Wie Redende der Szene – und sich selbst (am meisten) schaden

Datum: May 6th, 2026
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Category: Das Thema, Jurieren, Menschen, Mittwochs-Feature, Turniere

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12 Kommentare zu “Wie Redende der Szene – und sich selbst (am meisten) schaden”

  1. Chiara (Sk) says:

    Ich stimme dem Beitrag teilweise zu. Seit ich zum ersten Mal CAt habe (~2019) haben CAs es als Teil ihrer Aufgabe betrachtet außerhalb der Anmeldungen zusätzliche Chairs auf das Turnier zu holen. Ich bin auch unsicher, ob das Problem um genügend Chairs seitdem größer geworden ist.

    Ich finde allerdings auch, dass v.a. große Clubs in der Verpflichtung sind GUTE Judges zu schicken. In der Sk gab es da zu meiner Zeit den verbindlichen Mechanismus der Jurierquote. Wenn nicht alle die wollten Reden konnten, wurden die Teamplätze danach vergeben. Erstis wurden grundsätzlich priorisiert und wenn du nicht genug juriert hast, hast du keinen Teamplatz bekommen (Jurierquoten des Teams werden im Durchschnitt für die Vergabe herangezogen).

    Ansonsten gilt finde ich immer: Wenn man als Club keine guten Judges schickt, darf man sich nicht über mangelnde Qualität der Jurierungen beschweren.

    1. Till Beese (DC Heidelberg) says:

      Aber ein Problem ist doch nicht minder schlimm, nur weil es in der Vergangenheit auch schon bestanden hat – unabhängig davon, ob es sich nun verschärft hat, oder nicht – oder?
      Warum sollte es Aufgabe der CAs sein, für zusätzliche Chairs zu sorgen?

      Jurierquoten sind halt leider hinsichtlich Datenerhebung- und Schutz (rechtlich) heikel. Nichtsdestotrotz stimme ich dir zu, dass die Clubvorstände durchaus den Überblick behalten und intervenieren könnten.

    2. Chiara (Sk) says:

      Es macht das Problem nicht weniger schlimm. Ich widerspreche lediglich der Analyse eines Trends.
      Ich sehe auch keinen Grund, warum es nicht Teil der CA-Aufgaben sein sollte zumindest weitere Judges anzufragen. Wäre nice, wenn es nicht notwendig wäre. Da sind wir uns vermutlich einig (?)

      Ich finde (bzgl. Clubs und Jurierquoten) man kann sich halt nicht auf individuelle Verantwortung der Leute verlassen. Datenschutzrechtlichen scheint mir das auch lösbar. Du kannst zustimmen, dass dein Jurier- & Redeverhalten dokumentiert wird oder du kannst halt nicht reden. Das würde ich auch einfach mit einem Datenschutzanwalt (haben wir im Debattieren glaube ich auch) checken.

      Man könnte auch über IA Budgets nachdenken. Also ich habe nicht super viel incentive auf Turniere zu kommen und zu jurieren, wenn ich da kaum noch wen kenne und ich dann noch einen TNB und die Fahrt bezahlen muss. Wenn ich die Kosten nicht hätte, würde ich vlt ab und zu anbieten zu kommen (müssen die CAs dann entscheiden, ob sie mich brauchen können)

    3. Till Beese DC Heidelberg says:

      Intuitiv möchte ich dir in allen Punkten zustimmen.
      In der Praxis will ich aber an meinem naiven Bild, dass die betreffenden Personen es nur selber nicht merken, festhalten, um nicht einsehen zu müssen, dass Menschen, die ich z.T. wirklich sehr gerne habe, die Solidarität anderer (u.A. die meine) ausnutzen. 🙁
      Ich halte das Problem allerdings auch für komplexer. Teils sitzen betreffende Personen selber in Vorständen, teils sind Fahrten so weit, dass niemand anderes, als die immer gleichen Leute auf entsprechende Turniere fahren (und dort dann natürlich lieber reden), teils herrscht in Clubs eine Art “interne Hierarchie”, durch die sich jüngere Mitglieder überhaupt nicht trauen, die Dinos auch mal zu konfrontieren; ggf. sogar mal in den A**** zu treten.

      Dadurch wird die clubinterne Kontrollinstanz niemals der Garant für angemessene “Chairquoten” sein.

