Die Regionalmeisterschaften im Hochschuldebattieren im Überblick

Datum: 10. März 2011
Redakteur:
Kategorie: Turniere, VDCH

Vier Regionen, vier Meister. Im April geht VDCH-Land auf Titeljagd: Die Auszeichnungen als Süddeutscher, Westdeutscher, Norddeutscher und Ostdeutscher Meister im Debattieren gilt es zu erringen. Neben Ruhm und Ehre locken zusätzliche Startplätze* bei der Deutschen Debattiermeisterschaft (DDM) für die siegreichen Debattiervereine. Hier gibt es einen tabellarischen Überblick über die vier Regios und eine Menge Fußnoten dazu.

Süddeutsche Meisterschaft (SDM)
Westdeutsche Meisterschaft (WDM)
Norddeutsche Meisterschaft (NDM)
Ostdeutsche Meisterschaft (ODM)
Ausrichter Debattierclub Bayreuth Debattierclub Goethes Faust Frankfurt Debattierclub Osnabrück Debattierclub Klartext Halle
Wann 9./10. April** 16./17. April 16./17. April 16./17. April
Startberechtigt laut Regio-Einteilung des VDCH
VDCH-Clubs aus Bayern, Österreich, Schweiz, Italien, Baden-Württemberg außer Mittlerer Oberrhein, Rhein-Neckar VDCH-Clubs aus Nordrhein-Westfalen südlich der Ruhr, Rheinland-Pfalz, Saarland, Hessen, Mittlerer Oberrhein und Rhein-Neckar VDCH-Clubs aus Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen nördlich der Ruhr VDCH-Clubs aus Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen
Format*** OPD OPD OPD OPD
Team-Cap**** 15 15 15 15
Cheforganisation Anette Purucker Marion Seiche Johannes Oertelt Simeon Reusch
Chefjuroren Almut Gräbsch (DC München),
Gudrun Lux (DCJG Mainz / DC Bonn)
Tim Richter (DC Bonn),
Lukas Haffert (TH Köln),
(N.N.*****)
Thore Wojke (DCJG Mainz),
Julian Schneider (DC Münster)
Marcus Ewald (DCJG Mainz), Torsten Rössing (KT Halle)
Tabmaster Oliver Hörtensteiner (DC München) Andreas Neiser (DCJG Mainz) Gregor Steinhagen (Satzbau Braunschweig) Enrico Prinz (KT Halle)
Teilnahmekosten 100 Euro pro Team
(= 4 Personen)
100 Euro pro Team
(= 4 Personen)
40 Euro pro Person
gesenkt auf 30 Euro pro Person (Korrektur 21. März)
20 Euro pro Person
Anmeldung 17.-31. März
DebattierclubBT
@gmail.com
14.-21. März
vorstand [at] dcgf [dot] de
14.-27.März
Online-Anmeldemaske
bis 27. März
odm2011
@gmail.com
Mehr Infos Internetseite Bayreuth Internetseite Frankfurt Internetseite Osnabrück Internetseite Halle

Und hier sind die Fußnoten (sowas ist wichtig heutzutage!)

* Bei der DDM erhält zunächst jeder VDCH-Club einen Startplatz. Sollten mehr Startplätze zur Verfügung stehen als Clubs angemeldet sind, so haben Gewinner und Ausrichter der Regios das erste Anrecht auf einen Zweitstartplatz bei der DDM. Anschließend werden zunächst die Vizemeister, dann die Halbfinalisten der Regios berücksichtigt.

** Hier greift eine Ausnahmeregelung. Laut VDCH-MV-Beschluss müssen alle Regios gleichzeitig stattfinden. Da der Debattierclub Bayreuth erst zu Beginn des Jahres als Ausrichter der SDM eingesprungen ist – der DebatingClub St. Gallen, der die Organisation des Turniers zugesagt hatte, hatte kurz vor Weihnachten abgesagt – konnte die SDM nicht mehr gleichzeitig zu den anderen Regios organisiert werden, da keine Räumlichkeiten zu Verfügung standen. Der amtierende VDCH-Vorstand beschloss deshalb, die Regelung für die SDM 2011 einmalig außer Kraft zu setzen.

