Das strategische Potenzial von Mehrdeutigkeit in Debatten

Datum: Mar 15th, 2017
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Category: Mittwochs-Feature

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8 Kommentare zu “Das strategische Potenzial von Mehrdeutigkeit in Debatten”

  1. Nadine B. Jena says:

    sehr guter Artikel 🙂 und herzlichen Glückwunsch zur Masterarbeit 🙂

  2. Thomas Wach (Halle) says:

    “Mehrdeutigkeit”, also Polyvalenz bzw. Ambivalenz ist schlicht ein Charakteristikum gesellschaftlicher Ordnung.
    Viele, sehr viele Menschen handeln gleichzeitig und ihre Handlungen haben gewollte und ungewollte Konsequenzen. Dieses “Chaos”, das dann entsteht, entzieht sich bei genauerer Wahrnehmung schlicht eindimensionaler Einordnung/Kategorisierung, weil die Folgen für unterschiedliche Personen und Sachverhalte unterschiedlich ausfallen.
    “Mehrdeutigkeit” ist damit nicht einfach nur eine Frage der verwendeten Optik unabhängig vom beschriebenen Gegenstand, sondern liegt gewissermaßen im Gegenstand selbst vor.

    1. Thomas Wach (Halle) says:

      PS:
      Es wäre daher empfehlenswert begrifflich genauer zu trennen, was rein sprachlich “Mehrdeutigkeit” ist im Rahmen sehr abstrakter Begriffe, deren Interpretationsmöglichkeiten schlicht sehr divers sind und was “Mehrdeutigkeit” ist im Rahmen der Thematisierung diverser gewollter und ungewollter Handlungsfolgen einer Handlung/eines Mechanismus.
      Ansonsten aber ein interessanter Artikel.

      PPS:
      Was ist denn der “Berliner Stil”?

    2. Nora says:

      Lieber Thomas,
      ich beantworte weitere Verständnisfragen gerne per PM, hier nur kurz zu deinem Kommentar: ich benutze einen Mehrdeutigkeitsbegriff, der sich weder auf Polyvalenz (in welcher Wissenschaft ist dieser Begriff verortet??) noch auf Ambivalenz bezieht, sondern seine Wurzeln in der Ambiguität findet. Alle drei von dir genannten Mehrdeutigkeiten/Mehrdeutigkeitsformen sind nicht mit meinen verwendeten Konzepten in Übereinstimmung.

  3. Sarah T. P. Andiel says:

    “[…] you will find ambiguity a great ally on your road to power. Give a sign of Slytherin on one day, and contradict it with a sign of Gryffindor the next; and the Slytherins will be enabled to believe what they wish, while the Gryffindors argue themselves into supporting you as well. So long as there is uncertainty, people can believe whatever seems to be to their own advantage. And so long as you appear strong, so long as you appear to be winning, their instincts will tell them that their advantage lies with you. Walk always in the shadow, and light and darkness both will follow.”
    Eliezer Yudkowsky: Harry Potter and the Methods of Rationality, Kapitel 60
    http://www.hpmor.com/chapter/60

  4. René G (Heidelberg) says:

    Toller Artikel, sehr spannendes Thema!
    Und eine wirklich spannende Fragestellung, wobei das Thema natürlich an sich sehr schwierig zu fassen ist. Schließlich sind “Mehrdeutigkeiten”, “Ungenauigkeiten” und “Verwirrung” in Debatten immer sehr kontextabhängig, diffus und manchmal auch nur subjektiv.

    Letztlich ist es wohl kaum möglich, das wirklich relevant und größflächig als funktionierendes taktisches Mittel einzusetzen. In den meisten Fällen schlägt es vermutlich negativ auf einen selber zurück wenn man Verwirrung stiften will. Oder aber die Debatte wird so durcheinander und chaotisch, dass das Ergebnis zufälliger wird. Dann hat man auch nichts gewonnen.

    Es sei denn man war von Anfang an haushoch unterlegen, dann könnte es ja vielleicht sogar doch Sinn machen… Allerdings kommt dann natürlich das zum tragen was du bereits erwähnt hast: Niemand wird einem dafür danken und im schlimmsten Falle hassen einen alle dafür, dass man die Debatte ruiniert hat.

    1. Jonathan Scholbach says:

      Es gibt noch den – meinem subjektiven Erleben nach gar nicht mal so seltenen Fall – dass die Jury nicht mitbekommt, dass eine Seite (in der Regel die Regierung im Antrag) eine derart große Vagheit offen lässt, dass sie Gegenseite sie nicht vernünftig angreifen kann, weil dann immer ausgewichen werden kann. Auf diese Weise habe ich schon manche Debatten gewonnen werden sehen. Das “Framing” der Debatte, der Case der Regierung wird dann erst in der Schlussrede wirklich definiert, und zwar so, dass die Gegenseite nichts überzeugendes dagegen vorgebracht hat.

    2. René G (Heidelberg) says:

      Ohne Zweifel, lieber Jonathan, das gibt es manchmal!
      Allein, ich glaube, dass das praktisch immer aus technischen Fehlern heraus passiert und somit unabsichtlich ist. Ich glaube, kein Team kann das wirklich bewusst und mit der Sicherheit einsetzen, dass ihm die Mehrdeutigkeit hilft und nicht schadet.

      Wirklich interessant und relevant wäre das ganze erst, wenn ein Team in der Lage wäre sich so zu verhalten, dass die eigene Vagheit dazu führt, dass man aus ihr mit höherer Wahrscheinlichkeit einen Vorteil erlangt.
      Und ich glaube, das aktiv und gezielt einzusetzen ist extrem schwer bis unmöglich.

      Dazu müsste man vermutlich schon bereits vor einer Debatte sehr tief im Thema drin stecken, genau wissen welche möglichen Ungenauigkeiten oder unausgesprochenen Prämissen es in der Debatte geben wird und dann eine kluge Positierungsstrategie haben und umsetzen.
      Da kann einfach eine Menge schief gehen. In einer solchen Debatten-Situation den ganzen Raum zum eigenen Vorteil zu manipulieren ist einfach ein komplexes, verzwicktes Unterfangen.

      Vielleicht gibt es Leute, die das intuitiv können, aber die meisten Teams, die das aktiv versuchen, werden dabei vermutlich stolpern und auf die Nase fallen.

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