Wie sähe es aus, wenn…?

Datum: 16. August 2019
Redakteur:
Kategorie: VDCH

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ein Beitrag von VDCH-Präsident Lennart Lokstein

Bei der Frage, auf welche Art sich der VDCH zur Unterstützung nicht-studentischer Clubs entwickeln könnte, spielen vor allem drei Module eine Rolle:
1. Aufnahme in die Vereinszwecke
2. Aufnahme als Mitglieder (plus gegebenenfalls Namensänderung)
3. Gründung eines separaten, allgemeinen Dachverbands (durch den VDCH oder Mitglieder)

Modul 2 und 3 schließen sich dabei, zumindest ihrer Sinnrichtung nach, gegenseitig aus. Modul 1 ist sowohl mit Modul 2 als auch Modul 3 kombinierbar, für Modul 2 der Sinnrichtung nach allerdings notwendig. In den verschiedenen Kombinationen sind daher einige Modellrichtungen unterscheidbar. Eine Einschätzung des Status Post solcher Modelle folgt daher ganz gemäß dem Titel: Was wäre, wenn…

A. Wir die Unterstützung gemäß den Vereinszwecken für externe Debattieraktivität erweitern, nicht aber die Mitgliedschaft?

Aktivitäten: Der VDCH könnte dann guten Gewissens Clubs außerhalb seiner Mitglieder bei Kick-Off, Campus-Debatten etc. teilnehmen lassen, ihnen durch Angebote wie das Wiki Know-How zur Verfügung stellen und diese zum Teil auch mit auf externe Clubs ausrichten, muss das jedoch nicht.

Die Campus-Debatten können wahlweise wie bislang offenbleiben oder stärker auf junge Menschen zugeschnitten werden

Projekte wie „NRW debattiert“, das aktuell – unüblicherweise für solche Projekte – komplett über die LzpB Nordrhein-Westfalen getragen wird, wären auf Wunsch der Mitgliederversammlung auch mit Eigenanteil bei der Finanzierung wiederholbar, z.B. auch in anderen Bundesländern.

Aufwand: Der Aufwand für den Vorstand bleibt quasi beim Status Quo. Große Änderungen sind (solange dieser überwiegend studentisch bleibt) weder an Kick-Off noch Wiki notwendig. Zusätzliche Projekte sind bei Interesse möglich, aber nicht notwendig.

Fundraising: Mit dem Anspruch, das Debattieren nicht nur an Hochschulen zu vertreten, bieten sich Chancen auf mehr Förderung. Im Bereich Demokratieförderung wird z.B. sehr ungerne nur in Studierende investiert. Gerade Projekte für (auch) bildungsfernere Gruppen, wie z.B. die Gründung allgemeiner Debattierclubs, werden deutlich stärker gefördert. Bei Beteiligung von nicht-jungen Menschen sollte sichergestellt werden, dass bestehende Fördergelder von Partnern mit Schwerpunkt auf junge Menschen (insbesondere KSG und DDG) nur diesen zugutekommen. Dies ist relativ unkompliziert über z.B. Alters- oder hilfsweise Beschäftigungskriterien möglich.

Turniere: Ältere Besucherinnen und Besucher der Campus-Debatten sollten als Rednerinnen und Redner den Teilnahmebeitrag auf Selbstkostenbasis bezahlen. Denkbar ist auch eine bevorzugte Platzvergabe an studentische Clubs vor nicht-studentischen Clubs, unterschieden nach Mitgliedschaft. Alternativ kann die Teilnahmeberechtigung eingeschränkt werden, was aber nicht direkt im Sinne des Moduls wäre.

Signalwirkung: Der VDCH würde sich mit dieser Variante tendenziell unterstützend gegenüber Clubs außerhalb von Unistädten positionieren, ihnen jedoch gleichzeitig signalisieren, dass sie nicht vollwertiger Teil der Debattierszene sind bzw. eine eigene finden sollen.

B. Wir die Vereinszwecke und Mitgliedschaft erweitern?

Aktivitäten: Der VDCH sollte Aktivitäten wie den Kick-Off oder Angebote wie das Wiki auch für allgemeine Clubs unter seinen Mitgliedern anbieten.

Die Campus-Debatten können wahlweise wie bislang offenbleiben oder stärker auf junge Menschen zugeschnitten werden.

