Tübingen gewinnt den Heidelberger Neckarwiesencup

Datum: 25. September 2017
Redakteur:
Kategorie: FDL/DDL, Neues aus den Clubs, Turniere
Das Siegerteam: Lennart Lokstein, Lukas Grundsfeld und Sven Jentzsch – © Habib Gahbiche

Das Siegerteam: Lennart Lokstein, Lukas Grundsfeld und Sven Jentzsch – © Habib Gahbiche

Das Tübinger Team Streitkultur Aletheia (Lukas Grundsfeld, Lennart Lokstein, Sven Jentzsch) hat  den Neckarwiesencup 2017 gewonnen! Im Finale setzten sie sich als Opposition gegen das Team BDU Chakka (Moritz Altner, Lara Tarbuk, Elena Müller) zum Thema „Sollte der Staat die Förderung von bildender Kunst einstellen?“ durch. Lennart Lokstein erhielt zudem den Publikumspreis für die beste Rede.

Als Fraktionsfreie Redner ergänzten Konrad Gütschow, Hendrik Sannwald und Johannes Meiborg die Finaldebatte, die von Jakobus Jaspersen (Hauptjuror), Leonardo Martinez, Benedikt Rennekamp, Samuel Scheuer, Sabrina Effenberger und Marius Hobbhahn (Präsident) juriert wurde.

Jan Ehlert, der mit Sabrina Effenberger die Chefjury stellte, war aufgrund der Zugehörigkeit zum Tübinger Club für das Finale gesperrt. Jakobus Jaspersen und Leonardo Martinez wurden zudem von allen anwesenden Juroren für ihre Jurierleistungen während des Turniers ausgezeichnet.

Nach vier Vorrunden erreichten folgende Teams das Halbfinale:

  1. Streitkultur Chronos – Wie die Zeit vergeht (Konrad Gütschow, Elisa Schwarz, Martin Reinhardt)
  2. Deine Mutter wählt BPS (Peter T., Ferdinand Ferber, Johannes Meiborg)
  3. BDU Chakka (Moritz Altner, Lara Tarbuk, Elena Müller)
  4. Streitkultur Aletheia (Lukas Grundsfeld, Lennart Lokstein, Sven Jentzsch)
Ausgezeichnet für besondere Jurierleistungen: Jakobus Jaspersen und Leonardo Martinez – © Habib Gahbiche

Ausgezeichnet für besondere Jurierleistungen: Jakobus Jaspersen und Leonardo Martinez – © Habib Gahbiche

Als Fraktionsfreie Redner breakten Daniil Pakhomenko (später ersetzt durch Viet Nguyen Hoang), Philipp Schmidtke, Hendrik Sannwald, Felicitas Strauch, Kai Kortus und Dario Werner sowie Melanie Hauser, Samuel Scheuer, Benedikt Rennekamp, Jakobus Jaspersen, Marius Hobbhahn, Leonardo Martinez, Willy Witthaut, Jonas Frey, Jan Ehlert und Sabrina Effenberger als Juroren in die Halbfinalrunden.

Beim Turnier wurde die neue OPD-Punkte-Eichung benutzt.

 

Die zehn besten Redner nach den Vorrunden:

  1. Lennart Lokstein 235,00 P.
  2. Daniil Pakhomenko 232,00 P.
  3. Johannes Meiborg 230,00 P.
  4. Konrad Gütschow 228,34 P.
  5. Elisa Schwarz 226,66 P.
  6. Lara Tarbuk 226,33 P.
  7. Sven Jentzsch 217,33 P.
  8. Moritz Altner 212,34 P.
  9. Philipp Schmidtke 210,67 P.
  10. Ferdinand Ferber 210,33 P.

Abgesehen davon, dass der Neckarwiesencup als erstes Turnier in die neue Saison startete, gab es eine weitere Besonderheit: Am zweiten Turniertag fand die Bundestagswahl statt! Für das Publikum des Finales gab es eine anonyme Umfrage zur bereits abgegebenen oder noch abzugebenden Stimme. Das Ergebnis unterschied sich gänzlich von dem der Bundesrepublik: Mit über 30% wurde die FDP als stärkste Kraft gewählt, es folgten Die Linke und Die Grünen sowie DIE PARTEI (die auch Bestandteil eines Themas war). Die SPD hätte die 5%-Hürde nicht überwunden, die CDU wurde von niemandem gewählt. Die Finalteilnehmer nahmen an der Umfrage nicht teil.

Die Themen des Turniers:

R1: Sollte der Twitter-Account von Donald Trump gesperrt werden?

R2: Sollte die Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative (DIE PARTEI) verboten werden?

R3: Sollte die Weltgemeinschaft jegliche Sanktionen gegen Nordkorea aufheben?

R4: Infoslide: Unter „Jury Nullification“ versteht man die Entscheidung einer juristischen Jury, keine Strafe gegen einen Angeklagten zu verhängen, obwohl sie glaubt, dass er die Tat begangen hat.

Sollte die „Jury Nullification“ in Ländern mit einem Jurysystem erlaubt sein?

