München/ Hamburg gewinnen die Campus-Debatte Münster 2026

Datum: 17. Juni 2026
Redakteur:
Kategorie: Campus-Debatten, Turniere, VDCH

Vom 12. bis zum 14. Juni fand die dritte Campus-Debatte der Saison 25/26 statt. Im Finale konnte sich die Schließende Regierung „Hamsterchen“ (Jola Schmidt, Dario Werner – München/ Hamburg) gegen die anderen drei Teams durchsetzen.

Die Sieger:innen und die Gewinnerin der besten Finalrede auf der Campus-Debatte Münster 2026 (v.l.n.r. Dario Werner, Jola Schmidt, Teresa Dujmovits)

Im Finale redeten außerdem „Laudato Si“ (Anna Röhm, Lars Froitzheim – Potsdam) auf der Eröffnenden Regierung, Präsidentielle Erbmonarchie“ (Patricia Böhm, Johannes Meiborg  – Köln) auf der Eröffnenden Opposition und „Moin, Oida!(Teresa Dujmovits, Maximilian Meybauer – Hamburg) auf der Schließenden Opposition. Das Thema des Finales lautete: „DHG, in Deutschland wäre eine personen-gebundene Kunstförderung nach dem Vorbild Irlands einer projekt-gebundenen Kunstförderung vorzuziehen“. Das Finale wurde juriert von Agata Konopka im Chair, sowie Jessica Siber, Ronja Schneider, Sven Bake und Viet Hung Nguyen. Teresa Dujmovits wurde von einer Ehrenjury für das Halten der besten Rede im Finale gekürt.

Parallel zu den Halbfinals fand auch das Novicefinale statt. In diesem konnte sich die Schließende Regierung „Hannover“ (Günther Meyer, Moritz Görsmann – Hannover) gegen „Karl & Anton“ (Hannah Karl, Aaron Winter – München) in der Eröffnenden Regierung, „Bernd das Brot Ultras“ (Mayra Hölscher, Alessandro I. – Münster) in der Eröffnenden Opposition und „P&Ersonell unterlegen“ (Henry Jäger, Gregor Litwinenko – Bayreuth) in der Schließenden Opposition durchsetzen. Das Novicefinale wurde juriert von Inga Peters im Chair, sowie Greta Gillessen, Lisa Hauke, Manuel Englert und Justus R..

Ausgezeichnet für ihre Jurierleistungen auf dem Turnier wurden Agata Konopka, Inga Peters und Sven Bake. Für die beste Nachwuchsjurierleistung wurde Fenna Reus ausgezeichnet. Außerdem wurde Pavel Kalinnikov für die beste Redeleistung in der Kategorie „Deutsch als Fremdsprache“ ausgezeichnet.

Die Chefjury bestand aus Anne Uder, Annika Hanraths und Justus R.. Für das Tab zuständig waren Robert Wiebalck und Jannis Limperg. Ausgerichtet wurde das Turnier vom Debattierclub Münster, unter der Hauptleitung von Katarina Krezo, Oskar Vordervülbecke und Lukas Rehbach. Die Equity übernahmen Ronja Schneider und Arvid Baier.

 

Jurierendenbreak:

Agata Konopka, Anne Uder (CA), Annika Hanraths (CA), Fenna Reus, Greta Gillessen, Inga Peters, Jessica Siber, Julia K., Justus R. (CA), Lisa Hauke, Manuel Englert, Paul Schmitz, Ronja Schneider, Sven Bake und Viet Hung Nguyen.