*** Das Format aller Regionalmeisterschaften ist die Offene Parlamentarische Debatte. Laut VDCH-MV-Beschluss entspricht das Regio-Format immer dem Format der Deutschen Debattiermeisterschaft (DDM), die im gleichen Jahr ausgetragen wird. Die DDM 2011 wird in Heidelberg im Format OPD ausgetragen.

**** Die Ausrichterclubs müssen jedem VDCH-Club, der ihrer Region zugerechnet wird, einen Startplatz garantieren. Sollten sich mehr Clubs anmelden, als reguläre Startplätze zu Verfügung stehen, so müssen die Ausrichter die Anzahl der Startplätze erhöhen.

***** Ein weiterer Chefjuror muss von Frankfurt benannt werden, wenn Tilbury House Köln mindestens ein Team auf die Westdeutsche Meisterschaft entsendet. Grundlage ist der Beschluss der VDCH-MV 2010, “dass mindestens ein Chefjuror jedes Regionalturniers nicht Mitglied [sic!] [eines] der zum betreffenden Regionalturnier fahrenden Clubs sein darf”. Der DC Bonn wird voraussichtlich wie seit Einführung der Regionalmeisterschaften mindestens ein Team stellen.

glx / tr

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26 Kommentare zu “Die Regionalmeisterschaften im Hochschuldebattieren im Überblick”

  1. Manuel sagt:

    Hui, der Norden kostet gleich doppelt so viel wie der Osten. Glück gehabt, Berlin!

  2. Sarah J. sagt:

    Krasssssss, 40 Euro für 1 Nacht????

  3. Sarah J. sagt:

    Ach so: Ich schätze mal, das ist ein Tippfehler, oder etwa nicht?

  4. Mario (Pdm) sagt:

    Nee, auf der Osnabrücker Homepage steht definitiv auch 40,00 pro Person. Lustig auch: Die Anmeldung soll am 14.03. beginnen und dennoch ist einer der 15 Startplätze bereits vergeben.

  5. Gudrun Lux sagt:

    Hach ja und da gab es tatsächlich kritische Stimmen, weil die Heidelberger für die BaWü 35 Euro wollten – mit immerhin 2 Übernachtungen und Rundumservice und ganz ohne VDCH-Geld organisiert.

  6. Manuel sagt:

    Das waren die höchsten Redner-Beiträge der bisherigen Saison:

    Mainz: 2. ZEIT DEBATTE 42,50 €
    Stuttgart: 3. ZEIT DEBATTE 40,00 €
    Heidelberg: BaWü 2010 35,00 €
    Greifswald: 1. ZEIT DEBATTE 25,00 €
    Berlin: Punk-Turnier 15,00 €
    Mainz: 3. Gutenberg-Cup 15,00 €

  7. Gudrun Lux sagt:

    … wobei es sich bei den ersten vier genannten Turnieren um dreitägige Turniere handelte und anzuführen wäre noch das Vienna IV, das m.W. 30 Euro kostete.

    Die NDM wird ein zweitägiges Turnier. Ich möchte mal die Kalkulation sehen, die für ein Turnier mit wahrscheinlich etwa 70 Personen (15 Rednerteams und 15 Juroren plus CJ und Orga) 3.400 Euro (TN-Beitrag von 60 Pers. + 1.000 Euro vom VDCH) benötigt. Eine Übernachtung mit Frühstück in der Jugendherberge OS kostet unter 20 Euro pro Person. Das muss ein großartiges Social werden oder eine sehr teure Finallocation oder oder oder … Klingt unnötig 🙁 Und gibt es eigentlich keine Sponsoren für das Turnier?