Projekte wie „NRW debattiert“, das aktuell – unüblicherweise für solche Projekte – komplett über die LzpB Nordrhein-Westfalen getragen wird, wären auf Wunsch der Mitgliederversammlung auch mit Eigenanteil bei der Finanzierung wiederholbar, z.B. auch in anderen Bundesländern.

Mittelfristig könnte, bei ausreichend Nachfrage, die Möglichkeit einer weiteren, offenen Meisterschaft oder Turnierserie geprüft werden, die in Ergänzung zu den (auf junge Menschen ausgerichteten) Campus-Debatten organisiert würde.

Aufwand: Der Aufwand für den Vorstand bleibt quasi beim Status Quo. Große Änderungen sind kurzfristig (solange dieser überwiegend studentisch bleibt) weder an Kick-Off noch Wiki notwendig. Bei mehrheitlich nicht-studentischer Teilnehmerschaft würde der Kick-Off nicht über das BMBF finanziert werden. Hier könnten stattdessen zwei Kick-Offs organisiert werden: Ein studentischer, vollständig gefördert, mit Schwerpunkt auf studentische Clubs, und ein allgemeiner Kick-Off mit etwas höherem TNB oder anderem Förderer. Zusätzliche Projekte sind bei Interesse möglich, aber nicht notwendig. Bei einer Umbenennung sollte die Homepage einmal überholt werden – dieses Projekt steht allerdings auch für die bestehende Homepage an, so dass der Mehraufwand auch hier gering ist.

Sollten irgendwann aufgrund konkreten Interesses der Mitglieder über den VDCH weitere Turniere geprüft werden (z.B. eine offene Meisterschaft), könnte dies durch die Interessierten getragen werden, z.B. durch einen Beiratsposten oder ein Initiativteam der interessierten Clubs.

Eventuelle zusätzliche Fördergelder oder zusätzliche Projekte müssen vom VDCH-Vorstand betreut werden. Sobald sich die Öffnung also durch mehr als nur einige weitere Mitgliedsclubs äußert, könnte hierzu ein weiterer Beiratsposten sinnvoll erscheinen.

Fundraising: Mit dem Anspruch, das Debattieren nicht nur an Hochschulen zu vertreten, bieten sich Chancen auf mehr Förderung. Im Bereich Demokratieförderung wird z.B. sehr ungerne nur in Studierende investiert. Gerade Projekte für (auch) bildungsfernere Gruppen, wie z.B. die Gründung allgemeiner Debattierclubs, werden deutlich stärker gefördert. Bei Beteiligung von nicht-jungen Menschen sollte sichergestellt werden, dass bestehende Fördergelder von Partnern mit Schwerpunkt auf junge Menschen (insbesondere KSG und DDG) nur diesen zugutekommen. Dies ist relativ unkompliziert über z.B. Alters- oder hilfsweise Beschäftigungskriterien möglich.

Mit steigender Reichweite des Debattierens können mittelfristig vielleicht wieder Sponsoren (d.h. Partner, die für ihr Geld eine Gegenleistung wie öffentliche Präsenz kaufen) gewonnen werden (aktuell verfügt der VDCH nur über Förderer).

Eine große Chance bietet langfristig die zunehmende Anzahl von Kontakten bei steigender Anzahl von Clubs und Debattierenden im VDCH – viele Partnerschaften, Förderungen und auch Sponsoring entstehen darüber, dass Leute das Debattieren bereits kennen.

Turniere: Ältere Besucherinnen und Besucher der Campus-Debatten sollten als Redner den Teilnahmebeitrag auf Selbstkostenbasis bezahlen. Alternativ kann die Teilnahmeberechtigung beschränkt werden.

Sollten mittelfristig offene Turniere stattfinden, würden diese ebenfalls auf Selbstkostenbasis oder durch speziell dafür gewonnene Partner finanziert. Es wäre denkbar, den Siegerinnen und Siegern der studentischen Meisterschaften als Preis die kostenlose Teilnahme an der offenen Meisterschaft zu ermöglichen.

Signalwirkung: Der VDCH (oder ggf. VDC etc.) würde mit dieser Variante signalisieren, dass er das Debattieren an sich unterstützen und fördern möchte. Er versteht sich dann als Verband aller deutschsprachiger Debattierclubs. Aufgrund der bestehenden Mitgliederbasis werden die Angebote für eine jüngere Zielgruppe noch längerfristig das Tagesgeschäft dominieren – das liegt jedoch an der Geschichte des VDCH, und weitere Clubs sind herzlich eingeladen, diese für die Zukunft mitzugestalten.

