Im Rückblick findet dieses Haus das Vienna IV immer noch großartig

Datum: 14. März 2013
Redakteur:
Kategorie: International

Auf dem Vienna IV wurden in diesem Jahr mit unterschiedlichen Arten von Motions gespielt. Die Achte Minute war dabei und berichtet über die Motions, die Atmosphäre und die Gewinner des Turniers.

„Als wir Chefjuroren über mögliche Themen für das Turnier geredet haben, haben wir festgestellt, dass einige spannende Debatten nicht zugänglich sind für die Debattierwelt“, berichtet Danique van Koppenhagen: „Wenn man beispielsweise darüber debattiert, ob der Irak Krieg gerechtfertigt war, kommt ziemlich schnell das Argument, dass keine Massenvernichtungswaffen gefunden wurden und deshalb der Krieg nicht gerechtfertigt gewesen ist. Wir dachten es wäre spannend nun einmal zu debattieren warum ein Krieg damals trotzdem gerechtfertigt gewesen wäre.“ „Manchmal wird eine Debatte auch erst spannend, wenn man sich in eine bestimmte Rolle hereinversetzt und versucht aus dieser individuellen Perspektive zu argumentieren“, ergänzt Fred Cowell.  Aus diesen Gedanken entstand die Idee beim Vienna IV mit unterschiedlichen Arten von Motions zu spielen. Vor dem Beginn der ersten Runde bekamen die Teilnehmer deshalb zunächst ein Briefing wie unterschiedliche Motions zu verstehen sind. Hier ein Überblick:

1. „Standard BP“- Motions 
– Etablierung einer parlamentarischen Policy oder eines Prinzips
– kein allgemeingültiger oder akzeptierter Status Quo
– Sichtweise einer westlichen liberalen Demokratie
– keine zu enge Eingrenzung des Themas seitens der Regierung erlaubt
Beispiel: Dieses Haus würde Cannabis legalisieren.

2. „Im Nachhinein“ – Motions
–  mit nachträglicher Einsicht beurteilt man die damalige Situation neu
– die Regierung muss zeigen, warum mit  späterem bessern Wissen man damals genauso oder anders hätte handeln sollen
– es gibt keine Zeitmaschine, d.h. man kein Dinge ungeschehen machen kann, sondern es bleibt eine theoretische Überlegung
Beispiel: Im Nachhinein hätte dieses Haus dem Terror nicht den Krieg erklärt.

3. „Offenen erste Person- Motion“
– von außen Hereinversetzen in die genannte Person: Was wäre für diese Person das Beste?
– Versuch, einen möglichst realistische Einblick in die Gedankenwelt der Person zu erhalten
Beispiel: As a pro-choice republican congressmann THW actively campaign against the tea party.

4. „Geschlossenen erste Person“- Motion
– Berücksichtigung des Kontextes dieser Person
– Argumentieren aus der individuellen Perspektive
Beispiel: Du bist James Bond. Dieses Haus würde Diktatoren ermorden.

„Uns war es wichtig, dass die Teilnehmer genau wissen, wie die Motions zu verstehen sind“, so Fred Crowell weiter. Die 60 Teams nahmen diese Herausforderung danken an. Aus insgesamt 22 Nationen waren die Teams angereist. Darunter auch Teams aus China, Abu Dabi und den USA. „Wir sind unglaublich stolz, dass das Vienna IV sich immer weiter vergrößert“, so Jakob Reiter, der Convenor. Ein Vorteil war sicherlich, dass die amerikanischen Teams gerade keine Vorlesungen haben und einige die Zeit nutzten, um mit dem Budapest Open ein zweites Turnier direkt am Wochenende vorher abzugreifen.

ViennaIV-2013-10

(Debattierklub Wien)

Auch sieben deutsche Teams waren dabei:  Aachen mit Marc Andre Schulz und  Marcel Jühling schaffte es ins Halbfinale, Göttingen mit Jan Lüken und David  Lamouroux musste sich erst dem Finale dem Team um Rebecca With und Sarina Selleck geschlagen geben. Die beiden Studentinnen konnten damit an zwei aufeinanderfolgenden Turnieren den Sieg einholen. Als bester Redner wurde Alon von Dam ausgezeichnet, der erst vor kurzem im Finale der WUDC Berlin sein Können unter Beweis gestellt hatte.

Ansonsten zeichnete sich das Vienna IV durch einen glatten Turnierablauf und engagierte Ausrichter aus, die die Teilnehmer mit allerlei Erträgen aus dem Sachsponsoring verwöhnten.

Eine Besonderheit gab es noch im Finale: Aus Solidarität mit den beiden Debattiererinnen, die sich auf dem Glasgow Ancient sexistischen Kommentaren wiedersetzt sahen, verkündete Michael Shapira, dass das Jurierpanel im Finale ausschließlich aus Frauen bestehen würde. Wer Lust hat selber einmal  diese unterschiedlichen Motions zu debattieren, sollte sich schon einmal das Wochenende des 12.-13.Mai vormerken:„ Wir werden auf dem Stockholm IV weiter mit den verschiedenen Arten von Motions spielen“, verspricht Michael Shapira.

Die Themen des Turniers
Round 1: This House believes that juries should only include individuals that are from the same socio-economic class as the defendant.
Round 2: This House in hindsight would still have fought the 2003 War in Iraq.
Round 3: This House would, as an atheist, join an atheist church.
Round 4: This House believes that school children in the UK should be taught that their country engaged in war crimes.
Round 5: This House, as the heir to any European throne, would refuse to become a monarch.
Round 6: THB women are morally justified in lying about their past experience, abilities and future family planning at job interviews and applications.
Semifinal: You are an emigrant from a poor and collapsing unnamed country. You are offered full and immediate citizenship from the United States and the European Union. The offers are the only two options you have and are mutually exclusive. You do not know where you will live in either Union. Your native and only language is not spoken in either. This House would emigrate to the European Union.
Final: This House would hold a referendum among all churchgoing Catholics to elect the new Pope rather than having Cardinals elect him.

Den Redner Tab sowie den Team Tab stellt der DK Wien bereit.

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