    Ich wage mal die Prophezeiung: Die NDM wird nicht gerade überrannt werden mit Anmeldungen. Und es riecht nach Jurorenproblem im Norden, sollte auch von Juroren 40 Euro pro Person verlangt werden. Ich bin gespannt … Und hoffe, dass ich falsch liege!

  8. Manuel sagt:

    Andererseits kann man angesichts der Sponsorenliste der ZEIT DEBATTE Stuttgart fragen, wie es da überhaupt noch einen TN-Beitrag gegeben haben kann. http://zeitdebattestuttgart2011.wordpress.com/sponsoren/ (Respekt!)

  9. michael sagt:

    Lieber Manuel,

    zum einen gilt für die Kosten, dass es 40€ bei den Rednern und 25€ bei den Juroren waren. In fast jedem Raum waren 3 Juroren drin. Das heißt viele Teilnehmer sind recht günstig weggekommen.

    Zum anderen ist es recht schwierig von der Länge der Sponsorenliste auf deren tatsächliches finanzielles Engagement zu schließen. Das berücksichtigt auch nicht, dass Stuttgart eine recht teuere Stadt ist, die für den Turnierausrichter finanziell sehr aufwändig ist.

    Außerdem ist es so, dass Überschüsse aus ZEIT Turnieren zurück an den VDCH gehen, was der nächsten Turnierserie zu Gute kommt. Das ist letztes Jahr so geschehen, als eine nicht ganz kleine Summe aus der der ZEIT DEBATTE Stuttgart 2010 wieder zurückgeflossen ist.

  10. Jörn (Dortmund) sagt:

    Ich finde 40€ für ein 1,5 Tage dauerndes Turnier auch hart. – Aber die Vergleiche zu anderen Turnieren sind unangebracht: Mainz hat so viele Klubmitglieder, dass sie private Übernachtungen beim GC anbieten konnten und die 35€ in HD sind nur durch die ausgezeichnete Sponsorenlage (BASF usw.) und eine private Spende(!) möglich gewesen.
    ZEIT DEBATTEN hier anzuführen ist auch nicht fair: Obwohl ZD mit 30 Teilnehmenden mehr und zwei statt einer Übernachtung nur maximal eine dreimal so hohe Leistung erbringen müssen, bekommen sie fünfmal so viel Geld! – Übrigens: In der letzten Saison hatten ZD nur 3.500€ VDCH-Budget, aber die Teilnehmerbeiträge lagen im Durchschnitt niedriger als in dieser Saison. Haben wir in Deutschland wirklich eine Inflation von 30% gehabt, die diese Kostensteigerung erklären kann?

  11. Sarah (MZ) sagt:

    @Jörn: Das finde ich einen sehr guten Gedanken, eine Frage, die man grundsätzlich mal stellen sollte: Braucht man ernsthaft das ganze Geld? Problem: Klar kann man als Ausrichter Geld einsparen, aber da sitzt einem immer die Angst im Nacken, dass die Teilnehmer, die oft absurd hohe Ansprüche haben (ich erinnere mich, dass letztes Jahr Teilnehmer ernsthaft erzürnt waren, als die Stuttgarter bei ihrer wirklich ausgezeichneten Zeit Debatte Samstagmittags Brötchen angeboten haben; genauso wie am Sonntag in Tübingen beim Falafel und in Münster, als es Suppe gab), unzufrieden sind und das Turnier doof finden. Schließlich steht man auch als Ausrichter gewissermaßen im Wettbewerb, man will ja nicht nur, dass die Leute das Turnier nicht doof finden, sondern sogar, dass sie es als das beste Turnier aller Zeiten erinnern. Ich persönlich finde es zwar schön, wenn ein Turnier mit luxuriösen Extras aufwarten kann, weil es glücklicherweise im Budget drin ist, das will ich nicht leugnen, aber ich finde die daraus entstehende Erwartungshaltung einiger Teilnehmer und den Druck auf die anderen Ausrichter ungesund. Letztes Jahr waren die Gelder in der Tat niedrig, aber in meiner Erinnerung haben die Ausrichter gute bis phantastische Turniere organisiert.

