Lasst uns über Mixed-Teams reden!

Datum: 8. März 2023
Redakteur:
Kategorie: Mittwochs-Feature

Sind Mixed Teams eine Chance  für Individuen, die Szene und kleine Clubs? Oder stellen sie gar eine Gefahr für Szene- und Clubzusammenhalt dar? Diesen Fragen widmet sich Sven Jentzsch in seinem heutigen, als OPD-Rede ausgestalteten Mittwochs-Feature.

Der Autor Sven Jentzsch (links) auf der Campus Debatte Nürnberg – Foto: Michael Ruppert

Einleitung

In unserer Szene gibt es einige Büchsen der Pandora. Diskussionen, die sich – einmal aufgemacht – nicht so schnell wieder legen und mit viel bösem Blut geführt werden. Jahrelang galt das für: Teilnahme- und Breakbeschränkungen auf der Deutschsprachigen Meisterschaft. Kein Antreten mehr ab einer bestimmten Anzahl an Turnieren; ab einer bestimmten Anzahl von Pokalen; ab einem bestimmten Alter?

Dieses Mittwochs-Feature wird in mehrerlei Hinsicht merkwürdig: Erstens möchte ich mich an eine mögliche neue Büchse der Pandora (vielleicht aber auch einen Rohrkrepierer) wagen, die thematisch sehr nahe daran liegt: gemischte Teams aus Mitgliedern verschiedener Clubs. Und das zweitens, obwohl ich selber bereits in mehreren solchen Mixed-Teams geredet habe, dies nicht bereue und auch in Zukunft gerne in solchen Teamkonstellationen antreten möchte! Weswegen ich drittens nicht einmal eine klare Meinung zu meinem Thema aufweise, wie in Mittwochfeatures üblich.

Aber ich glaube: Wir sollten einmal über Mixed-Teams nachdenken. Und dafür möchte ich – in Debattiermanier – Pro und Contra zu Wort kommen lassen.

Status quo-Analyse

Nehmen gemischte Teams auf Turnieren zu?

Das ist gar nicht so leicht zu beantworten. Dafür bräuchte man Zeit, eine umfassende Sammlung von alten Tabs sowie das Wissen, welche Teams darauf gemischte Teams waren. Ohne all diese Ressourcen bleibt es nur bei anekdotischer Evidenz:

  • Auf der einen Seite finden sich Hinweise, dass sie kein neues Phänomen sind. Wenn man auf der Achten Minute nach „Mixed“ sucht, findet eine erste Erwähnung 2008, als Münster und Mainz den ersten Gutenberg-Cup gewannen (Link). Man findet dann auch eine wahre Flut an Erwähnungen in Turnierberichten gerade 2013/14; in einem Beitrag von Sabrina Effenberger und Felix Lennartz heißt es ein Jahr später „…spätestens seit der Teampartnerbörse des Verbands der Debattierclubs an Hochschulen e.V. (VDCH) sind Mixed-Teams gang und gäbe“ (Link).
  • Auf der anderen Seite gibt es auch mögliche Anhaltspunkte für eine Zunahme: Schaut man sich Berichte über Campus-Debatten der letzten Jahre an, sind regelmäßig rund ein Viertel bis ein Drittel der erwähnten (weil gebreakten) Teams gemischt. Vergleichbares findet sich in alten Berichten von ZEIT-DEBATTEN (der Vorgängerserie) nicht. Wobei die Saison 2013/14 wieder eine Ausnahme darstellt und überhaupt damals in den Berichten nur die Finalteams erwähnt wurden. Es würde sich aber decken mit den Erzählungen von einigen Altdebattierern, die in den letzten Jahren mehr Mixed-Konstellationen gerade auf Großturnieren beobachtet haben wollen.

Fakt ist zumindest, denn das können wir alle beobachten: Gemischte Teams sind aktuell auf Turnieren deutlich vertreten.

