Ausrichterteams bei Turnieren: Was sollen sie zahlen und wo übernachten?

Datum: 25. September 2013
Redakteur:
Kategorie: Mittwochs-Feature, Turniere, VDCH

Seitdem auf Regionalmeisterschaften und ZEIT DEBATTEN, in der kommenden Saison auch auf der Deutschsprachigen Debattiermeisterschaft (DDM), Teams des ausrichtenden Clubs starten dürfen, ist bei den verantwortlichen Ausrichtern eine neue Frage aufgekommen: Welchen Teilnehmerbeitrag sollten diese Teams zahlen und wo sollen sie übernachten? Im letzten Jahr haben die betroffenen Clubs (soweit bekannt: Hamburg, Jena, Aachen) diese Frage unterschiedlich beantwortet. Grundsätzlich neu ist sie nicht: immer wieder wollen beispielsweise Teilnehmer bei der Mitgliederversamlung (MV) des Dachverbandes oder einem Jurierseminar den Teilnehmerbeitrag gegen eine selbst organisierte Crash-Übernachtung eintauschen. Auch Turnierausrichter hatten schon mit ähnlichen Fragen zu kämpfen, wenn etwa Teilnehmer von außerhalb in der Stadt bei einem Freund übernachten wollen – zum Tausch gegen günstigere Teilnehmerbeiträge.

DDM 2013 München Teilnehmer

DDM 2013 in München: Keine Ausrichterteams unter den Teilnehmern
(c) Henrik Maedler

Da diese Frage sowohl bei der MV des Verbandes der Debattierclubs an Hochschulen e.V. (VDCH) 2013 als auch aktuell bei den Berliner Ausrichtern kontrovers diskutiert wurde, möchte ich mit diesem Artikel Raum für eine strukturierte Diskussion schaffen und gleichzeitig um ein Meinungsbild bitten. Natürlich kann man grundsätzlich als Ausrichter eine eigene Entscheidung treffen, so wie es vergangenes Jahr bereits passiert ist. Ich glaube aber, dass es gut wäre, eine einheitliche Regelung zu schaffen, mit der ein Ausrichter ggf. gegenüber eigenen Teams oder Kritik von außen argumentieren kann. Außerdem müsste durch eine Standardisierung diese Diskussion nicht jedes Mal wieder neu geführt werden.

Im Folgenden werde ich vier verschiedene Fälle und dazu jeweils eine grobe Argumentation skizzieren. Diese vier Szenarien decken aus meiner Sicht die wichtigsten Fälle ab, weitere denkbare Lösungsmöglichkeiten sind nur genauere Ausformungen der unten stehenden Lösungen, meistens in Verbindung mit komplizierten Fristen oder graduell anders gestuften Teilnehmerbeiträgen.

Bevor wir damit beginnen, erlaube ich mir noch zwei Vorbemerkungen: Teilnehmer der ausrichtenden Clubs sind Teilnehmer „vor Ort“ und haben einen festen Wohnsitz in der jeweiligen Stadt. Nur so lassen sich Fälle wie Mannheim/Heidelberg oder Berlin/Potsdam abgrenzen. Solch eine Abgrenzung muss irgendwo gemacht werden, da alles andere nicht praktikabel erscheint. Außerdem würde ich für Juroren des Ausrichters grundsätzlich vorschlagen, keinen Teilnehmerbeitrag zu erheben, da ihre Rolle sich in den allermeisten Fällen mit der des Ausrichters/Helfers vermischt. Diese kostenlose Teilnahme sollte gelten, solange diese Juroren sich durch die Cheforganisation ihre Rolle zuteilen lassen. Nur wer „exklusiv“ als Juror am Turnier teilnehmen möchte, sollte vom Ausrichter zu einem Beitrag verpflichtet werden – dies sollte aber clubintern geregelt werden.

Lösung 1: Die Teilnehmer des Ausrichters zahlen den vollen TN-Beitrag und dürfen im Hostel übernachten.