  12. Andi sagt:

    Ich frage mich schon lange, ob wir durch das viele Geld und unsere sehr aufwendigen Turniere nicht eine Erwartungshaltung züchten, die eine ungesunde Spirale der Opulenz erzeugt. Persönlich bin ich zufrieden, wenn ich eine hohe Debattierqualität des Turniers bekomme und ein Social mit wenigstens etwas Essen und Bier, ansonsten halte ich Crash, Mittagessen selbst zu kaufen und ein Finale nur für die Teilnehmer nicht für ein Problem. Das würde den hohen Organisationsaufwand verringern und mehr Aufmerksamkeit aufs Wesentliche lenken …

  13. Jörn (Dortmund) sagt:

    @Sarah: Gemeckere über Brötchen oder Suppe kann ich absolut nicht nachvollziehen, denn ich zumindest bekomme da schon mehr geboten als bei mir zu Hause. – Die Angst, nicht ausreichend Besonderes zu bieten, kann ich hingegen durchaus verstehen. Das ging uns bei der WDM-Orga genauso und mag ein problem fehlender Routine gewesen sein. Aber am Ende zeichnen sich gute Turniere in meinen Augen durch eine zuverlässige und zielgerichtete Organisation aus: Dazu gehört, als Teilnehmender ausreichend über Anmeldung und Abläufe informiert zu sein und nicht verhungern und verdursten zu müssen und den vielen Helfern die Möglichkeit einzuräumen, auch mal ein, zwei Worte zu wechseln. Das haben bisher auch fast alle Turnierausrichter der von mir besuchten Turniere hinbekommen. – Im Übrigen sind die Dinge, die ein Turnier zum besten aller Zeiten machen, genau dasselben wie bei MasterCard: unbezahlbar! Z.B. Alwins Stadtrundgang durch Mainz war viel cooler als der Fernseher auf dem Hotelzimmer und in Wien persönlich empfangen zu werden hat mehr gebracht als eine Donaufahrt im Dunkeln.

  14. Anja Pfeffermann sagt:

    Andi, Sarah, Jörn, ich stimme euch weitestgehend zu! Allerdings was die Sache mit “crash” angeht… genau so fühlt es sich an, wenn man viel debattiert, viel feiert und dann auf dem Boden schläft – wie ein Unfall. Jedenfalls für mich. Ich finde eine Jugendherberge schon etwas bequemer, und diese Kosten werden ja auch an die Teilnehmer weitergegeben. Außerdem gehen die Schlafplätze bei Clubmitgliedern meist auf deren Kosten, wenn man da noch mit Frühstück versorgt wird. Schließlich finde ich es auch für die Gruppendynamik angenehmer, wenn alle Teilnehmer ihre Unterkunft an einem Ort finden. Wien und Mainz beispielsweise gehören als dreitägige Turniere ja nun auch wirklich nicht zu den Negativbeispielen, was die Kosten angeht.

    Mir bleiben immer die persönlichen Zuwendungen der Ausrichter besonders positiv in Erinnerung: Als mein Gepäck im vergangenen Jahr in Stuttgart von Nils zum Finalort transportiert wurde zum Beispiel. Oder eben auch, in Wien von Stefan am Bahnhof abgeholt zu werden. Oder etwa kurze Wege zwischen Debatte, Essenfassen, Abendveranstaltung und Unterkunft. Tolle Pluspunkte!

    Ein bisschen unfair ist es allerdings schon, wenn andere Ausrichter, wie jetzt bei den Regios, sich Mühe geben und die Kosten für die Teilnehmer so gering wie möglich halten, während in Osnabrück der Teilnahmebeitrag weit über den Kosten für die Jugendherberge liegt. Da wird man doch etwas neugierig und wundert sich, was da wohl alles geboten werden wird.

    Grüße in die Republik aus dem sonnigen Bayreuth!