 

Teambreak (nach den 5 Vorrunden):

  1. Laudato Si (Anna Röhm, Lars Froitzheim – Potsdam) – 14 Pkt., 775 Speaks
  2. Hamsterchen (Jola Schmidt, Dario Werner – München/ Hamburg) – 12 Pkt., 792 Speaks
  3. Wherever horse go (Arvid Baier, Evgeni Kiselev – Rederei Heidelberg) –  11 Pkt., 773 Speaks
  4. BDU PM (Marc Bélorgey, Pavel Kalinnikov – BDU) – 11 Pkt., 769 Speaks
  5. Präsidentielle Erbmonarchie (Partricia Böhm, Johannes Meiborg – Köln) – 11 Pkt., 768 Speaks
  6. DCH otterly weise (Clara Barrera Held, Leonie Klempau – Debating Club Heidelberg) – 11 Pkt., 761 Speaks
  7. Moin, Oida! (Teresa Dujmovits, Maximilian Meybauer – Hamburg) – 10 Pkt., 772 Speaks
  8. Gehopst und Gedropst (Philipp Höschele, Lukas Grammel – Rederei Heidelberg) – 10 Pkt., 763 Speaks

Novice-Teambreak (nach den 5 Vorrunden):

  1. Karl & Anton (Hannah Karl, Aaron Winter – München) – 8 Pkt., 735 Speaks
  2. P&Ersonell unterlegen (Henry Jäger, Gregor Litwinenko – Bayreuth) – 7 Pkt., 757 Speaks
  3. Bernd das Brot Ultras (Mayra Hölscher, Alessandro I. – Münster) –  7 Pkt., 732 Speaks
  4. Hannover (Günther Meyer, Moritz Görsmann – Hannover) – 5 Pkt., 724 Speaks

Top 10 Redner*innen (durchschnittliche Punktzahl Speaks):

1.= Jola Schmidt (⌀ 79,20 P.)

1.= Dario Werner (⌀ 79,20 P.)

3. Arvid Baier (⌀ 78.40 P.)

4. Lars Froitzheim (⌀ 77.80 P.)

5. Teresa Dujmovits (⌀ 77.60 P.)

6. Johannes Meiborg (⌀ 77,40 P.)

7.= Jonathan Krapp (⌀ 77.20 P.)

7.= Anna Röhm (⌀ 77,20 P.)

7.= Marc Belorgey (⌀ 77.20 P.)

10.= Patrick Schlaffranka (⌀ 76.80 P.)

10.= Maximilian Meybauer (⌀ 76.80 P.)

Top 5 Novice-Redner*innen (durchschnittliche Punktzahl Speaks):

  1. Gregor Litwinenko (⌀ 75,80 P.)
  2. Henry Jäger (⌀ 75,60 P.)
  3. Benjamin Raab (⌀ 75.40 P.)
  4. Aaron Winter (⌀ 73.80 P.)
  5. Hanna Kratzsch (⌀ 73.60 P.)

Die Halbfinales (weiterkommende Teams sind fettgedruckt):

Halbfinale 1:

OG: Präsidentielle Erbmonarchie (Patricia Böhm, Johannes Meiborg)
OO: Laudato Si (Anna Röhm, Lars Froitzheim)
CG: Gehopst und Gedropst (Lukas Grammel, Philipp Höschele)
CO: BDU PM (Pavel Kalinnikov, Marc Bélorgey)

Jury: Sven Bake (c), Annika Hanraths, Jessica Siber, Julia K. und Viet Hung Nguyen

Halbfinale 2:

OG: Wherever horse go (Arvid Baier, Evgeni Kiselev)
OO: Hamsterchen (Jola Schmidt, Dario Werner)
CG: Moin, Oida! (Teresa Dujmovits, Maximilian Meybauer)
CO: DCH otterly weise (Clara Barrera Held, Leonie Klempau)

Jury: Agata Konopka (c), Anne Uder, Fenna Reus, Ronja Schneider und Paul Schmitz

 

Die Themen des Turniers im Überblick:

VR1: Infotext: Der „Film Noir“ ist ein Filmgenre der 1940-50er Jahre. Die Filme sind i.d.R Kriminal- und Detektivgeschichten im urbanen Setting und weisen keine klare Gut-Böse-Moralität auf. Gerade die Hauptfiguren sind oft zynisch und pessimistisch und interagieren, wenngleich sie Protagonisten bleiben, mit moralisch fragwürdigen Charakteren. Ein Archetyp aus dem Film Noir ist die „Femme Fatale“, ein verführerisch und gewieft auftretender weiblicher Charakter. Oft eine der Antagonisten, ist die Femme Fatale handlungstreibend und selbstbestimmt, erreicht am Ende des Filmes ihre Ziele in der Regel aber nicht.