      Auf Verbandsebene hingegen, wäre das ein bürokratischer Aufwand mit einem schwer definierbaren Kriterium. Woran wollen wir einen “chairfähigen” Judge festmachen? Wer soll das feststellen? Was wenn sich jemand für “chairfähig” hält (oder sein Club), die CAs es allerdings ander sehen?
      Wer kontrolliert das? Wann wird das kontrolliert?
      Ich halte das Problem definitiv nicht für unlösbar und glaube, dass es allerhöchste Zeit ist, auf der VDCH-MV verbindliche Kriterien & Sanktionierungsmechanismen zu diskutieren, aber ganz einfach wird die Lösung vermutlich eher nicht.

  2. Freya G. (SK Tübingen) says:

    Struktur angekündigt und durchgezogen. Stabile Argumentation. Automatischer erster Platz.

    Spaß beiseite. Vielen Dank für deinen Beitrag Till!!! Ich stimme dem Artikel zu und würde in einigen Punkten sogar noch weiter gehen.
    Der Ansatz mit der persönlichen Verantwortung (in Form einer persönlichen Jurierquote) und dem individuellen Incentive finde ich gut, befürchte aber, dass das nicht ausreicht.
    Ich sehe hier vor allem die Szene im Gesamten in einem Handlungsdruck. Als CA aktiv nach chairfähigen Jurierenden suchen zu müssen, darf kein Zustand sein, den wir normalisieren. Das Risiko, dass CAs gerade das nicht schaffen und Turniere darunter leiden ist zu hoch. Sowas kann in Ausnahmefällen geschehen. Wenn es Standard ist, nicht genug chairfähige Jurierende zu schicken, ist es auf Turnieren die zufällig eh weniger Interesse hervorrufen noch schwieriger eine adequate Juriersituation sicherzustellen. Wenn von 10 Jurierenden standardmäßig nur 4 chairfähig sind und man dann ein besonders unerfahren besetztes Turnier hat, bei dem dann unter 10 Jurierenden plötzlich nur noch 2 chairen können, ist das ein gravierendes Problem (sorry wegen den spontan ausgedachten Zahlen, es geht mir hier gerade eher darum meinen Punkt durch ein Beispiel verständlich zu machen).
    Zumal auch schon die Anzahl von Jurierenden auf Turnieren ein teilweise schwieriges Thema ist. Auf Turnieren gibt es festgeschriebene Jurierquoten und selbst die werden von den Clubs nicht ernst genug genommen. Ich kenne es selbst aus meinem Club, dass erstmal Teamplätze angemeldet werden und danach dann geschaut wird, ob es genug/überhaupt Leute gibt, die jurieren wollen. Wir müssen uns auch innerhalb der Clubs wieder bewusst werden, wie wichtig Jurierende sind. Das fängt dabei an, dass wenn ein raum nicht perfekt aufgeht, man statt einer vierten Fraktionsfreien Rede das Jurierendenpanel vergrößert, um die eigenen Jurierenden besser trainieren zu können. Im Zweifelsfall schickt man aktuell jemand Unerfahrenen (was auch nicht schlecht sein muss -> siehe Ausführung zum persönlichen Nutzen v.a. für Anfänger*innen) oder zahlt halt die Missing Judge Fee.
    Es stellt sich natürlich auch die Frage, ob die Missing Judge Fee hier eher ein Problem als eine Bereicherung darstellt. Als Werkzeug um es auch kleineren Clubs zu ermöglichen, auf Turniere zu fahren, halte ich sie für ausgesprochen sinnvoll! Allerdings sehe ich die Gefahr, dass insbesondere größere Clubs, die es sich leisten können (und im Zweifelsfall eh die TNBs ihrer Mitglieder zahlen, weshalb die Fee keine große Mehrbelastung wäre), dieses Werkzeug “missbrauchen”. Das führt dann dazu, dass wir eine noch schlechtere Juriersituation auf unseren Turnieren haben. Man könnte wahrscheinlich eine ganze Unterdebatte aufmachen: “Schadet die Missing Judge Fee mehr als sie nützt?”.

