Neu auf der Landkarte: Der Debattierclub Regensburg

Datum: 12. Juli 2023
Redakteur:
Kategorie: Mittwochs-Feature

Seit Ende der Corona-Pandemie ist neues Leben in einige Debattierclubs gekommen – und manchmal auch ganze Debattierclubs neu ins Leben. So auch der Debattierclub Regensburg, Colloquia Castrae Reginae e.V., den wir heute im Mittwochs-Feature vorstellen. Dazu haben wir Gründer und Vorstandsmitglied Matthias Hipp interviewt.

Achte Minute (AM): Hallo Matthias! Schön, dass du dir die Zeit nimmst, uns ein wenig von euch und eurem neuen Debattierclub in Regensburg zu erzählen.

Matthias Hipp (MH): Hallo! Ja, gerne!

 

Der neu gegründete Debattierclub Regensburg – Foto: Lukas Liebscher

AM: Die erste Frage, die sich aufdrängt, ist natürlich: Wer seid ihr?

MH: Wir sind eine Truppe aus etwa 20 aktiven Leuten, die sich zum Start des Sommersemesters 2023 in Regensburg  zur Gründung eines Debattierclubs zusammengefunden hat.  Da es in Bayern keine Hochschulgruppe als Rechtsform gibt, haben wir uns als Verein organisiert.  Aktuell sind drei Leute im vertretungsberechtigten Vorstand.

Ich bin Matthias und war viele Jahre beruflich als Arzt sehr eingespannt, da kam ich kaum zum Debattieren, ein paar Mal in Mannheim und bei der Streitkultur.  Aber während meines Studiums in Würzburg habe ich viele Jahre debattiert und habe dort den Würzburger Debattierclub gegründet und 2 Jahre als Präsident geleitet.  Und jetzt ist die Arbeitsbelastung wieder besser geworden und da wollte ich natürlich gerne wieder debattieren und mir ein intellektuelles Hobby suchen.

Dann gibt es noch Wolf, er studiert Philosophie und Kunstgeschichte. Als Neuankömmling in Regensburg stieß er auf meine Aushänge zur Neugründung eines Debattierclubs und war sofort begeistert, gleichzeitig in seiner Freizeit Rhetorik zu trainieren und andere Rhetorikbegeisterte kennenlernen zu können. Seit der Gründung ist er nun regelmäßig dabei.

Die Dritte im Bunde ist Marie. Sie studiert Jura und hat durch ihren Freund vom Debattierclub erfahren. Sie ist dann hingegangen, weil sie gerne argumentiert und sich den Debattierclub einfach mal anschauen wollte. Und geblieben ist sie nach eigener Aussage, weil die Debatten spannend sind, Spaß machen und die Leute alle sehr nett sind.

 

Das Logo des Debattierclubs Regensburg

AM: Und wie kam es dann genau zum Debattierclub Regensburg?

MH: Es gab hier vor Jahren mal einen Club, aber der ist irgendwann ausgestorben. Vielleicht mit Corona, aber ich glaube der Club war 2019 schon tot.  Ich bin dann dieses Jahr beruflich nach Regensburg gewechselt. Da hatte ich dann auch genug Zeit und fand es schade, dass es hier sowas nicht gibt. Deshalb habe ich dann mit ein paar Mitstreitern beschlossen, dass wir hier wieder einen Club gründen. Die Vorlagen und das Knowhow aus Würzburg hatte ich ja noch. Dafür habe ich dann einige Plakate aufgehängt und etwas auf Instagram geworben, so dass schnell ein paar neue Leute zusammenkamen. Und damit sind wir dann jetzt zum Sommersemester gestartet. Wir haben uns dann auch schnell als Verein registriert. Da haben wir auch die Vorlage des VDCHs genutzt, die waren sehr hilfreich. Und jetzt findet eigentlich jede Woche eine coole Debatte statt. Wir sind insgesamt so etwa zwanzig feste Leute.

 

AM: Wer kommt denn so zu eurem Clubabend?

MH: Vor allem Studierende, aber auch Berufstätige und sogar Schüler.  Es sind natürlich viele Juristen dabei, und einige Wirtschaftswissenschaftler.  Allerdings kooperieren wir demnächst mit der Volkshochschule, dann mischt es sich vielleicht noch ein wenig mehr.  Achtzig bis neunzig Prozent sind aber Studierende.

 

AM: Debattiert ihr in einem bestimmten Format?

MH: OPD. Das hat sich einfach so etabliert – ich persönlich finde es aber auch spaßiger.  Aber die Frage stellt sich dann vermutlich auch erst im Herbst so richtig, wenn wir vielleicht auf die ersten Turniere fahren.  Wir sind natürlich auch BP-offen.

 

AM: Ihr habt als Untertitel „Colloquia Castrae Reginae“ im Clubnamen – was hat es damit auf sich?

MH: An der Donau entlang lief bei Regensburg der Limes.  Regensburg fußt auf einem römischen Castell an der Einmündung des Flusses Regen, das Castra Regina. Wir treffen uns da in unmittelbarer Nachbarschaft.  Und das Debattieren passt natürlich zur römischen Rhetoriktradition. Daher kann man es etwas frei mit den „Debatten am Castell des Flusses Regen“  übersetzen.

Und zum anderen habe ich natürlich etwas schamlos die Idee aus meinen Würzburger Zeiten geklaut – da heisst der Club ja Colloquia Herpipolensia (Würzburger Debatten). Wobei jedoch Würzburg nie im Römischen Reich lag, es ist also ein Kunstname.

 

AM: Wann und wo debattiert ihr denn und kann man einfach so vorbeikommen?

MH: Ja, kann man! Wir treffen uns immer Montags in der Sedanstraße 1, Raum 127, um 18 Uhr. Meistens geht es dann bis etwa 20 Uhr und danach gehen wir noch in eine Bar.

 

AM: Und was sind eure Ziele und nächsten Schritte?

MH: Erstmal natürlich, den Laden am Laufen zu halten. Dann kommt jetzt natürlich noch die Kooperation mit der VHS dazu. Und wir haben auch noch ein paar Ideen für die Zukunft, aber bis die fest sind, möchten wir da noch nichts verraten.

 

AM: Dann viel Erfolg dabei! Danke für das Gespräch.

Das Interview führte Lennart Lokstein.

 

Das Mittwochs-Feature: Mittwochs veröffentlicht die Achte Minute ab 10.00 Uhr oftmals ein Mittwochs-Feature, worin eine Idee, Debatte, Buch oder Person in den Mittelpunkt gestellt wird. Wenn du selbst eine Debatte anstoßen möchtest, melde dich mit deinem Themen-Vorschlag per Mail an team [at] achteminute [dot] de.

lok.

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1 Kommentare zu “Neu auf der Landkarte: Der Debattierclub Regensburg”

  1. Johannes M. (Köln, ganz früher Bamberg) sagt:

    Viel Erfolg euch! Schön zu sehen, dass auch in Bayern die (aktive) Clubdichte wieder zunimmt. 🙂

Kommentare sind geschlossen.

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