DH bedauert die Verbreitung der „Femme Fatale“ im Film Noir.

VR2: Infotext: Ein „Zero Hour Contract“ nach britischem Recht ist ein Arbeitsvertrag, in dem keine Arbeitszeit garantiert ist. Das heißt, dass der Arbeitgeber einem Arbeitnehmer keine Schichten zuteilen muss. Der Arbeitnehmer kann seinerseits zugeteilte Schichten auch ablehnen. Arbeitet der Arbeitnehmer nicht, wird er auch nicht bezahlt. Arbeitnehmer können derartige Verträge mit mehreren Arbeitgebern gleichzeitig haben.

Künftig dürfen Arbeitsverhältnisse nur noch für zwölf Wochen als „Zero Hour Contract“ ausgestaltet sein. Danach muss eine Mindestanzahl monatlicher Stunden festgelegt sein, orientiert an den im Probeintervall gearbeiteten Stunden. Auch Leiharbeitnehmer haben ein Recht auf einen solchen Vertrag mit ihrem Leiharbeitgeber. Wird eine Schicht kurzfristig abgesagt, verlegt oder verkürzt, hat der Arbeitnehmer einen Entschädigungsanspruch.

DH begrüßt die Abschaffung von „Zero Hour Contracts“ im Vereinigten Königreich.

VR3: Infotext: Es ist 2014. Wir sind eine Agentin beim Federal Bureau of Investigation (FBI). Wir wurden in die Task Force unter der Führung eines US-Agenten einer uns nicht näher bekannten Regierungsorganisation rekrutieren. Das Ziel dieser Task Force ist die Ausschaltung hochrangiger Bosse des Kartells. Es stellt sich heraus, dass die Task Force unorthodoxe und teils halb- oder illegale Mittel einsetzt. So werden etwa gefangene Kartell-Unterbosse per Waterboarding gefoltert, und Armeeeinheiten sowie ein kolumbianischer Söldner im Inland eingesetzt. Wir haben große ethische Probleme mit diesen Methoden.

DH, als FBI-Agentin, würde zur anonymen Whistleblowerin werden

VR4: Infotext: Unter der „Buy Canada“-Richtlinie werden kanadische Unternehmen bei der Ausschreibung von Aufträgen der kanadischen Bundesregierung in strategisch relevanten Sektoren bevorzugt. Gebote erhalten Extrapunkte, wenn sie kanadische Produkte oder Dienstleister verwenden oder von kanadischen Anbietern stammen (proportional zum kanadischen Anteil am Gesamtprodukt). Diese Regelung wird auf Auträge ab 5 Mio. CAD angewandt.

Für die EU relevante strategische Sektoren im Sinne dieser Debatte sind etwa Elektromobilität, erneuerbare Energiequellen und kritische Rohstoffe, aber nicht Rüstung und Verteidigung.

DHG, die EU sollte eine analoge „Buy Europe“-Richtlinie einführen, die für Ausschreibungen der nationalen Regierungen gilt und neben der EU Island, Norwegen und Liechtenstein einschließt.

VR5: Infotext: Im Rahmen dieser Debatte ist „Straightcoding“ die Praxis, Charakteren in Film und Fernsehen explizit eine queere Orientierung zuzuschreiben, in ihrem Verhalten und bei ihren Eigenschaften jedoch kaum Aspekte queerer Kultur abzubilden.

