesamten Bereich von inhaltlichem Feedback aus den Einzelreden ausgliedere und als neuen Bereich etabliere. Besonders wichtig ist es mir dabei, den Teams die Stärken und Schwächen ihrer gesamten Linie zu vermitteln, statt die Argumentation innerhalb einzelner Reden aufs Genaueste zu beleuchten. Ich biete allen RednerInnen an, gerne noch auf die Jury zuzukommen, wenn durch das strategische Feedback noch nicht klar erkenntlich geworden ist, welche Aspekte der eigenen Rede noch nicht klar erkenntlich geworden sind

Vorteile und Nachteile des Systems:

Die entscheidenden Vorteile des Systems sind meiner Meinung nach diese:

a) Wichtigkeit für die Debatte: Dadurch, dass ich alle rein inhaltlichen Elemente innerhalb des Strategiefeedbacks abdecken kann, muss ich garantieren, dass die Punkte, die ich herausgreife, tatsächlich die entschiedensten Punkte für diese Debatte waren. Dies vermeidet, dass man als JurorIn an einzelnen Punkten der Argumentation mäkelt, die zwar verbesserungswürdig, jedoch nicht besonders debattenentscheidend waren.

b) Nacherzählung vs. Bewertung: Häufig habe ich die Erfahrung gemacht, dass JurorInnen dazu neigen, innerhalb des inhaltlichen Feedbacks, die Argumentationspunkte der RednerInnen nachzuerzählen. Dies ist nicht die effiziente Art die Zeit einzusetzen, da die RednerInnen zumeist wissen, was sie selbst gesagt haben. Durch die Konzentration auf die Teamstrategie wird dies vermieden, da man dabei die einzelne Rede viel weniger berücksichtigt, sondern den Gesamtkontext betrachtet, in die die Rede einzuordnen ist.

Probleme können meiner Ansicht nach besonders in drei Punkten liegen:

a) Zeitmanagement: Ich habe festgestellt, dass ich mit dieser neuen Methode ein wenig länger brauche, den Teams Feedback zu geben, als das vorher der Fall war. Ich vermute jedoch, dass dies auch darin begründet liegt, dass ich selbst noch eher unerfahren mit diesem System bin. So glaube ich, wäre es mir möglich, durch eine Fokussierung des Feedbacks zu den „linken“ Kategorien auf maximal drei Aspekte, die Feedbackzeit systematisch auf 15-18 Minuten zu beschränken.

b) Allgemeine Hinweise zu Argumentationsstruktur: Durch diese Art argumentatives Feedback zu geben, wird ein Bereich dessen, was ich früher in mein Feedback inkorporiert habe, eingeschränkt, nämlich das Verweisen auf bestimmte Aspekte innerhalb einer bestimmten Argumentation von RednerInnen. Das wäre z.B. der Umgang mit konkreten Beispielen oder der Verweis darauf, dass Argumente manchmal in ihrer eigenen Struktur nicht optimal geordnet sind. Es ist natürlich nach wie vor möglich, diese Dinge zu berücksichtigen; bei der genauen Konzentration auf die wichtigsten Debattenfragen fällt dieser Aspekt am Ende bei mir jedoch runter.

c) Anfängerfreundlichkeit: Ich habe den Eindruck, dass diese Art Feedback zu gestalten für Leute, die noch nicht lange debattieren und jurieren etwas schwieriger sein könnte. Wenn das Finden der wichtigen strategischen Debattenfragen sehr einfach wäre, gäbe es vermutlich einfach mehr gute Reden und JurorInnen. Für eher unerfahrene JurorInnen könnte es daher einfacher sein, in jeder Rede der Argumentation zu folgen und zunächst den Fokus auf die einzelnen inhaltlichen Elemente zu legen.

Jurierdiskussion

Die Idee das System so zu gestalten kam, wie oben erläutert, zu großen Teilen aus der Hoffnung, den Fokus von OPD-Jurierungen stärker auf den Bereich Strategie zu lenken. Das bedeutet, dass ich bei dieser Art des Feedbackgebens auch empfehlen würde, die Jurierdiskussion in entsprechender Weise zu gestalten. Wenn die Frage danach, was das Team als Ganzes hätte besser machen können im Vordergrund steht, kann ich versuchen, Diskrepanzen in der Bewertung von Einzelreden anhand der Wahrnehmungsunterschiede in Bezug auf die Strategie zu klären. Diese Aspekte in der Bewertung der Teams nach vorne zu stellen, hilft glaube ich zur besseren strategischen Bewertung der Debatte. Zudem ermöglicht es sofort die Elemente, die später Teil des Feedbacks werden sollen, herauszuarbeiten. Dabei sollten insbesondere HauptjurorInnen versuchen, die Diskussion über die inhaltliche Leistung immer wieder an den Streitfragen der Debatten anzuknüpfen und zu vermeiden, dass alle JurorInnen bloß sagen, was sie inhaltlich gut oder schlecht fanden. Dies gilt selbstverständlich unabhängig vom verwendeten System. Ich glaube jedoch, dass eine Fokussierung des Feedbacks auf diese Fragen es JurorInnen leichter macht, sich streng an diese Struktur zu halten und zu vermitteln, warum dies wichtig ist.

