Die DDM 2019: Daten und Ergebnisse

Datum: 6. Juni 2019
Redakteur:
Kategorie: Campus-Debatten, Turniere

Das Turnier

Die diesjährige Deutschsprachige Debattiermeisterschaft fand vom 30.5. – 2.6. in Heidelberg statt. Sie bestand aus sieben Vorrunden, Viertelfinals, Halbfinals, einem DaF-Finale und dem Finale im Format der Offenen Parlamentarischen Debatte. Insgesamt nahmen 51 Teams an dem Turnier teil. Das Turnier wurde ausgerichtet vom Debattierclub Die Rederei und cheforganisiert von Sabrina EffenbergerAnna Markus und Tim Reitze.

Die Chefjury der DDM: v.l.n.r.: Leonardo Martinez, Jan-Gunther Gosselke, Peter Giertzuch, Philipp Schmidtke – © Manuel Adams

Equity-Beauftragte des Turniers waren Ruben Herrmann und Christine Heidbrink.

Für den sportlichen Teil war die Chefjury aus Peter GiertzuchJan-Gunther GosselkeLeonardo Martinez und Philipp Schmidtke verantwortlich. Unterstützt wurden sie vom Tabteam aus Jana Bielefeld und Christoph Tovar sowie dem Feedbackteam aus Jule Biefeld und Maya Heckendorf.

Der vom Konklave der Deutschen Debattiergesellschaft jährlich vergebene Nachwuchspreis ging an Luise Häder.

 


Der Break

Nach sieben Vorrunden wurde folgender Break in die Viertelfinale des Turniers bekannt gegeben:

Jurierendenbreak

Johannes Bechtle, Adrian Louis Kirbach, Nick Klebaner, Christoph Saß, Peter T., Leon Weidenfeller, Nikos Bosse, Vera Bartsch, Marc Müller, Jannis Limperg, Barbara Schunicht, Viktoria Bentley, Marvin Grünthal, Lisa Klimaschewski, Konrad Gütschow, Franziska Reichmuth, Lennart Lokstein, Miklas Horstmann, Jun Kinoshita, Dario Werner, Marion Seiche, Sophie Reule, Sven Bake, Ruben Herrmann, Beatrice Cala, Sabine Wilke, Jan Ehlert, Anastasia Kreis, Katrin Niederschuh, Johannes Meiborg und Johanna von Engelhardt, sowie die Chefjury.

 

Bestes Team im Tab ist BDU Weil wir dich lieben, v.l.n.r.: Pegah M, Elâ-Marie Akay, Lara Tarbuk – © Manuel Adams

Teambreak (Name (Teammitglieder), (Tabpositionen)), Gesemtpunktzahl

  1. BDU Weil wir dich lieben (Elâ-Marie Akay (5), Pegah M (1), Lara Tarbuk (6)), 1790.83 Pkt.
  2. Streitkultur Ozymandias (Marius Hobbhahn (7), Samuel Scheuer (3), Sven Jentzsch (2)), 1778.67 Pkt.
  3. Münster Zwei Menschen mit Humor (Anton Leicht (4), Julius Müller-Kassner (8), Felicitas Strauch (24)) 1703.33 Pkt.
  4. Heidelberg: Pokale sind die schöneren Blumentöpfe (Samuel Gall (9), Angélique Herrler (23), Benedikt Rennekamp (17)) 1654.33 Pkt.
  5. Mainz Intime Lava-Elche (Alena Haub (29), Michel Hofe (13), Viet Hoang Nguyen (11)) 1653.67 Pkt.
  6. Skliert (Jonas Adámek (25), Brian Ortmann (22), Justus Raimann (20)) 1634.00 Pkt.
  7. Streitkultur Eos (Joschka Braun (27), Dominik Hermle (14), Chiara Throner (20)) 1633.00 Pkt.
  8. TnTeam feat. Kim – Impact^3 (Nico Lachmann (18), Kim Niemann (10), Tim Schmidtlein (28)) 1630.67 Pkt

 

Fraktionsfreie-Redner*innen-Break

  1. Matthias Gansen
  2. Jannika Schoon
  3. Karsten Seng
  4. Julian Keimer
  5. Vincent Heitzer
  6. Andrey Belkin
  7. Markus Schmidt (aufgrund eines Tab-Fehlers fälschlicherweise nicht ins Viertelfinale gesetzt.)
  8. Jasmin J.
  9. Moritz A.
  10. Andreas Kasper
  11. Kaja Schröter
  12. Patrizia H
  13. Björn Rieder (demnach aufgrund eines Tab-Fehlers fälschlicherweise ins Viertelfinale gesetzt.)