HF: Infoslide: Im Oktober 1941 wütet in Europa seit zwei Jahren der Zweite Weltkrieg. Gleichzeitig haben die Nationalsozialisten den systematischen Genozid der europäischen Juden begonnen und 1940 das KZ Auschwitz in Betrieb genommen. Im Juli 1941 wird die sogenannte „Endlösung der Judenfrage“ beschlossen. Zu diesem Zeitpunkt sind die Vereinigten Staaten noch nicht aktiv am Krieg beteiligt.

Es ist Oktober 1941. Sollten die Juden eine eigene Armee gründen und sich am Zweiten Weltkrieg beteiligen?

F: Sollte der Staat die Förderung bildender Kunst einstellen?

 

ah.

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6 Kommentare zu “Tübingen gewinnt den Heidelberger Neckarwiesencup”

  1. Hans-Joachim Herder sagt:

    Der Infoslide zu HF ist historisch nicht ganz richtig. Die „Endlösung der Judenfrage“ wurde nicht von „den Nationalsozialisten“ organisiert, denn Nationalsozialisten und Faschisten gab es überall, sondern vom Deutschen Reich als Staat und die Wannseekonferenz als dafür entscheidendes Ereignis war keine NSDAP-Parteikonferenz, sondern eine Besprechungsrunde der Staatssekretäre der deutschen Reichsministerien. Dass die allermeisten der daran teilnehmenden Staatssekretäre Nationalsozialisten waren, trifft zu, aber der entscheidende Unterschied ist, dass sie nicht als NSDAP-Mitglieder an der Wannseekonferenz teilgenommen haben, sondern als deutsche Staatssekretäre der deutschen Reichsregierung. Also bitte nicht „die Deutschen“ schadhaft-verleugnend hinter „den Nationalsozialisten“ verstecken, das ist historisch falsch und moralisch unredlich! Nebenbei, der Mitautor und Kommentator der Nürnberger Rassengesetze, Ministerialrat Hans Globke war kein NSDAP-Mitglied, sondern bis zur Selbstauflösung Mitglied der katholischen Zentrumspartei und sein NSDAP-Aufnahmeantrag wurde 1941 endgültig angelehnt. Das faschistische Italien war bis 1938 ein begehrtes Zufluchtsland für jüdische Deutsche, solange sie sich nicht linkspolitisch betätigten, weil der italienische Faschismus bis zur deutschen Einflussnahme 1938 nicht antisemitisch war. So war Robert Kempner von 1935 bis 1938 in Florenz im Exil.

  2. Hans-Joachim Herderf sagt:

    Außerdem ist das Infoslide zu HF grammatisch fehlerhaft, denn es heißt nicht „Genozid der europäischen Juden“, denn dann wären die „europäischen Juden“ das Subjekt des Satzes, was sie aber nicht sind und dann hätten „die europäischen Juden“ den Genozid begangen, was sie nicht getan haben, sondern sie waren dessen Opfer, weshalb sie dessen Objekt waren und es grammatischen richtig „Genozid an den europäischen Juden“ heißt.

    1. Andrea G. (Mainz) sagt:

      Ich finde, diese Anmerkungen zeigen sehr gut, dass es auch für die Außenwirkung des Debattierens wichtig ist, die Formulierung von Themen genau zu überprüfen, sowohl auf fachliche als auch auf sprachliche Korrektheit. Eine solche Genauigkeit sollte tatsächlich der Anspruch sein, an dem wir uns orientieren, darum danke für diese Beispiele.

      Was ich mir jetzt jedoch nicht verbeißen kann: Die richtige Formulierung ist „grammatikalisch“ fehlerhaft/richtig, nicht „grammatisch“.

    2. Hans-Joachim Herder sagt:

      Was falsch ist, ist falsch! Information ist immer gut! Nebenbei, es wäre außerordentlich erfreulich, wenn sich auch in der Debattierszene solche Nazi-Begriffe wie „Sonderbehandlung“, „Selektion“ und „Endlösung“, die sich größtenteils im allgemeinen gedankenlosen Sprachgebrauch wiederfinden, vermeiden ließen. Schöne Grüße von Hans-Joachim Herder (Klartext Halle/Saale)!

    3. René G (Rederei Heidelberg) sagt:

      Was ich mir jetzt jedoch in diesem Kontext nicht verbeißen kann: Grammar-Nazi! 😀

      „Im Alltag kommt es allerdings selten vor, daß man etwas als von gram­mati­schem Wesen beschrei­ben will. Auf Grammatik kommt man nur zu sprechen, wenn jemand gram­mati­kalisch falsch spricht. Wenn es im Alltag nur die eine Sache gibt und nicht zwei, braucht man aber auch kein Wort­pärchen. Darum ver­wendet die Allgemein­sprache „grammatisch“ und „grammatikalisch“ synonym im Sinne von „grammatikalisch“.“

      http://www.belleslettres.eu/content/sprache/grammatikalisch-grammatisch.php

    4. Andrea G. (Mainz) sagt:

      Manche Leute haben halt Ansprüche… 🙂 https://www.youtube.com/watch?v=u0wj38qTtFU

Kommentare sind geschlossen.

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