Insgesamt wollte ich meine Methodik vor allem gerne einmal denjenigen vorstellen, die sie noch nicht erlebt haben und euch nahelegen, der Sache einmal ein paar Versuche zu schenken. Ich glaube, dass dies insbesondere für Leute, die mit Zeitmanagement im Feedback geben geringe Probleme haben und eine besondere Präferenz für BPS haben, eine gute Möglichkeit sein kann, das eigenen Feedback zu verbessern.

Jan Ehlert/cal

Jan Ehlert ist seit 2012 für die Streitkultur als Redner und Juror aktiv. Im Jahr 2015/16 war er VDCH-Präsident und er gewann unter anderem die ZEIT-Debatte in Hamburg 2018. Er studiert in Tübingen Economics and Finance im Master.

Das Mittwochs-Feature: Jeden Mittwoch ab 10.00 Uhr stellt das Mittwochs-Feature eine Idee, Debatte, Buch oder Person in den Mittelpunkt. Wenn du selbst eine Debatte anstoßen möchtest, melde dich mit deinem Themen-Vorschlag per Mail an team [at] achteminute [dot] de.

 

 

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12 Kommentare zu “Eine neue Art OPD-Feedback zu geben: Methodik und Erfahrungsbericht”

  1. Witthaut (DCJG) sagt:

    Einmal erleben dürfen. Prädikat empfehlenswert!

  2. Lara (Berlin) sagt:

    Einmal erleben dürfen – war richtig gut! (auch für OPD-Muffel!)
    Die Ausgliederung von Interaktion und Strategie macht aus der Debatte auch im Feedback eine Debatte und nicht nur eine lose Abfolge von Reden, das ist für ein besseres Verständnis vom Debattieren in beiden Formaten sehr wertvoll! Außerdem wird deutlich das Rebuttal auch in OPD wichtig ist. Danke fürs Teilen deines Feedbacksystems, ich fände es super, wenn es in der Szene weitere Verbreitung findet!

  3. Konrad Tü sagt:

    Klingt sehr interessant. Werde es ausprobieren.
    Sehe den Nutzen am stärksten für fortgeschrittene Teams, da hier die Interaktion der Argumente immer wichtiger wird. Vielleicht müsste man bei Nachwuchsteams mal 1-2 Argumente einzeln rausgreifen und Beispielhaft erklären, wie man sowas übersichtlich und persuasiv aufbaut.

  4. Ferdi (MD/MR) sagt:

    Ist auf jeden Fall eine gute Idee! Aber meine Erfahrung mit OPD-Jurierdiskussionen ist, dass eigentlich immer zu wenig Zeit zur Verfügung steht, selbst wenn man sich als Panel darauf beschränkt kurz auf eine ähnliche Bepunktung in den Teamkategorien zu kommen und anschließend über die üblichen zwei bis drei Ausreißerbepunktungen in den Einzelreden zu diskutieren. Dann stehen meist schon die Runner im Raum und man muss in Windeseile alle Punkte mitteln.
    Ich sehe da leider (zumindest in Vorrunden) wenig zeitlichen Spielraum, als Panel ausführlicher über das grobe strategische Feedback zu reden, wie man es bei BP-Debatten macht. Vllt. sollte man daher die Jurierzeit auf Turnieren generell erhöhen, auch wenn das ein anderes Thema ist.

    1. Jan (Tübingen) sagt:

      Ich habe das bisher nur in Vorrunden gemacht (nur da gibt es ja Feedback) und hatte was das Zeitmanagement angeht in der Jurierung eigentlich keine Probleme (beim Feedback selbst eher). Ich probiere beim Jurieren darauf zu achten, dass ich anhand der Strategie mich der Debatte nähere. Dadurch kommt man meist sehr genau auch auf die abweichenden Einzelreden zu sprechen und kann die Differenzen klären INDEM man über Strategie spricht. Ich habe nicht die Erfahrung gemacht bisher, dass es so länger dauert zu jurieren, als wenn ich streng Abweichungen markiere und darüber genau rede.