Pro:

  • Gleichbehandlung aller Teilnehmer. Besonders fair auch gegenüber Teams von außerhalb, die ggf. auch jemanden in der Stadt kennen und andernfalls gleiche „Privilegien“ einfordern würden.
  • Fair auch für Teilnehmer von vor Ort, da diese durch Übernachtung in der Turnierunterkunft das komplette Turnierflair mitnehmen können, mehr Zeit mit ihren Teampartnern verbringen können und keine weite Anreise jeden Morgen/Abend haben.

Contra:

  • Die Zahl der teuren Hostelübernachtungen wird unnötig in die Höhe getrieben. Denn: wer im Hostel übernachten kann und dafür auch bezahlt, wird dies vermutlich in vielen Fällen auch tun (Teamfeeling, kürzere Wege). Der Ausrichter muss also mehr Betten bereithalten.
  • Finanziell schlechteste Variante fürs Turnierbudget: In Berlin bpsw. ergäbe sich bei 10 angenommenen Teilnehmern im Vergleich mit Lösung 2 ein finanzieller Nachteil von 75 EUR/Person = 750 EUR.


Lösung 2: Die Teilnehmer des Ausrichters zahlen den vollen TN-Beitrag, dürfen aber nicht im Hostel übernachten.

Pro:

  • Fair für Teams von außerhalb, da sich von außerhalb niemand über eine finanzielle Ungleichbehandlung beschweren kann.
  • Finanziell beste Variante fürs Budget (abgesehen von Lösung 4)

Contra:

  • Weniger Turnierflair, weitere morgendliche/abendliche Anreise für Teilnehmer von vor Ort, Verzicht auf Hostelfrühstück
  • „unfair“ für Teilnehmer vor Ort, da sie mit ihrem TN-Beitrag und gleichzeitigem Verzicht aufs Hostel quasi andere Startplätze subventionieren (gleicher Beitrag, weniger Leistung)
  • Von manchen wird es als „unfairer“ Vorteil angesehen, wenn Teilnehmer vor Ort in eigenen Betten schlafen dürfen und nicht im Hostel übernachten „müssen“. Zu Bedenken ist hier aber, dass der Ausrichter niemanden zwingen kann bzw. einen Zwang nicht kontrollieren kann, in einem bestimmten Bett zu übernachten. Dieser Nachteil würde also prinzipiell auch bei Lösung 1 auftreten.


Lösung 3: Die Teilnehmer des Ausrichters zahlen einen vergünstigten TN-Beitrag (bspw. 50%) und dürfen nicht im Hostel übernachten.

Pro:

  • Im Grunde ist dies ein Kompromiss zwischen Lösung 1 und Lösung 2: Diese Lösung könnte von den Teilnehmern vor Ort als fairer angesehen werden, da sie für ihren (für das Turnier budgetmäßig günstigen) Verzicht auf die Hostelübernachtung (aus Lösung 2) teilweise durch einen niedrigeren Teilnehmerbeitrag kompensiert werden. Gleichzeitig werden finanzielle Kapazitäten oder – bei Städten mit knapper Hostelkapazität – auch räumliche Kapazitäten frei, die anderen Teilnehmern bzw. dem ganzen Turnier zu Gute kommen.

Contra:

  • Diese Lösung könnte als „unfair“ gegenüber Teilnehmern von außerhalb angesehen werden, da die Teilnehmer vor Ort einen finanziellen Vorteil bekommen (zusätzlich zu nicht anfallenden Fahrtkosten) und – je nach Sichtweise – von der Übernachtungspflicht im eigenen Bett profitieren („Eigenes-Bett-Vorteil“) oder auch nicht (lange Wege, weniger Flair…).


Lösung 4: Alle Teilnehmer dürfen wählen, ob sie einen vergünstigen TN-Beitrag zahlen möchten (50%) und sich im Gegenzug selbst eine Unterkunft suchen.