C. Wir die Unterstützung gemäß den Vereinszwecken für externe Debattieraktivität erweitern und parallel einen weiteren allgemeinen Verband gründen?

Aktivitäten: Der VDCH könnte dann guten Gewissens Clubs außerhalb seiner Mitglieder bei Kick-Off, Campus-Debatten etc. teilnehmen lassen, ihnen durch Angebote wie das Wiki Know-How zur Verfügung stellen und diese zum Teil auch mit auf externe Clubs ausrichten, muss das jedoch nicht.

Die Campus-Debatten können wahlweise wie bislang offenbleiben oder stärker auf junge Menschen zugeschnitten werden

Projekte wie „NRW debattiert“, das aktuell – unüblicherweise für solche Projekte – komplett über die LzpB Nordrhein-Westfalen getragen wird, wären auf Wunsch der Mitgliederversammlung auch mit Eigenanteil bei der Finanzierung wiederholbar, z.B. auch in anderen Bundesländern.

Aufwand: Der Aufwand für den Vorstand bleibt quasi beim Status Quo. Große Änderungen sind (solange dieser überwiegend studentisch bleibt) weder an Kick-Off noch Wiki notwendig. Zusätzliche Projekte sind bei Interesse möglich, aber nicht notwendig.

Allerdings wird ein alternativer Verband geschaffen, der realistischerweise die gleichen oder sehr ähnliche Aufgaben wie der VDCH wahrnimmt, nur für (zunächst) minimal mehr Clubs. Ehrenamtliches Engagement wird in Folge vermutlich aufgeteilt – der VDCH könnte Köpfe verlieren, die sich ansonsten in seinem Rahmen engagiert hätten. Insbesondere diejenigen Personen, die das Debattieren an sich (und nicht nur für Studierende) gutheißen, hätten vermutlich eine größere Affinität zu einem allgemeinen Dachverband. Denkbar wäre, dass sich studentische Debattierende weiterhin im VDCH engagieren und erst nach Ende ihrer Studienzeit Engagement im offenen Dachverband erwägen. Ehrenamtliches Engagement würde so im Vergleich zum Szenario der Öffnung wahrscheinlich geteilt, es könnte im Vergleich zum Status Quo aber auch unverändert bleiben.

Diesen Verlust an Ehrenamt bzw. doppelten Organisationsaufwand könnte man über Kooperationen der Verbände reduzieren. Der Mehraufwand ist aber mit Sicherheit höher, als wenn es nur einen Verband gäbe.

Eine einmalige finanzielle Unterstützung (z.B der Gründungs-MV) wäre möglich (ein Antrag dazu existiert), ist aber optional.

Fundraising: Für den VDCH wird sich die Chance auf Förderung verringern, da er in vielen Bereichen mit einem allgemeinen Verband um Fördergelder konkurrieren muss. Da z.B. im Bereich Demokratieförderung sehr ungerne nur in Studierende investiert wird, ist es realistisch, dass ein allgemeiner Verband wesentlich mehr Partner gewinnen kann, als der aktuelle VDCH.

Bei vorläufiger Beteiligung von nicht-jungen Menschen bei VDCH-Veranstaltungen (bis der allgemeine Verband für diese Angebote schaffen kann) sollte sichergestellt werden, dass bestehende Fördergelder von Partnern mit Schwerpunkt auf junge Menschen (insbesondere KSG und DDG) nur diesen zugutekommen. Dies ist relativ unkompliziert über z.B. Alters- oder hilfsweise Beschäftigungskriterien möglich.

Turniere: Ältere Besucher der Campus-Debatten sollten als Redner den Teilnahmebeitrag auf Selbstkostenbasis bezahlen. Denkbar ist auch eine bevorzugte Platzvergabe an studentische Clubs vor nicht-studentischen Clubs, unterschieden nach Mitgliedschaft.

Mittelfristig würde ein allgemeiner Verband (über allgemeine Clubs in Städten ohne Uni) mit Sicherheit zu mehr Turnieren führen, die aufgrund ihrer allgemeinen Natur auch studentischen Clubs offenstehen. Diese könnten über Crash auch zu ähnlichen Preisen wie DDL-Turniere angeboten werden.

