Das Debattieren Diversifizieren

Datum: Sep 29th, 2021
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Category: Mittwochs-Feature

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9 Kommentare zu “Das Debattieren Diversifizieren”

  1. Allison (MZ) says:

    Zur Finanzierung und Turnierförderung möchte ich hinzufügen: Wir haben in MZ über kostenpflichtige externe Seminare (z.B. an Schulen, bei Unternehmen vor Ort, Vereinen) immer wieder, teilweise sehr regelmäßig, über 1.000€ im Jahr erwirtschaftet und konnten dadurch ebenfalls zwischen 30% und 50% (für die erste Turnierteilnahme bei einem DDL-Turnier auch die gesamten Kosten) der Turnier- UND Fahrtkosten übernehmen. Das Förderkonzept wurde (und wird) jährlich je nach finanzieller Ausstattung des Clubs angepasst. Andere Einnahmequellen waren bspw. Waffelverkäufe auf dem Campus oder Fördermitgliedschaften.
    Zusammen mit ggf. Unterstützung durch die Uni gibt es sicherlich für jeden Club Wege, ein wenig Geld zu verdienen, um allen Mitgliedern eine Teilnahme zu ermöglichen ^^

    1. Witthaut (MZ) says:

      Ergänzend dazu: Kooperation mit außeruniversitären Partner*innen. Wir haben zum Beispiel mit Arbeit und Leben (Unterorganisation von Gewerkschaften) kooperiert 🙂

  2. Sven (Tübingen) says:

    [Disclaimer: Diesen Kommentar schreibe ich alleine, als Privatperson und nicht in meiner Funktion als Mitglied des VDCH-Vorstands.]

    Liebes Potsdam, ich finde es toll, dass ihr euch für eine buntere Szene einsetzt! Eine buntere Szene bedeutet mehr Perspektiven bedeutet bessere Debatten. (Für mich gehören zu einer bunten Szene übrigens auch mehr Nicht-Studierende und mehr konservative Menschen dazu, aber darum soll es hier gar nicht gehen.) Ich finde daher eure Finanzierungs-Tipps für sozialverträglicheres Turnierfahren und auch eure Kreation eines Pools mit Themen zu marginalisierten Gruppen positiv.

    Wo ich mein (Verständnis-)Problem mit habe, ist erstens eure Definition von „inklusiven Motions“ (außerhalb des Aspekts, über marginalisierte Gruppen zu gehen). Und zweitens die in meinen Augen mitschwingende Implikation, dass alle anderen Motions „weniger inklusiv“ / „nicht inklusiv“ wären.

    – Ihr definiert: Inklusive Motions schließen niemanden aus. Als Negativbeispiel bringt ihr den Ausschluss österreichischer Teams bei Themen deutscher Innenpolitik. Als Positivbeispiel nennt ihr hingegen „Handelsboykott homophober Staaten“. Aber schließt das nicht auch Menschen aus, die sich mit internationaler Politik / homophoben Gesetzen nicht auskennen? Schließt ein Thema zu „regretting motherhood“ nicht diejenigen Personen aus, die keine Mutter werden können? Schließt ein Thema zu AAPI nicht diejenigen aus, die diesen Begriff nicht kennen? Klar kann man das alles mit Factsheets lösen– ich sehe nur keinen strukturellen Unterschied zwischen den Beispielen.
    – Ihr definiert: Inklusive Motions zwingen nicht, diskriminierende Haltungen einzunehmen. Ich persönlich kann mir auch keine Chefjury vorstellen, die sagt: „Cool, lass mal die Opposition was RICHTIG Diskriminierendes vertreten!“. Was ich mir schon eher vorstellen kann: Fast alle Debatten verlangen von den Teams, Personengruppen und ihre Bedürfnisse gegeneinander abzuwägen– und im Zweifel eine Gruppe über die andere zu gewichten. Das ist aber meines Erachtens nicht sofort Diskriminierung, sondern das Grunddilemma von Politik. Ansonsten müsste man nach gleicher Logik sagen, „regretting motherhood“ scheidet als Thema aus, weil die Regierung glückliche Mütter bzw. Mutterschaft schlecht reden muss.
    – Ihr definiert: Inklusive Motions beruhen nicht auf normativen Grundannahmen. Aber beruht nicht jedes Thema auf normativen Grundannahmen, weil einfach jede sprachliche Formulierung normativ ist? Und sei es nur die Grundannahme, dass es zu DIESEM spezifischen Thema (im gleichen Umfang) Pro- und Contrargumente gibt? Sind die Grundannahmen bei eurem AAPI-Thema nicht z.B., dass AAPI ein sinnvoller Sammelbegriff / Anglozentrismus potenziell problematisch ist? Wenn ihr nun aber meint, euer Problem sind FALSCHE bzw. negative Grundannahmen– wer definiert, was eine RICHTIGE bzw. gute normative Grundannahme ist?

