Mixed-Team gewinnt Campus-Debatte Tübingen

Datum: 6. November 2018
Redakteur:
Kategorie: Campus-Debatten, Turniere
Das Siegerteam (links) und die restlichen FinalteilnehmerInnen - © Streitkultur e.V.

Das Siegerteam (links) und die restlichen FinalteilnehmerInnen – © Streitkultur e.V.

Am vergangenen Wochenende, vom 02. bis 04.11.2018, fand die erste Campus-Debatte in Tübingen statt. Diese war nicht nur die erste Campus-Debatte der gerade beginnenden Saison 2018/19, sondern auch die erste der gesamten Campus-Debatten-Serie.

Als Wir sind alt und brauchen den Fame setzten sich im Finale Jan Ehlert, Willy Carlos Witthaut und Sabrina Effenberger gegen die Ritter der Tafelschokolade, bestehend aus Julius Steen, Sibylla Jenner und Jakobus Jaspersen, durch. Sie gewannen das Finale aus der Regierung zu dem Thema „Sollte eine Klarnamenpflicht im Internet eingeführt werden (inkl. Infoslide)„. Als Fraktionsfreie Redner komplettierten Nikos Bosse, Konrad Gütschow und Samuel Gall das Finale. Die studentische Finaljury, welche das Siegerteam bestimmte, bestand aus den Chefjuroren Christoph Saß und Marion Seiche (Hauptjurorin), sowie Jan-Gunther Gosselke, Ruben Herrmann und Mareike Steiner (Präsidentin). Chefjuror Marius Hobbhahn verzichtete auf die Jurierung des Finals.

Die DDG-Nachwuchspreisträgerin von 2015, Deutschsprachige Debattiermeisterin 2017 und amtierende Westdeutsche Debattiermeisterin, Sabrina Effenberger, gewann nicht nur das Finale des Turniers, sondern wurde auch von der Ehrenjury als beste Finalrednerin ausgezeichnet. Die Ehrenjury bestand aus Christine Neuhaus, Ansgar Kemmann und dem amtierenden Nachwuchspreisträger  Anton Leicht, der anstelle des kurzfristig erkrankten Lukas Haffert als DDG-Vertreter der Ehrenjury fungierte. Für besondere Jurierleistungen wurden Ruben Herrmann (bester Nachwuchsjuror), Jan-Gunther Gosselke, Lennart Lokstein und Samuel Scheuer ausgezeichnet.

Als Juroren breakten außerdem Tim Reitze, Anna MarkusAlena Haub, Alexander Ropertz, Michel Hofe, Peter T. und Gwendolyn Zeuner. Als Fraktionsfreie Redner erreichten zudem Julius Müller-Kassner, Jannika Schoon, Joschka Braun und Justus Raimann die Halbfinals. Die beiden letzteren ersetzten die ursprünglich gebreakten Janek Elkmann und Gerrik Verhees.

 

Teambreak:
1. Wir sind alt und brauchen den Fame (Jan Ehlert, Willy Carlos Witthaut, Sabrina Effenberger) – 1376,36 P.
2. Ritter der Tafelschokolade (Julius Steen, Sibylla Jenner, Jakobus Jaspersen) – 1357,30 P.
3. Debating Cats Heidelberg feat. Darth Presidious (Benedikt Rennekamp, Angélique Herrler, Samuel Gall) – 1276,68 P.
4. Münster Bzzzzzzzzzt (Felicitas Strauch, Matthias Gansen, Anton Leicht) – 1205,67 P.

 

Die besten Einzelredner nach den Vorrunden (Punkte im Durchschnitt):
1. Jakobus Jaspersen – 64,00 P.
2. Willy Carlos Witthaut – 61,73 P.
3. Sabrina Effenberger – 60,93 P.
4. Jan Ehlert – 59,8 P.
5. Konrad Gütschow – 59,27 P.
6. Julius Steen – 58,46 P.
7. Nikos Bosse – 57,74 P.
8. Samuel Gall – 57,4 P.
9. Janek Elkmann – 56,87 P.
10. Felicitas Strauch – 56,06 P.

 

Die Themen des Turniers:

R1: Sollte es keinerlei Sanktionen geben, wenn Menschen in Gefängnissen nicht arbeiten wollen?

Infoslide: Sanktionen in Gefängnissen beinhalten beispielsweise die Streichung von Freigang oder eine Einschränkung des Erwerbs von Gütern im Gefängnis.

R2: Wir sind die SPD. Sollten wir die Große Koalition beenden?

R3: Ist der Trend der Veröffentlichung von Hoax-Papern, als Maßnahme um die Wissenschaft zu kritisieren, schlecht?

Infoslide: Hoax Paper sind Arbeiten, die absichtlich teils inhaltlich unhaltbare Thesen vertreten oder zusammenhanglose Textstücke als wissenschaftliche Arbeit verkaufen. Hoax Paper werden bei akademischen Journals eingereicht. Dabei wird teilweise die Unwissenschaftlichkeit dieser Paper verschleiert, um eine Veröffentlichung zu erreichen. Tendenziell werden primär geistes- und sozialwissenschaftliche Journals Opfer von Hoax Papern.

R4: Es ist kurz vor Abschlss des Staatsvertrages über die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion. Sollte die Mark der DDR gemäß des an realer Kaufkraft orientierten Wechselkurses, anstatt im Verhältnis 1:1 (mit genannten Ausnahmen), in die Deutsche Mark umgetauscht werden?

