Münster gewinnt die Campus-Debatte Wien 2019

Datum: 7. Februar 2019
Redakteur:
Kategorie: Campus-Debatten, Turniere

Turniersieger Christoph Saß und Anton Leicht – © Mark Etzel

Am vergangenen Wochenende fand in Wien vom 01. bis 03. Februar die zweite Campus-Debatte der Saison statt. Im Finale konnten sich Anton Leicht und Christoph Saß als Team Münster Königsgambit in der Schließenden Opposition zum Thema “Dieses Haus zieht eine Postwachstumsgesellschaft einer auf Wachstum ausgerichteten Gesellschaft vor” den Turniersieg erstreiten. Sie konnten sich gegen die Teams DCH B (Angélique Herrler, Benedikt Rennekamp) in der Eröffnenden Regierung, das Mixed-Team Frankfurt Violent Delights (Marius Hobbhahn, Marion Seiche) aus Frankfurt und Tübingen in der Eröffnenden Opposition, sowie BDU C (Marc-André Schulz, Lara Tarbuk) in der Schließenden Regierung durchsetzen. 

Juriert wurde das Finale von Jan-Gunther Gosselke als Chair, sowie Johannes Bechtle, Katrin Fallmann, Erik Thierolf und Elisabeth Vikydal. 

Den Preis für die beste Finalrede vergab die Ehrenjury, bestehend aus Elisabeth Gneisz, Günther Paal und Christine Neuhaus, an Angélique Herrler. 

Mit den Preisen für herausragende Jurierleistungen wurden Johannes Bechtle, Sven Jentzsch und Marvin Grünthal ausgezeichnet. Den Nachwuchs-Preis erhielt Tove Hortmann aus Hamburg. 

Für die Themen des Turniers waren das Chefjurierenden-Team bestehend aus Ingo Bandhauer Jan-Gunther Gosselke, Philippe Holzhey und Anna Markus zuständig. 

Nach fünf Vorrunden erreichten folgende Teams den Break:

  1. Frankfurt Violent Delights (Marius Hobbhahn, Marion Seiche): 14/801 Punkte
  2. BDU C (Marc-André Schulz, Lara Tarbuk): 11/779 Pkt.
  3. Hug a Historian a Day (Jakobus Jaspersen, Sibylla Jenner): 11/772 Pkt.
  4. Münster Königsgambit (Anton Leicht, Christoph Saß): 10/787 Pkt.
  5. DCH A (Markus Baldermann, Lisa Weck): 10/772 Pkt.
  6. Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung (Jan Stöckel, Gerrik Verhees): 10/765 Pkt.
  7. DCH B (Angélique Herrler, Benedikt Rennekamp): 10/763 Pkt.
  8. TNTeam Impact dass es knallt (Nico Lachmann, Tim Schmidtlein): 10/762 Pkt.

In den Halbfinals standen sich jeweils folgende Teams gegenüber:

Halbfinale 1:

  • Eröffnende Regierung: TNTeam – Impact, dass es knallt
  • Eröffnende Opposition:  Frankfurt Violent Delights
  • Schließende Regierung: Münster Königsgambit
  • Schließende Opposition: DCH A 

Juriert wurde Halbfinale 1 von Johannes Bechtle (Chair), Jan-Gunther Gosselke, Tove Hortmann, Miriana Muntean und Christian Schwartz. 

Halbfinale 2:

  • Eröffnende Regierung: DCH B
  • Eröffnende Opposition: Hug a historian a day
  • Schließende Regierung: Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung
  • Schließende Opposition: BDU C

Juriert wurde Halbfinale 2 von Sven Jentzsch (Chair), Ingo Bandhauer, Ferdinand Ferber, Marvin Grünthal und Lennart Lokstein. 

Zusätzlich breakten als Jurierende Philippe Holzhey, Lisa Klimaschewski, Anna Markus, Philipp Schmidtke und Felix Zopf, die aber nicht eingesetzt werden konnten. 