    Versteht mich nicht falsch: Ich stoße mich wie gesagt überhaupt nicht an eurem Grundanliegen, auch nicht an eurer Motionsammlung, sondern einzig der Definition (nur) dieser Motions als „inklusiv“.

    1. Vorstand Wortgefechte Potsdam says:

      Lieber Sven,

      vielleicht haben wir uns an dieser Stelle nicht ganz klar ausgedrückt – unser Ziel ist weder, inklusive Motions als hochwertiger zu deklarieren, noch dass marginalisierte Gruppen in jeder Debatte schwerer gewichtet werden. Unser Ziel ist lediglich, inklusive Motions als eigene Sparte zu etablieren, wie beispielsweise Wirtschaftsmotions. Dass du dich am Namen „inklusive Motion“ reibst ist nach deiner Argumentation nachvollziehbar. Wir haben die Formulierung mit Bezug auf die eher seltener vertretenen Perspektiven gewählt, die mehr Menschen durch das Thematisieren vielfältiger Lebensrealitäten inkludieren. Aber schlag gerne einen anderen Namen vor 🙂

      Zur Frage zum strukturellen Unterschied inklusiver Motions: ihr kritisiert, dass sie eine spezifische Perspektive einnehmen und damit nicht jeder viel über das jeweilige Thema weiß – also eher exkludiert als inkludiert wird. Uns geht es hier aber nicht um die einzelne Motion, sondern um die Gesamtheit der Motions. Eine Motion zum Thema Transgender spricht nicht jede Person in ihrer Lebensrealität an, sondern nur eine kleine Gruppe von Personen – aber eine Gruppe, deren Perspektive viel seltener aufgegriffen wird. Unser Anspruch ist also nicht, dass jede einzelne Motion jedem gleich zugänglich ist (das wäre schön, ist aber nicht möglich), sondern dass die Gesamtheit der Motions ein breiteres Spektrum von Personen anspricht sodass Perspektiven eingenommen werden, die sonst nicht so oft zu Wort kommen und dass sich potenziell mehr Menschen angesprochen und wohl fühlen.

      Klar, normalerweise zwingen Motions nicht dazu, diskriminierende Positionen einzunehmen. Wir sehen damit auch kein Problem in der Debattierszene, aber wollten diesen Punkt nur nochmal erwähnen. (Unter diskriminierender Haltung verstehen wir übrigens eine abwertende Haltung. Verschiedene gesellschaftliche Gruppen abzuwägen zählen wir nicht per se dazu, nur wenn dies strukturell geschieht und mit einer Abwertung verbunden ist.)

      Mit normativen Annahmen meinen wir gesellschaftlich normative Annahmen. Beispiele sind Annahmen, dass alle Frauen irgendwann Kinder bekommen oder alle Männer sich für Technik interessieren.

      Ich hoffe, dass das nochmal Klarheit bezüglich unserer Position geschafft hat!

  3. Jan E. says:

    Einem Verein, der es als Fortschritt feiert, dass keiner heterosexueller cis-Mann Teil des Vorstandes ist, wäre ich bestimmt nicht beigetreten. Darin offebart sich schon, dass dieser Inklusvitätsbegriff eher ein Oxymoron ist und er den liberalen Grundgedanken, der dem dialektische Prinzip des Debattierens eigentlich trägt, fundamental widerspricht.