DaF-Break

Teams:

  1. DaF Earthers (Minh Chao HoangBraedon Lehman, Maarja Osi)
  2. Jenas Internationale Streitmacht (Yi He, Roman Wanusch, Yang Zhu)

Fraktionsfreie Redner:

  1. Valerii Shkuropat
  2. Samah Taha
  3. Olga Filippenko

Top of the Tab ist Pegah M – © Manuel Adams

Die Top 10 der Redner*innen (Debatten-Position; Punkteschnitt)

  1. Pegah M (3) – 60,74
  2. Sven Jentzsch (3) – 60,10
  3. Samuel Scheuer (2) – 58,14
  4. Anton Leicht (2) – 57,74
  5. Elâ-Marie Akay (1) – 56,95
  6. Lara Tarbuk (2) – 56,81
  7. Marius Hobbhahn (1) – 56,24
  8. Julius Müller-Kassner (3) – 55,69
  9. Samuel Gall (3) – 55,62
  10. Kim Niemann (1) – 55,48

 


Die KO-Runden (Weiterkommende/Siegende sind fettgedruckt.)

Viertelfinale 1

R: TnTeam feat. Kim – Impact^3 (268,80)

O: BDU Weil wir dich lieben (297,60)

FFR: Matthias Gansen (56), Vincent Heitzer, Andreas Kasper

Jury: Sabine Wilke (c), Nikos Bosse, Leonardo Martinez, Lisa Klimaschewski, Peter T., Leon Weidenfeller (p)

 

Viertelfinale 2

R: Streitkultur Eos (287,80)

O: Streitkultur Ozymandias (Jentzsch (58,20)) (279,80)

FFR: Jannika Schoon, Andrey Belkin, Kaja Schröter

Jury: Christoph Saß (c), Marvin Grünthal, Vera Bartsch, Sophie Reule, Johannes Meiborg, Viktoria Bentley (p)

 

Viertelfinale 3

R: Münster Zwei Menschen mit Humor (Leicht (57)) (266,60)

O: Skliert (269,40)

FFR: Karsten Seng, Jasmin J, Patrizia H

Jury: Jan-Gunther Gosselke (c), Marion Seiche, Peter Giertzuch, Jun Kinoshita, Kathrin Niederschuh, Nick Klebaner (p)

 

Viertelfinae 4

R: Heidelberg: Pokale sind die schöneren Blumentöpfe (275,80)

O: Mainz – Intime Lava-Elche (251,00)

FFR: Julian Keimer (58,20), Moritz A, Björn Rieder

Jury: Konrad Gütschow (c), Johanna von Engelhardt, Philipp Schmidtke, Ruben Herrmann, Dario Werner, Sven Bake (p)

 


Halbfinale 1

R: Heidelberg: Pokale sind die schöneren Blumentöpfe (287,00)

O: BDU Weil wir dich lieben (298,00)

FFR: Matthias Gansen, Julian Keimer, Samuel Scheuer (64,60)

Jury: Jan Ehlert (c), Leonardo Martinez, Peter T., Christoph Saß, Peter Giertzuch, Anastasia Kreis (p)

 

Halbfinale 2

R: Streitkultur Eos (287,00)

O: Skliert (273,60)

FFR: Sven Jentzsch, Anton Leicht, Marius Hobbhahn (58,80)

Jury: Barbara Schunicht (c), Marvin Grünthal, Jan-Gunther Gosselke, Johannes Bechtle, Philipp Schmidtke, Marc Müller (p)

 


