Die Worlds als Medienhype / Manuel Adams und Annette Kirste im Gespräch mit der Achten Minute

Datum: 18. Mai 2011
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“Embracing Dissent“ ist das Motto der Berlin Worlds – es solle das aufklärerische und befreiende Aufeinandertreffen von Ideen spiegeln, das Europa geformt habe, heißt es auf der Facebookseite der WUDC Berlin 2013. “Dissent“, also Meinungsverschiedenheiten gibt es wohl nicht nur zwischen den Fraktionsbänken während einer Debatte, sondern sicher auch schon mal in der Organisationsphase der World Universities Debating Championships (kurz WUDC oder Worlds), wenn etwa das Motto heftig diskutiert wird. Einträchtig allerdings war WUDC-Cheforganisator Patrick Ehmann mit seinen Clubkollegen von der Berlin Debating Union (BDU) auf dem internationalen Debattierparkett unterwegs und hat mit Hilfe vieler VDCH-Debattierer kräftig die Werbetrommel gerührt, bis dem WUDC-Council, das Anfang des Jahres bei den Weltmeisterschaften in Botsuana tagte, kaum eine andere Wahl blieb: Mit überwältigender Mehrheit entschied sich die Delegiertenversammlung für die Austragung der Worlds in der deutschen Hauptstadt.

Doch so eine Großveranstaltung mit rund 1.100 Debattierern aus über 50 Ländern stemmt nicht einer allein. Deshalb hat sich Patrick eine starke Crew ins Boot geholt. Schon jetzt sind rund zwei Dutzend Helfer aus der ganzen Republik dabei. Hier präsentiert der “Convenor“  sein Team, die Achte Minute wird die Mitstreiter in den nächsten Monaten in loser Reihe ausführlicher vorstellen:

  • John Eltringham und Dessislava Kirova: Gästebetreuung
  • Juliane Zeuschner: Turnierdirektorin
  • Florian Umscheid, Kai Dittmann, Hien Do Thi Tam und Torsten Rössing: Finanzen
  • Farid Schwuchow: Personal
  • Filip Bubenheimer und Matthias Winkelmann: Markenführung
  • Julian Ohm: Logistik
  • Georg Sommerfeld und Johannes Häger: Verpflegung und Übernachtung
  • Tina Reimann und Sarah Jaglitz: Interkulturelle Betreuung
  • Jonas Werner: Krisenmanagement
  • Annette Kirste und Manuel Adams: Kommunikation

Flashmob, Hype, Social Media – man spricht Englisch in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Berlin Worlds. Was es damit auf sich hat, erklären Manuel Adams und Annette Kirste. Die beiden sind im Team um Patrick verantwortlich für alles, was über das Projekt an die Öffentlichkeit gelangt. Sie geben den Auftakt für die Interviewreihe der Achten Minute zum internationalen Event im kommenden Jahr.

Die Geburtsstunde der Berlin-Worlds-Idee hat Manuel live miterlebt: Er schildert, wie der niederländische Debattierer Adriaan Andringa bei den Amsterdam Euros im vergangenen Jahr in den Raum gestellt habe, dass  die Worlds noch nie im nicht-englischsprachigen Europa stattgefunden haben. Adriaan fand, es sei an der Zeit, das zu ändern – wo, wenn nicht in Berlin. “Auf der Heimfahrt haben wir dann erst mal ein bisschen rumgesponnen, bei einem Turnier mit tausend Rednern aus aller Herren Länder sagt man ja nicht ‘Jepp, das machen wir mal eben nächste Woche!‘“ Seitdem stehe Manuel voll und ganz hinter dem Projekt.

Ihren Aufgabenbereich haben Manuel und Annette aufgeteilt: Manuel ist für die szeneinterne Kommunikation zuständig. Ein Meilenstein auf dem langen Weg zum internationalen Turnier ist, die unter dem Dach des Verbands der Debattierclubs an Hochschulen (VDCH) vereinten Debattierer auf die Weltmeisterschaften aufmerksam zu machen. “Aber auch Helfer und Ideen können wir immer brauchen. Deshalb haben wir alle Teilnehmer der ZEIT DEBATTE Jena eingeladen, am kommenden Wochenende beim WUDC 2013 Forum ihre Ideen und Erfahrungen einzubringen,“ wirbt der Politikstudent. Den starken Verband hinter sich zu wissen, sei ein großer Vorteil, den andere Länder so nicht haben.