    Ich kann allen Mitgliedern des Verbandes nur empfehlen, sich einen solchen Inklusvitätsbegriff gerade nicht zu eigen zu machen, es sei denn, man möchte noch stärker in seiner eigenen Blase leben und debattieren.

  4. Tim R. (Rederei) says:

    Zustimmung zu Jan.

    Außerdem scheint mir die Äußerung “Manch eine Person wird sich jetzt genötigt sehen, zu diskutieren, ob wir überhaupt diverser und inklusiver werden sollten. Aber diese Frage ist immer ein Schlag ins Gesicht aller marginalisierten Menschen.” eines der schönsten Beispiele von Meinungszensur zu sein das mir bisher untergekommen ist. Schließlich ist eurer primäres Anliegen nicht Diversität sondern die Forderung nach einer stärkeren (Über)Repräsentation bestimmter Motiontypen.

    Und hier ist mir die Prämisse für euer erstes Ziel komplett unklar. Nach meinen letzten Jahren auf Turnieren würde ich einmal grob schätzen, dass ungefähr 10-20% aller Themen bereits in die von euch gewünschte Richtung gehen. Es gibt zum Beispiel vermutlich allein mehr Feminismusthemen im Debattieren als Themen zum Klimawandel. Gleiches gilt im Vergleich zur Außen- oder Wirtschaftspolitik.
    Genauso gibt es häufig Motions die sich mit Queeren Themen befassen (zum Beispiel letztens erst bei den Hochhausdebatten).
    Ich würde aber behaupten, dass eine große Mehrheit der Menschen (auch im Debattieren) die oben angesprochenen Bereiche wie Klimawandel, Außenpolitik oder Wirtschaft als wichtiger einstufen (Diversifizierung oder ein ähnlicher Begriff hat es wenn ich mich nicht irre in den letzten 20 Jahren kein einziges Mal in die Top 12 der wichtigsten Themen des Politbarometers geschafft) und auch zum Debattieren kommen weil sie über Politik oder Wirtschaft debattieren möchten.

    Ich habe schon so häufig Interessenten bei uns im Club erlebt die u.a. nicht wiederkamen, weil sie mit Themen von denen ihr euch noch mehr wünscht nichts anfangen konnten.
    Ich denke der Einstieg ins Debattieren ist schon schwer genug. Ich möchte in aller Deutlichkeit davon abraten ihn noch zu erschweren, indem sich die Debattierthemen immer weiter vom gesellschaftlichen Diskurs wegbewegen.

  5. Barbara (HH) says:

    Das Debattieren zu diversifizieren und mehr Personen, gerade jungen Menschen, den Zugang dazu zu ermöglichen, ist denke ich ein Ziel, dem sich jeder hier verschreiben würde, insofern volle Zustimmung auch von mir dazu. Ich will in keiner Weise die Wichtigkeit oder Legitimität eures Anliegens in Abrede stellen, euch gegen Diskriminierung und Marignalisierung von Personen einzusetzen, die auf irgendeine Weise nicht dem vermeintlichen “Mainstream” entsprechen.

    Dennoch teile ich die zuvor in den Kommentaren bereits geäußerten Bedenken und glaube, dass euer Inklusivitäts- und Diversitätsbegriff weniger inklusiv und divers ist als ihr suggeriert.

    Deutlich machen möchte ich dies an einer Motion, die ich – zugegebenermaßen als kritischen Test – bereits zweimal unter der Kategorie “Klassismus” in eure Sammlung geschrieben habe und welche nunmehr bereits zweimal – mutmaßlich von euch? – entfernt zu sein scheint. Diese Motion lautete sinngemäß “DH bevorzugt eine Debattierszene, in welcher das Verständnis von Begriffen wie ‘Ableismus’, ‘PoC/AAPI’ oder ‘Klassismus’ nicht zur Grundbedingung gleichberechtigter Teilhabe und Anerkennung gemacht wird”.