Die neuen deutschen Meister: v.l.n.r.: Joschka Braun, Dominik Hermle und Chiara Throner – © Manuel Adams

DaF-Finale

R: Jenas Internationale Streitmacht

O: DaF Earthers

FFR: Valerii Shkuropat, Olga Filippenko, Samah Taha

Jury: Marion Seiche (c), Lennart Lokstein, Franziska Reichmuth, Miklas Horstmann, Adrian Louis Kirbach, Viktoria Bentley (p)

 

Finale

R: Streitkultur Eos (298,80)

O: BDU Weil wir dich lieben (278,00)

FFR: Samuel Scheuer, Marius Hobbhahn, Sven Jentzsch (vollständiges Team Streitkultur Ozymandias)

Jury: Barbara Schunicht (c), Peter Giertzuch, Marvin Grünthal, Christoph Saß, Jan-Gunther Gosselke, Philipp Schmidtke (p)


Die Themen des Turniers

VR1: Ist es begrüßenswert, wenn Frauen ihre “weiblichen Reize” zum Erlangen von Vorteilen in der Karriere einsetzen?

VR2: Ist das Aufkommen von Musikstreamingdiensten zu bedauern?

VR3: Sollten Androgenobergrenzen im Frauensport abgeschafft werden?
Factsheet: Intersexualität beschreibt Menschen, die nicht eindeutig dem weiblichen oder männlichen Geschlecht zugeordnet werden können. Chromosomenanomalien und angeborene Geschlechtsdeformationen können dazu führen, dass das Geschlecht genetisch unklar bleibt, die Geschlechtsorgane sich nicht vollständig ausbilden oder die Hormonbildung gestört wird. Bei Geburt wird das aus Sicht der Ärzte wahrscheinlichere Geschlecht festgelegt. Unter anderem kann dies zu für Frauen atypisch hohen Androgenwerten (männliche Sexualhormone, bspw. Testosteron) führen. Testosteron wirkt sich u.A. auf den Muskelaufbau und die Bildung roter Blutkörperchen aus. Es ist möglich durch Hormontherapien Androgenwerte zu senken.
Caster Semenya ist eine südafrikanische Mittelstreckenläuferin und mehrfache Olympiasiegerin. Nach einem sehr deutlichen Sieg bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft 2009 wurde eine Überprüfung des Geschlechts angeordnet. Die detaillierten Resultate des Tests wurden nie publiziert, doch es wurden 2011 Testosteronobergrenzen für weibliche Leichtathletinnen festgelegt. Mit etwas zeitlichem Verzug brachen Semenyas Leistungen daraufhin ein, bis die Grenze 2015 aufgrund der Klage einer betroffenen indischen Sprinterin aufgehoben wurde und Semenya 2016 Olympia Gold holte. Silber und Bronze gingen ebenfalls an intersexuelle Sportlerinnen. 2018 wurde erneut eine Obergrenze eingeführt. Semenyas Klage dagegen scheiterte. Sie kündigte an, sie werde sich nicht wieder einer androgensenkenden Hormontherapie unterziehen.

VR4: Sollten Manager für die Verfehlungen ihrer Unternehmen (bspw. bei Betrug oder fahrlässigen Delikten) persönlich voll strafrechtlich haften müssen, als ob sie diese selbst begangen hätten, außer sie können nachweisen, dass sie trotz ernsthaftem Bemühen nicht um den Umstand hätten wissen können?

VR5: Sollten wir den hohen gesellschaftlichen Stellenwert von Alkoholkonsum in westlichen Kulturen bedauern?
Infoslide: Gesellschaftlich akzeptierter Alkoholkonsum im Sinne dieser Debatte umfasst NICHT: Exzessives Trinken, “Binge-Drinking” und “Komasaufen”.