Die zehn besten Redner*innen nach den Vorrunden waren:

1. Marion Seiche (80,79 Pkt. im Schnitt)
2. Marius Hobbhahn (79,4 Pkt.)
3. Christoph Saß (78,79 Pkt.)
4. Anton Leicht (78,59 Pkt.)
5. Jakobus Jaspersen (78,4 Pkt.)
6. Lara Tarbuk (78 Pkt.)
7. Marc-Andre Schulz (77,79 Pkt.)
8. Lisa Weck (77,59 Pkt.)
9. Julian Vaterrodt (77,4 Pkt.)
10. Markus Baldermann (76,79 Pkt.)
10. Kathrin Niederschuh (76,79 Pkt.)

Das gesamte Tab ist hier einsehbar.

Die Themen des Turniers im Überblick:

1. Runde: Dieses Haus würde Gefängnisse abschaffen.

2. Runde: Dieses Haus glaubt, in Ländern, in denen der überwiegende Großteil der Bevölkerung einer von zwei etwa gleich großen Religionsgruppen angehören, zwischen denen es regelmäßige gewalttätigen Konflikte gibt (z.B. in Nigeria), sollten Regierungsämter paritätisch nach Religion vergeben werden. 

3. Runde: Factsheet: “Der Begriff “Stunde Null” bezeichnet die Vorstellung, dass Deutschland und Österreich nach der Niederlage Deutschlands 1945 im zweiten Weltkrieg und der darauf folgenden Zerschlagung des NS-Regimes, die als Befreiung vom Nationalsozialismus wahrgenommen wurde, die Chance für einen voraussetzungslosen Neuanfang hatten. Die alte Gesellschaft schien entfernt und wie ein böser Traum, wurde nicht thematisiert.”

Dieses Haus bereut den Gedanken der “Stunde Null”.

4. Runde: Dieses Haus glaubt, dass alle Staaten eine Liste derjenigen Finanzinstitutionen erstellen und veröffentlichen sollten, die sie im Falle einer Krise mittels Bail-Out (staatlicher Notfinanzierung) retten würden.

5. Runde: Factsheet: “Innerhalb der Schach-Liga gibt es regionale, nationale und internationale Turniere, die für alle Teilnehmenden offen sind, sowie Frauen-Turniere und ein eigenes Ranking, die nur für Frauen vorbehalten sind. Die aktuelle Frauen-Weltmeisterin, Hou Yifan belegt den Rang 85 in der offenen Gesamtwertung. Damit ist sie die einzige Frau innerhalb der Top 100-Spielenden weltweit. Laut der Schach-Gesellschaft FIDE machten Frauen im Jahr  2018 15% der Spielenden aus.”

Dieses Haus würde die Frauen-Schachliga abschaffen.

HF:  Factsheet: ”Transhumanismus bezeichnet eine philosophische Denkrichtung, die die Überwindung physischer und intellektueller Grenzen menschlicher Möglichkeiten anstrebt. Eine transhumanistische Utopie im Rahmen dieser Debatte bedeutet, dass die Menschheit die Körperlichkeit komplett überwunden hat und als auf digitalem Speicher gespeicherte Bewusstseine existiert. Jeder Mensch hat die Möglichkeit, seine intellektuellen Kapazitäten mithilfe von Technologie an das Maximum anzupassen. Fähigkeiten und Wissen stehen allen Menschen unbegrenzt zur Verfügung. Das Gefühlsleben ist allerdings nicht technisch beeinflussbar.”

Dieses Haus präferiert die transhumanistische Utopie gegenüber dem gegenwärtigen Zustand der Menschheit in der westlichen Welt. 

Finale: Factsheet: „Eine Postwachstumsgesellschaft zeichnet sich dadurch aus, dass sie nicht existenziell auf Wirtschaftswachstum angewiesen ist. Wirtschaftswachstum ist kein Imperativ und nicht weiter dominierendes Paradigma. Es wird keine Politik zur Erhöhung des Wirtschaftswachstums betrieben. Wachstumsabhängige Bereiche, Institutionen und Strukturen werden umgebaut, sodass sie von Wirtschaftswachstum unabhängig sind. Wachstum von Energie und Flächenverbrauch werden gestoppt und Verbrauch im Sinne der Nachhaltigkeit zurückgefahren.“

Dieses Haus zieht eine Postwachstumsgesellschaft einer auf Wachstum ausgerichteten Gesellschaft vor.

 

mar/jm.

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