Infoslide: Im Zuge des Staatsvertrages über die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion, der am 01.07.1990 in Kraft trat, wurde die Mark der DDR im Verhältnis 1:1 für Löhne, Renten, Stipendien, Mieten und Ähnliches, sowies Erspartes bis zu einem Grenzwert (je nach Alter 2000 – 6000 Mark der DDR) in Deutsche Mark übersetzt. Erspartes über dem Grenzwert wurde im Verhältnis 2:1 umgetauscht. Ein an realer Kaufkraft gemessener Wechselkurs hätte ca. 4,3:1 betragen. Gleichzeitig wurde das wirtschaftliche System in der DDR an das System der BRD angeglichen, in dem u.a. Subventionen und Preiskontrollen abgeschafft wurden.

R5: Schaden politische Talkshows in ihrer aktuellen Form mehr als sie nützen?

HF: Sollte der IWF Ländern, die ab jetzt chinesische Entwicklungskredite annehmen, Bailout-Kredite verweigern, wenn die Entwicklungskredite den Bailout notwendig machen?

Fiktives Beispiel: Land X bekommt einen Kredit von China, um ein großes Infrastrukturprojekt zu finanzieren. Land X hat Probleme das Geld zurückzuzahlen und fragt als Folge den IWF nach einem Bailout-Kredit.

F: Infoslide: Eine Klarnamenpflicht im Internet bedeutet, dass Aussagen, die im Internet getätigt werden, eindeutig einer realen Person zuzuordnen sind.

Sollte eine allgemeine Klarnamenpflicht im Internet eingeführt werden? Sinnvolle Ausnahmen wie z.B. anonyme Foren mit sensiblem Inhalt (Vergewaltigung, Anonyme Alkoholiker, Suizid) sind möglich.

rg./jm.

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3 Kommentare zu “Mixed-Team gewinnt Campus-Debatte Tübingen”

  1. Christian (MZ) sagt:

    Fehlt unter den gebreakten Juroren nicht noch Alena Haub?

    Und allgemein Glückwunsch an alle, auch „die Alten“. Auch als Debattierrentner hat man es gar nicht so leicht wie alle denken 🙂

    1. Johannes Meiborg sagt:

      Nicht mehr. 🙂

  2. Marion (FFM) sagt:

    Verschiedenes:

    1.) Das Finalthema lautete nicht „Brauchen wir eine Klarnamenpflicht im Internet?“ Das Finalthema lautete:

    Infoslide: Eine Klarnamenpflicht im Internet bedeutet, dass Aussagen, die im Internet getätigt werden, eindeutig einer realen Person zuzuordnen sind.

    Thema: Sollte eine allgemeine Klarnamenpflicht im Internet eingeführt werden? Sinnvolle Ausnahmen wie z.B. anonyme Foren mit sensiblem Inhalt (Vergewaltigung, Anonyme Alkoholiker, Suizid) sind möglich.

    2.) Michel heißt „Hofe“, nicht „Hofer“.

    3.) Fehlender Zeilenumbruch zw. R2 und R3.

    4.) Ursprünglich war noch Lukas Haffert für die DDG als Ehrerjuror vorgesehen, musste aber krankheitsbedingt kurzfristig absagen.

    5.) Letztlich bestand die Ehrenjury dann aus: Christine Neuhaus, Ansgar Kemmann und Anton Leicht; wobei letzter als DDG-Nachwuchspreisträger freundlicherweise den erkrankten Lukas ersetzte.

    6.) Die Jurierpreise teilen sich auf in einen Preis für den/die beste/n Nachwuchsjuror/in (hat auf nicht mehr als 5 Turnieren juriert) und drei Preise für die beste Jurierleistung. Den Preis für den besten Nachwuchsjuror hat Ruben bekommen.

    7.) Wie genau ist die Eigenschreibweise der „Campus-Debatten“? Im Titel stehts ohne Bindestrich, im Artikel mit.

    8.) „Als Fraktionsfreie Redner/innen erreichten zudem…“

    9.) Komischer Umbruch beim HF-Thema. Außerdem fehlt beim HF-Thema das fiktive Beispiel:

    Vollständige Themenformulierung HF: Sollte der Internationale Währungsfonds (IWF) Ländern, die ab jetzt chinesische Entwicklungskredite annehmen, Bailout-Kredite verweigern, wenn die Entwicklungskredite den Bailout notwendig machen?

    Fiktives Beispiel: Land X bekommt einen Kredit von China, um ein großes Infrastrukturprojekt zu finanzieren. Land X hat Probleme das Geld zurückzuzahlen und fragt als Folge den IWF nach einem Bailout-Kredit.

    10.) Ich war Hauptjurorin des Finals, das könntest du der Vollständigkeit halber noch ergänzen.

    11.) Es gabe ein Infoslide zu den Hoax Papern. Das lautete:
    Hoax Paper sind Arbeiten, die absichtlich teils inhaltlich unhaltbare Thesen vertreten oder zusammenhanglose Textstücke als wissenschaftliche Arbeit verkaufen. Hoax Paper werden bei akademischen Journals eingereicht. Dabei wird teilweise die Unwissenschaftlichkeit dieser Paper verschleiert, um eine Veröffentlichung zu erreichen. Tendenziell werden primär geistes- und sozialwissenschaftliche Journals Opfer von Hoax Papern.

    Auch nochmal Glückwünsch und Dank an alle Redner/innen und Juror/innen – und an das Team, das das Finale gewann.

Kommentare sind geschlossen.

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