    Ich möchte aber auch nicht vom eigentlichen Thema ablenken. Ich würde mir wünschen, dass Tills Ansatz mit der Selbstverantwortung Früchte trägt und wir als Szene auch denjenigen, die zuletzt auf mehreren Turnieren (fast) durchgechairt haben, ein angenehmeres Umfeld bieten können. Lasst uns dem Jurieren einen höheren Stellenwert zuschreiben. Immerhin ist es auch wirklich kein leichter Job Menschen (teils unliebsames) Rechtfertigungsfeedback zu geben.
    Ich liebe diese Szene und halte es nicht für tragbar, dass motivierten Menschen durch unser aktuelles System ausbrennen.

    1. Till Beese (DC Heidelberg) says:

      Hey Freya, danke für die tolle Ergänzung.
      Ich finde es jedes mal erstaunlich (bis schockierend), dass manche Clubs ihre Judges nicht trainieren. Bei uns gehört das genauso dazu, wie “mechanisieren”, “charakterisieren” oder schlicht die Regeleinführungen.

      Jurieren sollte einen höheren Stellenwert genießen, (deshalb habe ich dieses feature ja auch geschrieben), aber den Leuten muss klar sein, dass sie sich damit auch selber einen großen Gefallen tun.
      Ich meine wie blauäugig kann man denn sein, dass man glaubt, wann werde durch “noch mehr Reden” besser, als wenn man sich das Ganze auch mal aus der Vogelperspektive anzuschauen?!
      Ich z.B. war nie sonderlich talentiert im Debattieren und hätte ohne das viele Jurieren mit Sicherheit (Achtung: DCH-Insider:) keinen Blumentopf gewonnen.

      Am aller schlimmsten finde ich aber glaube ich, dass Judges so selbstverständlich genommen werden. Wenn ich 2 Runden hintereinander gechairt + feedback gegeben + feedback für die Wings ausgefüllt habe, dann pfeife ich aus dem Letzten Loch!
      Zum Dank dafür, werde ich dann z.T. in public geshamed dafür, dass ich mit dem Feedback ein bisschen hinten dran bin, darf aber die nächsten 2 Runden nochmal chairen, damit man es mir dann nicht zu einfach macht, ausführliches und nützliches Wingfeedback nachzureichen.
      Sorry, wenn ich hier etwas polemisch werde (Grüße gehen raus an René), aber solche Erlebnisse in meiner mittlerweile raren Freizeit sind maximal frustrierend.

  3. Julia R. (DCMS) says:

    Danke für den Artikel Till, ich stimme dir in einigen Teilen zu, würde aber deine Problemanalyse gerne um einen weiteren Punt ergänzen.

    Die „Ich bringe dir das Wichtigste zum Jurieren auf der Hinfahrt bei, ist eh alles gewürfelt“-Mentalität, die meiner Ansicht nach neuen Jurierenden und der Szene allgemein schadet. In meiner Erfahrung als CA hat man bei jedem Turnier mehrere Jurierende, die angeben so gut wie nie bzw. noch nie juriert im Club juriert zu haben. Bei jedem zweiten Turnier flehen wir die Leute an, das Regelwerk doch wenigstens mal zu überfliegen. Das ist ein sehr trauriger Status Quo und bringt meist alle Beteiligten in eine ungute Situation.

    Als jemand dem das selbst so passiert ist, kann ich sagen, dass es sich nicht schön anfühlt nicht wirklich zu wissen was man wie bewerten soll und sich (leider mindestens in meinem Fall damals zurecht) als überfordert und inkompetent wahrzunehmen. Das sorgt bei den meisten Betroffenen auch eher dafür, dass sie so schnell nicht nochmal zum Jurieren irgendwo hinfahren. Gerade das beraubt uns aber unserer soliden Wings und zukünftigen Chairs.
    Als Chair in der Situation verbringt man meistens erstmal die Hälfte der Jurierdiskussion damit, die Basics vom Jurieren zu erklären und Punkte zusammenzurechnen, nur damit sich die Person im Best Case anpasst und man das Gefühl hat, alleine zu jurieren. Was auch nicht der Sinn hinter Panels ist.