  15. Andi sagt:

    Klar sind Annehmlichkeiten angenehmer, aber eben auch teurer und aufwendiger. Gruppengefühl kann man zwischen den Debatten und auf den Socials haben, und beim Crashen sein Frühstück auch auswärts kaufen. Wenn dafür der Teilnahmebeitrag auf 20 Euro pro Person sinkt, fände ich das gut. Dann wären wir auch nicht mehr so von der “Zeit” abhängig …

  16. Sarah (MZ) sagt:

    @ Andreas: Was du sagst, mag auf Freundschaftsturniere durchaus zutreffen. Vertraglich sind wir allerdings verpflichtet, bei Zeit Debatten ein möglichst bombastisches Finale zu organisieren, sonst gibt es in der Zukunft nämlich gar kein Geld mehr, und Crash ginge bei Zeit Debatten, selbst wenn man sich dafür entschiede, meist aus praktischen Gründen schlicht nicht. (Außer, man ist Tübingen und hat dank Wohnheimen die Kapazitäten, 27 OPD-Teams privat unterzubringen.;-))
    Davon abgesehen ist die Wahrnehmung von Freundschaftsturnieren und Zeit Debatten aber ganz grundsätzlich unterschiedlich. Mir persönlich hat es mehr Spaß gemacht, die GB-Cups zu organisieren als die DDM, weil es viel entspannter ist und die Leute mit einer niedrigeren Erwartungshaltung an das Turnier gehen. Da beschwert sich keiner über belegte Brötchen und es ist im Prinzip relativ einfach, die Leute mit wenig Ausgaben zufrieden zu stellen. Bei Zeit Debatten ist das anders, und ich sehe in der Konsequenz auch das Problem, dass sich kleinere und unerfahrenere Clubs zum Teil nicht zutrauen, eine Zeit Debatte zu machen, weil sie befürchten, den hohen Erwartungen nicht gerecht zu werden. Ich glaube, dass Turniere gut in Erinnerung bleiben, die durch hervorragenden Service (damit meine ich die Betreuung der Teilnehmer durch den ausrichtenden Club), eine gute Party (besser zwei) und ein sauberes Management (Zeitplan etc.) bestechen, weil das die Dinge sind, die in der Summe dafür sorgen, dass die Stimmung gut bleibt. Trotzdem glaubt man als Ausrichter immer, man müsse zusätzlich möglichst viel Luxus aufbieten. Klar sagen vernünftige Leute, sie bräuchten den ganzen Pomp nicht, das ist die politisch korrekte Antwort und keiner wäre so wahnsinnig, öffentlich mehr Luxus zu fordern, aber in der Realität sind alle ganz entzückt über Luxus. Bei unserer Zeit Debatte war es so, dass die Frage, ob man ins Hotel oder in die Juhe geht, wochenlang heftig im Club diskutiert und schließlich demokratisch darüber abgestimmt wurde, wobei sich eine Mehrheit für das teurere Hotel aussprach. Und was war das Ergebnis? Die Teilnehmer freuten sich wie Bolle über das Hotel. Dass Mainz den höchsten Teilnehmerbetrag aller Zeit Debatten hatte, wurde nie thematisiert, zum Glück für uns. Und solange diese Mentalität bestehen bleibt, wird der Trend seitens der Ausrichter immer dazu gehen, eine möglichst opulente Zeit Debatte auszurichten statt Geld zu sparen, weil die Mehrheit der Teilnehmer Luxus begrüßt und mittlerweile sogar erwartet. Würde man langfristig und verantwortungsbewusst denken, wäre das Vernünftigste, möglichst viel Geld einzusparen, um nach dem Turnier wieder Geld an den VDCH zurückgeben zu können, das in schlechten Zeiten bitter gebraucht wird, wie wir gesehen haben, aber letztlich ist sich da, glaube ich, doch jeder Club selbst der nächste und steckt so viel als möglich in die eigene Zeit Debatte. Das lohnt sich aus Sicht des Ausrichters auch viel mehr: In der Vergangenheit wurde kaum thematisiert, wenn Ausrichter mit wenig Budget auskamen (meines Wissens hatte Münster für seine DDM ungefähr 10.000 Euro weniger zur Verfügung als wir im Jahr davor, weshalb es völlig verständlich ist, dass es eben mal Suppe gab, aber nein, es wurde gemeckert bis zum Geht-nicht-mehr, als stünde eine böse Absicht seitens der Münsteraner dahinter, Suppe statt Kaviar zu bieten) bzw. Geld an den VDCH zurückgegeben haben, weil sie effizient gewirtschaftet und damit für künftige Generationen gespart haben. Jeder weiß, welche Zeit Debatte ein Büffet hatte und welche nicht, aber fast niemand weiß, welcher Club effizient gewirtschaftet hat und wer nicht. Wobei ich jetzt gar nicht unterstellen will, ein Büffet sei gleichbedeutend mit “Geld verprassen”, das ist immer auch eine Frage des Standorts.