Aber auch international wollen die Berliner die Debattiercommunity erreichen. “Im Viertelfinale der Anfang des Jahres ausgetragenen Weltmeisterschaften stellten Teams aus Deutschland ein Viertel des ESL-Breaks – diese Erfolge als Redner wollen wir nun auch als Juroren und Ausrichter feiern,“ findet Manuel. Den Weg dorthin haben bereits Isabelle Loewe und Jens Fischer geebnet, wirft Manuel noch ein: Isa, Europameisterin 2006 und Chefjurorin verschiedener internationaler Turniere, war im Januar Jurorin im Grand Final der WUDC, Jens wurde zum Präsidenten des WUDC-Councils gewählt.

Der nächste Schritt wird außerdem eine neue Internetseite sein, verrät der Bremer Student: “Bislang ist das ja nur eine ‘bid‘-Seite, auf der wir unsere Bewerbung als Ausrichter der Worlds vorstellen. Daraus muss jetzt eine ‘host‘-Seite werden, auf der alle Infos und Features, etwa zur Anmeldung, ihren Platz finden.“ Manuel ist der Social-Media-Experte im Team: Er betreut den Facebookauftritt und twittert für das Berliner Mammutturnier.

Annette kümmert sich darum, dass die breite Öffentlichkeit vom Debattieren Notiz nimmt. Auf den ersten Blick sei es ja noch weit hin bis zu den Weltmeisterschaften, doch in den anderthalb Jahren wolle sie mit ihrer Pressearbeit ein breites Publikum in Deutschland erreichen, erzählt Annette. “Wir wollen transportieren, dass es sich beim Debattieren um eine Sache mit gesellschaftlicher Relevanz handelt. Die Debatte ist ein sinnvolles Format für die politische Auseinandersetzung in der Mitte der Gesellschaft.“

Wie sie das erreichen wolle, beantwortet die Publizistikstudentin mit einem wohl durchdachten Konzept: “In einer ersten Phase wollen wir das Debattieren überhaupt erst einmal als Sport über die studentische Szene hinaus bekannt machen. In der zweiten Phase wollen wir das Berlin IV im kommenden Jahr als Generalprobe für die Worlds herausstellen und im Schlussakt soll die interessierte Öffentlichkeit sich die Debatten der Weltmeisterschaften anschauen.“ Als Publikum für das Grand Final habe sie drei Zielgruppen vor Augen: „Studenten, die sich für das Debattieren interessieren und selbst einsteigen wollen, die allgemeine interessierte Öffentlichkeit und schließlich Sponsoren,“ zählt die Berliner Studentin auf.

Um ihr Vorhaben in den Fokus der Massen zu rücken, spielen die BDUler mit verschiedenen Ideen. Annette erzählt etwa von einem Flashmob des Berliner Staatsballetts am Hauptbahnhof, mit dem das Ensemble im vergangenen März auf eine Inszenierung aufmerksam machte. “Ein Debattier-Flashmob beispielsweise vor dem Bundestag garantiert uns Überraschungseffekt, Aufmerksamkeit und Nachrichtenwert – vielleicht kriegen wir sogar einen Platzverweis?!“ Annette, die gerade ihre Abschlussarbeit über Medienhype schreibt, schmunzelt: “Wir wollen die Berlin Worlds zu einem echten Mediencoup machen!“

Manuel Adams studiert Politikwissenschaft in Bremen und hat dort Anfang 2010 die Hanse Debating Union gegründet. Bei der ZEIT DEBATTE in Greifswald im vergangenen Herbst stand er mit seinem Teampartner Lars Brückner im Finale. Manuel ist leidenschaftlicher Fotograf und hat schon zahlreiche Debattiermomente in Pixel gebannt.

Annette Kirste studiert ebenfalls Politikwissenschaft, außerdem Publizistik. Sie schreibt gerade ihre Bachelorarbeit zum Thema Medienhype. Neben ihrem Studium ist sie an der Arbeitsstelle Kommunikationstheorie/Medienwirkungs- und Mediennutzungsforschung der FU Berlin tätig.

Gemeinsam sind die beiden für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der WUDC verantwortlich. Auch als Rednerteam sind die beiden schon zusammen aufgetreten: Im vergangenen Herbst standen sie als Berlin Kraft im Finale des Potsdamer Punkturniers.

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