Folgefrage: Ist das erlaubt? Um auf der DDM und auf Regionalmeisterschaften teilnehmen zu dürfen, muss man im gleichen Verein sein und zum Breaken (ob das auch für Regios gilt, ist etwas unklar) dort sogar aktiv mitdebattieren (Ausnahmen sind möglich). Auf einer Campus-Debatte sollen die Teams laut der Beschlusssammlung „in der Regel“ im selben Verein aktiv sein. In der Deutschen Debattierliga sind Mixed-Teams erlaubt, man darf aber nur für einen Verein pro Saison Punkte sammeln.

Eine Pro-Rede für Mixed

„Egal ob es sich jetzt um ein neues Phänomen handelt oder nicht– solche Teamkonstellationen eröffnen tolle neue Möglichkeiten und Chancen auf jeder Ebene:

  • Erstens Chancen für das Individuum: Es gibt nämlich gute Gründe, gemischt zu reden. Ich kann mir gleich mehrere legitime Motive vorstellen: (1) Beziehungen über Clubgrenzen – vielleicht habe ich eine Freundschaft oder gar eine Fernbeziehung zu einer Person in einem anderen Verein entwickelt (das soll ja gottseidank vorkommen), und nun wollen wir als Team ein unterhaltsames Turnier haben. (2) Rednerische Affinität– vielleicht kenne ich eine andere Person, die genauso gerne witzige Reden mit absurden Metaphern hält wie ich oder die genauso Wert auf technisch sauberes BPS legt, und nun wollen wir schauen, wie gut wir als Team Synergien haben. (3) Keine Teams im eigenen Club– vielleicht gibt es gar keine Teammitglieder aus meinem eigenen Verein oder zumindest keine, mit denen ich gleiche Bedürfnisse / Synergien habe. (4) Unklare Clubidentität– vielleicht habe ich Streit mit meinem eigenen Verein und fühle mich dort nicht mehr zuhause und/oder ich habe eine starke Zugehörigkeit zu einem anderen Verein. (5) Abwechslung– vielleicht habe ich mit allen Personen aus meinem Verein schon einmal geredet und möchte einfach mal etwas Neues ausprobieren. Alles gute Gründe!“
    Zwischenfrage: „Aber was ist mit weniger guten Gründen? Was ist, wenn ich einfach nur auf Krampf gewinnen möchte und mich nicht mit unerfahreneren Rednern aus meinem Club abgeben möchte?“     
    „Nun kann man darüber streiten, ob Kompetitivität nicht ein genauso legitimes Motiv ist. Ob wir nicht alle die Freiheit haben, zu reden mit wem oder weswegen wir wollen. Aber der obige Punkt soll erst einmal nur sein: Es gibt auf jeden Fall Mixed-Teams, die wir alle unbestritten für legitim halten würden.
  • Zweitens Chancen für die Szene: Gemischte Teams hinterfragen eine kompetitive Clubkultur. Man kann das Argument sogar noch weiter fassen und kühn das ganze Gruppendenken unseres Sports hinterfragen: Warum konkurrieren bei uns überhaupt Vereine miteinander? Warum sollte mein Freundschafts-, Zusammengehörigkeits- und Teamgefühl an Stadtgrenzen halt machen? Wäre es nicht der nächste Schritt unserer Szene nach der Beendigung der Formatkriege der 00er-Jahre, in denen sich je die Hälfte der Clubs im Kampf »OPD vs. BPS« feindlich gegenüberstand, nun die Grenzen noch mehr verschwimmen zu lassen und mehr zusammenzuwachsen? Warum nicht gleich Debattiervereine als reine Vehikel für den Betrieb vor Ort betrachten und auf Turnierebene treten freie Teams mit freien Jurierenden an?“
    Zwischenruf: „Das ist aber schon sehr utopisch! Fast alle anderen Sportarten haben auch Vereine.“ [Anm. der Red.: das waren aber mehr als sieben Worte!]
    „Selbst wenn man diese Vision nicht teilt und weiter »Ein Leben lang« oder »BDU!« beim Break skandieren möchte: Mixed-Teams vertiefen konkret Freundschaften zwischen Clubs und bauen so ein stückweit tribalistisches Denken ab.
  • Drittens Chancen für kleine Clubs: Gemischte Teams machen Teams und Erfolgserlebnisse wahrscheinlicher. Ein kleiner Debattierclub ist strukturell im Nachteil: Vielleicht fehlt ihm überhaupt ein genügend großer Turnierfahrer-Pool; vielleicht zumindest ein genügend großer Pool an erfahrenen Leuten. Rein statistisch gewinnen eher große Vereine (laut ewiger Bestenliste: Berlin, Tübingen, Mainz, Münster, Heidelberg (Link)) die Turniere. Mixed-Teams können nun eine Chance für kleine Vereine bieten, überhaupt Teams zu schicken und ein Wochenende lang Spaß zu haben. Mutig könnte man sogar argumentieren: Sie können dann sogar eher mal kompetitive Teams (in der Theorie: mit der einen erfahrenen Person aus dem Club und anderen erfahrenen Personen aus anderen Clubs) mit Gewinnchancen zu schicken. Trifft man noch mehr Annahmen, könnten diese Mixed-Erfolge dem kleinen Club durch Werbung und Anspornung neues Wachstumspotenzial verschaffen.“

