Paris ist eine Reise wert – ein Einblick in das Paris IV 2010

Datum: May 31st, 2010
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Category: Themen, Turniere

Wenn man so durch die Straßen von Paris schlendert, weiß man recht schnell, dass es eine gute Idee war, dorthin zu fliegen. Paris ist wirklich schön anzusehen und macht auch einen sehr lebenswerten Eindruck – wenn die böse Aschewolke jetzt also wirklich einmal käme, würde man sich wahrscheinlich nicht besonders ärgern, gerade in Paris festzusitzen. Nach solchen Gesichtspunkten sollte man sich schließlich heute die Debattierturniere aussuchen.  Denn man stelle sich nur vor, wegen des hohen Niveaus nach England geflogen zu sein und sich dann tatsächlich über das Turnier hinaus von dem Essen dort ernähren zu müssen! Es ist nun einmal eine Tatsache, dass auch Debattanten nicht von Debatten alleine leben. Auch Debattanten haben Hunger, freuen sich über schönes Wetter und interessante Städte.

Für das leibliche Wohl ist gesorgt: Essen wie Gott in Frankreich.

Daher dürfte man gar nicht auf die Idee kommen, nicht nach Paris zu fliegen. Die Franzosen haben sich nämlich wirklich angestrengt ein angenehmes Turnier zu veranstalten. Zum Beispiel wurde man rundum mit Köstlichkeiten versorgt und das beschränkt sich nicht nur auf Wein und Käse. Plötzlich ist es ein Vorteil, dass das Paris IV dieses Jahr mit 24 Teams eher klein war: Die internationale Schar, die sich da auf einem Pariser Unicampus einfand, war eindeutig überversorgt.  Auf Hunger konnte man sich also in keiner Debatte ausreden. Viel eher schon auf Schlafmangel – denn irgendwie wurde es einem auch bis spät in die Nacht nicht fad. Da sich aber in Sachen Crash die französische Gastfreundschaft bewies (man schläft nicht automatisch am Boden) und dort niemand auf die Idee kommt in allerherrgottsfrüh die Runden anzusetzen, muss man sich aber etwas anderes suchen, über das man jammern kann.

Die Organisatoren des Turniers.

Hier bieten sich vielleicht die Debatten an, schließlich ist Frankreich ja tatsächlich nicht die Debattiernation schlechthin. Das könnte aber auch ein Vorurteil sein, das sich gleich doppelt widerlegen lässt. Erstens kamen die Juroren unter Chefjuror Chris Croke aus 3 Kontinenten und -zig verschiedenen Ländern und man konnte sich über Top-Feedback freuen. Zweitens beweist ein französisches Team im finalen Vier-Länder-Wettstreit (Niederlande, Deutschland, Irland, Frankreich), dass sie durchwegs auch Englisch reden können. Der Titel geht aber an Rotterdam/Niederlande. Überhaupt ist das Teilnehmerfeld stark Niederländisch beeinflusst – aber auch Irland und England sind stärker vertreten. Das einzige, was man vielleicht noch bestärkend im Bezug auf Vorurteile ansehen kann, ist die Tatsache, dass französische Teams in den Semi- und Finalrunden angefeuert wurden wie im Fußballstadion. Da gibt es aber Schlimmeres.

Das Paris IV auf einen Blick:
24 Teams, BPS (englisch), 5 Vorrunden mit Fünf-Minuten-Reden, Halbfinale und Finale.

Gewinner: Erasmus A im Finale gegen den Debattierclub Stuttgart, UCD/Dublin und Assas/Paris.

Die Themen:

  • 1. Vorrunde: This House believes that problem gamblers should have their welfare payments suspended.
  • 2. Vorrunde: This House believes that the UN should hire mercernaries for military operations.
  • 3. Vorrunde: This House believes that that companies should donate 5 percent of their annual profit to charitable causes to be eligible for governmental contracts.
  • 4. Vorrunde: This House believes that we should prevent the children of politicians from being able to hold elected office.
  • 5. Vorrunde: This House believes that France should abolish the 35 hour week.
  • Halbfinale: This House believes that the US should withdraw all military bases in Europe.
  • Finale: This House believes that New Zeeland and Australia should become one country.

Text: Stefan Zweiker, Debattierklub Wien
Bilder: Debattierklub Wien

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2 Kommentare zu “Paris ist eine Reise wert – ein Einblick in das Paris IV 2010”

  1. Auch der Debattierklub Wien hat einen Bericht von Stefan veröffentlicht: http://bit.ly/9sOuzm

  2. Michael says:

    Auch Stuttgart hat etwas über seinen Finaleinzug geschrieben:

    http://debattierclub-stuttgart.de/

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