    Ich kann mir vorstellen, warum ihr (?) gerade diese (Meta)Motion als “unpassend” empfinden mögt und sie daher anscheinend tatsächlich aktiv wegmoderiert (beim ersten Löschen hielt ich ein Versehen noch für möglich). Denn sie erzwingt eine Debatte über genau die Prämisse, die eurer Position zugrunde zu liegen scheint und derer ihr euch so sicher scheint, dass jede Debatte über sie abwegig oder gar “feindlich” wäre: Nämlich die Prämisse, dass eure Position für umfassende Inklusion und Gleichberechtigung steht.

    Ich halte das für eine sehr gewagte Prämisse. Die von euch genannten Anliegen sind ohne jeden Zweifel wichtig. Sie betreffen aber auch – wie bereits in den früheren Kommentaren angemerkt wurde – sehr komplexe Diskursfelder und Probleme, die großen Teilen der Bevölkerung und auch erheblichen Teilen der Studierenden eher fremd oder jedenfalls in ihren Details unvertraut sein dürften. Nun mögt ihr darauf sagen: “Ja, deshalb wollen wir diese Diskursfelder und Probleme bekannter machen!” Dagegen ist auch nicht das Geringste einzuwenden.

    Mir scheint indes, dass ihr weit mehr wollt als diese nur bekannter zu machen. Ihr bedient euch einer Sprache, die jene, die euer Anliegen (noch) nicht umsetzen, jedenfalls de facto als Aggressor darstellen (z.B. sprecht ihr von “feindlichen Äußerungen”, “exkludierenden Äußerungen”, “verletzenden Äußerungen”, “Ausgrenzung”). Nun möchte aber natürlich niemand (oder jedenfalls kaum jemand) als Aggressor gelten; es ist ein sozial ziemlich unerwünschtes Verhalten: Einen Aggressor gilt es in aller Regel zu ändern und zur friedlichen Kooperation zu bringen, sei es durch Sanktionen oder durch Aufklärung; einem (erwachsenen) Aggressor ist entweder sein sehr fragliches Sozialverständnis oder aber jedenfalls seine eigene Unwissenheit über soziale Normen kritisch vorzuhalten.

    Genau durch dieses – bewusste oder unbewusste – Framing lauft ihr aber meines Erachtens Gefahr, eine ganz erhebliche Zahl an Personen und Perspektiven aus der Debattierszene auszuschließen. Wie auch zuvor bereits angemerkt worden ist, setzt ihr ein enormes Wissen und Problembewusstsein voraus, was in dieser Form in großen Teilen der Bevölkerung so schlicht nicht vorhanden sein dürfte. “Klassismus” umfasst letztendlich weit mehr Probleme als nur die Frage, welche Hobbies ich mir am Wochenende leisten kann (sei es nun live vor Ort oder digital via eine hierfür stabil genuge Internetverbindung mit einem hinreichend geeigneten Endgerät in einem Raum, der mir den ganzen Tag alleine zur Verfügung steht). Es geht vielmehr auch um soziale sowie politische Prägung und in einem ganz besonderen Maße um Bildung, Habitus und Ausdrucksform.

    Viele in diesem Sinne anders als ihr (wir?) sozialisierte Personen dürften sich durch den impliziten Vorwurf, dass sie Aggressoren seien, ihrerseits erheblich verletzt fühlen, da eine entsprechende Aggression in keiner Weise in ihrer Absicht gelegen haben dürfte. Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass diese Personen einer Debattierszene, wie sie von euch idealisiert wird, lange erhalten bleiben würden. Denn es steht zu erwarten, dass sie sich unwohl, unverstanden und ungerecht behandelt fühlen werden. Wie ihr es erreichen wollt, dass sich solche Leute bedingungslos “willkommen fühlen” werden, finde ich rätselhaft.

    Nun mögt ihr natürlich sagen, dass dies ein notwendiges Opfer ist bzw. erforderlich ist, um “Safe Spaces” in den Debatten für die von euch genannten Betroffenengruppen zu garantieren. Dem mag sogar so sein.