Signalwirkung: Der VDCH würde sich mit dieser Variante tendenziell unterstützend gegenüber Clubs außerhalb von Unistädten positionieren, sich jedoch klar als Verband für junge Menschen (oder auch nur Studierende) abgrenzen. Da er die Gründung eines weiteren, allgemeinen Verbands unterstützt signalisiert er, dass ihm an der Ausbreitung des Debattierens und Kooperation mit allgemeinen Clubs gelegen ist, allerdings in einem anderen Rahmen als dem VDCH – dieser möchte seine Zuständigkeit nicht erweitern, sondern leistet eher am Anfang ein wenig Starthilfe.

D. Wir die Unterstützung gemäß den Vereinszwecken für externe Debattieraktivität nicht erweitern, aber parallel einen weiteren allgemeinen Verband gründen?

Vorwort: In diesem Szenario könnten VDCH-Mitglieder den Dachverband gründen, während der VDCH selbst offiziell nichts damit zu tun hätte (denn er ist laut Satzung nicht im Geringsten zuständig). Dementsprechend wird Option D auf der MV nur indirekt behandelt – es handelt sich um die Alternative, die diejenigen Clubs wählen könnten, die sich einen allgemeinen Verband wünschen, sollte sich auf der MV für Option A-C keine satzungsändernde Mehrheit finden. Entsprechend wollen wir sie ebenfalls vorstellen.

Aktivitäten: Der VDCH würde versuchen, sein Angebot exklusiver auf junge Menschen auszurichten, da nun ja eine Alternative entsteht (und er diese explizit nicht selbst sein oder unterstützen wollte).

Projekte wie „NRW debattiert“ würden anderen Akteuren, z.B. dem allgemeinen Verband, überlassen.

Die Campus-Debatten, Kick-Off etc. würden kurz- oder mittelfristig stärker auf junge Menschen zugeschnitten, spätestens, sobald parallele Angebote existieren.

Aufwand: Der Aufwand für den Vorstand bleibt quasi beim Status Quo. Große Änderungen sind weder an Kick-Off noch Wiki notwendig. Zusätzliche Projekte außerhalb der Unistädte sind nicht erwünscht.

Allerdings wird ein alternativer Verband geschaffen, der realistischerweise die gleichen oder sehr ähnliche Aufgaben wie der VDCH wahrnimmt, nur für (zunächst) minimal mehr Clubs. Ehrenamtliches Engagement wird in Folge vermutlich aufgeteilt – der VDCH könnte Köpfe verlieren, die sich ansonsten in seinem Rahmen engagiert hätten. Insbesondere diejenigen Personen, die das Debattieren an sich (und nicht nur für Studierende) gutheißen, hätten vermutlich eine größere Affinität zu einem allgemeinen Dachverband.

Diesen Verlust an Ehrenamt bzw. doppelten Organisationsaufwand könnte man über Kooperationen der Verbände reduzieren. Der Mehraufwand ist aber mit Sicherheit höher, als wenn es nur einen Verband gäbe.

Fundraising: Für den VDCH würde seine Chancen auf Förderung verringern, da er in vielen Bereichen mit einem allgemeinen Verband um Fördergelder konkurrieren muss. Da z.B. im Bereich Demokratieförderung sehr ungerne nur in Studierende investiert wird, ist es realistisch, dass ein allgemeiner Verband wesentlich mehr Partner gewinnen kann, als der aktuelle VDCH.

Bei vorläufiger Beteiligung von nicht-jungen Menschen bei VDCH-Veranstaltungen (bis der allgemeine Verband für diese Angebote schaffen kann) sollte sichergestellt werden, dass bestehende Fördergelder von Partnern mit Schwerpunkt auf junge Menschen (insbesondere KSG und DDG) nur diesen zugutekommen. Dies ist relativ unkompliziert über z.B. Alters- oder hilfsweise Beschäftigungskriterien möglich.

Turniere: Ältere Besucher der Campus-Debatten sollten als Redner den Teilnahmebeitrag auf Selbstkostenbasis bezahlen.

Mittelfristig würde ein allgemeiner Verband (über allgemeine Clubs in Städten ohne Uni) mit Sicherheit zu mehr Turnieren führen, die aufgrund ihrer allgemeinen Natur auch studentischen Clubs offenstehen. Diese könnten über Crash auch zu ähnlichen Preisen wie DDL-Turniere angeboten werden.