Eine Contra-Rede gegen Mixed

„Diese Contra-Rede lässt sich nicht so schick nach Individuum – Szene – Clubs aufteilen. Aber sie besteht ebenfalls aus drei Argumenten, die diese Ebenen alle betreffen:

  • Erstens: Mixed-Teams machen den Sport kompetitiver und elitärer. Im vorherigen Abschnitt wurden Mixed-Teams vor allem als Möglichkeit für kleine Vereine betrachtet. Das blendet deine Option aber systematisch aus: Mixed zwischen großen und starken Clubs. Selbst kompetitive Redner solcher Clubs haben innerhalb ihres Vereins irgendwann weniger Lust (weil die Teams immer dieselben sind) oder Möglichkeiten (weil Mitglieder auf demselben Erfahrungslevel aufhören) zu kompetitiven Teams. Mixed schaffen nun aber eine Gelegenheit, immer weiter abwechslungsreich und vor allem kompetitiv zu reden, weil man sich einfach Redner auf demselben Level aus anderen Städten sucht. An der Spitze bedeutet das: Die Legenden eines Vereins reden nicht mit Erfahrenen oder gar Erstis aus ihrem Verein– sondern mit den Legenden anderer Vereine. Das verkleinert den Siegerpool des Debattierens noch weiter.“
    Zwischenfrage: „Wäre das schlimm? Wie oben gesagt muss Kompetitivität ja nicht verwerflich sein. Sollten in Sportarten nicht die besten Turniere gewinnen– und nicht die, »die mal an der Reihe sind«?“
    „Da landen wir tatsächlich wieder in der Nachbardiskussion zu Teilnahme-/Breakbeschränkungen auf der DDM. Aber jedenfalls hat ein Phänomen von »Es gewinnen immer dieselben– nur in wechselnden Teamkonstellationen« oder »Kompetitive Leute ballen sich« einen negativen Effekt auf die allgemeine Atmosphäre und die Motivation der übrigen. Es würde auch dem obigen Punkt widersprechen, dass gemischte Teams kleineren Clubs zu mehr Erfolgen verhelfen– eher macht es die großen noch größer.
  • Zweitens: Gemischte Teams schaden dem internen Zusammenhalt und der Erfahrungsweitergabe. Oben hieß es, viele reden lieber mit Erfahrenen aus anderen Städten als mit Erfahrenen oder Unerfahrenen aus der eigenen Stadt– was folgt daraus für den eigenen Heimatclub? Zum einen gibt es dann dort weniger Erfahrungsweitergabe, vor allem durch weniger Pro-Ams, also Teams aus Profis und Anfängern.“
    Zwischenfrage: „Sollen wir denn die Altdebattierer zu ProAms zwingen? Und sind ProAms überhaupt immer gut?“