Pro:

  • Gleichbehandlung aller Teilnehmer.
  • Beste Variante fürs Budget (quasi eine Splittung der Übernachtungen in Crash und Hostel), da so tendenziell weniger Hostelbetten in Anspruch genommen werden müssen und mehr Budget zur Verfügung steht.

Contra:

  • Anstrengend für den Ausrichter, man muss viel mit Fristen arbeiten, um zu kontrollieren, wer letztlich wo schläft.
  • Großes Kostenrisiko für den Ausrichter, wenn Betten im Hostel nicht mehr rechtzeitig abgesagt werden können und Stornokosten entstehen. Fast alle der Unterkünfte der ZD-Serie aus dem letzten Jahr hatten Stornofristen von 8 Wochen oder mehr, danach können nur noch wenige Betten ohne Stornokosten wieder abgegeben werden.
  • Gefahr, dass der Turnierablauf durch morgendliche Anreise ortsunkundiger Teilnehmer verzögert wird, generelle schwierigere Teilnehmerinformation vor allem bei großen Turnieren.

Jetzt seid ihr dran: Welche der Lösungen ist aus eurer Sicht „am fairsten“ und gleichzeitig praktikabel für den Ausrichterclub?

Bemerkung: Wir bitten euch im Folgenden um ein Meinungsbild – gerne als Kommentar und über die eingebaute Abstimmung. Die Abstimmung ist neben den Kommentaren ein Mittel, die Meinung der Leser zu diesem Thema zu erfassen. Dies ist aber keine Abstimmung, die für irgend jemanden bindend ist. Wer auch immer zu diesem Thema eine Entscheidung trifft (sie es der VDCH-Vorstand, ein Ausrichter, die Ausrichter in ihrer Gesamtheit oder die VDCH-MV) kann selbst überlegen, ob er das hier unverbindlich entstehende Meinungsbild in seine Überlegungen mit einbezieht. 

Wo sollen Teams des Turnierausrichters schlafen und was sollen sie zahlen?
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14 Kommentare zu “Ausrichterteams bei Turnieren: Was sollen sie zahlen und wo übernachten?”

  1. Teresa W. sagt:

    Vielen Dank Philipp, dass du diese wichtige Thematik, die in der MV aufkam, in diesem Beitrag aufnimmst! Ich finde auch, dass du im Grunde alle Pro und Contra Positionen für die einzelnen Lösungsansätze aufgeführt hast, sodass sich jeder ein umfassendes Bild machen kann.

    Allerdings möchte ich davor warnen den Ausgang der Umfrage hier als Beweis für ein Meinungsbild zu verwenden. Dafür sind zu viele Dinge unklar:
    1. In welchem Zeitraum kann man seine Stimme abgeben?
    2. Von wem stammt die jeweilige Stimme? (Wer weiß, ob nicht alle Stimmen, die bisher für Option 3 gezählt wurden, aus Berlin stammen?)
    3. Lösung Nr. 4 wäre aufgrund der schwerwiegenden Contra-Argumente meiner Ansicht nach nur als Option zu diskutieren, wenn tatsächlich reguläre TN eines Ausrichterclubs antreten. Falls keine TN aus dem Ausrichterclub antreten, sollte man von dieser Option lieber von vornherein Abstand nehmen.

    Vielleicht sollten wir für eine substantielle und nach deinen Worten strukturierte Diskussion also lieber auf die Kommentar-Funktion ausweichen.

    Falls gewünscht ist, dass dem aus der Umfrage resultierenden Meinungsbild doch irgendeine verbindliche Wirkung zugesprochen werden soll, dann sollte es klare Fristen, eine Bekanntgabe über die Yahoo-Group mit Aufruf zur Abstimmung und vor allem zumindest eine Angabe, ob die abstimmende Person aus einem Club stammt, der beabsichtigt im nächsten Jahr an seinem eigenen ZEIT DEBATTEN oder DDM Turnier teilzunehmen, geben. Wobei der letzte Punkt auch wieder anfällig für Manipulation wäre.