      Unabhängig davon glaube ich, dass man Feedback so geben kann, auch ohne das man seine Jurierung anpassen MUSS (würde es dennoch empfehlen). Über viele Redner wird sowieso kaum geredet, was bedeutet, dass die HauptjurorInnen immer primär ihre eigene Begründung darlegen müssen

  5. Bea (SK) sagt:

    Ich glaube auch, dass die Methode besonders für Leute mit wenig Debattier-/Juriererfahrung problematisch ist. Wie Ferdi schon erklärt hat, hat man in der Jurierdiskussion wenig Zeit über Strategie zu reden, weil man oft vor allem über einzelne Redner sprechen muss. OPD hat so viele Kategorien auf die man achten muss und weil auch in der Debatte gerade genug Zeit bleibt Punkte aufzuschreiben und zusammenzurechnen, hat man auch da nicht so viel Zeit sich Notizen zur Strategie zu machen.
    Die Methode ist also vor allem für die Jurierenden geeignet, die die Debatte sofort erfassen und klar wiedergeben können, ohne die Notizen nochmal groß anschauen zu müssen oder darüber zu reden. Tatsächlich glaube ich, dass das zurzeit sehr wenige Jurierende sind.
    Das Problem hierbei ist jetzt, dass dadurch das gesamte Feedback sehr messy werden kann und die Teams nicht viel daraus mitnehmen oder das Ergebnis nicht verstehen, was besonders auf Turnieren eine frustrierende Erfahrung ist.
    Natürlich wird man mit der Zeit besser im Feedback geben, aber ich glaube, gerade deshalb ist es relativ wichtig, dass Jurierende die Methode erstmal im Club und nicht auf einem Turnier ausprobieren.
    (Jan erwähnt die Problematik ja auch schon, ich wollte es nur nochmal relevanter machen. Es ist ja nicht nur so, dass weniger erfahrene Jurierende damit nicht gut zurecht kommen, es sind schon auch die Teams, die dann darunter leiden)

  6. Anton Leicht sagt:

    Ohne spezifisch mit diesen exakten Zahlen gearbeitet zu haben, habe ich das häufig selber so gemacht und kann das auf jeden Fall (teilweise) unterschreiben: Bei tatsächlich ambitionierten / erfahrenen OPD-Teams halte ich das mit der Differenzierung zwischen teamübergreifendem Inhaltsfeedback und rednerspezifischem Rhetorikfeedback für sehr sinnvoll und hilfreich. Ich glaube allerdings schon, dass neuere Teams / gerade solche Teams, die eher eine lediglich turnierlange Sammlung von den einzigen drei motivierten Personen in einem Club sind, davon eher weniger profitieren: Gerade in solchen Konstellationen sind die Teammitglieder häufig primär auf ihre eigene Verbesserung und weniger auf das Team und dessen Leistung bedacht, wünschen sich also häufig aus dem Feedback eher, spezifisch Lücken und Stärken im expliziten Kontext ihrer Rede gefeedbackt zu bekommen; ein teamweites strategisches Feedback gleitet aber, gerade wenn es nicht exzellent ausgeführt ist, häufig in eine Bewertungsverschmelzung in Bezug auf Einzelleistungen ab. Deswegen würde ich neben meiner vollen Unterstützung in vielen Situationen trotzdem sagen, dass es manchmal dem widerspricht, was gerade neuere Debattierende aus einem Turnier mitnehmen wollen.

    1. Jan (Tübingen) sagt:

      Bisher habe ich ein solches Feedback noch nicht bekommen, was aber den von dir angesprochenen Aspekt nicht falsch machen muss.
      Interessanterweise meinte Willy auf der CD Mainz zu mir, er habe sowas schon einmal gemacht, wenn Teamleistungen gerade nicht so gut waren (also vermeindlich neuere oder unerfahrene Teams). Könntest dich vielleicht mal mit ihm drüber austauschen.

    2. Anton Leicht sagt:

      Interessant; meine OPD-Jurier-Samplesize ist tatsächlich auch nicht wahnsinnig hoch; das ist auf jeden Fall Feedback, das ich schon ein paar mal auf Turnieren erhalten habe; vielleicht ist es auch einfach eine Feedback-Framing-Sache, in der man präziser auf die Relevanz des Teamlinienfeedbacks für die einzelnen Redenden verweisen muss.