Signalwirkung: Der VDCH würde sich mit dieser Variante tendenziell distanziert gegenüber Clubs außerhalb von Unistädten positionieren und sich klar als Verband für junge Menschen (oder auch nur Studierende) abgrenzen. Da seine Mitglieder (zumindest teilweise) jedoch parallel einen allgemeinen Verband aufbauen, bestehen Bande zwischen den Verbänden und Kooperationen z.B. beim Kick-Off sind möglich.

am.

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7 Kommentare zu “Wie sähe es aus, wenn…?”

  1. Mareike Steiner sagt:

    Nachdem ich mir den gesamten Kommentarbereich zur Evaluation – zugegeben im Abstand von mehreren Tagen – durchgelesen habe, möchte ich mir weiterhin nicht anmaßen, einen annähernd so guten Überblick über die Situation zu haben wir der aktuelle Vorstand.
    Dennoch möchte ich in all meiner Naivität eine Frage stellen, die sich mir beim Lesen aufgedrängt hat: Warum bilden wir nicht bei gegebener Zeit einen Verband, in den sich der VDCH als ein Bestandteil einordnet.
    Soweit ich weiß, ist auch eine Kooperation mit den Debattierinitiativen von und für Schüler geplant. Meiner Kenntnis nach sind diese aber sehr weit davon entfernt, sich dem VDCH ein- oder unterzuordnen. Würde man einen möglichst breiten gesellschaftlichen Impact anstreben, müsste man einen Rahmen finden, in dem diese – wohl sehr viel besser finanzierten und sich das uns gegenüber bewahren wollenden – und berufstätigen Strukturen mit dem VDCH verbindet. Sicher kann aber zum Beispiel Konstantin viel mehr dazu sagen.
    Um das zu erreichen würde ich vorschlagen, dass der VDCH mit Jugend debattiert und World Schools Debating (?) einen gemeinsamen Dachverband (quasi einen Dach-Dachverband) gründet. Dem könnte sich ein neuer VDC oder Berufstätigenverband anschließen, sobald er gegründet ist und sofern er das möchte.
    Unter diesem Dach könnte der Dach-Dachverband Sponsoringanfragen koordinieren, spezifische Förderung würde direkt den Schülern/Studis/etc zukommen und die breite Debattenkultur wird durch Sponsoring des Dach-Dachverbands gefördert, der das Geld wiederum aufteilt.
    So könnte der Charakter des VDCH gewahrt bleiben und wir würden uns trotzdem alle Vorteile einer Kooperation sichern.
    Bestimmt bin ich aber nicht die Erste, die sich das gedacht hat. Deswegen würde mich interessieren, warum sich der Vorstand gegen ein solches Modell und für eine komplette Öffnung entschieden hat.

    1. Lennart Lokstein sagt:

      Interessante Fragen!

      Vorab: Ein solches Modell eines allgemeinen Verbands ist ja in gewisser Weise durchaus oben vorgestellt (Modul 3) in Form eines Verbands, in dem jeder Mitglied werden kann, ohne, dass der VDCH dieser Verband wird.

      Zu deiner konkreten Nachfrage bezüglich Kooperationen oder Fusionen mit der DSG und JD denke ich, dass es in dieser Richtung bei Kooperation bleibt. Das liegt ein wenig jeweiligen Fokus, vor allem aber an den Strukturen.

      Sowohl die DSG als auch JD kennen nämlich nicht Debattierclubs, wie wir das tun. Sie sind wesentlich zentraler organisiert und die Ehrenamtlichen (bzw. bei JD sogar Angestellten) kooperieren dann mit Lehrern an den Schulen. Entsprechend sind (so sagten Vertreter es mir) deren Mitglieder vertreten durch Lehrer, die halt an den Schulen ihr Ding machen aber von einzelnen Ausnahmen abgesehen nicht übermäßig committet sind.

      Die Debattierclubs, wie wir sie haben und kennen, sind wesentlich autonomer und der VDCH aufgrund der selbstständigeren Clubs dezentraler. Ich halte es für unwahrscheinlich, dass z.B. die Hertie-Stiftung (JD) ihre Angestellten in einen Dach-Dachverband schickt, um dort für andere Projekte was mitzuorganisieren, und umgekehrt brauchen sie von dem wohl nichts. Solche strukturellen Unterschiede bringen mich insgesamt zu der Annahme, dass das auch langfristig nicht komplett zusammenlaufen wird.