  2. W. Witthaut sagt:

    Eine Frage zu Lösung 4 an Ausrichter:
    Ist das eine praktische Option? Also die Verträge mit Hostels / Hotels / JuHe etc. werden meist auf ein Kontingent geschlossen, das bis zu einem gewissen Prozentsatz storniert oder aufgestockt werden kann. Ich finde Möglichkeit 4 gerade persönlich auch sehr schön, glaube aber kaum, dass es sich immer durchsetzen ließe…

  3. W. Witthaut sagt:

    Noch eine Anmerkung: Die Umfrage speichert keine IP… Ich bezweifle, dass die Antworten repräsentativ sein werden, sollte jemand eine Antwort unbedingt „wollen“.

  4. Philipp Stiel sagt:

    Bevor hier eine Metadiskussion über die Umfragetechnik ausbricht, habe ich einen erklärenden Vorsatz vor die Umfrage eingefügt. Ganz kurz gefasst: Von mir angeregt ist ein Meinungsbild, keine Abstimmung. Die Leserschaft der Achten Minute hat aus meiner Sicht in dieser Frage keine Entscheidungsgewalt, aber es ist von Interesse, zu sehen, was sie denkt. Wenn ein Ausrichter die obige Abstimmung zur Grundlage für seine Entscheidung nimmt, muss er berücksichtigen, dass es sich nur um die Leser der Achten Minute handelt, die abgestimmt haben. Für mich ist das Umfragetool dennoch spannend, da es zusätzlich zu entstehenden Kommentaren eine Einsicht zu den Meinungen der Leserschaft ermöglicht. Natürlich würde ich mir wünschen, dass „kein Vote ohne Kommentar“ erfolgt, allerdings erzeugt der Zwang zu einem Kommentar ja auch bereits eine Selektion, was gegen einen Kommentarszwang spricht. Aus meiner Sicht ist eine Kombination von Umfrage und Kommentaren am interessantesten.

    @Willy: Danke für deinen Hinweis: Die IP-Adresse wurde zwar registriert, aber eine Doppelabstimmung von einer IP aus nicht verhindert (das Tool ist noch neu – wir lernen noch). Ich habe das jetzt geändert. Es sind heute Vormittag zwei Doppelabstimmungen entstanden, die ich bereinigt habe.

    @Willy: Aus meiner persönlichen Erfahrung ist Lösung 4 KEINE praktische Option, was ich ja auch durch die Gegenargumente deutlich gemacht habe. Aber ich habe sie schon von Turnierorganisatoren gehört, die offensichtlich sehr gute Verhandlungspositionen mit ihren Hotels haben. @Teresa: In keinem Fall ist dies eine Lösung, die man einem Ausrichter aufzwingen sollte, da sie mit enormen Kostenrisiken verbunden ist.

  5. Robert P aus Potsdam sagt:

    Finde es schon bezeichnend, wie sofort wenn ein missliebiges Abstimmverhalten an den Tag kommt dies angezweifelt wird mit Sätzen wie: „Lösung Nr. 4 wäre aufgrund der schwerwiegenden Contra-Argumente meiner Ansicht nach nur als Option zu diskutieren, wenn tatsächlich reguläre TN“
    „Wer weiß, ob nicht alle Stimmen, die bisher für Option 3 gezählt wurden, aus Berlin stammen?“ oder
    „Ich bezweifle, dass die Antworten repräsentativ sein werden, sollte jemand eine Antwort unbedingt“

    Ich komme nicht aus dem Berliner Club, möchte aber trotzdem nicht anderen das Turnier subventionieren, so reich bin ich nicht dass ich das sollte.

  6. Matthias C (Beijing) sagt:

    Um hier mal von der Metadiskussion wegzukommen: Entscheidend ist hier m.E. zunächst die Frage, ob alle Teilnehmer den gleichen Beitrag zahlen sollen.