  17. Andi sagt:

    Ich weiß nicht, ob uns die öffentlichen Finals was bringen und nicht vielmehr der “Zeit”. Wenn wir ihr Geld nicht mehr bekommen würden, könnten wir uns auch aus der Luxusspirale ausklinken, und mehr Clubs würden sich trauen, ein Turnier auszurichten, wodurch wir mehr Turniere hätten. Wollen wir nicht vor allem das?

  18. Lukas Haffert sagt:

    Um die Debatte mal mit ein paar Zahlen zu versorgen: Auch im letzten Jahr ist, bei kleinerem Starterfeld, kein Regio mit Ausgaben von weniger als 3100€ ausgekommen. Nur waren die Turniere auch allesamt sehr erfolgreich bei der Sponsorenakquise.
    Insgesamt gesehen entscheide ich mich auch für niedrige TNB statt unnötigem Luxus (da zählt eine JuHe für mich allerdings nicht zu), aber 3400€ Budget wären im Lichte der letztjährigen Regios völlig normal und aus meiner Sicht noch kein Anzeichen für diesen Luxus.

  19. Sarah (MZ) sagt:

    Theoretisch geht man davon aus, dass die ZD-Finals auch von “Externen” besucht werden, das schwankt in der Realität von ZD zu ZD. Manchmal werden die Finals erkennbar ausschließlich von den Teilnehmern und deren Freunden/Verwandten bzw. den Freunden/Verwandten der Ausrichter besucht, manchmal ist tatsächlich externes Publikum da. Und klar bringt uns das was. Kein Pressevertreter kommt zu einem Freundschaftsturnier-Finale, das irgendwo im stillen Kämmerlein ausgetragen wird, und auch interessierte Bürger gewinnt man für ein ZD-Finale eher. Da man wohl davon ausgehen kann, dass die ganze Szene ein Interesse daran hat, die Debattierkultur bekannter zu machen, sind große ZD-Finals in repräsentativen Räumen sehr wohl sinnvoll.
    Davon abgesehen glaube ich, dass, wenn Zeit Debatten bzw. die Zeit-Gelder wegfielen, es nicht mehr Turnierausrichter gebe, sondern weniger. In der Saison, als das Geld knapp war, war es irre schwierig, Ausrichter zu finden. Auf Sponsorengelder zu verzichten, halte ich daher für völlig contraproduktiv. Wenn die Zeit Debatten wegfallen, folgt daraus ja nicht automatisch, dass die Zahl der Freundschaftsturniere steigt. Wem die ZD zu krass sind, weil er Angst hat, das nicht meistern zu können, kann heute schon ein Punk ausrichten, und ich sehe nicht, warum das gleich mehr werden sollten, wenn ZDs fehlen. Ich sage daher nur, man sollte die für ZD vorhandenen Gelder sinnvoll einsetzen und darauf hinwirken, dass zum einen Einsparungen in ein positiveres Licht gerückt werden und dass zum anderen die Erwartungen der Teilnehmer bescheidener werden, dann wird langfristiger gewirtschaftet und es würden sich vielleicht auch mehr Clubs, die noch nicht so stark als Ausrichter in Erscheinung getreten sind, an die Ausrichtung einer ZD wagen.

