Eine Europameisterschaft im Ausnahmezustand: Dutch EUDC 2026

Datum: Aug 12th, 2026
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Category: International, Mittwochs-Feature, Turniere

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7 Kommentare zu “Eine Europameisterschaft im Ausnahmezustand: Dutch EUDC 2026”

  1. Jonathan Krapp says:

    Danke für den Bericht, auf jeden Fall eine EUDC für die Geschichtsbücher ^^

    Toi toi toi an alle aus Wien, dass nächstes Jahr alles glatt läuft!

  2. René G. (DCAC/Rederei) says:

    Puh, was für eine Shitshow … Ich will gar nicht in die Details gehen, aber die Art und Weise, wie da schon wieder maßlos übertrieben wurde, wie die Organisatoren dann aufs Übelste verunglimpft wurden, mit welcher Selbstgerechtigkeit und Selbstinszenierung die Leute da unterwegs sind, ist schon wirklich crazy. Aber ehrlich gesagt überrascht mich das alles im internationalen Debattieren überhaupt nicht. Wenn ich so etwas lese, bin ich mal wieder einfach nur froh und dankbar für die deutsche Szene und dass diese nicht so ist <3.

    1. Agata (BDU) says:

      Lieber René,

      ich finde es ziemlich gewagt, aus ein paar Facebook-Posts und – soweit ich das beurteilen kann – relativ wenig Kontakt v.a. mit dem aktuellen internationalen Debattieren abzuleiten, dass die internationale Debattierszene strukturell anders tickt als die deutsche. Dafür gibt es meiner Meinung nach einfach keine Grundlage.

      Auch in der deutschen Szene werden Orga-Teams, CAPs etc. regelmäßig für Entscheidungen ziemlich auseinandergenommen und teilweise völlig überzogen kritisiert. Dass es hier bisher keine vergleichbare „Shitshow“ gab, liegt vermutlich eher daran, dass der VDCH glücklicherweise noch nie in einer Situation von vergleichbarer Größenordnung und Komplexität war. Dazu kommt, dass die internationale Szene schlicht deutlich größer ist und es entsprechend mehr Menschen, mehr Meinungen und mehr öffentlichen Austausch gibt – gerade über Plattformen wie die Facebook-Gruppe.

      Dass persönliche Angriffe auf Ehrenamtliche nicht okay sind, sehe ich genauso. Aber ich glaube, das ist vor allem eine generelle Frage, wie wir mit ehrenamtlichem Engagement und dessen Wertschätzung umgehen wollen – und nicht etwas, das besonders die internationale Szene betrifft.

    2. René G. (DCAC/Rederei) says:

      Ja, klar, vielleicht. Mein Gesamteindruck ist halt einfach, dass im internationalen Debattieren extrem schnell die ganz großen Vorwurfsgeschütze aufgefahren werden. Ich erinnere mich auch an frühere Diskussionen darüber, welche Art von Crash man Menschen etwa auf Turnieren zur Verfügung stellen muss, und an tausend andere Debatten, bei denen irgendwelche Leute wegen ihres vermeintlichen „Fehlverhaltens“ öffentlich geshamed und an den Pranger gestellt werden sollten. Mein Eindruck war dabei immer, dass sehr schnell schwerwiegende Vorwürfe im Raum stehen und Menschen als böswillig, inkompetent oder dumm tituliert werden.

      Und klar, Facebook ist nur ein Ausschnitt. Aber ich würde davon ausgehen, dass hinter vorgehaltener Hand tendenziell noch abschätziger geredet wird. Das, was im öffentlichen Raum oder im Internet mit großer Vehemenz und viel Selbstinszenierung rausposaunt wird, ist vermutlich eher noch eine geschönte Version dessen, was manche im nicht öffentlichen Raum sagen. Im Vergleich dazu habe ich den Eindruck, dass es in der deutschen Szene zum Glück deutlich mehr Wertschätzung, Normalität und Menschlichkeit gibt.