    Teilnahmebeiträge dienen zwar auf Ausrichterseite der Finanzierung des Turniers, auf der Teilnehmerseite sind sie jedoch eine finanzielle Hürde zur Teilnahme. Sollten wir diese Hürde für einige Teilnehmer jetzt niedriger ansetzen als für andere? Für Ausrichterteams ist die Teilnahmehürde schon ohne eine Vergünstigung des Teilnahmebeitrags geringer, da die Anfahrt (häufig größter Kostenfaktor) wegfällt. Wenn wir also im Debattieren also alle Teilnehmer gleich behandeln wollen, müssen wir zumindest diese Teilnahmehürde noch weiter absenken.

    Robert hat dazu geschrieben, dass er „nicht anderen das Turnier subventionieren“ möchte. Dieses Gefühl kann ich sehr gut verstehen, aber die Verbindung zwischen Teilnahmebeitrag und Ausgaben des Turniers ist häufig sehr indirekt, da durch die verschiedenen Sponsoring-Quellen ein Turnierbeitrag stark subventioniert wird. Es ist daher praktisch unmöglich einen direkten Anteil des Teilnehmerbeitrages für die Übernachtungen festzulegen, da meines Wissens ja auch die ZEIT DEBATTEN Förderung explizit zur Entlastung der hohen Übernachtungskosten gedacht ist, aber vollständig ins Budget einfließt.

    Es sollten somit alle Teilnehmer den gleichen Beitrag zahlen. Jetzt stellt sich die Frage, ob sie für diesen gleichen Beitrag auch die gleichen Leistungen erhalten sollten. Dies sollte m.E. grundsätzlich der Fall sein, jeder sollte also einen Anspruch auf einen Hostelplatz haben. Wie Philipp aber gezeigt hat, ist dies für den Ausrichter die finanziell schlechteste Option. Daher sollte sich jeder Ausrichter als „guter Gastgeber“ zeigen und seinen Ausrichterteams empfehlen, zu Hause zu schlafen und so das Budget zu entlasten, soweit dies den Teams zumutbar ist (= keine weite Anreise innerhalb der Stadt). Denn als Gemeinschaft sollte keiner die Intention haben, die Finanzen eines Turniers zu verschlechtern.

    Daher: Option 2 für alle, die es können. Und für den Rest Option 1.

  7. Jonathan Scholbach sagt:

    Hier treffen verschiedene Interessen aufeinander: Redner*innen des ausrichtenden Clubs haben verschiedene Interessen, am eigenen Turnier teilzunehmen. Es ist sinnvoll, hier zwei Gruppen zu unterscheiden: 1. Anfänger*innen, für die das Turnier vor Ort eine ideale Gelegenheit ist, finanzielle und mentale Hemmschwellen dem Turnierdebattieren gegenüber zu überwinden. 2. Redner*innen, die Ambitionen haben, das Turnier zu gewinnen. Die Redner*innen fremder Clubs haben ein Interesse daran, dass der Heimvorteil minimiert wird. Dabei ist es vor Allem relevant, dass die heimischen Redner*innen die gleichen Übernachtungsbedingungen haben. Sie werden deshalb dafür sein, dass alle im Hostel übernachten müssen, um gleiche Rahmenbedingungen für Alle zu haben.
    Das wäre aber abschreckend für die erste Gruppe der Heimredner*innen. Deshalb halte ich einen fünften Vorschlag für den optimalen:

    Die Teams des ausrichtenden Clubs entscheiden sich, ob sie A) im Hostel übernachten und den vollen TN-Beitrag zahlen oder B) bei sich zu Hause übernachten und einen ermäßigten TN-Beitrag zahlen. Nur im Fall A) ist das Team breakberechtigt.

    Das vereint die Interessen aller drei Gruppen in einem sinnvollen Kompromis.