      Gleichzeitig scheint es mir persönlich sinnvoll, dass jemand das Debattieren allgemein voranbringt – eben auch in Nicht-Unistädten. Ob das nun ein VDCH oder ein VDC macht sind in meinen Augen vor allem Fragen von Doppelstrukturen und Abgrenzung (daher bin ich eher pro ein Verband), aber in jedem Fall könnte man damit eine Entwicklung anstoßen, die von deutlich langsamer vorankäme. (Nach den Anfängen des deutschsprachigen Debattierens 1991 dauert es z.B. ein Jahrzehnt, bis der VDCH entstand.)

      Weil ich mehr Clubs und mehr allgemeine Beteiligung gut finde, möchte ich die lieber aktiv voranbringen, als zu warten, bis sie irgendwann von alleine sämtliche Hürden überwunden haben. Aus diesem Grund bin ich auch dagegen, zu warten, „bis es mal mehr gibt“.

  2. Alex H. (HD) sagt:

    Zu B.:

    „Der Aufwand für den Vorstand bleibt quasi beim Status Quo.“

    „Mit steigender Reichweite des Debattierens können mittelfristig vielleicht wieder Sponsoren [ … ] gewonnen werden [ … ]. Eine große Chance bietet langfristig die zunehmende Anzahl von Kontakten bei steigender Anzahl von Clubs und Debattierenden im VDCH [ … ].“

    Die Gegenüberstellung beider Aussagen zeigt aus meiner Sicht ein großes Problem auf beiden Seiten dieser Diskussion. Je nachdem, wie es gerade genehm ist, ändert sich ja eigentlich (erstmal) eh nichts, deswegen ist es alles nicht so dramatisch (oder: deswegen lohnt sich der Aufwand nicht) – oder aber es ändert sich alles, und die Folgen sind wahlweise supertoll oder superschlimm.

    Aber wenn sich mittelfristig tatsächlich Dinge ändern, dann wird sich auch für Vorstand, Beiräte und Mitglieder mittelfristig der Aufwand verändern. Denn der Vorstand macht mehr als nur Wiki und Kick-off. Mehr Clubs heißt schlicht mehr Grundrauschen: Mehr Überweisungen müssen gemacht werden (und das ist nicht trivial, weil das auch bedeutet: Mehr Leuten hinterhertelefonieren, bis die Belege auch endlich mal ordentlich vorliegen, mehr Klärungsbedarf, welche Kosten erstattet werden können). Mehr Clubs machen mehr MVs und haben höheren Bedarf an entsprechender Beratung bzgl. Durchführung der MV, Satzungsgestaltung etc. Das ist alles okay, denn das haben wir auch mit mehr studentischen Clubs.

    Eine neue Art von Clubs heißt aber auch schlicht ein breiteres Spektrum an Meinungen und Bedürfnissen, die unter einen Hut gebracht werden wollen. Das ist Aufgabe des Vorstands und, wenn sich in den letzten Jahren nichts geändert hat (und wie auch diese Diskussion zeigt), Aufgabe des Vorstands. Denn er muss Entscheidungen treffen, Vorschläge ausarbeiten usw.

    Soweit der studentische Charakter innerhalb eines VDH bewahrt werden soll, wirft das auch rechtliche Fragen auf – konkret: Wer darf auf welchen Turnieren starten? Da haben wir schon im SQ jedes Jahr neue Diskussionen. Wenn wir jetzt weitere Kategorien potenzieller Teilnehmer haben, ist es nur eine Frage der Zeit (höchstens 1 Jahr, würde ich meinen), bis wir auch hier neue Abgrenzungsprobleme haben. Mit Blick auf den vereinsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz stellt sich die Frage: Ist der überhaupt noch gewahrt, wenn nicht-studentische Mitgliedsclubs Mitglieder zweiter Klasse sind? Müssen wir evtl. eine weitere Kategorie von Sonderrechten für studentische Clubs einführen, wie es sie bereits für DDL-ausrichter gibt? Wenn ja, wie genau sind diese Sonderrechte ausgestaltet?