    Es zeigt meines Erachtens aber eben auch sehr klar, dass ihr mitnichten die Prämisse für euch in Anspruch nehmen könnt, mit eurem Anliegen für umfassende Inklusion und Gleichberechtigung für alle zu stehen. Noch weniger könnt ihr meines Erachtens mit dem Weg der (absoluten) Safe Spaces in Debatten das Ziel erreichen, “den Weg zu einer diversen Debattierszene [zu] meistern, um besser die Gesellschaft abzubilden sodass sich alle willkommen fühlen”.

    Um es erneut zu sagen: Ich finde es großartig, dass wir diese Probleme thematisieren, dass es Equity Teams gibt und wir uns Gedanken darüber machen, wie wir das Debattieren inklusiver für alle gestalten. Ich möchte nur mit Nachdruck dafür werben, dass wir *”alle”* nicht aus einer Blase heraus, sondern tatsächlich mit einem Blick für die gesamte Gesellschaft definieren.

    1. Ela (BDU) says:

      Also ich hab die Motion einmal gelöscht. Wenn jeder etwas rein schreiben kann, kann auch jeder das wieder rausnehmen. Ich dachte, jemand trollt einfach. Ich finde das schon ziemlich unangebracht, anstatt in den Kommentaren den durchaus gerechtfertigten Einwand, dass solche Begriffe links und zu einem gewissen Grad universitär sind zu diskutieren, solche Meta Motions, die die Sprache der Autor*innen des Artikels verhöhnen in eine gut gemeinte Motion Sammlung reinzustellen. Was sollen solche “kritischen Tests” bringen und warum sind sie offenem Diskurs über echte Probleme mit solchen Normen überlegen?
      Trotzdem war es nicht meine Aufgabe und ich hab mich einfach in dem Moment geärgert und danach gehandelt. Also Entschuldigung Barbara, ich hätte es nicht löschen sollen.

  6. Thomas (Halle) says:

    Volle Zustimmung für Barbara.
    Ich habe noch unter einer ideologisch deutlich anders ausgerichteten Hegemonie aktiv debattiert, zumindest die längste Zeit. Da war schon der Begriff “Hegemonie” für manche zu schwer verdaulich gewesen.

    Aber zum Thema:
    Ich stimme Barbara völlig zu. Die Absichten, die Zielstellung ist normativ durch und durch desiderabel. Eine sozialstrukturell und sozio-demographisch pluralere Debattier-Community ist natürlich erstrebenswert.
    Aber der Weg dorthin, sozusagen die Maßnahmenebene, da gibt es sicherlich Dissens.

    Denn hier läuft man Gefahr, Inklusion durch Exklusion schaffen zu wollen und so eine Dialektik muss nicht automatisch funktionieren, sondern kann eine exklusive Struktur durch eine andere ersetzen.

    Angesprochen wurde: Die verwendete Sprache, der Ideolekt ( ;)) ist durch und durch akademisch und exkludiert. Natürlich kann man einwenden, dass das Debattieren sowieso akademisch ist, aber da übersieht man, dass diese Sprache für Eingeweihte vor allem auch Bildungsaufsteiger/ Studierende aus nicht akademischen Schichten eher abschreckt, denn anzieht. In diesem Sinne werden dann wieder nur sehr exklusive und spezifische Vertreter*innen aus Minderheiten angesprochen: Die queeren Studierenden aus priviligierten Klassenlagen, aber nicht Arbeiterkinder (mit oder ohne Migrationshintergrund). Da sieht man schon, dass diese angebliche Inkkusion auf dem echten linke Auge, auf dem der sozialen Frage, blind ist. Das sieht man auch an der Reaktion auf Barbaras “Test”. Und, diese Begriffe sind durch und durch akademischer Ideolekt. Wer Kontakt hätte zu nicht-akademischen Menschen (die zudem außerhalb des progressiven Lagers sind), wüsste das. Soviel zum Thema “Bubbles”.

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