„The Return of Elite & Skandal“ gelingt beim Alumnicup

Datum: 24. Juli 2022
Redakteur:
Kategorie: DDG, Turniere

Beim diesjährigen Alumnicup der Deutschen Debattiergesellschaft e.V., der vergangenen Samstag in Mainz stattfand, setzt sich in einem kleinen, aber stark besetzten Feld das Deutsche Meisterteam von 2016 auf ganzer Linie durch.

„The Return of Elite & Skandal“ mit Lennart Lokstein (l.) und Konrad Gütschow (r.) – Foto: Alena Haub

Konrad Gütschow und Lennart Lokstein gewannen als „The Return of Elite & Skandal“ das Finale als Schließende Opposition gegen Christoph Saß und Lukas Haffert („Münster Lamberti„) in der Eröffnenden Regierung, Jan Papsch und Marcel Giersdorf („Mainz Anton auf Abwegen„) in der Eröffnenden Opposition sowie Jola Schmidt und Daniil Pakhomenko („Potter & Empress„) in der Schließenden Regierung. Das Thema des Finales war ein Geschichtsthema, zu dem auch ein Infotext geliefert wurde (s.u.). Debattiert wurde das Thema „Es ist 149 v. Chr. Wir sind die römische Republik. Haec domus ceterum censit Carthaginem esse delendam. (Dieses Haus ist im Übrigen der Meinung, dass Karthago zerstört werden sollte.)“ Die beste Finalrede ging nach Juryentscheid an Lennart Lokstein.

Das Finale jurierten Allison Jones (Hauptjurorin), Michel Hofe und Felix-Maximilian Wenzel. Ebenfalls als Juror gebreakt aber geclasht war Justus Raimann, der gemeinsam mit Allison Jones als Chefjury die Themen auswählte und zudem das Tab verwaltete.

Die Turnierorganisation hatten für den Debattierclub Johannes Gutenberg e.V. Alena Haub sowie für die Deutsche Debattiergesellschaft e.V. Sabrina Effenberger übernommen.

Top of the Tab waren nach 3 Vorrunden mit 9 Punkten „The Return of Elite & Skandal“ sowie im Einzelrednertab Lukas Haffert mit einem Schnitt von 81,67 Punkten pro Runde.

Die Themen des Turniers lauteten:

R1: Information: In der japanischen Gesellschaft ist das harmonische Zusammenleben der Gesellschaft ein hohes Gut und von den Individuen wird erwartet, sich in die Gruppe einzufügen und eigene Bedürfnisse dem Wohle der Gruppe unterzuordnen. Dies gilt im Kleinen (Familie, Schulklasse, Kollegium, etc.), wie im Großen (Firmenzugehörigkeit, Gemeinschaft im Stadtteil, auch die Gesellschaft insgesamt). Die oberste Maxime lautet: Denke immer an die anderen. Meiwaku umschreibt dabei den Zustand, in dem eine Person mit ihrem Handeln eine andere Person in Schwierigkeiten bringt oder dieser unangenehme Gefühle beschert. So werden in Japan schon kleine Kinder erzogen, niemanden zu stören (meiwaku wo kakenai, 迷惑掛けない).

Dieses Haus glaubt, japanische Eltern sollten dem Grundsatz “meiwaku wo kakenai” weniger Bedeutung zumessen und ihre Kinder individualistischer erziehen.

R2: Information: Fuchs, du hast die Gans gestohlen
Gib sie wieder her
Gib sie wieder her
Sonst wird dich der Jäger holen mit dem Schießgewehr
Sonst wird dich der Jäger holen mit dem Schießgewehr

Dieses Haus würde die Gans nicht stehlen. (Offenes Thema)

R3: Dieses Haus glaubt, dass die Verbreitung von Videospielen im privaten Raum (z.B. via Heimkonsolen, PC-Spielen und Handyspielen) mehr genutzt als geschadet hat.

Finale: Information: Karthago wurde im 9. Jahrhundert v. Chr. an der nordafrikanischen Küste durch phönizische Siedler gegründet und wuchs im Laufe der Zeit zu einem bedeutenden Handelszentrum im Mittelmeer heran. Als antike Großmacht beherrschte es bald die Küste des heutigen Nordafrikas (bis zur Cyrenaika) sowie Sardinien und Teile Siziliens.
Im Jahr 264. v. Chr. geriet Karthago erstmals in Konflikt mit der aufstrebenden römischen Republik. Der folgende Erste Punische Krieg dauerte bis ins Jahr 241 v. Chr. und endete mit der Niederlage Karthagos, das Sizilien an Rom abtreten und Reparationen zahlen musste. 218 v. Chr. kam es zum Zweiten Punischen Krieg. Dieser dauerte bis 201 v. Chr., brachte schwerste römische Niederlagen gegen den genialen Hannibal Barkas mit sich – und endete mit der totalen Niederlage Karthagos, das in der Folge faktisch ein Vasallenstaat Roms wurde: Karthago musste hohe Geldsummen an Rom zahlen und durfte keine eigenständige Außenpolitik oder Kriege ohne die Erlaubnis Roms führen.
Die Wirtschaft Karthagos erholte sich aber sehr schnell. In den folgenden 50 Jahren wurde Karthago immer wieder von den mit Rom verbündeten Numidern angegriffen, im Jahr 150 v. Chr. schlugen die Karthager schließlich gegen die Numider – ohne die vorherige Erlaubnis Roms – zurück. Verschiedene römische Senatoren (etwa Marcus Porcius Cato der Ältere) drängten schon seit einiger Zeit darauf, das wieder erstarkende Karthago zu vernichten.

Es ist 149 v. Chr. Wir sind die römische Republik.
Haec domus ceterum censit Carthaginem esse delendam (Dieses Haus ist im Übrigen der Meinung, dass Karthago zerstört werden sollte).

lok.

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2 Kommentare zu “„The Return of Elite & Skandal“ gelingt beim Alumnicup”

  1. FloManGold sagt:

    „Beim diesjährigen Alumnicup der Deutschen Debattiergesellschaft e.V., der vergangenen Samstag in Mainz stattfand, setzt sich in einem kleinen, aber überaus stark besetzten Feld das Deutsche Meisterteam von 2016 auf ganzer Linie überragend, souverän und weiterhin sehr dominant überlegen, mit einer beispiellosen Glanzleistung durch.“
    Turns out: Geschichte wird zumindest auf der AM noch von den Siegern geschrieben. Bussi.

    1. Lennart Lokstein sagt:

      Die ausführliche Version ist natürlich sehr akkurat und stand ursprünglich genau so im Konzept (krasse Antizipationsleistung!), so weit ins Detail wollte ich dann allerdings letztlich nicht gehen.

      Das Feld scheint mir aber akkurat beschrieben und deckt sich mit den Tabpunktezahlen. Waren schöne Debatten. 🙂

      Apropos Feld: Schade, dass man dich dort nicht begrüßen durfte – nächstes Jahr?

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