Nichts gegen die Einführung von Eurobonds: Die „Klartext Europa“-Debatte in Bozen

Datum: 30. April 2014
Redakteur:
Kategorie: Klartext Europa, Neues aus den Clubs, Veranstaltungen

Am 22. April fand in Bozen die erste „Klartext Europa“-Debatte im Kalenderjahr 2014 statt. Dazu fanden sich rund 50 Gäste im Kolpinghaus Bozen ein, um folgendes Thema zu diskutieren: „Auf dem Weg in die Wirtschafts- und Schuldenunion – Brauchen wir Eurobonds als gemeinsame Anleihen für die Eurozone?“

Zunächst begrüßte Christoph Krakowiak, Organisator der Debattenserie, das Publikum und stellte die Redner vor: Auf der Pro-Seite sprachen MdEP a.D. Sepp Kusstatscher (Grüne) zusammen mit Christoph Erber, Leiter des Debattierclubs kikero Bozen. Auf der Gegenseite redeten MdEP Herbert Dorfmann (Südtiroler Volkspartei) sowie David Hardt, Mitglied von kikero Bozen. Nachdem Christoph Krakowiak den Ablauf der Debatte für das Publikum erläutert hatte, übergab er das Wort an Christoph Erber, der die Debatte für die Pro-Seite eröffnete. Schwerpunkt seiner Eröffnungsrede war vor allem die Bedeutung von Eurobonds als wirtschaftspolitisches Instrument zur Abwendung von Krisen. Sepp Kusstatscher komplettierte diese Sichtweise unter Anführung einiger politischer und ethischer Argumente unter dem Schlagwort der europäischen Solidarität. Auf der Contra-Seite verwies David Hardt vor allem auf die finanzpolitischen Schwachstellen der Eurobonds, während Herbert Dorfmann in erster Linie die bürokratischen Hürden betonte, die im Zuge einer Einführung dieser gemeinsamen Anleihe zu überwinden seien.

Teilnehmer der

Teilnehmer der „Klartext Europa“-Debatte Bozen: Christoph Krakowiak, Herbert Dorfmann, David Hardt, Sepp Kusstatscher, Christoph Erber (v.l.)
(c) C. Krakowiak

Nach diesem ersten Austausch von Argumenten wurde die Debatte für das Publikum eröffnet. Bemängelt wurde von Seiten der Zuhörer zunächst eine zu große Ähnlichkeit der beiden Seiten, da sich die Contra-Seite nicht grundsätzlich gegen die Einführung von Eurobonds ausgesprochen hatte. Im weiteren Verlauf bereicherten zahlreiche weitere Wortmeldungen und Fragen die Debatte und sorgten für einen regen Austausch von Argumenten und Sichtweisen. Schwerpunkt war dabei unter anderem der Aspekt der Bürgerbeteiligung im Sinne einer allgemeinen Befragung der Bürger bei der Einführung von Eurobonds. Die Pro-Seite argumentierte hierbei für eine bedingungslose Einführung, da es die wirtschaftlichen Umstände unmittelbar erforderlich machten. Im Gegensatz dazu wollte die Contra-Seite eine solche Rechtfertigung nicht gelten lassen und beharrte auf einer vorhergehenden Legitimierung durch den Souverän.

Nach dieser knapp einstündigen offenen Aussprache wurden die Redner zu ihren Schlussstatements gebeten und fassten die in ihren Augen wichtigsten Argumente zusammen. Anschließend stimmte das Publikum ab, welche Seite letztlich die überzeugendere war: die Pro-Seite lag hier mit einem hauchdünnen Vorsprung von einer Stimme vorn. Damit entscheiden Sepp Kusstatscher und Christoph Erber die Debatte für sich.

Christoph Erber/kem

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