Bunte Vorgeschichte und buntes Finale beim Potsdam Punk

Datum: 21. August 2022
Redakteur:
Kategorie: Debattieren in der Öffentlichkeit, Presseschau, Turniere

Im Finale des Potsdamer Punkturniers standen sich diesen Samstag gleich zwei bunt zusammengemischte Teams gegenüber. Allgemein gab es beim Turnier zahlreiche Besonderheiten, unter anderem punkige Glaspokale und eine Vorgeschichte, die ein virales TikTok-Video beinhaltet.

Die Vorgeschichte

Vergleichsweise kurzfristig hatten die Potsdamer diesen Sommer beschlossen, noch ein Turnier zu organisieren – wobei gemäß der Tradition eines Punkturniers stark auf Eigenverantwortung bei den Teilnehmer:innen gesetzt wurde. Verpflegung beispielsweise galt es eigenständig zu organisieren, während der Ausrichterclub sich auf das Organisieren von Räumen, Themen, Crashplätzen und Pokalen beschränkte. Letztere waren schnell gefunden: Alte Glaspokale der Campus-Debatten-Serie, die nicht benötigt worden waren, wurden künstlerisch umgestaltet und umweltfreundlich als Punkpokale recyclet. Auch führten die Potsdamer vorab über den VDCH-E-Mail-Verteiler eine Umfrage hinsichtlich des Zeitplans und anderer Turnieraspekte durch.

Während der Planung wurde versehentlich auch Olli, der bis dato überhaupt nichts mit dem Debattiersport zu tun hatte, in die Potsdamer Organisations-Chatgruppe hinzugefügt – in der er auch niemanden kannte. Olli berichtete davon auf seinem TikTok-Account OlliWood und gab – ohne das Missgeschick aufzudecken – an, er würde die Raumorganisation übernehmen. Das Video erreichte daraufhin mehrere zehntausend Aufrufe und wurde schließlich auch dem Organisationsteam bekannt, das ihn daraufhin in einem – nach eigener Aussage sehr unangenehmen – Anruf kurzerhand davon überzeugte, die Räume tatsächlich zu organisieren. Das tat der dann auch und versuchte sich sogar selbst im Jurieren und Debattieren.

Die Ergebnisse

Die Sieger des Potsdamer Punkturniers – mit Olli. Foto: Susanna Wirthgen

Gewonnen hat das Turnier das Team BDUuhh, das ist ja gar nicht Berlin (Justus Raimann – Tübingen, Johannes Meiborg – Münster, Dario Werner – Hamburg), das im Finale als Regierung gegen das Team Unser Matthias sieht diesmal anders aus (Christopher Gack – Hamburg, Christoph Tovar – Münster, Constantin Schweizer – Hamburg) in der Opposition antrat. Debattiert wurde zum Thema „Würdest du ein Leben in Steuerklasse 1 einem Leben in Steuerklasse 3 vorziehen?“ (mit Infotext, s.u.). Als Fraktionsfreie Redner ergänzten das Finale Mareike Albert (Würzburg), Ulf Dahlmann (Mannheim) und Ole Schmitt (Potsdam). Juriert wurde es von Julius Klikar, Alena Haub und Susanna Wirthgen.

Julius Klikar und Susanna Wirthgen stellten als Chefjury auch die Themen des Turniers, Julius Klikar war in Personalunion auch Tabmaster. Die Cheforganisation übernahm für den Ausrichterclub Wortgefechte Potsdam e.V.  Joshua Lacy.

Während der Vorrunden bekamen die Redner:innen kleine Zusatzaufgaben, die sie in ihre jeweiligen Reden einbauen sollten.

 

Die Top 10 Redner:innen nach den drei Vorrunden waren:

1. Christopher Gack – 175,50 Punkte / 58,5 im Durchschnitt

2. Christoph Tovar – 172,00 / 57,33

3. Dario Werner – 169,67 / 56,56

4. Justus Raimann – 166,67 / 55,56

5. Johannes Meiborg – 161,17 / 53,72

6. Mareike Albert – 160,67 / 53,56

7. Ulf Dahlmann – 153,17 / 51,06

8. Ole Schmitt – 152,67 / 50,89

9. Lars Froitzheim – 151,00 / 50,33

10. Jona N.N. – 150,50 / 50,17

 

Die Themen:

R1: Bei einer Replikationsstudie wiederholt ein anderes Forscherteam eine Studie mit denselben Methoden. Die Forscher führen das gleiche Experiment in verschiedenen Situationen durch, um festzustellen, ob die Ergebnisse zuverlässig, gültig und verallgemeinerbar sind. In den meisten aktuellen Fällen werden Replikationsstudien nicht in wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht.

Sollten wir alle sozial- & gesellschaftswissenschaftlichen Forschungseinrichtungen dazu verpflichten, mindestens 50 % ihrer Ressourcen (Zeit, Personal, Geld usw.) für die Durchführung von Replikationsstudien einzusetzen?

R2: Sollten wir, als Sinologiestudent in einer Beziehung, jetzt in ein Auslandsjahr nach Taiwan gehen?

R3: Der Potsdamer Debattierclub hat aktuell ca. 20 sehr aktive Mitglieder. Von diesen ist der Großteil erst seit Anfang des Jahres aktiv in der Szene. In den letzten drei Jahren hat der Club die NODM 2020, 2021 und 2022 ausgerichtet, außerdem zwei weitere Onlineturniere und das Potsdam Punk. Für ein ab 150 Personen stünde in Potsdam ein Hotel/ Hostel zur Verfügung, welches alle Personen auf einmal beherbergen könnte. Die Alternativen für so eine Personenzahl wären, auf Berlin auszuweichen oder die Teilnehmenden aufzuteilen.

Sollten wir, als Potsdamer Debattierclub, uns auf die Ausrichtung der DDM 2023 bewerben?

Finale: In Deutschland muss auf Einkommen eine Lohnsteuer gezahlt werden, die mit dem Einkommen progressiv steigt. Der Spitzensteuersatz liegt aktuell bei 42% und muss ab einem Jahreseinkommen von 58.597 Euro gezahlt werden.
Es gibt sechs verschiedene Steuerklassen, die sich durch unterschiedlich hohe Freibeträge sowie unterschiedlich hohe Abzüge unterscheiden. In Lohnsteuerklasse 1 werden ledige, verwitwete oder geschiedene Arbeitnehmer*innen eingeordnet. In dieser Klassen ist die Steuerbelastung am höchsten. In Lohnsteuerklasse 3 werden verheiratete Arbeitnehmer*innen eingeordnet, wenn diese ein signifikant höhere Einkommen als ihr*e Eherpartner*in haben oder Alleinverdiener*in sind. (Mehrverdienst von mind. 50 %) In Steuerklasse 3 gelten, durch das Ehegattensplitting, wesentlich niedrigere Abzüge und höhere Freibeträge als in Steuerklasse 1.

Würdest du ein Leben in Steuerklasse 1 einem Leben in Steuerklasse 3 vorziehen?

lok.

 

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