  8. Philipp Stiel sagt:

    @Teresa: Vielleicht kann ich dir auch noch mit einem anderen Hinweis die Angst nehmen: Die Berliner Organisatoren tendieren im Moment eher zu Lösung 1 – die ich aber wegen des verschwendeten Gelds für nicht so gut halte.

    @Jonathan: Ich glaube nicht an den Heimvorteil, und zwar (1) weil der auch bei FDL-Turnieren bestehen müsste, ich in diesem Zusammenhang aber noch nie Beschwerden gehört haben, (2) weil prinzipiell jeder Club mal Ausrichter werden kann und dann auch mal den Heimvorteil hat, so er denn exitiert und (3) es für mich ein Nachteil ist, wenn ich die Zeit nicht komplett mit meinem Team verbringen kann und noch durch die Gegend fahren muss, während alle anderen feiern. Während der WUDC bspw. bin ich morgens und abends immer über eine Stunde zum Veranstaltungsort gefahren, obwohl ich in Berlin gewohnt habe.

    Viel wichtiger aber: Du kannst gar niemanden zwingen, auf den Heimschläfervorteil zu verzichten – denn ich halte es für nicht praktikabel (und auch völlig übertrieben), wenn der Turnierausrichter nachts prüfen müsste, ob jemand zu auch wirklich im Hotelbett liegt. Das heißt für mich, dass der Heimschläfervorteil, so man denn an ihn glaubt, in jedem der vier Lösungen existieren könnte, vor allem aber auch im ersten.

    Und: willst du ernsthaft Teams, die mit ermäßigtem Teilnehmerbeitrag doch gebreakt haben, erzählen, dass sie jetzt raus sind? Können die sich dann nachträglich noch den Break kaufen, in dem sie den vollen Beitrag zahlen?

    @Matthias: Du hast Recht, durch die Förderung lässt sich der Übernachtungskostenanteil an den TN-Beiträgen nicht errechnen. Deshalb glaube ich auch, das Lösung 2 prinzipiell die beste ist – aber auch die härteste gegenüber den Heimteams. Prinzipiell gilt ja auch hier: Den Vorteil von keinen Anreisekosten können auch andere Clubs bekommen, in dem sie das Turnier ausrichten. Und ich möchte mich verwehren gegen einen „Negativzirkel“, in dem wir eine Lösung verweigern, nur weil sie nicht alle haben können. Außerdem haben in den meisten Fällen diese Teams ja auch noch nebenher und schon vor dem Turnier an der Orga mitgewirkt.

  9. Robert P aus Potsdam sagt:

    Vielleicht sollten wir auf jedes Zimmer noch ein Überwacher stellen, der nicht nur aufpasst, dass alle im Zimmer schlafen. Sondern auch, dass niemand zu früh ins Bett geht, um sich kein Vorteil zu verschaffen.
    Spaß und Übertreibung beiseite.

    Ich finde, das klingt zum Teil nach einer Neiddebatte. Niemand spart Anreisekosten, nur weil Leute die eine eigene Schlafunterkunft (Wohnung oder Freund) vor Ort haben. Also finde ich das Argument, dass diejenigen schon keine Anreisekosten haben als Begründung für unnötige Übernachtungskosten nicht nachvollziehbar.

    Wenn nun ein Team, weil es aus der Region kommt, kein Zimmer benötigt, dann spart dies doch insgesamt Kosten und die werden sich auch schätzen lassen. Diese gesparrten Kosten machen das Zimmer für andere nicht günstiger.
    Klar ist, wenn der Veranstalter das nicht organisieren kann, ist dies hinzunehmen und verständlich. Aber künstlich die Kosten hochzutreiben für andere Teilnehmer, nur damit sie genauso viel zahlen müssen, ohne das irgendjemand anderes etwas davon hat (außer der Hostelbetreiber) aus falsch verstandener Gerechtigkeit finde ich daneben. Wir sind alle Studenten und dürften meist ähnliche finanzielle Probleme haben. Ich finde nicht, dass ich Geld zahlen muss für ein leeres Hostelbett und esextrem schade, wenn die mit dem Argument verlangt wird, ich müsse ja schon keine Fahrkosten bezahlen.