    Zu D.:

    „In diesem Szenario könnten VDCH-Mitglieder den Dachverband gründen, während der VDCH selbst offiziell nichts damit zu tun hätte (denn er ist laut Satzung nicht im Geringsten zuständig).“ Aus dieser Aussage soll folgen, dass ein Dachverband notwendig mit dem VDCH konkurrieren müsste. Ich weiß nicht, ob ich ein falsches Verständnis vom Dachverband habe, aber mir ist schleierhaft, woher diese Prämisse kommt. Dass Verbände Dachverbände gründen, ist schließlich gang und gäbe. Man könnte sicherlich darüber diskutieren ob es dafür (im Vergleich zu den Vorschlägen des Vorstands mikroinvasive) Satzungsänderung bedürfte und welche Rechtsform ein Dachverband haben könnte/müsste. Dass der Verband mit dem Dachverband nichts zu tun haben dürfte, scheint mir eine steile These, die dem Wesen des Dachverbands diametral widerspricht.

    Allgemein zur Diskussion:

    Ich bin großer Freund davon, das Debattieren aus der Uni herauszutragen. Das geschieht im SQ durch die Teilnahme Berufstätiger an den Debatten studentischer Clubs, durch Workshops and Schulen und Unternehmen (!), im vergangenen Jahr auch durch das Projekt NRW debattiert. Gerade dieses Projekt ist ein wichtiger erster Schritt. Mir scheint aber, mit den Anträgen des Vorstands soll der dritte Schritt vor dem zweiten gemacht werden: Mich irritiert, dass hier eine Büchse der Pandora geöffnet werden soll, offenbar ohne dass eine Betroffenengruppe von erheblicher Größe eingebunden wurde (oder überhaupt schon existiert?). Auch das ist vielleicht Sympton der Art und Weise, wie wir in unserer Bubble debattieren/diskutieren.

    Ich würde mich freuen, wenn wir Berufstätigenclubs auf der MV als Gast begrüßen könnten, um mal ihre Sicht der Dinge zu hören. Wenn wir sie (auch jetzt schon, meinetwegen auf Selbstkostenbasis) zum Kick-off einladen, erhalten sie genau die Unterstützung, die sie in der Gründungsphase gebrauchen können. Wenn sich regelmäßig Berufstätigenclubs auf DDL-Turnieren zeigten, wäre das ein wichtiges Zeichen für ein Interesse an Austausch.

    Es überrascht mich, dass sich nirgendwo der naheliegende Vorschlag findet, für Berufstätigenclubs einen Beobachterstatus einzuführen. Das wäre ein Zeichen, dass wir den Austausch suchen und anbieten, unterstützen, helfen. Wenn wir dann – mittel- oder langfristig – feststellen, dass die Chemie passt, dass wir unsere Kräfte zusammenlegen wollen, kann man immer noch die Vollmitgliedschaft öffnen oder einen Dachverband gründen. Dann würden wir auch nicht (wie ich meine irgendwann gelesen zu haben) von der Gründung eines Parallelverbandes überrumpelt.

    1. Hannah (Aachen) sagt:

      kurze Nachfrage: im Absatz 3 schreibst du „Das ist Aufgabe des Vorstands und, wenn sich in den letzten Jahren nichts geändert hat (und wie auch diese Diskussion zeigt), Aufgabe des Vorstands.“

      Ich nehme an, ein „Aufgabe des Vorstands“ sollte eigentlich etwas anderes heißen? Vielleicht „Belastung“?

    2. Lennart Lokstein sagt:

      Hey Alex!

      Vielen Dank für deinen sehr sachlichen und nüchternen Beitrag.

      Ich teile vieles von dem, was du sagst, denke aber, dass wir uns Folgendes fragen sollten:

      Warum würde man, wenn es jetzt bereits Nichtstudierende auf unseren Turnieren, in unseren Clubs und eben auch in anderen Clubs, die nicht in Städten mit Uni liegen, nicht auch jetzt bereits diese integrieren? Also konkret: Wo ist die Schwelle, ab der man dann „wirklich“ kooperiert? Lässt sich die in Prozent an Teilnehmern oder in Zahlen an Clubs, die nicht in Unistädten liegen, messen?

