Das Medienecho der DDM in Jena – ein Blick hinter die Kulissen

Datum: 30. Mai 2018
Redakteur:
Kategorie: Debattieren in der Öffentlichkeit, Mittwochs-Feature, Presseschau, ZEIT DEBATTE

Die diesjährige DDM in Jena fand sowohl in regionalen als auch überregionalen Medien Beachtung und dürfte damit für einen deutlichen Bekanntheitsanstieg des Debattierens gesorgt haben. Cheforganisator Erik Thierolf gibt im aktuellen Mittwochs-Feature einen Überblick zum Ablauf der Pressearbeit.

Für uns als Ausrichter war die umfangreiche Berichterstattung zur DDM erfreulich und überraschend zugleich. Möchte man Ursachenforschung betreiben, so gibt es wahrscheinlich zwei Ausgangspunkte: die Pressestelle der Universität Jena und das Regionalbüro der Ostthüringer Landeszeitung (OTZ) in Jena.

 

Die Pressestelle als Basis

Debattierartikel in jeder Zeitung - ist das möglich? - (c) Pixabay

Debattierartikel in jeder Zeitung –  ist das möglich? –  Quelle: Pixabay

Seit mehreren Jahren haben wir einen engen Draht zum Pressesprecher der Universität. Er ist dem Debattieren zugeneigt und hat in den letzten Jahren auch die Pressemitteilungen zur Weltmeisterschaft in Thessaloniki, zur ZEIT DEBATTE 2017 in Wien  und zur DDM 2017 in Dresden für uns veröffentlicht. Das Prozedere war immer das Gleiche: wir informieren die Pressestelle unmittelbar vor dem Turnier über einen bevorstehenden Artikel, sie planen uns in ihren Pressekalender ein und wir versprechen, dass sie von uns spätestens zwei Tage nach dem Turnier den fertigen Text inklusive Bilder bekommen. Nach dem Turnier bekommen sie wie abgesprochen schnellstmöglich den fertigen Text inklusive Bilder, sie nehmen noch einige wenige stilistische Änderungen vor und veröffentlichen eine Pressemitteilung.

 

Vorgehen bei der DDM

Anlässlich der DDM fand die erste Amtshandlung im November 2017 statt, als wir auf die Pressestelle der Universität zugegangen sind und ihnen von der bevorstehenden Meisterschaft berichtet haben. Sie waren von der Veranstaltung sehr angetan, haben uns ihre volle Unterstützung zugesagt, den Kontakt zu einer Redakteurin der OTZ vermittelt und u. a. eine Pressekonferenz am Tag vor Beginn der DDM angeregt, was wir sträflicherweise jedoch nicht beherzigt haben, weil wir es als unverhältnismäßig empfanden. Nachdem wir im Dezember 2017 auf die entsprechende Redakteurin der OTZ zugegangen waren, ist ein umfangreicher Artikel über das Debattieren im Allgemeinen sowie die Deutschsprachige Debattiermeisterschaft im Besonderen hervorgegangen.

Den nächsten Kontakt zur Pressestelle der Uni gab es erst wieder am 15. Mai 2018, als wir ihnen die fertige Pressemitteilung als Ankündigung zur DDM zukommen lassen haben. Diese wurde geringfügig angepasst am 16. Mai veröffentlicht, von der OTZ aufgegriffen und erreichte aufgrund der großen Reichweite des Presseverteilers der Universität unter anderem die Deutsche Presseagentur und den MDR. Am 17. Mai rief ein Mitarbeiter der dpa bei uns und dem VDCH an und erkundigte sich nach der Besonderheit der diesjährigen DDM, da sie zum Turnierbeginn einen größeren Beitrag veröffentlichen wollten. Dass die DPA parallel auch die DDG kontaktierte, haben wir erst durch den fertigen Artikel erfahren. Am Telefon sicherten wir der dpa zu, dass sie von uns als erste über den Ausgang der Finaldebatte informiert werden würde, sodass sie exklusiv eine Ergebnismitteilung für alle anderen Medienanstalten anbieten könnte. Dass wir ihnen dann am Pfingstmontag im ersten Telefonat aus dem Trubel des Sektempfangs heraus die schließende Opposition in falscher Schreibweise als siegreiches Team mitgeteilt haben, konnte zum Glück noch rechtzeitig korrigiert werden.