  20. Anonymous sagt:

    Wg Spam-Kommentar gelöscht. Tim Richter

  21. Ria (Klartext) sagt:

    Ich denke, wir können dieses Thema hier zwar noch viele Male drehen und wenden, unterm Strich kommen aber ohnehin altbekannte Erkenntnisse raus: Einerseits wird es wohl nie ein ausrichtender Klub jedem einzelnen Teilnehmer gleich recht machen können und andererseits wird es schwieirg, einzelne Turniere miteinander zu vergleichen (obwohl mir 40 Euro in Osnabrück auf den ersten Blick auch etwas hoch erscheinen, die restlichen Klubs liegen ja in etwa in einer Preisklasse). Zum ersten Punkt fällt mir ein, dass eben jeder Teilnehmer unter dem Begriff “gelungenes Turnier” etwas anderes versteht, sei es im Hinblick auf die Verpflegung, den Zeitplan oder das Unterhaltungsprogramm. Hier gibt es mit Sicherheit auch völlig unterschiedliche grundsätzliche Philosophien in Bezug auf z. B. Crash und Luxus, sowohl auf Seite der Teilnehmer als auch auf Seite der ausrichtenden Klubs. Alles unter einen Hut zu bringen ist nie einfach. Aber bestimmte, möglicherweise enttäuschbare Erwartungshaltungen – egal in welche Richtung – sollten nie so sehr Thema sein, dass sich kein Klub mehr traut, ein Turnier auszurichten oder sich in der Orga dazwischen aufreibt. Das wäre hier meine Befürchtung, wenn die Diskussion bis zu den Regios noch gleichbleibend weiter so ausgedehnt werden würde. Zum zweiten Punkt ist vielleicht zu sagen, dass jeder Ausrichter völlig individuelle Voraussetzungen für die Organisation und die Finanzierung eines Turniers hat – abgesehen von den VDCH-Geldern. Hier in Halle haben wir beispielsweise nicht unbedingt die stärksten Sponsoring-Partner, die schnell ein paar hundert oder tausend Euro für ein Debattier-Turnier rauslassen, auf der anderen Seite sind Verpflegung und Unterkunft günstiger und die geringe Größe der Stadt bietet uns den Vorteil, innerhalb eines Radius` von einem halben Quadratkilometer das ganze Turnier ausrichten zu können. Was uns an Geldmitteln fehlt, können wir durch die gute Infrastruktur ausgleichen. Vielleicht sollten die Kosten, so sie denn überdurchschnittlich hoch sind, transparenter für die Teilnehmer sein, da man sie eben nicht immer pauschal begründen kann, sie aber dennoch Unmut stiften. Jeder Klub hat eben sein Päckchen mit strukturellen Vorteilen, die es zu nutzen und Nachteilen, die es auszugleichen gilt.

  22. Daniel (Heidelberg) sagt:

    Spaß:
    Mehr Turniere durch weniger finanziellen Spielraum? Interessant. Wenn das funktioniert, Andi, solltest Du auch gleich Deinen Chef bitten, Dir ein niedrigeres Gehalt zu zahlen, damit Du Dir mehr neue Klamotten leisten kannst…

    Ernst:
    Wie genau verhindert das Engagement der VDCH-Sponsoren das von Dir, Andi, gewünschte Wachstum mit mehr und günstigeren Turnieren? Wieso werden Turniere billiger, wenn es keine Förderer mehr gibt?