    „Nun kann man über das Für und Wider von ProAms tatsächlich streiten, für mich z.B. war es aber ein sehr prägendes und durchschlagendes Erlebnis, auf einem meiner ersten Turniere mit Lennart antreten zu dürfen und von ihm zu lernen. Von vielen höre ich ähnliches über ihr erstes ProAm. Zum anderen sorgen weniger clubinterne Teams aber auch für weniger Berührungspunkte und weniger Zusammenhalt im eigenen Club. Zugespitzt formuliert, wie sollen Erstis sich fühlen, denen überspitzt gesagt suggeriert wird: »Mit euch gebe ich mich nicht ab, ihr seid mir zu schlecht! Lieber trete ich mit Leuten aus anderen Clubs an, die ihr nicht einmal kennt! Auf Turnieren geht es nämlich primär ums Gewinnen. Und überhaupt, ich habe schon genug Freunde in meiner Altersstufe, an euch bin ich nicht mehr so sehr interessiert.«?!
  • Drittens: Gemischte Teams hintertreiben das Anmeldeverfahren und bereiten organisatorische Probleme. Gegenüber Nicht-Mixed-Teams haben Mixed-Teams in der Anmeldung eigentlich einen Nachteil: Sie werden bei Platzknappheit von Clubs oft depriorisert. Sie haben aber auch einen entscheidenden Vorteil: Sie sind mobiler in ihrer Clubwahl. Sie können sich leichter über Clubs anmelden, bei denen sie mit keinen anderen Teams konkurrieren und sie folglich nicht depriorisiert werden. Und dieser Aspekt ist sehr gewichtig: Auf Turnieren kriegt in der Regel erst einmal jeder Verein einen Teamplatz, bevor auch nur irgendeiner einen zweiten oder gar dritten bekommt. So haben Mixed-Teams in der Summe vielleicht sogar einen kleinen Vorteil gegenüber Nicht-Mixed-Teams, die stattdessen zuhause bleiben müssen. Und wer bleibt zuhause? Je nach Verein trifft das mal erfahrene, mal unerfahrene Teams. In letzterem Fall würden gemischte Teams das Debattieren also noch aus einem dritten Grund weniger einsteigerfreundlich machen, weil sie Einsteigern die Plätze wegnehmen. Darüber hinaus gibt es noch ein weiteres Problem auf den Turnieren selbst: Ein Team mit Mitgliedern aus zwei oder drei Vereinen ist gegen Jurierende aus zwei oder drei Vereinen gesperrt. Das macht eine saubere Jurysetzung noch schwieriger.“

Synthese– ein paar Vorschläge

So ausgeglichen die Argumente beider Seiten, so schwierig erscheint mir auch eine Lösung.

Einen Gedanken finde ich aber spannend: Ein Grund-Clash der Debatte erscheint mir die Abwägung zwischen Freiheit und Verantwortung zu sein, den man auch aus der anderen Büchse der Pandora, zur DDM-Teilnahmeberechtigung kennt. Darf ich reden, mit wem und wann immer ich möchte? Oder habe ich dabei auch eine Verantwortung gegenüber anderen zu berücksichtigen?

Beantwortet man die letztere Frage mit »Nein«, ist die Debatte eindeutig: Dann sollten wir gemischte Teams belassen, wie sie sind– als individuelle Entscheidung derjenigen, die in solcher Zusammensetzung reden möchten. Und eigentlich müssten wir auch alle Beschlüsse wie die DDM-Breakbeschränkung aufheben, die Mixed behindern (siehe „Status quo“).