      Vielleicht liege ich auch falsch. Aber auf mich macht das seit vielen Jahren einen extrem toxischen Eindruck. Deshalb habe ich ehrlich gesagt auch wenig Interesse daran, herauszufinden, ob ich mich vielleicht doch irre. Obwohl ich schon mehrfach drüber nachgedacht habe, ob es nicht vielleicht doch cool auch nochmal auf internationale Turniere zu fahren.

    3. Felix (BDU) says:

      Dein Satz, internationales Debattieren mache auf dich seit Jahren einen „extrem toxischen Eindruck“, weshalb du es nicht stärker ausprobieren möchtest, kann gerade auf Debattierende abschreckend wirken, die darüber nachdenken, erstmals oder häufiger international zu debattieren.

      Meine Erfahrung der letzten Jahre sah deutlich anders aus. Ich war auf vielen internationalen Turnieren, darunter fünf WUDCs/EUDCs, und habe fast durchweg Positives erlebt.

      Zum einen sind die meisten internationalen Debattierenden im direkten Austausch offen, freundlich und einladend. Ich erinnere mich an viele Gespräche bei den WUDCs in Panama und Vietnam mit Menschen aus aller Welt, die so nur im internationalen Debattieren möglich waren. Ausnahmen gibt es natürlich, aber wie überall entscheidet man selbst, mit wem man seine Zeit verbringt.

      Zum anderen ist die Lernkultur sehr inklusiv. Sehr gute Debattierer nehmen sich nach Runden Zeit, andere zu unterstützen – teilweise sind es World Champtions, die ihre Tipps weitergeben. Gerade bei Leuten, die ihre aktive Zeit beendet haben, habe ich kaum Gatekeeping erlebt; Wissen wird sehr offen geteilt. Für mich eher das Gegenteil einer toxischen Kultur.

      Unterschiede zur deutschen Szene gibt es natürlich. Internationale Turniere können anonymer und kompetitiver sein; der Umgang in Debatten ist dadurch manchmal direkter oder rauer. Auch politische und organisatorische Konflikte werden teils sehr offen ausgetragen.

      Ich würde aber zwischen öffentlicher Konfliktkultur und normaler Turniererfahrung unterscheiden. Öffentliche Konflikte sind nach außen – etwa Richtung VDCH – sehr sichtbar; die vielen normalen, positiven Begegnungen naturgemäß nicht. Wer als “normaler Debattierer” nicht selbst in Orga/Council aktiv ist, muss sich an diesen Meta-Debatten nicht beteiligen und bekommt davon meist nur am Rande etwas mit. Was dann bleibt sind interessante Reisen, nette Leute und spannende Turniere.

    4. Jonathan Krapp says:

      Ich kann mich dem, was Agata und Felix sagen nur anschließen: Auch auf dieser doch sehr chaotischen EUDC kann ich mich nicht an Interaktionen mit anderen Leuten erinnern, die irgendwie negativ gewesen wären. Dafür konnte ich viele neue Leute kennenlernen, die Stadt Utrecht erkunden und insbesondere auch Feedback von einigen der stärksten Judges bekommen, die das internationale Debattieren zu bieten hat.

      Also wenn ihr überlegt, ob ihr mal auf ein internationales Turnier fahren wollt, macht das auf jeden Fall! (Es müssen ja auch nicht gleich die Euros sein, ihr könntet zum Beispiel auch nach Aachen zum Charlemange open kommen ^^)

      @Rene: komm gerne vorbei und überzeuge dich selber, ich hab gehört deine Anreise ist überschaubar 😉

  3. Martin Z. says:

    Erstaunlich komplexes Thema…

    Bzgl. der “Schuldfrage” wäre vorallem relevant, wie diese “Unirepräsentation” definiert, und auch kommuniziert wurde.

    Also, z.B. “Universitäten sind die wesentlichen Debattierteameinheiten, aber die entsprechenden Teampersonen repräsentieren ihre Unis nicht” ist z.B. ein etwas fragwürdiger impliziter Widerspruch innerhalb der Orga-Erklärungen, sowie der “Verfassung”… je nachdem, wie das der Utrecht Uni kommuniziert worden ist, ist schon nachvollziehbar, dass die sich etwas fehlinformiert fühlt.

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