      Mein Eindruck ist, dass es diese bereits jetzt (eben in geringem Maße gibt), und mir ist nicht klar, was wir oder sie davon haben, wenn wir sie anders als Club in Unistädten behandeln. Stattdessen sich ich ein entsprechendes Interesse an Inklusion auch in der Realität der meisten VDCH-Clubs gegeben.

      Umgekehrt darf man nicht außer acht lassen, dass einige Entwicklungen eben deutlich besser funktionieren, wenn man sich inklusiver positioniert. Selbst reine Signale haben hier schon große Auswirkungen: Zum Beispiel hatte ich erst vor 2 Stunden wieder einen Anruf von einem Frankfurter, der berufstätig ist, aber unsicher, ob man überhaupt bei uns mitmachen darf. Er vermutete tendenziell nein. Nun hat er mich angerufen und ich konnte ihn ermutigen, einfach mal vorbeizuschauen. Ich glaube aber, dass nicht jeder, der Interesse am Debattieren haben könnte, auch den Schritt geht, beim Präsidenten des Verbands der Debattierclubs an Hochschulen anzurufen, um das in Erfahrung zu bringen. Ein inklusiverer Name oder zumindest ein Bekenntnis der Clubs, dass man die Entwicklung des allgemeinen Debattierens befürwortet, ist also schon ein relevanter Faktor, um eine solche Entwicklung zu beschleunigen.

      Ich glaube, die Satzung für die Inklusion solcher Clubs (und sei es nichtmal als Mitglied sondern innerhalb der Vereinszwecke) zu ändern ist deshalb schon der erste Schritt (wenn man in diese Richtung möchte).

    3. Alex H. (HD) sagt:

      Hannah: Sorry, das ist mir beim Redigieren des Posts durch die Lappen gegangen. Es hatte heißen sollen: „Das ist, wenn sich in den letzten Jahren nichts geändert hat (und wie auch diese Diskussion zeigt), Aufgabe des Vorstands.“ Aber ja, mein Punkt war, dass das auch zur Belastung des Vorstands beiträgt.

      Lennart: Ich habe Deine Fragen („Warum würde man … „/“Wo ist die Schwelle … „) inhaltlich und sprachlich nicht ganz verstanden. Da bitte ich nochmal um Klarstellung (Wer soll in was integriert werden/wer kooperiert (nicht) mit wem?).

      Wenn Du von Deinem Gespäch von vor (damals) zwei Stunden sprichst, geht es ja anscheinend um die Teilnahme in einzelnen Clubs (denn Du hast ihm ja gesagt, er soll mal vorbeischauen – ich nehme an, beim Clubabend). Das zeigt doch aber nur, dass es zunächst mal die Clubs sind, von denen die Initiative „Debatte in der Mitte der Gesellschaft“ ausgehen muss. Das gilt für studentische Clubs eben durch Offenheit zur Aufnahme von nichtstudentischen Mitgliedern, und – sofern dies in den Clubs gewollt ist – eine entsprechende Positionierung. Das gilt auch für nichtstudentische Clubs – ganz banal – durch Gründung.

      Bei der Gründung und den ersten Schritten kann der Verband natürlich helfen. Ich persönlich zustimme DS zu (und in gewisser Weise verstehe ich auch Sabine so), dass das nicht unser Kerngeschäft ist, sondern eher ein begrüßenswertes zusätzliches Engagement des aktuellen Vorstands. Selbst wenn wir aber beschließen, dass die Unterstützung nichtstudentischer Clubs Kernaufgabe des VDCH sein sollte, sind wir noch weit von der Notwendigkeit (!) einer Transformation zum VDC entfernt. Warum sollen wir – ohne Notwendigkeit – den Verband und zukünftige Vorstände irreversibel an diesen Kurs binden und ihnen entsprechendes zusätzliches Engagement abverlangen?

    4. Ferdi (MD, MR) sagt:

      Also ich schätze, dass diese am debattieren interessierte berufstätige Person sich u.a. über Google informiert hat. Und dann kam (im besten Fall) als erstes Ergebnis die Website vom DCGF Frankfurt und als zweites Ergebnis die Seite vom VDCH. Und dann fühlt sich diese Person m.E. deutlich mehr fehl am Platz, wenn beide Ergebnisse eindeutig studentisch konnotiert sind als in einer Welt, in der der Hochschulclub „nur“ Teil eines allgemeinen Debattierverbandes ist. Ergo mehr Integration.

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