    In diesem Sinne eine Aufforderung an Clubs Erstis schneller ans Jurieren heranzuführen und nicht erst zwei Wochen vor dem Turnier, wenn einem auffällt, dass man noch dringend die Quote erfüllen muss. Die ein oder andere nicht perfekt jurierte Clubdebatte ist es wert, dass Ihr eure Nachwuchsjurierenden nicht mit dem ersten Turnier vergrault. Macht hin und wieder Jurierworkshops. Setzt hin und wieder Panels, damit man auf dem Turnier nicht das erste Mal an einer Jurierdiskussion teilnimmt. Ihr müsst nicht regelmäßig Punkte vergeben, aber euer Nachwuchs sollte es ein bis zwei Mal getan haben bevor ihr ihn auf ein Turnier schickt, damit man sich daran gewöhnt Einzelrednerpunkte direkt zusammen zu rechnen und Teampunkte nicht erst am Ende der Debatte einzutragen. Etabliert bei Clubabenden ein Feedback zum Feedback System damit auch Jurierende eine Möglichkeit haben, sich zu verbessern. Neuere Jurierende haben grundsätzlich gerade in OPD eine sehr wertvolle Perspektive zu bieten, aber wenn das Grundwissen über Abläufe und Metriken fehlt, dann geht diese meist unter.

    1. Till Beese (DC Heidelberg) says:

      Vielen Dank für diese Ergänzung Julia, die wahrscheinlich nochmal für sich genommen ein eigenes feature wert wäre. Schon witzig, wie gut ich die Perspektive des Chairs kenne, der gerade der Verzweiflung näher ist, als dem Call, aber nie auf die Idee gekommen bin, wie doof das eigentlich auch für die andere Seite sein muss.
      Ich glaube das sollte den Clubvorständen häufiger mal vor Augen gehalten werden. Die tun sich damit ja auch keinen Gefallen.
      Ein unschönes erstes Turnier hat wahrscheinlich oft die Konsequenz, dass ich überhaupt nicht mehr auf Turniere fahren, oder gar debattieren will, schätze ich mal.
      Und das wiederum kann in unserer kleinen Nische nun wirklich kein Verein wollen.

  4. Jonathan (Freiburg/Stuttgart) says:

    Ich würde gerne einen Aspekt ergänzen: Bei “kleinen” und unerfahrenen Clubs ist das Problem häufig, dass gar niemand da ist, der den eigenen Erstis sinnvolles Jurieren beibringen könnte. Teilweise wird auf Clubabenden sogar auf das Vergeben von Punkten in OPD verzichtet, weil sowieso niemand wirklich etwas mit der Skala anfangen kann. Abwägungen in BP werden “nach Gefühl” vorgenommen o.ä. Jurierende aus solchen Clubs sind auf Turnieren dann zwangsläufig frustriert und tragen kaum zu einem sinnvollen Call bei. Das schreckt extrem davon ab, erneut auf Turnieren zu jurieren.

    Dem kann man wohl nur durch ein breites, zugängliches Angebot an Jurierworkshops entgegentreten. Zumindest können sich die betreffenden Clubs gemeinsam die auf Youtube verfügbaren Jurierworkshops des VDCH ansehen.

  5. Konrad (Tü/SB) says:

    Um lieber mit Anreizen, statt shaming zu arbeiten: Reden macht mehr Spaß aber Jurieren ist wichtig. Also lasst es uns mischen. Eine Vorrunde weniger (wenigstens bei mehrtägigen Turnieren) für die Teams, dafür eine Runde wo die Judges selbst reden dürfen. Vielleicht geht das auch auf einem Social.
    Ich glaube die Vorfreude auf eine nette Runde mit und gegen andere, die schon gegen Ende ihrer aktiven Zeit sind, hätte mich noch häufiger zum Jurieren animiert.

  6. Simon Villa (Wuppertal) says:

    Spannend zu sehen, wie sich dieses Problem seit Jahrzehnten reproduziert.

    Meine Fragen wären:
    – gibt es eine Möglichkeit, gerade kleinere Clubs an der Kommunikation über die Formatregeln stärker zu beteiligen? Die Juroren-Funktion verstärkt und reproduziert die Anwendung seiner Regeln, also sollte sie auch an der Diskussion über diese Regeln beteiligt werden.
    – aus dem Beitrag schließe ich: Der kulturelle Wert des Jurierens ist vielleicht mit dem Müllrausbringen oder Kücheputzen verbunden. Es ist ehrenwert und sinnvoll aber wird letztendlich als “leere Arbeit” empfunden, weil der mögliche Prestigegewinn eher marginal ist. Trifft diese Beschreibung zu oder gibt es inzwischen ganze Wettkämpfe darum, wer wo wann jurieren kann?

