Wie erreicht man als ESL-Redner das Hauptfinale des Cork IV?

Datum: 7. Dezember 2010
Redakteur:
Kategorie: Themen, Turniere

Die Antwort ist recht einfach: Man hat entweder einen “Chef“-Teampartner wie Richard Robinson (Gewinner des Nottingham Open und Halbfinalist beim Cambridge IV) oder man ist aus Leiden. Trifft letzteres zu, kann man das Hauptfinale sogar gewinnen, wie Ali Al Khatib und Rob Honig aus der Schließenden Regierung heraus. Sie setzten sich damit durch gegen Teams aus Cambridge (Eröffnende Regierung, Doug Cochran und Maria English), University College Dublin Law (Eröffnende Opposition, Christine Simpson und Mark Haughton) und Manchester (Schließende Opposition, Richard Robinson und Niels Schröter). Debattiert wurde dabei das Thema “This house believes that Irish sovereignty can never be truly realized.” Im Übrigen stellt “English as a Second Language” (ESL) eine eigene Kategorie dar für Redner, die Englisch nicht als Muttersprache sprechen.

Wegen ihres hervorragenden Auftretens während des gesamten Turniers stellte ich den beiden Niederländern eine Frage, die für uns alle von Interesse ist: “Was ist euer Geheimnis, wenn Ihr so starke Teams wie Cambridge oder Kings Inn schlagt?“ Rob antwortete ausführlich:

“Teams aus Cambridge oder vom Kings Inn College sind sehr kreativ, erfahren und beredt. In den meisten Debatten überstrahlen sie schlicht alle anderen Redner im Raum, besonders aber die ESL-Redner. Um in der Debatte zu bleiben, rate ich ESL-Teams, den Juroren eine klare und erinnerbare Teamline zu präsentieren. Versucht rüberzubringen, was euer konkreter Beitrag zur Debatte mit sich bringt und wie er sich zum Thema verhält. Das erhöht die Chance, dass die Juroren eure Argumente hinterher diskutieren, statt sie einfach zu vergessen oder abzutun. Vorausgesetzt, dass die Argumente etwas taugen, werdet Ihr so wohl wertvolle Punkte mitnehmen können. Noch etwas: Um gegen Teams der Kategorie ‘English as a First Language‘ zu punkten, braucht man natürlich topqualifizierte Juroren, die auch Willens sind, hinter euren Akzent und eure Wortwahl zu blicken und die nicht nach Reputation bewerten. Ali und ich hatten das Glück, in Cork auf solche ausgezeichnete britische und irische Juroren zu stoßen.“

Irische Gastfreundschaft auf höchstem Niveau präsentierten Cheforganisatorin Anne O’Donovan und die University College Cork Philosophical Society. Ich fragte Tom Jackson aus Nottingham, was für ihn das Cork IV so besonders mache. Tom lobte die Iren:

“Der größte Unterschied ist auf jeden Fall die Gastfreundschaft: Mir fällt nichts ein, was man besser machen könnte! Bei einem normalen zweitägigen Turnier in England darf man erwarten, dass man drei bis vier Stücke Pizza bekommt und viele Getränke – recht mager, wenn man es mit den beiden Abendessen, Mittagessen und dem Frühstück in Cork vergleicht. Und dann noch die vielen Kleinigkeiten, die einem helfen, durch einen langen Debattiertag zu kommen: Orangensaft gegen den Kater am Morgen, ständiger Nachschub an Tee und Kaffee und dann noch heiße Schokolade mit Minimarchmallows und großartiger selbstgemachter Weihnachtskuchen!“

Die Themen beim Cork IV hat Chefjuror Ross Frenett aus meiner Sicht sehr ausgewogen und mit Vorsicht gewählt, so dass für jeden, ob Anfänger oder fortgeschrittener Redner, etwas dabei war.

Alle “motions“ im Überblick:

  • This house would ban fee paying secondary schools.
  • This house believes the US should direct government hackers to destroy Wikileaks.
  • This house would abolish state pensions and cater for the elderly on a case by case basis through existing disability support programmes.
  • This house would assassinate Kim Jong Ill and his immediate family
  • This house believes Ireland should default and leave the Euro Semi.
  • This house believes that civil disobedience and violent protests are a legitimate form of political action in liberal democracies
  • Novice Final: This house believes the state should uphold a right to die regardless of circumstance.
  • Grand final: This house believes Irish sovereignty can never be truly realized.

Niels Schröter / apf

Niels Schröter ist Mitglied der Berlin Debating Union und studiert derzeit in Manchester, England. Seine Leidenschaft fürs Debattieren führt ihn auch von Manchester aus immer wieder auf Turniere wie jetzt ins irische Cork oder zuvor zum Cambridge IV, wo er mit seinem Teampartner Filip Bubenheimer im ESL-Halbfinale stand.

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2 Kommentare zu “Wie erreicht man als ESL-Redner das Hauptfinale des Cork IV?”

  1. Thanks Neils for your kind words, it was great to have you at our competition, and indeed, to meet you. I would just suggest one correction to the article if you don’t mind, the institution is the „University College Cork Philosophical Society“ rather than the „University College Cork Debating Society“. Hope to see you again next year!

  2. Gudrun Lux sagt:

    Thank you for the allusion. We already corrected the error. G.L., Achte Minute team.

Kommentare sind geschlossen.

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