Sieht man aber eine Verantwortung, bedeutet das im Umkehrschluss nicht, Mixed-Teams zu verbieten. Auch die Contra-Seite wird dem Pro-Argument zustimmen, dass es gute Gründe für Mixed gibt. Sie differenziert nur zwischen solchen “positiven“ Motiven (Freundschaft, Förderung kleinerer Clubs) und “negativen“ (die Maximierung der eigenen, kompetitiven Bedürfnisse über denen anderer Parteien). Kann man entsprechend “vernünftige“ Mixed-Teams erlauben und “unvernünftige“ verbieten? Nun können wir schlecht in die Köpfe von Leuten schauen und beide Motive (oder Konsequenzen) können überlappen. Aber trotzdem erscheint mir das ein Ansatzpunkt zu sein:

  • Der weiche Ansatz: Mehr über Mixed nachdenken. Gemischte Teams können sich immer fragen: Aus welchen Motiven treten wir eigentlich an? Ist es wirklich die Freundschaft oder geht es auch um die Maximierung der Siegchancen? Zur Probe: Würden wir auch antreten, wenn wir nicht breaken könnten? Clubs können sich fragen: Geben wir dem erfahrenen gemischten Team den Platz oder dem unerfahrenen Einsteigerteam?
  • Der harte Einsatz: Neue Regeln. Erstens könnte man voraussetzen, dass ein Team, das für Club A antritt, mit mindestens einer Person Mitglied in diesem Club A ist. Vielleicht sogar „aktives, regelmäßiges Mitglied“. Zweitens könnte man die Breakbeschränkung der DDM (und der Regios?) auf alle Campus-Debatten ausweiten. Wer aus Freundschaft und Spaß gemischt redet, wird wenig Probleme damit haben, nicht breaken zu können. Selbst wer es macht, um Pokale zu gewinnen, hätte immer noch viele DDL-Turniere zur Verfügung. Aber es gäbe eben auch mehr Turniere, bei der der eigene Verein und dessen Förderung im Mittelpunkt steht.

Sven Jentzsch debattiert seit 2015 und war in dieser Zeit als Redner, (Chef-)Juror, Mitglied der OPD-Regelkommission, Streitkultur- und VDCH-Präsident aktiv. Er promoviert in Allgemeiner Rhetorik in Tübingen.

Das Mittwochs-Feature: Mittwochs veröffentlicht die Achte Minute ab 10.00 Uhr oftmals ein Mittwochs-Feature, worin eine Idee, Debatte, Buch oder Person in den Mittelpunkt gestellt wird. Wenn du selbst eine Debatte anstoßen möchtest, melde dich mit deinem Themen-Vorschlag per Mail an team [at] achteminute [dot] de.

sj./jgg.

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10 Kommentare zu “Lasst uns über Mixed-Teams reden!”

  1. Konrad G. (Tü) sagt:

    Was denkst du dazu, deinen „harten Ansatz“ etwas zu erweitern?
    Ich könnte mir vorstellen ein Mixed/Oldies/Open Finale parallel zum normalen Halbfinale zu haben. Das öffentliche Finale wäre dann den rein studentischen Clubteams vorbehalten.
    Damit hätten die Oldies und Mixed Teams immer noch das Vergnügen, in einem Finale vor Publikum zu reden, nehmen den aktiven Clubteams aber nicht die Breakplätze. Dazu könnte es den nach außen beworbenen studentischen Charakter des Debattierens fördern, wenn im Finale echte Uniteams gegeneinander antreten. So wie international bei den IVs (Intervarsities).
    Wenn man Halfinale und Mixed/Open-Finale gleichzeitig macht, wären natürlich keine Doppelbreaks möglich, so dass Teams vor dem Turnier sagen müssten, ob sie lieber im studentischen oder open-break wären.

    1. FloManGold sagt:

      Auf internationalen Turnieren gab es auch mal Masters.

