Oxford / Münster gewinnen Campus Debatte Hannover

Datum: 28. März 2022
Redakteur:
Kategorie: Campus-Debatten, Das Thema, Turniere

Von links nach rechts: Sven Jentzsch, bester Redner des Finals, und Jonas Frey & Johannes Meiborg, Siegerteam – © Andre Jochums

Vom 25. bis 27. März 2022 fand in Hannover die erste Campus Debatte der Saison im British Parliament Style statt, bei deren Finale sich die Schließende Opposition Alte weise Männer aus Oxford und Münster (Jonas Frey & Johannes Meiborg) gegen die Eröffnende Regierung aus Hamburg (Mit Vergnügen; Chris G. & Celine Harms), die Eröffnende Opposition aus Wien / Mainz (2 Schatzmeister kassieren ab; Peter Tekaat & Paula Breyer) und die Schließende Regierung aus Tübingen (SK Ned und Robert (A Song of Ice and Streitkultur), Sven Jentzsch & Justus Raimann) durchsetzen konnte. Juriert wurde die Debatte zum Thema „DH als USA würde weitreichende Cyberangriffe als Mittel der Außenpolitik einsetzen, statt wie bisher nur Maßnahmen zur Erkenntnisgewinnung und gezielte Angriffe.“ von Johanna Williams (Hauptjurorin), Jan-Gunther Gosselke, Sven Bake, Jonas Reichert und Michel Hofe.

Als bester Finalredner wurde Sven Jentzsch von der Ehrenjury, bestehend aus Bürgermeister Thomas Hermann, Professor Tabea Becker und Manuel Adams von der Deutsche Debattiergesellschaft, ausgezeichnet. Die Auszeichnungen für herausragende Jurierleistungen gingen an Jannika Schoon (Nachwuchspreis), Chiara Throner, Samuel Gall und Jonas Reichert. Die Finalveranstaltung wurde von Konrad Gütschow moderiert.

Zusätzlich zum offenen Finale traten im Finale der Kategorie „Deutsch-als-Fremdsprache“ auch die besten Teams, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, an. Dieses konnte die Schließende Regierung Team Boris & Jiahao (Boris Dragandzhikov & Jiahao Zhang) für sich entscheiden und damit über die Eröffnende Regierung Jenas internationale Friedensmission (Yi He & Pranvera Tafhasi), die Eröffnende Opposition München 1 (Dániel Szabó & Ivan Rozhdestvenskii) und die Schließende Opposition Jenas internationale Streitmacht (Eltaj Rajabov & Chotima Meeman) triumphieren.

Teambreak:
1. SK Ned und Robert (A Song of Ice and Streitkultur) (Sven Jentzsch, Justus Raimann) – 13 P.
2. DCH Traitor (Georg Maxton, Btissam Boulakhrif) – 11 P.
3. Mit Vergnügen (Chris G., Celine Harms) – 11 P.
4. 2 Schatzmeister kassieren ab (Peter Tekaat, Paula Breyer) – 11 P.
5. Münster Io (Paul Schmitz, Lukas H.) – 11 P.
6. Alte weise Männer (Jonas Frey, Johannes Meiborg) – 10 P.
7. Rederei – Aus tiefster Seele (Tim Reitze, Luise Häder) – 9 P.
8. SK Paden (Sabine Wilke, Markus Schmidt) – 9 P.

Ebenfalls 9 Teampunkte, aber weniger Redner:innen-Punkte erreichte das Team Antifaschistische Fastnachtsaktion Mainz (Talita Pickl & Till Walter).

Kategorie „Deutsch-als-Fremdsprache“ Teambreak:
1. Team Boris & Jiahao – 7 P.
2. Jenas internationale Streitmacht – 4 P.
3. Jenas internationale Friedensmission – 3 P.
4. München 1 – 1 P.

Jurybreak:
Neben den Chefjuror:innen Jan-Gunther Gosselke, Johanna Williams und Sven Bake breakten Benedikt Rennekamp, Jonas Reichert (Hauptjuror des DaF-Finals), Chiara Throner (Hauptjurorin von Halbfinale 2), Samuel Gall (Hauptjuror von Halbfinale 3), Konrad Gütschow, Jannika Schoon, Anna Filiptseva, Michel Hofe und Erik Thierolf.