 

Kontakt zum MDR

Der Kontakt zum MDR lässt sich nicht mehr hundertprozentig rekonstruieren, fand aber auf drei Ebenen statt: Das MDR-Thüringen-Journal erkundigte sich wahrscheinlich am 18. Mai erstmals, ob sie beim Finale filmen dürften. Im Ergebnis ist der 2-minütige Beitrag entstanden, der eine Woche in der MDR-Mediathek zur Verfügung stand.

Mit der Landesrundfunkanstalt des MDR in Halle – es war wohl MDR-Kultur – gab es unpassenderweise während der Abholung der Biertischgarnituren am 18. Mai ein kurzes Telefoninterview, wobei wir nicht wissen, ob es tatsächlich ausgestrahlt wurde. Die Besonderheit bestand darin, dass wir das Interview parallel mitschneiden und im Anschluss direkt an sie weiterleiten sollten, sodass der Einspieler über eine möglichst hohe Tonqualität verfügen würde.

Erik Thierolf befragt einen Professor. - © Debatiergesellschaft Jena e.V.

Erik Thierolf bei der letzten Professorendebatte der DG Jena – © Debatiergesellschaft Jena e.V.

Unmittelbar vor Beginn des Finals gab es im Volksbad noch ein längeres Interview mit einer Redakteurin des Radiosenders MDR Thüringen.

Die OTZ-Redakteurin, die bereits im Dezember 2017 einen Beitrag über das Hochschuldebattieren und die DDM veröffentlichte, erkundigte sich im Vorfeld, welche interessante “Story” zur Debattiermeisterschaft bestehen würde, woraufhin sie am zweiten Turniertag unser DaF-Team Jena Brasyrien begleitete und zusätzlich noch einen Kommentar zu gelungener Streitkultur veröffentlichte.

Vom Finale berichtete ohne unser Zutun noch das Jenaer Studentenmagazin Unique sowie in ihrer nächsten Ausgabe das Akrützel.

 

Zusammenfassende Tipps für die zukünftige Pressearbeit

Für die zukünftige Pressearbeit auf Turnieren könnte die Berücksichtigung der folgenden Punkte hilfreich sein:

  1. Es ist erfolgversprechender auf einen bestehenden Presseverteiler – beispielsweise der Universität – zurückzugreifen, als eigenständig Pressemitteilungen zu versenden.
  2. Schnelligkeit wird vorausgesetzt. Im Optimalfall hat man den Pressetext bereits vorformuliert und muss nur noch Namen und Fotos einfügen, sodass die ehemals aktuelle Meldung nicht erst Tage später verbreitet wird.
  3. Eine “Story” verkauft sich besser als eine nüchterne Ansammlung von Informationen.
  4. Es braucht eine Person, die sich ausschließlich um die Pressearbeit kümmert und der eine vollständige Namensliste mit korrekter Schreibweise vorliegt.
  5. Ausrichterclub, VDCH und DDG sollten möglichst eng zusammenarbeiten, bereits im Vorfeld Kontakt aufnehmen und sich möglichst abstimmen.

Erik Thierolf/jm./lok.

 

Mittwochs-Feature

Erik Thierolf debattiert und juriert seit 2012 bei der Debattiergesellschaft Jena e.V. Dort war er über mehrere Jahre im Vorstand aktiv, unter anderem als Vorstand für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit sowie danach als Präsident. Er ist Begründer der Jenaer DaF-Debatte. Gemeinsam mit Patrizia Hertlein war er Cheforganisator der Deutschsprachigen Debattiermeisterschaft in Jena 2018. Derzeit studiert er Wirtschaftspädagogik, Philosophie und Politikwissenschaften.

Das Mittwochs-Feature: Jeden Mittwoch ab 10.00 Uhr stellt das Mittwochs-Feature eine Idee, Debatte, Buch oder Person in den Mittelpunkt. Wenn du selbst eine Debatte anstoßen möchtest, melde dich mit deinem Themen-Vorschlag per Mail an team [at] achteminute [dot] de.

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