DHG, dass die LGBTQ-Repräsentation in Mainstream-Medien sich vor allem auf das „Straightcoding“ fokussieren sollte.

HF: Infotext: Unter belgischer Herrschaft (seit 1885) wurden die Ressourcen des Kongo – neben Elfenbein und Kautschuk zahlreiche Bodenschätze und Uran – schonungslos ausgebeutet. Alle höheren Posten in Verwaltung, Wirtschaft und Militär waren von Belgiern besetzt. Dennoch entstand eine gebildete und zunehmend politisch aktive Mittelschicht schwarzer Kongoles*innen.
Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs gewannen antikoloniale Bestrebungen weltweit an Schwung. Die populärste Partei war das 1958 gegründete MNC, das einen gesamtnationalen und panafrikanischen Anspruch hatte (im Kalten Krieg neutral, um enge Verbindungen mit anderen afrikanischen Staaten bemüht). Mitgründer und bald auch Anführer der Partei war Patrice Lumumba („Aufrührer“). Die meisten anderen Parteien vertraten die Interessen spezifischer Gruppen (z.B. Stammesfürsten).
Die Belgien-Kongo-Konferenz fand im Januar 1960 in Brüssel statt. In ihr sollte die Zukunft der damaligen belgischen Kolonie verhandelt werden. Anlass der Konferenz waren Unruhen im Jahr zuvor. Neben Vertretern der belgischen Regierung (u.a. dem Premier) nahm eine Vielzahl kongolesischer Führungspersonen an dieser teil.
Lumumba und andere Führungspersönlichkeiten forderten und erreichten auf der Belgien-Kongo-Konferenz die Unabhängigkeit, die für den 30. Juni 1960 erklärt wurde. In den folgenden Wahlen konnte Lumumba mit dem MNC eine Mehrheit der Stimmen erlangen, und nach einigen politischen Manövern auch eine Regierung formen.

DHG die Vertreter des Kongo hätten 1960 einen über 10 Jahre schrittweise voranschreitenden Prozess zur Unabhängigkeit, anstelle der sofortigen Unabhängigkeit fordern sollen.

F: Infotext: Irland führt ein Grundeinkommen für Kunstschaffende ein, damit sich diese voll und ganz ihrer kreativen Arbeit widmen können, ohne nebenher einen Zweitjob ausüben zu müssen. Mit dem „Basic Income for the Arts“ gehen 1.300 Euro pro Monat an 2.000 Kunstschaffende, die ihren Wohnsitz in der Republik Irland haben. Die Hilfsleistung wird für je drei Jahre bewilligt und per Losverfahren unter hauptberuflichen Künstler:innen vergeben. In Deutschland ist staatliche Kunstförderung in der Regel an Projekte oder Preise gebunden, die auf Antrag von Jurys vergeben werden und oft zweckgebunden sind.

DHG, in Deutschland wäre eine personen-gebundene Kunstförderung nach dem Vorbild Irlands einer projekt-gebundenen Kunstförderung vorzuziehen.

Novice-Finale: Infotext: In Deutschland gibt es gesetzliche und private Krankenkassen. Jeder ist mindestens bei einer Krankenkasse versichert. Der Standardfall ist die gesetzliche Krankenkasse, die eine medizinische Grundversorgung sicherstellt. Private Krankenkassen zahlen in mehr Fällen als die gesetzlichen Krankenkassen, kosten den Versicherungsnehmer aber auch mehr.

DHG, Deutschland sollte die Absolvent:innen des Medizinstudiengangs an staatlichen Hochschulen verpflichten, anschließend zehn Jahre in einer Einrichtung zu arbeiten, die Leistungen erbringt, die von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden (bspw. Arztpraxis oder Klinikum). Anderenfalls müssen sie 30% der Kosten des Studiums zurückzahlen (also aktuell etwa 66.000 Euro von 200.000 Euro).

vhn/aeh.

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