    Das ich mich also erst in die Breakberichtigung kaufen muss finde ich eine ganz merkwürdige Forderung. Ich hatte bis jetzt nie das Gefühl einer Benachteiligung, weil Leute vor Ort (z. B. bei der ostdeutschen Meisterschaft in Jena) Schlafmöglichkeiten hatten.

  10. Ich schwanke stark zwischen Lösung 1 und Lösung 4. Bei Lösung 1 finde ich aber gut, dass jeder gerecht behandelt wird, im Sinne des Veranstalters.

  11. Robert P aus Potsdam sagt:

    @Boris Was ist „gerecht“ daran für ein leeres Bett zu zahlen? Meinst du „gleich“?

  12. Kira (HH) sagt:

    Lösung vier ist in Hamburg nicht praktikabel, wenigstens nicht, wenn ich die Bettenzahl nicht vorher völlig „überbuche“ und damit riskiere, dass dann eben jemand kein Bett hat. Die Anfragen nach Crash/ TN-Beitragserlass kommen dafür zu spät, höchstens 3 Wochen vor dem Turnier, wenn die Clubs intern entschieden haben, wer fährt.
    Problematisch ist auch, dass man in den letzten drei Tagen vor dem Turnier noch zahlreiche Absagen hat (oder einige Leute bis ganze Teams am Turniertag einfach nicht auftauchen). Dann können aber nicht mehr alle Betten abgesagt werden, die zuviel sind. Wir haben diese Betten dann an Hamburger Teilnehmer/ Helfer/ etc. verteilt. Insofern wäre es eine Möglichkeit, Lösung 3 zu wählen und dann eben die übrigen Betten kurzfristig den eigenen Teilnehmern zur Verfügung zu stellen, die sonst eh verfallen.

  13. Teresa W. (Münster) sagt:

    Ich finde Lösung 1/2 und Lösung 4 am gerechtesten für alle Teilnehmer, weil potentiell alle denselben TN Beitrag bezahlen würden. Allerdings wurden für die Lösung 4 schon mannigfache Probleme genannt, die einfach nicht hinweggedacht werden können. Deshalb kann ich mir auch nur vorstellen, dass die Stimmen für Lösung 4 von Personen kommen, die noch keine ZEIT DEBATTE ausgerichtet haben.

    Deswegen bleiben für mich momentan eigentlich nur Lösung 1 oder 2. Ich halte nichts davon den Ausrichtern vorzuschreiben, ob ihre eigenen Teams im Hostel übernachten sollen. Das können sie nach Kosten/Nutzen Aspekten selbst am besten entscheiden. Das Problem der Zersplitterung des Teilnehmer-Feldes sehe ich bei den Club-eigenen Teams nicht, da diese ohnehin im Alternativszenario Helfer gewesen wären, die zu Hause übernachten oder aber die örtlichen Gegebenheiten und den Zwang zur Einhaltung des Zeitplans besser kennen als die meisten TN.

  14. Jonathan Scholbach sagt:

    @ Philipp: Wenn Du nicht an den Heimvorteil glaubst – eine Position, die ich ebenfalls gut nachvollziehen kann, dann bleiben doch nur noch 3 und 4 als sinnvolle Optionen. Die Debattierszene sollte kein Geld verbrennen. Ich halte 4 unter diesen Prämissen für das Sinnvollste. Die Ausrichter dürfen dann nur nicht davor zurückscheuen, auswärts übernachtende Teams für etwaiges Zuspätkommen voll verantwortlich zu machen. Aber dazu sind sie in meinen Augen auch gut legitimiert, da sie mit ihrer Übernachtungsmöglichkeit einen sicher-pünktlich-Schlafplatz angeboten hatten.

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