      Andererseits: wer alt ist und reden will – in der DDG haben wir auf der DDM das wegweisende Konklave-Format mit all-you-can-laber Flat und keiner kommt einem mit Feedback,

    2. Lennart Lokstein sagt:

      Ich glaube nicht, dass die Nachfrage aktuell groß genug wäre, um das zu rechtfertigen. Plus, es könnte aktuell Jurierende (z.B. mich) stärker aus dem Pool ziehen. Ich denke, wir brauchen eher mehr Alumniturniere, wenn es um Alternativen geht.

    3. Nikos sagt:

      Ich mag den Vorschlag. Man könnte eine Reihe von „Richtlinien“ vorschlagen (z.B. mehr als X Jahre debattiert, mehr als Y Turniere, mehr als Z große Turniersiege“ und das kombinieren mit einer freiwilligen Entscheidung, auf das studentische Finale zu verzichten und stattdessen im privateren Dinofinale anzutreten.
      Extra Alumniturniere sind natürlich auch nett, aber sie sind super viel Aufwand und irgendjemand muss das organisieren (nixmuss!). Außerdem glaube ich, dass Turniere und die Szene schon davon profitieren, wenn Generationen in den Vorrunden sich mischen können.

    4. Sven (Tübingen) sagt:

      Mit dem Kommentar von Konrad war ich ja direkt adressiert, sorry.
      Also, was halte ich von Oldie-Finals? Ich bin ja ein Verfechter der Öffnung des Debattierens für Berufstätige– da waren gemeinsame Turniere mit getrennten KO-Runden (vergleichbar mit Open-, EFL-, ESL-Kategorien international) Teil der langfristigen Vision, die ich mir gut vorstellen könnte.
      Kurzfristig teile ich aber 1:1 Lennarts Einwände.

      PS: Noch ein Wort zum „harten Ansatz“, weil das Adjektiv Verwirrung gestiftet hat: Ich meine damit nicht „heftig“ oder „gnadenlos“, sondern ganz wertfrei festgeschriebene Regeln im Kontrast zu einem ungeschriebenen Ehrenkodex. Extrem hart im erstgenannten Sinne finde ich die Vorschläge auch nicht; das Verbot, dass Teams über Clubs antreten, in denen keiner von ihnen aktiv ist, halte ich sogar für einen No-Brainer.

    5. René G. (Rederei Heidelberg) sagt:

      Ich denke auch es sollte ein No-Brainer sein, dass Mixed-Teams nicht über Clubs antreten, in denen keiner der Teilnehmenden aktiv ist. Dass das trotzdem passiert, zeigt meiner Meinung nach warum es leider notwendig ist den „harten“ Weg (neue Regeln) zu gehen. Weil Debattierende ansonsten viel zu gut darin sind ihre eigenen (unterbewussten) Interessen zu rationalisieren.

      Die Ideen von Alumniturnieren und von Mixed/Open-Finals finde ich prinzipiell beide gut. Nur wie Nikos Kommentar bereits verdeutlicht, effektiv organisieren Mixed Teams halt nun mal keine eigenen Turniere. Genauso wenig wie sie meist keine Jurierenden stellen. Und ich denke das ist das grundlegende Problem das viele mit ihnen haben. Sie sind Nutznießer die die begrenzten „Ressourcen“ (Teamplätze, Jurierende, Breakplätze, Siegesprestige etc) der Szene verbrauchen, ohne ihr wirklich viel zurückzugeben.

      Deswegen denke ich, müssen wir als Szene pragmatisch sein. Es ist ja kein Zufall, dass es keine „nicht-studentische“/“Mixed“ Debattierszene gibt. Langfristig funktioniert es halt einfach nicht, wenn jeder nur für sich selber optimiert. Das was die Szene am Leben hält sind die lokalen Clubs. Es sind die Club die neue Mitglieder rekrutieren und ausbilden, die Turniere organisieren etc. Und damit die Clubs das können ist es halt notwendig, dass erfahrene Leute diesen Clubs etwas zurückgeben, wie auch immer das aussieht (Jurieren, Anfängerförderung, Vorstandsarbeit, Trainings geben im Club, whatever) und auch wenn andere Dinge häufig viel aufregender und spaßiger wären.