VR6: Ist das Aufkommen von “Männlichkeits-Camps” zu bedauern?
Infoslide: Sogenannte “Männlichkeits-Camps” sind geschlossene Veranstaltungen, an denen ausschließlich Männer teilnehmen dürfen. Dort werden diverse als “typisch männlich” wahrgenommene Aktivitäten durchgeführt, beispielsweise das Fällen von Bäumen und Anlegen von Lagerfeuern, Ringkämpfe und Bartpflege. Die Camps werben damit, die Teilnehmer auch bei der Entwicklung einer “männlicheren Persönlichkeit” zu unterstützen. Hierzu zählen den Anbietern zufolge beispielsweise Charaktereigenschaften wie Eigeninitiative, Durchsetzungsstärke oder Selbstsicherheit. In Seminaren mit Titeln wie “Krieger und Bruder” werden auch Inhalte wie das Bilden sogenannter Männerfreundschaften oder das Finden einer inneren Abgeschlossenheit mit der eigenen Männlichkeit thematisiert.

VR7: Sollte ein Straftatbestand der “Hassrede” eingeführt werden, der böswillige Äußerungen über Personen oder Personengruppen auf Grund von nationalen, ethnischen, religiösen, weltanschaulichen, oder sexuellen Orientierungen, Merkmalen und Identitäten unter Strafe stellt, auch wenn sie nicht geeignet sind “den öffentlichen Frieden” zu stören?
Factsheet: Der Straftatbestand der “Volksverhetzung” wird nur erfüllt, wenn die getätigten Äußerungen “geeignet sind, den öffentlichen Frieden zu stören”. Das bedeutet beispielsweise, dass die getätigte Äußerung eine große Öffentlichkeit erreicht, privat Geäußertes kann hiervon nicht erfasst werden.

VF: Ist die kulturelle Stigmatisierung von privaten Schulden zu bedauern?
Infoslide: Private Schulden sind Schulden von Individuen und privaten Organisationen.

HF: Ist der Wandel von laissez-fairer Erziehung hin zu einer früh-fördernden, intensiv-involvierten Erziehung zu begrüßen?
Infoslide: Laissez-faire Erziehung : Aus dem Französischen für „machen lassen“, also weitgehende Nichteinmischung. Es wird davon ausgegangen, dass gemachte Erfahrungen oft wertvoller sind als Vorschriften.
Früh-fördernde, Intensiv-Involvierte Erziehung: Individuelle Veranlagungsstärkung bereits in jungem Alter, sowie Sicherstellung von ständigem hohen Betreuungsgrad, auch durch Fremdbetreuung (Kita, Schule, Nachhilfe, Sportverein, …) und deren Kontrolle.

DaF-Finale: Sollten wir eine zufällig aus der lokalen Bevölkerung ausgewählte Gruppe über Einbürgerungen abstimmen lassen, anstatt die aktuellen Einbürgerungskriterien anzuwenden?
Factsheet: Ein Ausländer oder Ausländerin in Deutschland kann sich einbürgern lassen, falls folgende Voraussetzungen erfüllt werden:
– Unbefristetes Aufenthaltsrecht zum Zeitpunkt der Einbürgerung
– Bestandener Einbürgerungstest (Kenntnisse über die Rechts- und Gesellschaftsordnung sowie die Lebensverhältnisse in Deutschland)
– Seit acht Jahren gewöhnlicher und rechtmäßiger Aufenthalt in Deutschland (Kann bei besonderen Integrationsleistungen verkürzt werden)
– Eigenständige Sicherung des Lebensunterhalts (auch für unterhaltsberechtigte Familienangehörige) ohne Sozialhilfe und Arbeitslosengeld II
– Ausreichende Deutschkenntnisse
– Keine Verurteilung wegen einer Straftat
– Bekenntnis zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland
– Grundsätzlich der Verlust beziehungsweise die Aufgabe der alten Staatsangehörigkeit (hier gibt es Ausnahmen je nach Herkunftsland)
Quelle: BAMF

Finale: Sollten wir Populismus, statt mit Diskurs, mit den Methoden des Populismus bekämpfen?
Im Rahmen dieser Debatte bedeutet Diskurs die sachliche, argumentative Auseinandersetzung.
Zu den Methoden des Populismus gehören u.A. (aber nicht ausschließlich): Behauptungen, starke Vereinfachungen, unsachliche (persönliche) Auseinandersetzungen, Polarisierungen und die Neu-Kontextualisierung von Aussagen und Fakten.

al./jm./cal.

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