Jiahao Zhang (links) nimmt als Teil des Siegerteams in der Kategorie „Deutsch-als-Fremdsprache“ die Siegerurkunde entgegen – © Andre Jochums

RednerInnen Top 10 (Punkte im Durchschnitt):
1. Sven Jentzsch – 80,00
2. Justus Raimann – 79,00
3. Jonas Frey – 78,79
4. Johannes Meiborg – 78,20
4. Sabine Wilke – 78,20
6. Georg Maxton – 78,00
7. Tim Reitze – 77,79
8. Luise Häder – 77,40
9. Btissam Boulakhrif – 77,20
9. Alena Haub – 77,20

Kategorie „Deutsch-als-Fremdsprache“ RednerInnen Top 5 (Punkte im Durchschnitt):
1. Boris Dragandzhikov – 74,00
2. Jiahao Zhang – 70,79
3. Kenny – 68,40
4. Eltaj Rajabov – 68,20
5. Yi He – 67,40

Veranstalter war der Debattierclub Hannover, Schirmherr der Hannoveraner Oberbürgermeister Belit Onay. Hauptorganisatorinnen waren Anne Wessig, Imke Niehoff, Laura Brune und Milena Wurmstädt. Die Themen verantwortete die Chefjury aus Jan-Gunther Gosselke, Sven Bake und Johanna Williams. Unterstützt wurden sie von den Tabmastern Jana Bielefeld und Oli Timm.

Die Themen:

R1: DH glaubt, dass die Migration von Fachkräften aus Entwicklungsländern (z.B Ärzt:innen, Ingenieur:innen) mehr schadet als nützt.

R2: Infoslide: Der Begriff Slacktivismus bezeichnet eine Form des Aktivismus, welcher zumeist online, nachgegangen wird. Unter anderem das Teilen von Online Petitionen, das Liken von Artikeln, Tweeten und die Nutzung von Filtern für Facebook-Profilbilder.

DH glaubt Slacktivismus schadet dem Aktivismus mehr als es ihm nützt.

R3: Infoslide: Ein Venture Capital (Risikokapital, Wagniskapital) Fonds investiert zeitlich begrenzt Geld – z.B. mittels Kauf von neu ausgegebenen Aktien – in junge, innovative, nicht börsennotierte Unternehmen. Typischerweise erwirtschaften diese zum Zeitpunkt der Investition keinen Gewinn, haben aber Wachstumspotential. Je nach Erfolg des Unternehmens verkauft der Fonds die erworbenen Aktien zu einem späteren Zeitpunkt z.B. im Rahmen eines Börsenganges oder an einen anderen Investor.

DH glaubt Universitäten sollten einen Anteil ihres Budgets in einen von ihnen betriebenen Venture Capital Fonds investieren.

R4: DH würde Werbung aufgrund von persönlichen Daten (Alter, Geschlecht, sonstige gekaufte Produkte, Cookies, …) verbieten.

R5: DH glaubt postkoloniale Demokratien sollten bei der Unabhängigkeitserlangung eine Wehrpflicht einführen.

HF: Infoslide: Eine Woche hat ca. 112 Wachstunden. Für diese Debatte sei angenommen, dass 20h Arbeit ausreichen, um ein Leben auf Minimalstandard zu gewährleisten. In der „Fokus-Welt“ ist es gesellschaftliche Norm, dass Menschen den größten Anteil ihrer verbleibenden Zeit auf ein spezifisches Thema (bestimmtes Job, Hobby, Partner, Familie) verwenden. In der „Balance-Welt“ ist es gesellschaftliche Norm, dass Menschen die verbleibende Zeit zwischen vielen derartigen Aktivitäten aufteilen.

DH zieht die „Fokus-Welt“ der „Balance-Welt“ vor.

DaF F: Infoslide: Täuschung bezeichnet das bewusste Irreführen von Menschen, z.B. durch Lügen oder das Weglassen von Informationen.

Dieses Haus bevorzugt eine Welt, in der Individuen nicht zu Täuschung fähig sind.

F: Infoslide: „Cyberangriff“ bezeichnet einen Angriff auf Computersysteme, -netzwerke oder -infrastruktur, mit dem Ziel, Zugriff auf geschützte Daten zu erlangen, Daten zu verändern oder Systeme oder Daten zu vernichten. Bisher haben die USA soweit bekannt Cyberangriffe nur zur Spionage sowie zu eng begrenzten Sabotageaktionen verwendet. Die vom Umfang her größte, den USA allerdings nicht klar zuordenbare, Zerstörung von Infrastruktur war die Verwendung des Stuxnet Virus zur Sabotage iranischer Urananreicherungsanlagen 2007-2010. Weitreichendere Cyberangriff im Sinne dieser Debatte beinhalten unter anderem, aber nicht ausschließlich, die teilweise oder komplette Störung des Internetzugangs in einem Land, die Abschaltung von Stromnetzen oder das Stoppen von Zügen.

DH als USA würde weitreichende Cyberangriffe als Mittel der Außenpolitik einsetzen, statt wie bisher nur Maßnahmen zur Erkenntnisgewinnung und gezielte Angriffe.

jgg.

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