      Deswegen denke ich, sollten wir bei dieser Diskussion zuallererst die Clubs in den Fokus rücken und alles priorisieren was die Clubs stärkt. Das würde für mich bedeuten:
      – Teamplatzvergabe in einer Runde nur an Uni-Teams aus dem selben Club
      – Mixed-Teams bekommen erst dann Teamplätze wenn welche übrig sind, und es bereits ausreichend Jurierende gibt
      – selbstverständlich keine Teamplätze über „Proxy-Clubs“ aus denen keiner der Teilnehmenden

      Und meiner Meinung nach die einzige Ebene auf der dann vernünftig verhandelt werden kann, ob einzelne Individuen genug „zurückgeben“ oder sich nur durchgängig „bereichern“, ist die lokale Ebene, das ist der lokale Club. Niemand anders kann realistisch im Blick behalten wer genau auf welchen Turnieren wann wo mit wem angetreten ist und außerdem noch welche anderen Dinge für die Szene getan hat. Und wenn dann jemand seinen lokalen Club davon überzeugen kann, dass er soviel für diesen getan hat, dass dieser ihm jetzt bitte einen Teamplatz für ein Mixed-Team geben soll, dann würde ich sagen ist das am Ende auch in Ordnung.

  2. Alena (Mainz) sagt:

    Danke für das Mifi, das sind intetessante Gedanken! Ich möchte noch einen Aspwkt hinzufügen: Aktuell basieren die Regelungen der DDM/Regios/DDL darauf, dass jede*r einen „Hauptclub“ hat. In der Praxis gibt es aber Leute, die in mehreren Clubs aktiv und regelmäßig debattieren, z.B. wenn die Clubs in der gleichen Stadt sind oder man eine Fernbeziehung führt und oft in der anderen Stadt ist. Diese gelebte Realität wird aktuell nicht abgebildet. Ich finde, wir sollten auch darüber sprechen, ob wir daran etwas ändern wollen.

  3. Lennart Lokstein sagt:

    Ich finde, Sven hat Recht mit seiner Analyse. Ich habe aber nicht den Eindruck, dass der „harte“ Vorschlag so hart wäre. Ich fände, generell die Breakberechtigung auf Campus-Debatten analog zu Meisterschaften zu gestalten, durchaus angemessen. Und vielleicht könnte man zusätzlich zum Alterscap 30 ein Team-Durchschnittscap von 27 einführen oder so. Wobei ich andererseits natürlich ein Freund unkomplizierter Regeln bin… aber ja, die MV sollte sich damit wohl (mal wieder) befassen. 😀

    1. Konstantin (HD) sagt:

      Ich weiß nicht, ob wir dafür notwendig Regeln brauchen. Wir reden nach meinem Gefühl fast nur über Mixed-Teams, die sich im mittleren/unteren Teil des Tabs tummeln (oft vielleicht gerade Teamkombinationen, bei denen sich sonst kein Team findet), sondern nur dann viel, wenn sie besonders häufig breaken. Genau diese bestehen aber genau aus den Leuten, die oft sehr viel innerhalb der Szene vernetzt sind, auch häufig jurieren, Ehrenämter übernehmen o.Ä., deren Grund in der Szene aktiv zu bleiben oft eben gerade ist, immer mal wieder auf Turnieren mit ihren Freunden aus anderen Clubs zu reden. Ich glaube hier funktionieren soziale Erwartungen und Druck besser, diese Leute in ihren Mixed-Teams reden zu lassen, sofern sich diese auch in akzeptablem Maße für die Szene einsetzen.

    2. Konstantin (HD) sagt:

      Ich meinte natürlich „fast nie“ und nicht „fast nur“

Kommentare sind geschlossen.

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