    Fakt:
    In der laufenden Saison werden wir in einem solchen Umfang von unseren Förderern unterstützt, wie seit vielen Jahren nicht mehr. Dennoch haben wir neben den großen ZEIT-DEBATTEN so viele kleine Turniere wie nie zuvor: 10 Turniere zusätzlich! Und da ist alles dabei gewesen, vom „10,- Euro Turnier“ in Stuttgart bis hin zur BaWü mit fünfstelligem Budget. Offensichtlich ist die Behauptung falsch, die Szene sei von ihren zentralen Förderern abhängig und würde durch deren Engagement davon abgehalten, mehr Turniere zu veranstalten.

    Milchmädchen I:
    Niedrige Teilnahmebeiträge, z.B. bei Punk-Turnieren, machen Turniere für die Teilnehmer billiger? Ich bin mir da nicht so sicher. In meinem Portemonnaie macht es keinen Unterschied, ob ich 20,- Euro mehr bezahlen muss für den Teilnahmebetrag, oder ob ich 20,- Euro mehr bezahlen muss für die Selbstverpflegung. Dazu kommt, dass gerade Turniere mit höheren Teilnahmegebühren häufig diejenigen Turniere sind, die durch das Aushandeln von Mengenrabatten/Pauschalen/Angebotspreisen, z.B. beim Catering, die Kosten senken und ihr Budget effizienter einsetzen.

    Milchmädchen II:
    Das Sponsoring treibt uns in eine Luxusspirale, die auch die Kosten in die Höhe treibt?

    Stuttgart Punk 2011: Kaum Fundraising, kaum „Luxus“, Teilnahmebeitrag 10,- Euro
    Heidelberg BaWü 2004: Viel Fundraising, viel „Luxus“, Teilnahmebeitrag 0,- Euro

    Da bin ich ganz bei Georgette Dee: „Manche Leute sagen ja, weniger ist mehr. Ist doch Quatsch! Mehr ist mehr!“ Wenn wir für die Teilnehmer die Kosten minimieren wollen, kann es keine Alternative geben. Wir brauchen mehr Fundraising, mehr Öffentlichkeit, nicht weniger!

  23. Alex (DD) sagt:

    Als jemand, der nun schon auf fünf Zeit-Debatten war und hier auch die Kommentare durchgelesen habe, kann ich zumindest für einen Punkt eine Lösungsmöglichkeit aufzeigen: Das Essen.

    Denn wenn die Turnierausrichter vor dem Turnier bekannt geben würden, welche Verpflegung die Teilnehmer erwartet, kann sich auch niemand beschweren. Zugegeben, ich sehe mich auch eher als jemand, dem der Luxus nicht so wichtig ist, wenn das Turnier Spaß macht (auch wenn die Mainzer Unterkunft schon ziemlich geil war…); aber dennoch glaube ich nicht, dass irgendjemand nicht zu einem Turnier fahren würde, nur weil er belegte Brötchen oder Falafel als nicht standesgemäß betrachtet. Ich denke nicht einmal, dass der Zeitpunkt entscheidend ist, denn Hauptsache, die Leute wissen, was sie erwartet. Dann können sie auch nicht enttäuscht werden.

  24. Gudrun Lux sagt:

    Danke, Daniel! 🙂

  25. Anja Pfeffermann sagt:

    Alles, was Daniel sagt!

    Zum Thema Essen: Machen wir uns doch nichts vor – Menschen, die sich auf einem Turnier über belegte Brötchen oder Suppe beschweren, finden bei Behebung dieses “Problems” etwas anderes, was sie bemängeln können möchten. Mal abgesehen davon, dass ich noch nie Beschwerden über vorhandenes Essen gehört habe, aber schon über NICHT vorhandenes. Ein Debattierturnier ist ein Debattierturnier und eben keine Gourmetreise mit Siebeck. Solange der VDCH nicht endlich professionelle Event Manager einsetzt, wird das Ganze von Studenten organisiert – und da kann es auch mal zur ein oder anderen Panne kommen.

  26. Jörn (Dortmund) sagt:

    Öh, da steht bei der NDM: Anmeldeschluss 27.03. – Auf der Homepage steht aber 01. April!

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