    1. Annika Hanraths says:

      Hallo Simon,

      lieben Dank für deinen konstruktiven Kommentar. Ich glaube die “Jurierwilligkeit” der Szene ist etwas, dass wahrscheinlich alle paar Jahre mal wieder angestoßen werden muss und als bekennende “Dauerjurorin” dachte ich, ich äußere mich mal kurz dazu 🙂

      1. Seit dem letzten Jahr gibt es die BPS-Regelkommission, die auf der VDCH-MV gewählt wird. Dies war ein Versuch zum einen DDM CA-Panels zu entlasten, die ja in der Vergangenheit nicht nur die “normalen” CA-Tätigkeiten erfüllt sondern auch das BPS-Regelwerk für die nächsten beiden Jahre festgelegt haben, aber auch Kompetenzen ein bisschen aufzuteilen. Neben den anderen diversen Vorteilen die aus dieser Änderung gewachsen sind, erlaubt sie auch kleinen Clubs auf der MV ein Mitspracherecht darüber wer in dieser Kommission sitzt. Und damit auch Mitsprache in den Formatregeln zumindest in BPS.
      2. Ich glaube ein kleines bisschen angesehener als die diversen von dir aufgelisteten Hausarbeiten ist das Jurieren schon und es kann auch durchaus kompetitiv sein. Wahrscheinlich ist individueller “Fortschritt” hier schwieriger zu verfolgen, weil es weniger Anhaltspunkte gibt. Beim Reden ist es einfacher sich Ziele zu setzen (z.B. der erste Fünfzigerdurchschnitt oder auch bei BP-Turnieren eine bestimmte Punktzahl). Im Jurieren gibt es den Break als erste Hürde, aber Jurierpreise sind few and far in between und wahrscheinlich sind sie meist auch nicht direkt erreichbar (Es gibt zwar bei großen Turnieren auch Nachwuchsjurierpreise, aber es dauert bei den meisten Jurierenden eine Weile sich von Nachwuchsjurierpreis zum Jurierpreis hochzuarbeiten). Zudem gab es für Jurierendenfeedback, für all die Obsession die die Szene mit Eichungen hat, lange in keinem Format eine, sodass das Feedback hier oft “willkürlicher” und noch abhängiger von persönlicher Sympathie oder auch dem “Halo-Effekt” war. Im aktuellen BPS-Regelwerk gibt es eine Skala für Feedback sowohl für Haupt- als auch für Nebenjurierende. Das ist glaube ich ein wichtiger erster Schritt um den Wettbewerb unter Jurierenden objektiver und damit zu einem gewissen Grad reizvoller zu machen; zumindest wenn diese Skalen auch tatsächlich genutzt werden. Zudem scheinen auch kleinere DDL-Turniere zunehmend Jurierleistungen auszuzeichnen. Auch das kann sicherlich mehr Menschen motivieren öfter zu jurieren.

      Ich glaube die restliche Verantwortung liegt wahrscheinlich bei den Clubs. Wenn man eine Kultur schafft in der Jurierungen wertgeschätzt werden und ältere Mitglieder jüngeren die Vorteile des Jurierens – sowohl aus sportlicher Perspektive aber auch einfach den “Spaß-Faktor” den das Jurieren durchaus haben kann – näher bringen und sie früh in Jurierungen in Clubdebatten einbeziehen, finden sich erfahrungsgemäß auch mehr Leute die diesen Job gerne übernehmen. Im Club aber natürlich auch auf Turnieren. Natürlich ist das gerade für kleine Clubs nicht notwendigerweise implementierbar. Aber wenn das zumindest in großen Clubs konsequent so umgesetzt wird, ist glaube ich schon ein wichtiger Schritt getan und dann ist es auch keine große Herausforderung einigen unerfahrenen Jurierenden aus kleineren Clubs (gerade wenn diese vielleicht schon mal einen Blick ins Regelwerk geworfen haben) auf Turnieren noch die ein oder andere Feinheit beizubringen.

      LG aus Heidelberg

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