  7. Uwe Christian Dech sagt:

    Christian (Marburg)

    Die Veränderung für die Weise des Feedbacks halte ich entschieden sinnvoll, weil sie m. E. längerfristig die Lernprozesse bei JurorInnen und RednerInnen vergleichsweise mehr fördert als im Status quo. Das, was sich vor den Augen und in den Ohren der Beteiligten im Rahmen einer Debatte abspielt, ist m.E. sinngebend leichter über strukturell strategische Gesichtspunkte erfassen. Und zwar auf beiden Seiten. Strukturen bauen sich zwar aus Einzelteilen auf, aber man kann ein Haus nach einer kindlichen Übung eher im Aufbau einer Gestalt erkennen. Vergleichsweise zu dem Akt, seine Wände und Fenster zu fokussieren. Freilich braucht das Erkennen des Kerns einer Debatte in späteren Jahren mehr Zeit als das Erkennen als die Gestalt eines Hauses. Aber die Gefahr, sich in Einzelaspekte zu verlieren und dadurch wertvolle Zeit zu verlieren, worauf Jan zurecht hinweist, ist recht groß. Ich stimme Ferdi zu, daß oft zu wenig Zeit für ein ruhiges Feedback gegeben ist. Das merken wir zur Zeit im Club, wo gute RednerInnen jetzt glücklicherweise anfangen, ihre ersten Erfahrungen im Jurieren zu sammeln. Aber die Zeit hierfür wird immer begrenzt sein. Deshalb ist sie so oder so zu nutzen. Wenn die Prämisse akzeptiert werden kann, daß das OPD Format im Wesentlichen der Auftritt eines Teams ist, das eine Meinung vertritt, und seine Leistung hierfür bewertet, ist doch die Frage, wie strategisch sie das tut, ziemlich relevant. Gerade deswegen, weil die Bewertung der strategischen Teamleistung gerade in Finalen in diesem Format erfahrungsgemäß das entscheidende ist. Wenn also dieses Kriterium letztlich das „finale“ ist, dann sollte dieses Ziel auch in den Anfängen einer Rede oder noch grundsätzlicher: zu Beginn eines Lernprozesses beim Debattieren in der OPD Ausrichtung, der auch im Feedback dargestellt werden kann, schon sehbar sein. Sprich: Wenn der Sportler weiß, was er zu erlernen hat, um sein Ziel zu erreichen, kann er sich besser orientieren. Und mit besserer Orientierung hat er auch mehr Klarheit für seinen Weg.
    Selbst dann noch, wenn es weit entfernt ist. Das andere wäre, wie Jan es richtig schreibt, sich in Marginalien als JurorIn zu verlieren und sich als RednerIn, wie er es ebenfalls erwähnt, ungerecht bewertet zu fühlen.
    Dazu eine Idee: Die linken Kategorien könnten m.E. ebenso als strategische Teamleistungen im Feedback interpretiert werden, beispielsweise die Kohärenz eines durchgehenden Bildes bei allen drei Rednerinnen oder ein substantiell erkennbares Bemühen der gesamten Fraktion, sich um ihre Stimmmodulation bei ihren Reden zu kümmer. Was würde denn verloren grundsätzlich in pädagogischer und psychologischer Perspektive verloren gehen, wenn man die von Jan anvisierten 50 Prozent Einzelrednerleistungen für das Feedback auf 30 Prozent absenkt. Der Ansporn für Teammitglieder auf den Rednerseiten individuell eine jeweils zugeschriebene Rolle zu erfüllen. und hierfür eine Leistung zu erbringen, bliebe doch weiterhin gegeben.
    Ich hatte die Gelegenheit auf der DDM neben Jan zweimal als NJ eine Debatte zu erleben und dann sein verändertes Feedback, dessen Strukturen er in seinem Beitrag darlegt, zu hören. Gerade wegen der Akzentverschiebung seiner Bewertung war dasfür mich interessant, wenngleich ich in seinen Ausführungen bald merkte, daß ich zu seiner Gestalterfassung nicht in der Lage war.
    Macht aber nichts. Ist letztlich nur eine Frage der Zeit bei konstantem Interesse. Selbst wenn dann später sich eine andere Einsicht auf ähnlich hohem Niveau in ein komplexes Gebilde zeigt.
    Insofern diese Intersubjektivität im Panel und mit den Teams kommuniziert wird, ist die Einstellung, mit anderen Gewichtungen das Feedback zu geben, m. E. grundsätzlich ein besserer Boden, um durch die Landschaft der Debattierthemen zu gehen, als bisher. Weil zu Lernen gibt es auf dem Weg so oder genügend. Mit der von Jan vorgeschlagenen Veränderung geht es nur entschieden besser. Das habe ich dann am Montag nach der DDM als Juror im Club praktisch auch „erleben dürfen“.

  8. Daniel S. (Bonn) sagt:

    Finde ich persönlich eine sehr spannende Idee, werde ich sicher demnächst mal im Club ausprobieren!

  9. Karsten S. sagt:

    RemindMe! One Year

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